Über eine Sache sollte man sich klar sein: Die Isla Margarita ist einer der letzten Zwischenstops von Kokain und anderen Drogen auf dem Weg von Südamerika nach Europa. Insofern sind die Kontrollen dort sehr streng - hinzu kommt ein korrupter Verwaltungsapparat.
Jegliche Substanz, die in irgendeiner Form fragwürdig sein könnte, gehört keinesfalls ins Gepäck. Dazu zählen z. B. auch Kakaokugeln, die man sich evtl. bei einem Ausflug nach Grenada gekauft hat, exotische Kräuter und Gewürze.
In meiner Reiseleiterzeit hatte ich auf der Isla Margarita einen Gast, den ich wohl nie vergessen werde - sehr indioaffiner Charakter in Verbindung mit Paranoia, bildete sich ein, ein Indio zu sein und über magische Kräfte zu verfügen, verbarrikadierte sich im Hotelzimmer weil "die anderen im Hotel ihn schon seit Frankfurt verfolgen" (klar - die saßen schließlich im gleichen Flieger), rannte auch mal mit einem riesigen indianischem Kriegsbeil um den Pool und hat andere Gäste verängstigt. Er lebte, wie sich im Nachhinein herausstellte, in Deutschland in einer betreuten Wohngruppe für psychisch Kranke und war bereits entmündigt. Soviel kurz zu den Fakten - die ausführliche Version könnte ein Buch füllen.
Dieser Gast weigerte sich am Abreisetag, den Bus zum Flughafen zu besteigen, weil die Insassen "ihn ja schon seit der Anreise verfolgen". Ist klar... Schlussendlich nahm er sich ein Taxi zum Flughafen, weil ich mich weigerte, die Gäste, die schon im Bus saßen, wieder herauszubitten - und wurde nach der Gepäckkontrolle in Handschellen abgeführt. Im Stiel seines Kriegsbeils verbargen sich knapp 2kg Kokain
Das erklärte Einiges - nach provisorischer *********-Betreuung (inkl. Essenslieferungen - Verpflegung gehört in ven. Gefängnissen nicht zum Standard) durch meine Kollegen und mich wurde der Fall ans dt. Konsulat abgegeben. Wahrscheinlich sitzt er nach gut 8 Jahren immer noch im ven. *********...
Anyway - back to topic. Ganz so unberechtigt sind die Kontrollen sicherlich nicht - als Gast sollte man peinlichst darauf achten, keinerlei "supekte" Gegenstände im Gepäck zu haben und sich bei Gepäckkontrollen stets kooperativ verhalten und bereitwillig alles zeigen. Beim geringsten Widerstand droht "Racheröntgen" oder auch eingehende Leibesvisitation, wodurch u. U. der Flieger verpasst wird - ist leider so.