Berichtet doch bitte mal der Watamu "Fangemeinde" !
Was ist in der Nacht denn genau abgelaufen ? Habt ihr
euer Hab und Gut retten können. Was hat der ASC anschliessend
für die Geschädigten getan ? Wie schnell ist denn alles abgebrannt ?
Habt ihr die berichteten Plünderungen mitbekommen?
Gab es denn Löschversuche ?[/quote]
Also, ich glaube dass, ich wohl kaum drum rum komme, euch die ganze Geschichte der Brandnacht zu erzählen.
Wir waren mit Sonnenklar TV, Deutschlands Reisesender Nummer 1 in Deutschland, zum Schnäppchen AdW-Preis im Watamu Beach Hotel. Die Lage des Hotels in der Watamu Bucht ist wirklich wunderschön. Watamu Beach gehört meiner Meinung zu den allerschönsten Stränden an der Kenianischen Küste. Die Hotelanlage mit seinen herrlichen Hillhouses mit Blick auf die Bucht ist/war sehr weitläufig gestaltet. Das Personal und der Manager des Hotels waren sehr freundlich und stets bemüht, dass es für uns alle ein wunderschöner Urlaub wird. Die Animateure des Hotels sind/waren sehr angagiert. Wir haben zum Beispiel mit dem Animateur Ali tolle, natürlich kostenlose, sehr informative, Touren ins Dorf in das Bushland oder Beach Touren zu den Nachbarstränden des Hotels unternommen.
Es war Dienstag 28.08.07. Es war schon sehr spät ca. 11.30 Uhr, als wir auf dem Weg zu unserem Hillhouse, auf einen Geruch, wie nach im Feuer verkohlten Kartoffeln aufmerksam wurden. Nach etwas genauerem Betrachten, konnten wir hinter dem Pool, im oder neben dem Spezialitätenrestaurant (ich kann es einfach nicht mehr so genau sagen) etwas Rauch aufsteigen sehen. Aufgeregt liefen wir so schnell wie wir nur konnten zur Rezeption und teilten dem Personal an der Rezeption, die sehr erschrocken waren mit, was wir beobachtet haben und eilten mit dem Mann an den Pool. Nun brannte bereits das Dach der Poolbar, das wie alle anderen Gebäudedächer der Anlage aus den ortsüblichen Kokospalmblättern bestand. Ein Hotelangestellter forderte uns auf, so schnell wie möglich an den Strand zu kommen, da die Gefahr bestünde, dass Plündererer aus dem Dorf kämen. Da wir nicht viel helfen konnten, zogen wir uns, nachdem ich noch ein paar Hotelgäste, die sehr nah am Brandort nächtigten, geweckt habe, für äußerst kurze Zeit in unser Hillhouse zurück und packten schnell unsere wichtigsten Sachen zusammen. Mittlerweile fiel auch schon der Strom aus, was das ganze nicht erleichterte. Das Feuer hielten wir natürlich die ganze Zeit im Auge. Wir konnten beobachten, wie die Hotelangestellten mit Schüsseln und Eimern aus der Hotelküche vergebens versuchten das Feuer zu löschen. Schon jezt sahen wir große Scharen Einheimischer um die Bungalows ziehen. Uns wurde klar, dass wir so schnell wie möglich flüchten müssen. In diesem Moment hörten wir flüsternde Stimmen um unseren Bungalow. Plötzlich drückte Jemand von draußen die Türklinke unseres Bungalows nach unten. Gott sei Dank hatte ich vorher noch zugesperrt. Wir waren uns sicher, dass dies ein Plünderer gewesen sein musste, denn ein Hotelangestellter hätte uns mit großer Sicherheit mit lauter Stimme auf den Brand aufmerksam gemacht. Gegen unseren Willen ließen wir noch eine große Menge unseres Gepäcks zurück und verließen den Bungalow. Es waren sehr viele Einheimische zu sehen, die Meisten haben wir noch nie gesehen. Jeder wollte Einem helfen, die Koffer abnehmen, viele gaben sich als Hotelangestellte aus, die Anderen behaupteten, sie seien Polizisten. Das Wetter war zu dieser Zeit trocken, es war nur sehr leicht bewölkt, hatte auch am Tag zuvor nicht geregnet, und ein sehr kräftiger stetiger warmer Seewind blies das Feuer ausgehend vom Entstehungsort in ca. 45-60 Minuten über die gesamte Anlage mit Ausnahme einiger entgegen der Windrichtung stehender "Cliff Bungalows". Wie sich später herausstellte, gelang es dem Hotelpersonal noch, sämtliche an der Rezeption hinterlegten Pässe zu sichern und später den betroffenen Reisenden wieder auszuhändigen. Alles weitere, was sich im Hauptgebäude befand, wurde jedoch offenbar ein Opfer der Flammen, da das Hauptgebäude komplett niedergebrannt ist. Uns ist es im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen recht gut ergangen. Andere Betroffene haben
teilweise nur ihre Kleidung am Leibe mitführen können.
Wir wurden, wie andere Reisende auch, nach dem Brand und der Hotelevakuierung, die über den Strand abgewickelt wurde, vorläufig von einem benachbarten italienischen Luxushotel, dem Crystal Bay Resort, im Rezeptionsbereich aufgenommen
und anschließend vom ASC auf dessen andere Hotels
verlegt. Dabei war sehr auffällig, dass man versuchte soviele Urlauber (vorwiegend die deutschen) wie nur möglich in die billigen 3 Sterne Hotels zu verlegen. Im weiteren Verlauf wurden teilweise Zusagen gemacht und Hilfen angekündigt,
jedoch wurden die den Reisenden mündlich gemachten Zusagen oft nur teilweise oder gar nicht eingehalten bzw. wurden nicht bedeutungsgleich, sondern nur in abgeschwächter Form als Weisung an das betroffene Hotelpersonal (Kellner,
Rezeption, Kassierer etc.) weitergegeben. Jetzt muss ich auch noch kurz über den angeblichen Resort Manager des Shanzu Beach, xxxx zu sprechen kommen. Er führte eine Informationsveranstaltung für die deutschen Brandgeschädigten, ohne sich jedoch namentlich oder sonst wie vorzustellen. Seinen Namen und seine Position haben wir erst später auf Umwegen ermitteln können. Herr xxxx gab keine weiteren Informationen öffentlich oder zentral weiter und auch seine uns (allen Reisenden) gegenüber gemachten Zusagen waren
dem Personal in vielen Fällen gar nicht oder nur in abgeschwächter Form bekannt. Massive Anfragen Einzelner hat er beantwortet, dies jedoch auch dann nicht "für alle Betroffenen" angewendet, wenn es sich um allgemeine Dinge
handelte, die nicht individuell unterschiedlich abgelaufen sind.
Insgesamt haben wir aber vor dem Brand noch wunderschöne Tage im Watamu Beach verbracht.