Mittlerweile lebe ich schon seit 9 Jahren auf Gran Canaria. Da bekomme ich auch oft Fragen zum Leben und zum Alltag hier, besonders natürlich von Menschen, die einen Langzeiturlaub planen oder sogar über eine Auswanderung nachdenken. Schwierig finde ich immer die Frage zu den Lebenshaltungskosten, denn da spielen die Ansprüche eine große Rolle. Beginnen wir mit der wichtigsten Überlegung, dem Wohnen auf Gran Canaria. Die wichtigste Entscheidung ist sicherlich mieten oder kaufen. Das hängt wohl grundsätzlich von den finanziellen Verhältnissen ab. Ich wohne zur Miete und finde, dass man damit flexibler ist. Es geht ja auch erst mal darum, den passenden Wohnort zu finden. Ich sage immer, Urlaub machen und dauerhaft wohnen ist etwas anderes. So fand ich als Urlaubsort Playa del Ingles passend, aber wohnen wollte ich dort nicht. Ich wohne seit 4 Jahren in Campo Internacional und fühle mich sehr wohl. Das muss aber jeder für sich herausfinden. Steigende Mieten gibt es hier wie in Deutschland, aber es sind als Nebenkosten Strom und Wasser in der Miete normalerweise enthalten, Heizkosten gibt es nicht. Außerdem werden die Wohnungen normalerweise möbliert vermietet. Das erleichtert auch einen Umzug.
Dann kommen wir mal zum Thema Fortbewegung. In Deutschland hatte ich immer ein Auto, aber hier habe ich mir damals die Frage gestellt, ob es unbedingt sein muss. Ich habe es erst mal ohne Auto ausprobiert und als ich nach ein paar Monaten von Sonnenland nach San Agustin gezogen bin, war mir klar, dass es gut ohne Auto geht. Ich habe gegenüber vom Shoppingcenter gewohnt und eine Bushaltestelle war nur wenige Schritte von meiner Apartmentanlage entfernt. Für größere Einkäufe habe ich ein Taxi genommen oder vom Supermarkt liefern lassen. Wenn man etwas abgelegen wohnt, kann ein Auto schon notwendig sein. Mit dem Bus kann ich als Residentin hier kostenlos fahren. Es gibt aber auch eine aufladbare Buskarten, sie ist auch für Urlauber erhältlich. Bei dieser Karte gibt es noch einen Bonus zum Aufladebetrag. Ich habe auch fast alle Ausflüge mit den Linienbussen gemacht, das klappt sehr gut.
Einkaufen ist ein wichtiger Bereich des Alltags. In der allerersten Zeit habe ich mich mal gewundert, als eine Nachbarin sagte, Lebensmittel wären hier teuer. Dann merkte ich aber, dass sie deutsche Produkte meinte. Das geht natürlich schnell ins Geld, wenn man überwiegend deutsche Lebensmittel kauft. Anfangs habe ich noch einiges im Spar oder Lidl gekauft. Ich habe mich dann aber schnell an spanische Produkte, sei es bei Lebensmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln, Körperpflege usw. gewöhnt. Fleisch beim Metzger ist nun mal teuer als im Supermarkt wie bei Mercadona, wo ich schon seit Jahren fast alles einkaufe. Wie sieht es denn bei anderen Waren wie beispielsweise Kleidung aus? Ich finde, da steht man sich hier aufgrund der Temperaturen schon günstiger. Man braucht keine teuren Wintermäntel und -jacken oder Stiefel, das ganze Jahr über reichen kurze und dreiviertellange Hosen, Tops und T-Shirts. Im Winter braucht man abends schon mal eine lange Hose und einen Pullover, evtl. auch eine wärmere Jacke. Preislich hängt natürlich alles von den Ansprüchen ab, in Meloneras gibt es schicke, aber auch teure Läden. Ich gehe immer gerne bei Desnudos in San Fernando stöbern. Desnudos ist eine Filialkette auf den Kanaren mit preiswerter Kleidung, Wäsche, Taschen, Schuhen und mehr. Die Qualität ist erstaunlich gut, schaut es euch im Urlaub mal an, ist in San Fernando auf der Avenida de Galdar.
