Hallo Oliver,
da, wo wir in den letzten Jahren Urlaub gemacht haben, gab es kein deutsches Essen, es sei denn, man hätte eine weite Anreise zum Essen in Kauf genommen. Insoweit hat sich die Frage, ob deutsch essen oder nicht, für uns gar nicht erst gestellt.
Wir schätzen zu Hause vor allem deutsche Hausmannkost, im Urlaub können wir aber auch sehr gut darauf verzichten, sind dann immer neugierig, was es in unserem Gastland so kulinarisch zu entdecken gibt, dabei sind wir auch experimentierfreudig, essen Dinge, die wir noch nicht kennen.
Das hat allerdings seine Grenzen. Kulinarisch ganz exotisches, wie Hund, Schlange, Ratte, Fledermaus etc., würden wir aus emotionalen Gründen nicht anrühren! Mariniertes Krokodil haben wir auf Mauritius mal probiert, es hat uns überhaupt nicht geschmeckt, war zäh und schmeckte seltsam bitter.
Völlig unverständlich ist uns, daß es Menschen gibt, die im Urlaub ihr deutsches Essen zwingend haben müssen. Nach unserer Auffassung gehören Essen und Trinken zum Kulturangebot, und jeder, der sich für die Sitten und Gebräuche und den kulturellen und gesellschaftlichen Background des jeweiligen Gastlandes interessiert, sollte sich nach unserer Meinung deshalb auch für das örtliche Speisen- und Getränkeangebot interessieren.
Aber Vorurteile gegen fremdes Essen sind weit verbreitet und gehen durch alle Gesellschaftsschichten. Ein guter Freund von uns z.B., Topmanager in einer großen deutschen Bank, verzichtete nach seiner eigenen Aussage auf einen kräftigen Karrieresprung, weil er sich wegen der veränderten Eßgewohnheiten weigerte, einen entsprechenden Job in Südostasien anzutreten.
Da kann man nur sagen: Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht!
Gruß salvamor