Also ich lebe ja zeitweise in Andalusien, allerdings entfernt vom Strandtourismus. Da habe ich so etwas noch nie festgestellt. Aber eines muss ich auch sagen - das Bild das man in Mitteleuropa von Andalusier* hat ist oft falsch - meist beruft sich das auf den immer fröhlichen, offenen Kellner. Oft - gerade die Landbevölkerung, die es ja nie einfach hatte - ist recht verschlossen und die einzelnen Familien bleiben unter sich. Meine Nachbarn sind z. B. alles Einheimische, da würde aber nie einer den anderen in seinem Haus besuchen. Eher trifft man sich mal in der Kneipe.
Die Frage ist auch noch - waren das Angestelle oder spanische Urlauber, die dich ärgerten? Es sind natürlich auch viele Zentralspanier an den Stränden zu finden, die gar keine Andalusier sind.
Zum Autofahren - es herrscht ein etwas anderer Fahrstil wie in Deutschland, so muss man z. B. darauf achten, mancher Spanier fährt den Kreisverkehr gerade - also von der rechten Spur geradeaus über die 2. Spur und raus, der Kreis wird oft nicht ausgefahren. Kreiselt man dann brav auf der äusseren Spur kann es passieren dass einer quer schiesst. Hat man sich aber mal daran gewöhnt ist Autofahren kein Problem. Ich fahre z. B. auch öfters mal durch Sevilla.
Oft sind es aber auch Missverständnisse, die das Zusammenleben kompliziert machen - so habe ich z. B. schon öfters in Restaurants gehört, dass Touristen der Meinung waren sie würden beschissen weil nichtbestelltes Brot auf dem Tisch und somit auf der Rechnung stand. Ich erlebte auch schon dass es hiess der Kellner bekommt deswegen kein Trinkgeld. Während eben dieser Kellner den Kopf über die "Barbaren" aus Nordeuropa schüttelt, da sie kein Brot zum Essen geniessen. Kein Spanier würde sein Fleisch oder Fisch ohne Brot essen. Genau so wenig wie ein Spanier Sangría trinkt (ich habe in all den Jahrzehnten noch keinen getroffen...*lach*)
*Andalusier - Andalusien ist so gross, dass man in Deutschland einen Hamburger mit einem Stuttgarter vergleichen müsste. Die Mentalität eines Sevillaners ist gänzlich unterschiedlich zu einem Granadiner oder zu einem Malagueño. Verallgemeinerungen sind da so eine Sache.