Lexilexi wrote:
aber für derartigen arbeiten müßte sicherlich kein europäer in die o.g. länder fliegen.
das könnten doch auch einwohner vor ort übernehmen.
urlauber, die derartige "packages" buchen, wollen meiner meinung nach nur ihr schlechtes gewissen beruhigen. wirklich was bewegen tun sie nicht.
Das stimmt nicht.
Ich habe selbst vor ein paar Jahren in der Mongolei bei einem Schutzprojekt für die seltenen Gobibären mitgearbeitet.
Der Grund, warum ich das gemacht habe, war einfach, dass ich Bären total gern mag und sie auch mal in freier Wildbahn beobachten wollte. Und ich dachte eben, dass das auf diese Weise besser geht als bei irgendeiner Rundreise, wo man nur mal eben kurz durch einen Nationalpark durchfährt.
Und nun mal was zu dem Projekt selber:
Die Gobibären leben, wie der Name bereits sagt, in der Wüste Gobi im Süden der Mongolei und sind die einzigen Wüstenbären der Welt.
Durch Eingriffe des Menschen in ihren Lebensraum ist ihr Bestand in den letzten Jahren auf unter 50 Tiere gesunken.
Die mongolische Regierung würde gerne etwas für den Erhalt dieser seltenen Tierart tun, leider fehlt aber das Geld, außerdem sind nicht alle in der Regierung dafür.
Die großen internationalen Tierschutzorganisationen wie z.B. der WWF weigern sich seit Jahrzehnten standhaft, etwas für die Gobibären zu tun und der Rest der Welt weiß für gewöhnlich noch nicht einmal, dass sie überhaupt existieren geschweige denn, dass sie Hilfe brauchen.
Daher bestand unsere Aufgabe ganz einfach darin, in die Wüste zu fahren, die Bären zu beobachten, Bilder zu machen und diese hier in Europa an die Medien weiterzugeben, damit die Welt von den Gobibären erfährt.
Da ich durch meinen Beruf entsprechende Beziehungen habe ist es mir tatsächlich gelungen, Artikel in deutsche und amerikanische Zeitschriften zu setzen.
Ausserdem hatten wir noch zwei mongolische Dokumentarfilmer dabei, die unsere Tour für das mongolische Fernsehen gefilmt haben. Ihr Ziel war es, der Regierung zu zeigen, dass die Gobibären Touristen ins Land locken, die natürlich auch Devisen mitbringen und dass es sich deswegen eben auch für sie lohnt, etwas für den Erhalt dieser seltenen Tierart zu tun.
Mitlerweile arbeitet man übrigens tatsächlich an einem Zuchtprogramm für die Bären.
Ob unser Film mit dazu beigetragen hat, die Zauderer in der Regierung zu überzeugen, kann ich nicht sagen.
Klar ist aber, dass unser Part in diesem Projekt eben tatsächlich nur von Ausländern durchgeführt werden konnte.
Und es stimmt, dass die Arbeit an diesem Projekt Wellness für die Seele war.
In unserem Fall lag das aber weniger an der Arbeit selber sondern vielmehr daran, dass wir durch unsere Arbeit engen Kontak zu den Einheimischen hatten.
Die Mongolen sind nämlich ein sehr, sehr nettes, offenes und gastfreundliches Volk, außerdem sehr naturverbunden, humorvoll und in jeder Situation völlig gelassen.
Mit der Zeit hat diese Mentalität auch auf uns abgefärbt und darum habe ich mich in diesem Urlaub besser erholt als in jedem Strandurlaub!
Einmal ganz abgesehen davon, dass die Vollmomdnächte in der Gobi unbeschreiblich schön sind....