Live Reisebericht USA Nordost
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Hello from New Hampshire,
nach einem total verregneten Donnerstag war heute wieder strahlender Sonnenschein, so dass wir die schöne Landschaft genießen konnten. Der Hurrikan Irene ist im Anmarsch, auch wenn man es wegen des schönen Wetters kaum glauben kann. Mal sehen, was kommt…
Hier wieder mal mein Bericht der letzten zwei Tage (24./25.08.) – der zwar um 1 Uhr Nachts fertig wurde, ich traute mich aber nicht mehr über den stockfinstere, bewaldeten Platz zur Rezeption zu laufen, wo das Wireless LAN funktioniert. Deshalb sende ich diesen Eintrag erst heute, Samstag, in der Früh um 8 Uhr Ortszeit – bei Sonne!
Schade, dass ich Euch keine Bilder zeigen kann, das würde den Bericht noch mehr veranschaulichen!
Donnerstag, 24.08.2011 (von Saratoga Springs/Lake Luzerne nach Quechee – 200 Mls, ca.320 km)
Dieser Tag war wegen des andauernd schlechten Wetters nicht besonders schön, auch wenn wir unsere planmäßige Strecke zurücklegen konnten. Da es schon in der Früh regnerisch und kühl war verzichteten wir auf das Frühstück im oder vor dem Wohnmobil und fuhren in einen am Lake George gelegenen Ort, wo wir in einem typischen amerikanischen Imbiss, einem Diner, um 10 Uhr frühstückten. Wir aßen Rührei mit Bacon und Toast, außerdem gab es süße Pancakes mit Ahorn-Sirup (26 $). Als wir das Restaurant Evergreen verließen, fing es an zu regnen, so dass wir von der Landschaft nur noch wenig sahen. Wir wussten nun nicht so recht, wohin wir nun bei diesem Sauwetter fahren sollten, entschieden uns dann für das Ziel Manchester, einem kleinen Ort mit vielen kleinen Geschäften und zahlreichen Hotels. Hier befindet sich das Haus des Sohns von Abraham Lincoln, das wir aber nicht besichtigten. Stattdessen fuhren wir weiter über Arlington nach Bennington – nachdem ich per SMS über die Gegner des FC Bayern in der Champions-League informiert worden war. Kurz vor dem Ort kamen wir auch zufällig an einem alten Marmorsteinbruch vorbei, der nun mit Wasser gefüllt war und in dem Kinder von einem Felsvorsprung hinunter sprangen. Dem konnte Tobias natürlich nicht widerstehen und auch er warf sich in die Fluten. Aus 5-7 Metern Höhe spran auch er ins klare Wasser. Wir unterhielten uns inzwischen mit einer Schülerin, die pefekt Deutsch sprach und vor kurzem ein Jahr in Westdeutschland, vermittelt durch den Rotary-Club, verbracht hatte. Nach diesem Stopp erreichten wir um 14 Uhr Bennington. Hier in Süd-Vermont steht ein 93 Meter hoher, weithin sichtbarer Obelisk. Er erinnert an eine Schlacht gegen die Engländer, die 1777 entscheidend zum Sieg im Unabhängigkeitskrieg beitrug. Wir fuhren mit dem Lift zur Spitze und hatten einen schönen Blick auf die grünen Hügel rund um die Stadt (Eintritt 3 $ Erw., 1 $ Kind). Der Aufzugswärter erzählte uns dabei, dass durch das Erdbeben in Washington ein Riss im National Monument entstanden sei, so dass dieses heute bis auf weiteres gesperrt wurde. Gut, dass wir noch vor 4 Tagen dort oben waren! Glücklicherweise regnete es hier gerade einmal nicht, so dass wir das Bauwerk noch trocken von allen Seiten begutachten konnten. Kaum waren wir aber in Richtung Osten nach Wilmington unterwegs, schüttete es aber wie aus Kübeln, so dass wir auch auf der Fahrt auf der, in Reiseführern viel gepriesenen, Straße Nr. 100 kaum etwas von der schönen Landschaft sahen. Was macht man also sinnvolles? Einkaufen! Wir hielten um 17 Uhr an einem Supermarkt in Londonderry und wurden ermahnt, dass die Kinder nicht in die Nähe der Regale mit den Bierdosen gehen dürften - auch nicht in unserer Begleitung! Versorgt mit Lebensmitteln und Bier ging es nunweiter Richtung Norden, vorbei an malerischen Seen und kleinen Dörfern. Um 18.30 Uhr erreichten wir das schöne Städtchen Woodstock, wo wir zwei der bekannten Covered Bridges sahen und fotografierten. Diese überdachten Brücken bekamen ihren Wetterschutz, damit sie den rauen Witterungsbedingungen besser standhalten und die Pferde beim Überqueren der Flüsse nicht scheuen. Um 19 Uhr kamen wir endlich zum KOA-Campground in Quechee, wo Sabine gleich noch eine Waschmaschine befüllte. Dann aßen wir Tomatensuppe und Toast, bevor wir zum Abschluss des verregneten Tages noch Phase 10 spielten, ein an Rommee erinnerndes Kinderkartenspiel. Wegen der langen Fahrt auf den kleinen Landstraßen war ich zu müde, um noch den Reisebericht zu schreiben und ging auch schon gegen 23 Uhr ins Bett. Übrigens: Motels gibt es hier im Osten überall, die RV-Plätze muss man aber in einem Verzeichnis oftmals gezielt aussuchen, besonders in abgelegenen Gebieten.
Freitag, 25.08.2011 (von Quechee bei Woodstock nach Conway – 120 Mls, ca.190 km)
Der Tag fing schon deutlich besser an als der letzte: die Sonne schien und alle waren gleich wieder viel fröhlicher. Nach dem Duschen erfuhr ich an der Rezeption des Campingplatzes, dass der Hurricane Irene inzwischen die Ostküste der USA erreicht hat und am Sonntag auch die Gegend der Neuenglandstaaten erreichen wird. Wir rechnen deshalb in den nächsten Tagen mit starken Regenfällen. Nachdem wir bis 11 Uhr eine Brücke bei Woodstock besichtigt hatten ging es 75 Meilen auf der IS 91 nach Norden und von dort bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen über Landstraßen bis nach Franconia Notch. Hier befindet sich Flume Gorge, eine der wichtigsten Attraktionen New Hampshires. Es handelt sich um eine etwa 250 Meter lange tiefe Klamm, durch die tosend ein Bach rauscht. Um den zwei Meilen langen Rundwanderweg gehen zu dürfen, mussten wir pro Person 18 Dollar bezahlen, dann liefen wir mit vielen anderen Touristen vom Visitor-Center aus los. Die Schlucht war wirklich wunderschön, an den steilen Felswänden wuchsen Moose und Farne und wir stiegen auf Holztreppen an Wasserfällen vorbei. Immer wieder machten wir Fotos und atmeten die gute Luft ein. Hinter der Klamm führte ein Spazierweg durch den Laubwald zur überdachten Sentinel Pine Bridge, von der aus wir tief hinunter auf den Pemigewasset River blicken konnten. Der Fluss hat hier einen 45 Meter breiten Pool ausgewaschen, der von Aussichtspunkten zu sehen war. Die Kinder zwängten sich noch durch eine enge Schlucht - wir gingen lieber außen herum. Um 15 Uhr war die schöne und eindrucksvolle Wanderung zu Ende und wir kamen wieder an unserem RV an. Nachdem wir am Automaten noch Geld abgehoben hatten fuhren wir auf die SR 112, den bekannten Kancamagus Highway, der wohl von fast allen Neuengland-Reisenden abgefahren wird und nach einem Indianerhäuptling benannt wurde. Unterwegs auf der 55 Meilen langen Straße stoppten wir an einigen Aussichtspunkten, sahen die grünen Hügel New Hampshires, überquerten den Kancamagus-Pass (2.855 ft.) und fuhren durch Laubwälder am Swift River entlang. Hier gibt es etwa 5 Meilen vor unserem Zielort Conway auch viele Bademöglichkeiten an sandigen Buchten oder auf glattgeschliffenen Felsen, was auch heute viele nutzten. Auf der Suche nach einem Campingplatz für die Nacht stoppten wir auch an zwei staatlichen Plätzen im Wald, wo wir von einer Rangerin erfuhren, dass diese auf Anordnung der Behörden ab morgen Mittag wegen des Hurrikans gesperrt werden. Na, das kann ja heiter werden! Wir fuhren als vorsichtshalber weiter bis südlich von Conway, wo wir auf dem schönen Pine Knoll-Campround direkt an einem Moorsee die Nacht verbrachten. Zunächst badeten wir in der Abendsonne, dann grillten wir am Lagerfeuer und ratschten bis spät in die Nacht. Morgen solls dann leider wieder regnen – ideal für einen Einkaufsbummel in den Shopping-Centern von Conway! -
Hey Santi, Deine Berichte sind total interessant, super wie viel Mühe Du Dir gibst. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben weiterhin einen schönen Urlaub und allzeit gute Fahrt.
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Vielen Dank für die kurzweiligen Berichte, man fühlt sich beim Lesen, als
wäre man mit dabei - einfach nur genial beschrieben!
Wünsche Euch weiterhin gute Fahrt und ein gesundes "Heimkommen"! -
Samstag, 27.08.2011 (von Conway nach Freeport nördl. von Portland – 104 Mls, ca. 160 km)
Die ganze Ostküste wartet auf das Eintreffen des Hurrikans Irene – dabei ist aber von Hektik noch nichts zu spüren - aber alle sprechen darüber. In Maine und Vermont soll es auch erst morgen (Sonntag) nachmittag losgehen. Wir lesen auf CNN von Evakuierungen in New York und schweren Stürmen im Süden von North Carolina. Der U-Bahn-Verkehr in New York wurde eingestellt, alle Starbucks-Filialen geschlossen. Wir sind hier etwas nördlich von Portland nahe der Küste und werden erst am Sonntag die Regenmassen genießen können. Heute waren wir nach dem Frühstück bei Shoppen in North-Conway. Adidas, Tommy Hilfiger, Timberland & Co. bedanken sich für weitere Umsätze. Erst am Nachmittag fuhren wir bei immer noch gutem Wetter weiter Richtung Ostküste nach Freeport / Durham und sind nun auf einem schönen KOA-Campround auf einer großen Wiese - Bäume können uns hier nicht aufs Dach fallen. Die Kinder badeten am Nachmittag noch im Pool, dann fuhren wir gegen 19 Uhr nach Freeport, einem Outlet-Village mit Geschäften aller bekannten Modemarken. Morgen werden wir das Angebot dort intensiv prüfen. Heute haben wir dort nur gegessen. Sabine und Tobias haben den Lobster (Hummer) probiert, ich begnügte mich mit einem Steak. Julia hatte Bruschetta mit Massen von Knoblauch, die ihr aber gar nicht schmeckten, so dass wir alle mitessen durften. Um 21.30 Uhr kamen wir nach 10 Meilen Fahrt durch die Nacht wieder am Campground an - inklusive Knoblauchfahne! Jetzt fängt es etwas an zu regnen, die Tropfen prasseln schon leise aufs Dach des Wohnmobils.
Morgen werden wir ausschlafen – große Besichtigungen sind nicht möglich. Hier bei Portland werden zumindest noch keine Geschäfte verbarrikadiert. Wir haben aber viele Leute beobachtet, die ihre Boote aus den Seen auf Trailer verladen und abtransportiert haben. An einer Halle sahen wir ein Schild, dass dort Boote vor dem Hurrikan geschützt werden können.
Warten wir auf morgen...
Santi -
Hallo Santi,
die Bilder im TV und Internet versprechen wirklich nichts gutes, "die Spitze des Hurrica sei genau über New York" - sagte Bürgermeister Bloomberg...
Wir hoffen, dass ihr alles gut übersteht, weiterhin so nett und lebhaft berichtet und einen tollen Urlaub verlebt.
Schönes Avatarfoto, die bebilderten Camper haben wir vor 4 Wochen in und um Las Vegas während unserer Tour auch immer wieder gesehen - zum Teil wirklich riesig groß
LG
Bine -
Ich drücke euch auch die Daumen, dass ihr das alles unbeschadet übersteht und dass euch bald wieder schönes Wetter auf eurer Reise begleitet!
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Vielen Dank für die netten Kommentare und die guten Wünsche.
Dazu das Wichtigste: Wir haben den Wirbelsturm überlebt!
Jetzt gehts weiter - extra für Euch bin ich immer auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz mit WiFi-Anschluss.Bis Mittag saßen wir auf dem Campingplatz und warteten bei starkem Regen, auf das, was noch kommt. Der Regen peitschte gegen die Scheiben und ab und zu wackelte der RV heftig. Wir entschlossen wir uns aber doch, wenigstens bis zum Outlet-Center in Freeport zu fahren. Dort stöberten wir in den wenigen, noch geöffneten Läden. Die meisten waren wegen des Hurricans geschlossen. Schließlich entschieden wir uns um 15 Uhr, noch ein Stück in Richtung Süden zu fahren. Auf den Straßen lagen viele abgebrochene Äste, sonst gab es keine Probleme. Auf dem fast leeren Highway 95 waren starke Windböen, so dass unser Wohnmobil etwas wackelte, aber wir konnten gut fahren. Die Amerikaner hatten sich wohl zu Hause eingeschlossen. Bei Kennebunk, wo Ex-Präsident Bush ein Ferienhaus besitzt, fuhren wir auf die Küstenstraße und schauten bei starkem Sturm in Ogunquit kurz an den Strand. Es war recht kalt, so dass wir nur ein paar Fotos vom breiten Sandstrand und den Ferienhäuser machten. Ein paar Meilen südlich kamen wir in den Ferienort York, wo sogar ein paar Menschen am Strand spazieren gingen. Sehr schön war der Leuchtturm in Nubbles, zu dem wir aber nicht gehen durften. Die Polizei hatte den Weg dorthin mit 2 Streifenwagen abgesperrt, da sie befürchteten, dass die Touristen von der Felsklippe heruntergeweht werden. Dank Teleobjektiv waren aber zumindest Fotos mit Nebelschwaden möglich. Um 18 Uhr erreichten wir schließlich Kittery bei Portsmouth, wo sich auch ein bekanntes Einkaufszentrum befindet. Hier gingen wir in der Pizzeria
Where Pigs can flyzum essen. Jetzt bleiben wir auf dem Parkplatz davor über Nacht.Morgen geht’s dann bei hoffentlich besserem Wetter weiter bis Boston (ca. 80 Meilen), wo ich die Innenstadt besichtigen will – der Rest der Familie muss gezwungenermaßen mitgehen.

Santi -
Oh Santi, ich bin froh, daß Ihr wohlauf seid.

Und ich beantrage hiermit einen Erholungstag für Frau Buri! -
Falls es Euch interessiert - hier ist wieder mein Tagesbericht:
Montag, 29.08.2011 (von Kittery bei Portsmouth bis Middleboro, südlich von Boston – 138 Meilen)
Nachdem wir die Nacht auf dem Parkplatz des Outlet-Centers von Kittery bei Portsmouth vor dem Timberland- und dem Nike-Store verbracht hatten, wachten wir erst nach 8 Uhr auf. Der erste Blick aus dem Fenster löste Begeisterung aus: Der Himmel war blau und die Sonne schien. Da wir heute viel vorhatten, frühstückten wir nur schnell eine Tasse Kaffee oder Tee, dann schauten wir noch bei den Läden rein, vor deren Tür wir übernachtet hatten. Meine Frau kaufte sich ein neues Jogging-Outfit, Sohnemann bekam eine Herbstjacke – alles 30 % reduziert. Auf der Interstate 95 gings dann nach Süden bis Hampton Beach, wo wir an den Strand fuhren. Wir parkten für 3 $ hinter der Strandpromenade, bestehend aus Hotels und Imbissbuden und gingen an den herlichen Sandstrand, um die Sonne zu genießen. Mangels Badetüchern konnten wir es uns aber nicht so gemütlich machen, so dass ich beschloss, zuerst einmal im Meer zu baden. Kaum waren meine Füße im Wasser war klar, dass ich diesen Plan wohl nicht umsetzen werde. Das Meer war eiskalt! Mir taten sogar die Füße weh, wenn beim Strandspaziergang die Wellen über die Füße liefen. Von einem Bademeister (Lifeguard) erfuhr ich, dass ich bei 58 Grad Fahrenheit (= ca. 14 Grad) baden müsste. Nur wegen der heftigen Brandung begnügte ich mich mit dem Blick auf die Küste, schaute Kindern bei Drachensteigen zu und beobachtete unsere Kinder bei Buddeln im Sand, während Sabine ein kurzes Bad in der Sonne genoss. Nach knapp 2 Stunden fuhren wir an der Küste entlang weiter Richtung Boston, nicht ohne vorher beim örtlichen Fastfood-Restaurant mit dem gelben M etwas gegessen zu haben. Nach etwa einer Stunde erreichten wir Boston und fuhren mit unserem 7,5 m langen Wohnmobil sogar in die Innenstadt. Die Suche nach einem Parkplatz war allerdings praktisch unmöglich, erst eine Polizistin gab uns den entscheidenden Hinweis auf eine Parkmöglichkeit in der Wahington Street. Der Parkplatzwächter dort staunte nicht schlecht, als wir mit unserem Riesen-Fahrzeug an seinem Parkwächterhäuschen vorfuhren. Erst nach dem Hinweis, die Polizei habe uns hierher geschickt, und der Bezahlung von 30 Dollar für 3 Stunden Parken öffnete er die Schranke. Nun ging es los mit der Stadtbesichtigung. Wir waren ganz in der Nähe des Massachusetts States House, dem Sitz der Landesregierung, und begannen dort die Erkundung der Stadt. Wir folgten dem Freedom-Trail, einem 4 km langem, mit einem roten Strich am Boden markierten Weg, der zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt. Wir sahen dabei die historischen Stätte, die mit dem Unabhängigkeitskampf der Kolonien in Verbindung stehen, beginnend mit der Grünanlage Boston Common, der Park Street Church und der 1754 geweihten King´s Capel. Daneben befindet sich auch ein alter Friedhof. Ein paar Straßenecken weiter kamen wir bei strahlendem Sonnenschein zum Old State House, einem roten Backsteingebäude von 1713, dekoriert mit schneeweißen Türmchen und dem Balkon, von dem 1776 die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde. Das von Wolkenkratzern umringte Gebäude ist natürlich eines der wichtigsten Fotomotive der Stadt. Nur wenige Schritte entfernt besichtigten wir die Faneuil Hall, die alte Bostoner Versammlungshalle, und natürlich den Quincy Market, die Markthalle Boston, in der heute verschiedene Geschäfte, Markt- und Imbissstände beherbergt. Über den Rose Kennedy Greenway, eineParkanlage, die durch die Verlegung der IS 93 in einen Tunnel entstand, kamen wir zum Haus von Paul Revere, einem Volkshelden der Unabhängigkeitsbewegung 1775. Das Haus ist im Original erhalten und kann besichtigt werden – falls man mehr Zeit hat als wir und ohne Kinder unterwegs ist. Zuletzt spazierten wir an gemütlichen, aber sehr teuren, italienischen Restaurants vorbei zur Old North Church, der ältesten erhaltenen Kirche der Stadt aus dem Jahr 1723, wo wir auch den Innenraum besichtigten. Hier beendeten wir die Begehung des Freedom-Trails, den nun über eine Brücke zum Bunkerhill weitergeführt hätte, auf dem ein 67 m hoher Granitobelisk steht, von dessen Spitze man – laut Reiseführer – eine tolle Aussicht auf den Hafen und Stadt haben soll. Wir gingen stattdessen zum Hafen, um den Pier zu suchen, von dem am nächsten Tag unsere Walbeobachtungstour starten sollte. Vorbei an vielen Ausflugsschiffen, Straßencafes und Hochhäusern kamen wir nach ca. 3 Stunden Fußmarsch wieder an unserem Wohnmobil bei Paramount-Kino an. Nun war es Zeit, einen Campingplatz für die Nacht zu suchen. Dafür mussten wir leider über 40 Meilen (!) oder 1 Stunde im Feierabendverkehr nach Süden fahren, bis Middleboro bei Plymouth. Hier kamen wir in der Dämmerung erst nach halb 8 Uhr am KOA-Campground an. Der ganze Platz war unter den Bäumen übersäht mit abgebrochenen Ästen vom Sturm des Vortages, so dass wir erst einmal aufräumen mussten. Nachdem wir Nudeln mit Tomatensoße gegessen hatten, machten wir ein großes Lagerfeuer neben dem RV und verbrannten die Äste und Zweige. Um 22 Uhr ging die Familie ins Bett, ich schrieb noch bis Mitternacht den Reisebericht des Tages.
Morgen müssen wir früh aufstehen, denn um 10 Uhr beginnt in Boston unsere vorgebuchte Whale-Watching-Tour – und der Weg in die Stadt ist weit! Diesmal wollen wir mit der Metro in die City fahren und das Wohnmobil auf einem Park&Ride-Parkplatz stehen lassen. Die Gestaltung des Nachmittags ist noch offen. Wahrscheinlich geht’s in die Gegend von Cape Cod - ans eiskalte Meer.
Viele Grüße
Santi -
Wow, danke für den lebhaften Bericht - wobei ich dann immer wieder merke, dass die Entscheidung mit dem PKW und Motels/Hotels die richtige Entscheidung für uns persönlich die Richtige war. Denn die Größe des Fullsize-SUV war schon genug

Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg bei der Whale-Watching-Tour
LG
Bine -
Hallo!
Boston ist eine so tolle Stadt. Den Freedom Trail sind wir auch gelaufen; Whale Watching-Tour haben wir auch in Boston gemacht. Wir haben sehr viele Buckelwale gesehen (und eine kleinere Walart, hab aber leider vergessen, welche das waren), die sogar richtig nah ans Boot gekommen sind.
Viel Spaß noch

MsC
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Santi, ich bin froh, dass es euch gut geht nach dem Sturm!
Danke für den tollen Reisebericht, jetzt bin ich nach meinem Urlaub endlich dazu gekommen mitzulesen.
Vielen Dank für den Tip mit dem Vasamuseum - es war unglaublich beeindruckend!Lieben Gruß, auch an Frau Buri.
Und ich schliesse mich dem schwarzen Katzerl an: ein freier Tag für Frau Buri muss her!
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Schon wieder ist leider ein Urlaubstag vorbei.
Zusammenfassend kann man gleich zu Beginn des Berichtes über diesen Tag (Dienstag, 30.08.2011) sagen: Es war einer der schönsten unserer Reise!
Die Stadt Boston hat uns sehr gut gefallen, was nicht nur am traumhaften Wetter lag. Die Hauptstadt von Massachusetts ist sehr überschaubar, zumindest die Innenstadt und durch die Lage am Meer auch besonders schön.
Hier kommen wir gern wieder einmal her! Dann allerdings besser ohne Wohnmobil, sondern mit einem Mietwage - da stimme ich Lind-24 (Bine) vollkommen zu!Dienstag, 30.08.2011 - Tag 12 der Reise (in Boston, Whale Watching Tour)
Wie geplant stand ich um 7 Uhr auf, stapfte durch die noch feuchte Wiese zum Campingplatz-Waschhaus und freute mich über das schöne Wetter. Nach einer Tasse Kaffee und den Bezahlungsformalitäten (48 $) für die Übernachtung im KOA-Büro starteten wir um 8.15 Uhr auf der US 44 zur IS 3 Richtung Boston. Im morgendlichen Berufsverkehr kamen wir nur zäh vorwärts, erreichten aber nach gut 1 Stunde die Ausfahrt 19 und die Metro-Station in Wollaston, einem Vorort von Boston, wo wir für 5 $ unser Wohnmobil parkten. Mit dem Zug ging es nun in die Innenstadt, jedoch dauerte die Fahrt länger als gedacht, so dass wir trotz morgendlicher, unfreiwilliger Joggingtour Richtung Hafen nicht mehr rechtzeitig um 10 Uhr am Ablegesteg der Whale-Watching-Tour ankamen. Wir sahen gerade noch, wie das Schiff den Hafen verließ. Zunächst war ich deshalb sehr verärgert, allerdings wurde uns mitgeteilt, dass wir ersatzweise um 12 Uhr mitfahren könnten. Die Wartezeit bis dahin nutzten wir, um noch einmal zum Quincy Market zu gehen und dort in der ehemaligen Markthalle zu frühstücken. Wir aßen Bagels und Shrimp-Sandwich, dazu gab es von Starbucks einen Cafe Latte. Frisch gestärkt schauten wir gegenüber noch beim Modegeschäft Abercombie & Fitch vorbei und erhöhten den Tagesumsatz. Ich ließ mich vor der Tür auf einem Motorrad der Bostoner Polizei fotografieren. Dann war es schon wieder Zeit, zum Hafen aufzubrechen, wo bereits eine 25 m lange Warteschlange vor unserem Wal-Beobachtungs-Boot anstand. Die Tour hatte ich bereits aus Deutschland übers Internet vorgebucht (ca. 40 EUR pro Erw.). Pünktlich um 12 Uhr waren alle etwa 100 Personen an Bord, dann fuhr der High-Speed-Katamaran bald mit flottem Tempo an der wunderbaren Skyline von Boston vorbei hinaus aufs offene Meer. Nach etwa 1 Sunde wurden die Motoren gedrosselt und alle hielten gespannt über die ruhige See Ausschau nach Walen. Nach etwa 10 Minuten vergeblichem Hin- und Herfahren tauchten dann tatsächlich zwei der riesigen Meeressäugetiere neben dem Boot auf ? die Fotoapparate klickten hektisch ? dann waren die Giganten schon wieder verschwunden. Da man nun wusste, dass tatsächlich Wale da sind, suchten wir das Meer noch intensiver ab und bekamen noch mehrere Gelegenheiten, zumindest die großen Schwanz- und Rückenflossen zu fotografieren. Behäbig hoben sich die Wale öfter an die Oberfläche und verschwanden nach einem lauten Schnauben mit der Wasserfontäne wieder. Ein tolles Erlebnis! Mehrmals konnten wir die Tiere noch ganz nah am Boot sehen. Nach etwa 1 Stunde Beobachtungsschleichfahrt rasten wir zurück in den Hafen von Boston, wo wir um 15 Uhr ankamen. Zur Feier des Tages gönnten wir Erwachsenen uns an einer Hafen-Bar eine Margarita, dann beobachteten wir Kinder beim Bad im Springbrunnen. Auf Wunsch von Tobias fuhren wir abschließend mit dem Taxi noch zum Apple-Store in der Boylston Street, einer der Haupteinkaufsstraßen der Millionenstadt. Nach eingehender Begutachtung der Angebote des Computerladens fuhren wir von der Station Copley-Square zurück in den westlichen Vorort Wollaston, wo unser RV geparkt war. Im Feierabendverkehr kamen wir gegen 19 Uhr in Plymouth an, kauften bei Walmart noch Grillfleisch und Holzkohle sowie ein paar Lebensmittel und kamen somit wieder erst bei Dunkelheit am Campground Pinewood Lodge an. Hier brachte ich die Holzkohlebriketts zum Glühen, während Sabine das Grillfleisch vorbereitete. Nach dem Essen vor dem Wohnmobil bei Kerzenschein saßen wir noch bis 23 Uhr am Lagerfeuer, während die Kinder schon schliefen. Der Tag war doch sehr anstrengend und ereignisreich gewesen.
Morgen lassen wir es ruhiger angehen. Eventuell besichtigen wir das historische Museumsdorf Plymouth Village und fahren weiter an die Küste bei Cape Cod. Das Wetter soll ja schön bleiben! -
Hallo Santi,
das war ja wieder ein erlebnisreicher Tag und dann noch mit Erfolg bei der Walsuche, hört sich beeindruckend an. Schön das es noch geklappt hat, obwohl ihr es beim 1. Boot nicht rechtzeitig geschafft habt. Die Entfernungen und Zeiten sind manchmal schon nicht leicht einzuschätzen.
Dann mal einen schönen nächsten Tag, der dann (wahrscheinlich) mehr zur Entspannung beiträgt
LG
Bine -
Guten Morgen aus USA.
Da ich nicht weiß, ob wir heute Abend WiFi haben, melde ich mich nochmal live. Hier ist es gerade 9 Uhr, die Sonne scheint durch die Kiefern auf die Holz-Sitzgruppe vor dem Wohnmobil und die Grillen zirpen. Wir haben die Nacht gut verbracht. Der Pinewood-Lodge-Campground hier bei Plymouth ist sehr schön, allerdings musste ich erstmals Quarters in eine Box werfen, um duschen zu können. Das war sonst gratis. Man merkt, dass man in der Nähe der Großstädte ankommt, denn der Platz kostet stolze 60 Dollar für sog. Full Hookup, also mit Wasser-, Strom- und Abwasseranschluss. Dieses System finde ich im übrigen sehr praktisch. Man muss nicht mit irgendeinem Fäkalienbehälter über den Platz laufen - einfach Schlauch anschließen, Wasser aufdrehen - fertig.
Nun werden wir frühstücken. Die Ruhe ist herrlich.
Am Platz soll sogar ein See sein, den werde ich noch besichtigen.
Heute gehts dann weiter Richtung New York. Ich werde versuchen, es ruhiger angehen zu lassen, auch wenn es schwierig ist. Mein Sohnemann ist sowieso nicht mehr ansprechbar - er ist vertieft in sein neues iPad aus Boston (Taschengeld-Anlage und Geburtstagsgeschenk der Opas).
Meint ihr, da gibts Probleme beim Zoll?
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