Live Reisebericht USA Nordost
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Hallo ihr HolidayChecker,
ich versuche jetzt auch einmal einen Live-Reisebericht hier einzustellen. Ich hoffe oft einen Internet-Anschluss zu finden - wir fahren 14 Tage mit dem Wohnmobil herum. Start ist heute in New York. Weitere Stationen sind Washington DC, der Senandoah Nationalpark, eventuell Niagara Falls und dann eine Tour durch die Neuengland-Staaten inkl. Boston. Schlusspunkt ist dann wieder New York, wo wir 3 Tage verbringen. Wer mitlesen will - viel Spaß!
Santi -
Grüße aus New York,
nach einem langen und anstrengendem Flug sind wir (Familie mit 2 Kids, 15 und 12)gut in den USA gelandet und haben gerade die erste Übernachtung in einem Flughafen-Hotel hinter uns.
Gestern sind wir 7 Stunden ab London mit bis zu 1.000 km/h hierher geflogen. Leider mussten wir um 22.30 Uhr auf dem Rollfeld über 30 Minuten warten, da keine Andockstation frei war. Dann nochmal 1 Stunde warten - inmitten von vielen Asiaten (sind noch welche in Asien?) - an der Immigration, so dass wir erst um 1 Uhr in unserem Hotel ankamen. Hier gab es leider keine geöffnete Bar mehr, obwohl ich mich so auf ein erstes Bier in USA gefreut hatte. Wir waren aber auch sehr müde...Gerade scheint es schön zu werden, ich hoffe auf gutes Wetter. Falls es nicht zu aufwändig ist, wollen wir nach dem Frühstück zur Brooklynbridge fahren und nach Manhattan laufen. Nachmittag bekommen wir unser Wohnmobil von Cruise America, einen C25. Damit fahren wir dann noch bis Philadelphia oder Baltimore, mal schauen, wo wir die nächste Nacht verbringen.
Ich wünsche allen ein schönes, sommerliches Wochenende
Santi -
Hi Santi,
das finde ich toll!
Ich werde gepannt mitlesen.Habt eine schöne Reise!
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Ich denke, das gehört eher auf Facebook etc.
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Besser geeignet für Facebook? Mag sein - falls hier ein Livebericht nicht erlaubt ist, bitte ich den Admin um Löschung des Threads. Ansonsten schreib ich weiter.
Tag 2 und 3:
Grüße aus Washington DC.
Inzwischen sind wir auf dem Campingplatz am nördlichen Stadtrand von Washington angekommen.
Es ist sehr heiß, etwa um die 30 Grad und der Himmel ist blau. Ich sitze im Wohnmobil und freue mich über die Bundesligaergebnisse, die ich gerade abgerufen habe. Hier ist es 6 Stunden früher als in Deutschland, also 12 Uhr Mittag. Die Kinder und S. sind im Pool und erfrischen sich nochmal, bevor wir um halb 1 Uhr mit dem Bus in die City aufbrechen. Wir werden um 15 Uhr an einer Führung durch das Capitol, dem Sitz des US-Parlaments, teilnehmen. Die Tickets dafür kann man kostenlos im Internet reservieren.
Gestern, am 19.08.2011, sind wir nach einem guten Frühstück in unserem Hotel Hampton Inn am Airport in New York mit einem Taxi in ca. 35 Minuten zur Brooklyn Bridge gefahren, wo wir um 10 Uhr ankamen. Von einer Aussichtsterrasse genossen wir den tollen Ausblick auf die Skyline von Manhattan, sahen die Helicopter am Battery Park im Minutenabstand starten und Landen und beobachteten die Fährschiffe, die vor uns vorbeifuhren.
Nach einigen Fotos gingen wir zum Ostende der Brooklyn-Bridge und überquerten das berühmte Bauwerk zu Fuß. Immer wieder blieben wir stehen, machten Fotos und bewunderten die Skyline von New York. Dabei mussten wir sehr aufpassen, denn die Radfahrer auf der Brücke haben offenbar die Touristen aus aller Welt zum Abschuss freigegeben und rasen mit ziemlicher Geschwindigkeit vorbei. Wir waren von der Größe der Stadt beeindruckt, das Empire State Building war nur in der Ferne zu sehen. Sehr schön sahen wir den Pier 17 und die vielen Bankgebäude der Umgebung. Nach etwa 45 Minuten hatten wir die Brücke gemütlich überquert und schlenderten am Rathaus vorbei zum Financial District. Am Ground Zero sahen wir die riesige Baustelle des neuen WTC, daneben gingen wir noch kurz zur St.Pauls Chappel. Viel Zeit hatten wir heute nicht, aber wir kommen ja in 2 Wochen wieder hierher und werden dann alles genauer besichtigen. Für heute beendeten wir den Kurzbesuch in Manhattan und fuhren mit der Subway Linie E zurück nach Jamaica, einem Stadtteil am Flughafen JFK. Hier aßen wir einen Hotdog, denn inzwischen knurrte uns schon wieder der Magen. Unser Taxifahrer holte uns wie vereinbart an der Archer Ave. ab. Nach einem kurzen Stopp am Hotel, wo wir unsere Koffer abholten, brachte er uns zur Vermietstation von Cruise America in Roslyn, Northern Blvd. Wir hatten schon vor einigen Monaten eine Wohnmobil der Größe C25 gemietet. Diesen Typ hatten wir schon im letzten Jahr in Südwest-USA gefahren und wir waren mit dem Platzangebot für vier Personen sehr zufrieden. Nach den kurzen Vertragsformalitäten zeigte uns einer der Mitarbeiter von Cruise America den RV (= Recreation Vehicle), dann ging es kurz nach 15 Uhr auch schon los auf den Highway. Unser RV hatte erst 13.500 Meilen auf dem Tacho und war noch relativ neu. Leider standen wir nach wenigen Meilen schon in einem Riesenstau im Norden von N.Y.. Für die Fahrt durch die Bronx auf dem Highway brauchten wir fast 2 Stunden, so dass unser Zeitplan etwas durcheinander geriet. Gegen 18 Uhr zogen dunkle Gewitterwolken auf und wir fuhren bei Starkregen Richtung Süden. Da wir leider keinen Campingplatz fanden blieben wir nach dem Einkauf der ersten Lebensmittel einfach auf dem großen Parkplatz eines Einkaufscenters in Newark bei Philadelphia stehen. Inzwischen waren wir schon 164 Meilen gefahren und es war 20 Uhr. Julia war inzwischen eingeschlafen, die Zeitumstellung machte sich noch bemerkbar. Auch Tobias hatte keinen Hunger und war nur noch müde, so dass beide gleich einschliefen. Sabine und ich gingen noch ins Restaurant Applebee am Einkaufszentrum und a0en kleine Steaks mit Kartoffeln. Hier stand er dann auch endlich vor mir: der erste Pitcher mit kühlem Bier! Ein Genuss nach dem langen, anstrengenden Tag.
Nach 23 Uhr krochen wir in den Schlafsack und hofften, dass sich niemand daran stören würde, dass wir einfach hier übernachten. Eigentlich ist das nicht erlaubt, aber es blieb uns keine andere Wahl. Wir verbrachten eine gute Nacht.Heute, am 20.08., standen wir schon um 7 Uhr auf. Nach einem Stop zum Frühstück bei Mc D. in Newport fuhren wir auf der IS 95 vorbei an Baltimore weiter bis Washington, wo wir nach ca. 100 Meilen ankamen. Unterwegs sahen wir auf der Gegenfahrbahn tausende von Harley Davidson-Motorrädern, wegen denen sogar die Interstate gesprerrt wurde. Auf den Brücken standen Menschen und winkten den Bikern mit US-Fahnen zu. Sehr beeindruckend!
Nun machen wir uns fertig für den Nachmittag in der Hauptstadt der USA, Julia kommt gerade im Badeanzug vom Pool.
Am Abend werden wir uns mit Freunden aus Stuttgart zum Essen treffen. Mal sehen wo wir landen. Vielleicht hilft uns ein Reisetipp von HolidayCheck?
Hello from America, -
Hallo santi,
vielen Dank für deine bisherigen live-Berichte. Bitte mehr davon!
ich wünsche euch weiterhin eine gute Fahrt und viel Spass!
LG
reiselilly -
Hey Santi... auch ich freue mich auf spannende Reiseberichte von euch...
Viel Spaß noch - gute Fahrt - und allzeit ne Hand voll Schotter unter der Achse

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@ santi,
schön hier Deinen Bericht vom 19.8. mit Gang über die Brooklyn Bridge und den Weg durch Manhattan zu lesen. Nochmal so schön, da ich selbst diesen Weg genauso im Juni auch zurückgelegt habe und ich mir den Weg jetzt genau vorstellen kann.
Auch ich wünsche mir weitere Berichte von Dir und wünsche Euch einen super schönen weiteren Urlaub. ( Wohnmobilreisen würden mir auch gefallen
. Da ich aber alleine reisen müsste, würde ich mir solch eine Tour dann als Frau doch nicht zutrauen. :? ) -
@Floh30 - danke für den Tipp, vielleicht kommen wir nochmal in eine Notlage ohne RV-Park.
Liebe Grüße und Danke an die netten Einträge. Ich freue mich, wenn Euch der Bericht gefällt. Besondere Grüße an TripleXxX, mit der ich schon auf Mallorca beim Usertreffen war.
Weiter gehts:
Am Samstag kamen wir – wie schon geschrieben – gegen Mittag in der amerikanischen Hauptstadt an. Ich hatte bereits vorher im Internet einen Campingplatz ausgesucht, der nicht zu weit vom Zentrum entfernt liegt (Cherryhill RV-Park). Wir konnten bereits um 12 Uhr unseren RV parken und die Kinder testeten sofort den Pool, während wir Wasser und Strom anschlossen und duschten. Kurz vor 14 Uhr fuhren wir mit einem Linienbus zur Metro, von dort weitere 35 Minuten bis in die City von Washington. Wir hatten übers Internet eine Gratis-Führung durch das ca. 200 Jahre alten Capitol gebucht, den Sitz des Senats und Repräsentantenhauses. Da die Fahrt länger als vermutet dauerte, kamen wir dementsprechend gehetzt dort an und konnten den großartigen Anblick der riesigen Kuppel zunächst gar nicht richtig genießen. Gemäß Hinweis auf den Tickets sollte man 45 Minuten vor dem Termin zum Sicherheitscheck erscheinen. Da wir allerdings um 15 Uhr eine der letzten Führungen des Tages gebucht hatten, mussten wir kaum anstehen, so dass alles noch klappte. Ärgerlich war nur, dass wir unsere noch ungeöffneten Wasserflaschen im Müll versenken mussten, da das Mitbringen von Flüssigkeiten jeder Art verboten war. Das Sonnenmittel ließen die Eingangskontrolleure – nach Geruchsprüfung - gerade noch so durchgehen. Im Inneren sahen wir zunächst einen Film über die Geschichte des Capitols, wobei die Demokratie und das Wahlsystem der USA entsprechend patriotisch gelobt wurden. Dann wurden wir in einer Gruppe von ca. 20 Personen in den riesigen Raum unter der 88 Meter hohen Kuppel gebracht, wo uns die Wandgemälde erklärt wurden. Da mehrere Gruppen gleichzeitig durchgeschleust wurden war es dementsprechend laut und turbulent. Durch weitere Hallen kamen wir schließlich in die Statuary Hall mit den lebensgroßen Standbildern verdienter Amerikaner. Wie wir erfuhren, darf jeder Bundesstaat 2 Statuen ins Kapitol entsenden und auch nach Bedarf austauschen. Florida war beispielsweise mit dem Erfinder der Klimaanlage vertreten, außerdem sahen wir einige Präsidenten vergangener Zeit. Die Kinder fanden alles eher langweilig. Nach der Führung blieb endlich Zeit, eine befreundete Familie aus Stuttgart zu begrüßen, mit der wir uns hier verabredet hatten. Sie waren wie wir gerade auf einer Rundreise. Wir beschlossen, als nächstes das Weiße Haus von außen zu besichtigen und gingen zurück zur Metro-Station Capital South. Fünf Stationen nördlich, am Metro Center, stiegen wir wieder aus und schlenderten am Schatzamt vorbei, dessen Bild man von den 5-Dollar-Scheinen kennt, zum Sitz des amerikanischen Präsidenten. Ob Familie Obama derzeit da ist konnten wir nicht feststellen, zumindest wehte aber die Fahne am Dach. Jeder Tourist versuchte am Zaun ein optimales Bild vom White House - mit oder ohne die übergewichtige Gattin im Vordergrund - machen zu können. Nach zehn Minuten hatten wir genug von dem Trubel und gingen wieder zurück auf der E-Street. In Harrys Familiy Restaurant in der 12th-Street bekamen wir noch einen schönen Tisch für acht Personen im Freien am Straßenrand und gönnten uns ein gutes New-York-Strip-Steak und Yuenglin-Beer (Krug zu 4 Dollar). Wir verbrachten einen vergnügten Abend, verabschiedeten uns gegen 21 Uhr von unseren Freunden und fuhren mit der Metro zur Station Greenbelt im Norden der Stadt, von dort dann mit einem extrem langsam schleichenden Taxifahrer zurück zum RV-Park, wo wir müde und zufrieden in unsere Betten fielen. -
Tag 3 - Sonntag, 21.08.2011 - in Washington D.C.
Wir wachten schon früh um 7 Uhr auf. Es war etwas bewölkt aber ziemlich schwül. Wir frühstückten vor dem Wohnmobil – wie üblich gab es Toast mit Philadelphia, Schinken, Kakao und Müsli. Nach dem Abspülen erwischten wir noch den Bus kurz vor 9 Uhr und fuhren wie gestern mit der Metro in die Stadt – diesmal bewaffnet mit Single-Tageskarten zu je 9 Dollar. In der Stadt war es relativ ruhig mit wenig Verkehr auf den Straßen, schließlich war Sonntag. Von der Station Archives gingen wir vorbei am Staatsarchiv, in dem die Unabhängigkeitserklärung der USA bewundert werden kann, direkt zum Museum of Natural History, seit dem FilmNachts im Museumbei den Kindern sehr beliebt. Wir schauten uns dort zunächst im großen IMAX-Theater einen 40-minütigen Film über den Grand Canyon an (je 5 Dollar), dann erkundeten wir die diversen Räume des Museums. Wir sahen unter anderem den 45,5 Karat schweren Hope-Diamant, der etwa Taubenei-Größe hatte. Beeindruckend waren die zahlreichen Schaustücke wie ein ausgestopfter Elefant in der Eingangshalle, die Ozeanhalle mit vielen Infos zu den Meeren und ihren Bewohnern und die Entwicklung der Menschen. Hierbei war es möglich, sich fotografieren zu lassen, woraufhin das Bild digital so bearbeitet wurde, dass man das Aussehen eines Neanderthaler hatte. Eine lustige Sache, besonders weil man das Bild gratis an die heimische E-Mail-Adresse geschickt bekommt. Nach etwa 3 Stunden verließen wir das Museum, das übrigens wie alle Smithsonian-Museen an der Washington-Mall kostenlos zu besuchen ist, und gingen über den breiten Grünstreifen (Mall) zwischen Capitol und Lincoln Memorial um das schöne, alte Karussell unter den Bäumen anzuschauen. Da bis 14 Uhr noch etwas Zeit war, aßen wir vor dem Air- und Space-Museum noch einen Quarterpounder bei McD. Dann war es Zeit zum National Monument, dem riesigen, 169 Meter oder 500 Feet hohen Obelisken aufzubrechen. Dieses Denkmal ist dem Andenken an George Washington gewidmet und es besteht die Möglichkeit, mit einem Aufzug bis zur Spitze zu fahren, von wo man durch kleine Fenster einen schönen Ausblick auf die Stadt in alle Himmelsrichtungen hat, u.a. auf das Weiße Haus und das Capitol. Von 1848 bis zum Bau des Eiffelturms 1889 war es das höchste Bauwerk der Welt. Auch diese Tickets hatte ich vorher online bestellt und nach Deutschland geschickt bekommen, denn es sind zeitlich festgelegte Besuchszeiten einzuhalten. Die Reservierung hatte ich über www.nps.gov/wamo vorgenommen. Da dunkle Gewitterwolken aufzogen und es heftig donnerte, war die Auffahrt kurzzeitig nicht möglich, wir konnten dann aber doch die Aussicht pünktlich genießen – natürlich nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle. Nachdem wir gegen 15 Uhr wieder unten waren schritten wir durch den großen Kreis mit amerikanischen Fahnen und gingen über die große Wiese zum Denkmal an den 2.Weltkrieg, eine aus zwei Halbkreisen mit Säulen bestehende Anlage mit Springbrunnen. Es wurde nun immer dunkler und wir waren froh, dass wir noch ohne Regen das sog. Vietnam Veterans Memorial besichtigen konnten, eine 75 Meter lange und bis zu 3 Meter hohe schwarze Granitwand, in die die Namen der im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten eingraviert sind. Wir sahen einige Blumenkränze, die wohl von Angehörigen dort abgestellt wurden. Den Blick zum Himmel gerichtet liefen wir zügig weiter zum Lincoln-Memorial, einem großen Säulentempel, in dessen Innerem eine 6 m hohe Marmorfigur des 16.Präsidenten Abraham Lincoln thront. Der 1865 verstorbene Lincoln schaut mit ernstem Blick in Richtung Osten auf das Capitol. Viele Touristen saßen auf den Stufen und trauten sich nicht, den Rückweg zu den Museen anzutreten, da es immer heftiger blitzte und donnerte. Ich wollte aber nicht bleiben und suchte im Stadtplan die nächstgelegene Metrostation. So hetzten wir in Richtung Arlington Friedhof zur großen Brücke über den Potomac-River. Kaum hatten wir die Brückenmitte erreicht, begann es wie aus Kübeln zu gießen und wir rannten zur anderen Seite, um uns dort unter ein paar Parkbäumen unterzustellen. Nach einiger Zeit flüchteten wir uns in eine Unterführung, aber wir waren schon alle tropfnass. Nach ca. 30 Minuten klarte es wieder auf und wir liefen zur Metrostation, um von dort wieder ins Zentrum zurück zu fahren. Als wir am Air- und Space-Museum ankamen waren die Klamotten schon wieder etwas getrocknet, so dass wir das Museum doch noch besichtigen konnten. Zwei Stunden, von 17-19 Uhr schauten wir uns diverse Flugzeuge aus den Weltkriegen, die Mondlandefähre und das Mondauto sowie weitere Ausstellungsstücke z.B. zum Spaceshuttle- und Apolloprogramm an. Sicher hätte man noch länger hier verbringen können, aber erstens taten uns schon die Füße weh und zweitens hatte unser Sohn heute Geburtstag, weshalb wir gemeinsam essen gehen wollten. Wir fuhren also zurück zum Campingplatz, duschten und badeten im Pool, dann aßen wir im Campingplatz-Imbiss-Restaurant eine Riesenpizza, die wir nicht einmal zu viert ganz schafften. Nach einem kühlen Budweiser-Bier im RV (für die Eltern) gingen alle ins Bett, ich schrieb noch bis nach Mitternacht an diesem Reisebericht, bevor ich auch in den Schlafsack kroch.Morgen soll es weiter gehen zum Shenandoah-Nationalpark, viel besungen im Lied "Country Roads". Eventuell schauen wir auch noch Mt.Vermont, das Haus von G. Washington, an.
Hello from America, Santi
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Es macht richtig Spaß, deine Berichte zu lesen, wirklich klasse! Ich würde so gerne mal nach Washington, seitdem ich einen Hang zur amerikanischen Geschichte habe. Bisher hat's noch nicht geklappt, vielleicht ja nächstes Jahr ...
Viel Spaß noch!
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Hallo Santi,
ich lese auch mit Interesse Deine Reiseschilderungen, man bekommt richtig Fernweh, leider konnte ich dieses Jahr keine USA-Reise unternehmen.
Wünsche Euch weiterhin eine schöne Reise mit vielen tollen Erlebnissen und warte schon auf die nächsten Berichte
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Hallo santi,
ich offe es geht euch gut, und ihr seid nicht "erdbebengeschädigt" . Es kam gerade in den Nachrichten, dass im Raum Washington ein Erdbeben war.
Weiterhin gute Reise und denk daran: Bigbrother is watching you
.LG
reiselilly -
Liebe HC-Freunde und USA-Liebhaber,
nein ich bin nicht verschollen, wir haben lediglich erneut eine Nacht in der Pampas irgendwo in Virginia, genauer gesagt in Wapwallopen verbracht. Außer Strom und Wasser, einem Bach und rauschenden Bäumen gab es da nichts. Nachdem wir nun endlich wieder auf einem KOA-Campingplatz mit WiFi-Internetanschluss sind, kann ich wieder von unserer USA-Reise berichten. Heute sind wir eine große Strecke mit dem Wohnmobil gefahren, insgesamt 404 Meilen in Richtung Norden bis in die Gegend von Albany. Mehr dazu später. Vom Erdbeben wurden wir verschont, wir haben gar nichts davon mitbekommen und erst gestern auf dem Campingplatz davon erfahren. War wohl halb so schlimm. Zumindest die Tageszeitungen hier haben die Meldung auf Seite 1.
Jetzt schreibe ich zunächst, was wir in den letzten 2 Tagen davor erlebt haben:Tag 4:
Montag, 22.08.2011 (von Washington zum Shenadoah-Nationalpark, 153 mls)
Nach den Frühstück vor dem RV bei schönem Wetter machten wir das rollende Urlaubsdomizil startklar und erledigten die lästigen Arbeiten wir das Leeren des Abwassertanks und das Verstauen des Stromkabels. Dann starteten wir gegen 10 Uhr in Richtung Süden und fuhren auf der Interstate 95 über den Potomac-River und weiter auf einer idyllischen Landstraße in etwa 1 Stunde nach Mt. Vernon, dem Landsitz George Washingtons. Nachdem wir im Visitor-Center 52 USD Eintritt bezahlt hatten (15 USD Erw. , 7 USD Kind), sahen wir zunächst einen Film über das Leben und die Bedeutung Washingtons als erstem Präsidenten der USA. Außerdem wurden wir darüber informiert, dass das Fotografieren auf dem Gelände zwar erlaubt sei, streng verboten ist es aber vom Inneren des Anwesens Bilder zu machen - ebenso auch nicht vom ausgestellten Gebiss George Washingtons! Durch die schöne Parkanlage gingen wir zum Haus (The Mansion) und sahen dort bei einer Führung die mit den Originalmöbeln ausgestatten Räume in dem Familiensitz des 1799 verstorbenen Präsidenten und seiner Frau Martha. Besonders auffallend waren die farbenfrohen Wände und die für damalige Verhältnisse luxuriöse Möblierung des Hauses. Von der großen Veranda genossen wir den fantastischen Ausblick über die große Wiese auf den Fluss Potomac. Dann gingen wir an den Ställen vorbei zum Grab Washingtons, das mit einer amerikanischen Flagge geschmückt war. Der Präsident ruht hier neben seiner Frau in einem Marmorsarkophag. Nun schauten wir nach die wunderschönen Gärten des Landsitzes an und gingen in den Souvenirshop - sonderbarerweise gab es hier auch Postkarten von Washingtons Gebiss. Meine Tochter wollte stattdessen lieber ein kleines Stoffpony, das Felix Washington getauft wurde und ab diesem Tag in ihrem Schlafsack schlafen durfte. Am Visitorcenter sahen wir eine interessante Ausstellung über die Geschichte der Vereinigten Staaten und aßen bei Pizza Hut zwei kleine Pizzen und Softeis, denn inzwischen war es schon 14 Uhr geworden. Auf der IS 66 fuhren wir nun in Richtung Westen, unterwegs deckten wir uns bei Wall Mart noch mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein.
Ein Einkauf ist in USA immer ein Erlebnis, denn auch die Supermärkte sind riesig und die Auswahl kann einen schon fast überfordern. Allein bei der Milch gibt es etwa 10 verschiedene Sorten, mit Calcium, mit viel Fett, low-fat oder Fettfrei, haltbar oder mit Geschmackszusatz usw. Besonders zu erwähnen ist auch, dass die Verpackungseinheiten oft sehr überdimensioniert sind. Man bekommt nicht 0,5 l Orangensaft sondern muss mindestens 1,2 l-Flaschen kaufen, die Butter gibt’s nur im Viererpack etc.
Voll bepackt schoben wir den Einkaufswagen über den Riesenparkplatz zurück zum RV, tankten noch und dann erreichten wir um 17.30 Uhr bei Front Royal den Nordeingang des Shenandoh Nationalparks. Eine nette Rangerin versorgte uns mit Info-Material und kassierte 15 USD Eintritt. Am Beginn des sog. Skyline-Drives machten wir noch das obligatorische Bild mit dem Eingangsschild, dann fuhren wir gemütlich auf der sich durch den Park schlängelnden Landstraße zu den ersten Aussichtspunkten (Lookout) des Parks. Der Blick auf die weiten Ebenen war sehr schön, aber eher unspektakulär und vergleichbar mit dem Bayerischen Wald. Da es schon spät war blieben wir nach 22 Meilen Fahrt gleich im ersten Campground, um dort zu übernachten (Platz 18), was nur 15 USD kostete. Dafür gab es aber weder Strom noch Wasser. Wir heizten unsere Grillkohle an und grillten uns ein paar Schweinesteaks und Bratwürste. Der Platz war nur etwa zu einem Drittel besetzt, so dass es relativ ruhig war. Das ist nicht immer so: Im Herbst, wenn das Laub sich gelb-rot verfärbt, nützen sehr viele Amerikaner den Indian Summer zu einem Ausflug hierher und dann soll der Verkehr sehr stark sein. Wir saßen bis gegen 22 Uhr vor dem RV, tranken Budweiser-Bier und hörten das Zirpen der Grillen in den Laubbäumen - dann gingen alle ins Bett. Mangels Internet-Empfang konnte ich auch keine Nachrichten mehr nach Hause senden.Tag 5:
Dienstag, 23.08.2011 (vom Shenadoh-Nationalpark nach Norden bis in die Gegend von Hazleton)Wie jeden Tag standen wir kurz nach 7 Uhr auf, frühstückten vor dem RV, obwohl es im Laubwald noch recht kühl war, und verließen dann den staatlichen Campingplatz. Auf dem Slyline-Drive stoppten wir wieder an zahlreichen Aussichtspunkten und machten Fotos. Am Skyland-Infocenter wollten wir uns erkundigen, wo ein lohnenswerter Trail zu finden wäre. Da entdeckten wir, dass es möglich war, im Nationalpark zu reiten. Kurzentschlossen buchten wir für uns einen 1-stündigenReitausflug (je 40 USD), was besonders Julia zu wahren Begeisterungsstürmen veranlasste. Wir hatten dabei großes Glück, das spontan und ohne Voranmeldung noch vier von elf Pferden frei waren. Nach einer kurzen Einweisung saßen wir bald hoch zu Ross und ritten hinter der Führerin hintereinander durch den Laubwald. Beim Stopp hatten wir darauf zu achten, dass der Gaul nicht frisst, was auch gut gelang. Besonders spaßig war es, wenn wir etwas flotter reiten sollten, denn dabei wurde man ganz schön durchgeschüttelt. Mein Pferd hieß Sunshine und ich hatte das Pech hinter meinem Sohn Tobias zu reiten, dessen Pferd andauern furzte, so dass die Qualität der guten Waldluft schwer beeinträchtigt war. Es war aber trotzdem ein tolles Erlebnis.Da wir an diesem Tag noch ein größeres Stück nach Norden fahren wollten beendeten wir hier die Fahrt auf der insgesamt 170 Meilen langen Parkstraße und kehrten um. Für Wanderungen durch die sicher sehr schönen Wälder zu Wasserfällen oder Felsformationen fehlte uns leider die Zeit. Bei Luray kamen wir zu den Taverns, einer großen Tropfsteinhöhle, die im Inneren eine große Orgel beherbergt und wo die Stalagtiten sich eindrucksvoll in einem unterirdischen See spiegeln. Da hier schon viele Urlauber anstanden und der Eintritt 25 USD pro Person kosten sollte, entschlossen wir uns, dieses Naturdenkmal nicht zu besichtigen. Schließlich hatten wir schon früher viele Tropfsteinhöhlen besichtigt, zuletzt vor einem Jahr die Grand-Canyons-Caverns an der Route 66. Bald kamen wir um 13.45 Uhr auf die Interstate 81, auf der wir 4 Stunden in nördlicher Richtung fuhren. Um 16 Uhr gabs bei Scotland Getränke für das Wohnmobil bei Exxon (40 Gallons für 140 USD) und bei McD. für uns. Wir kamen zügig voran, um 17 Uhr passierten wir Grantville. Nachdem wir nicht ewig weiterfahren wollten fuhren wir nach 18 Uhr bei Hazleton von der Autobahn ab und folgten den Wegweisern zu einem Campingplatz, der sehr abgeschieden an einem Flussufer lag. Hier zahlten wir 32 USD für 1 Übernachtung (inkl. Strom und Wasser), kauften eine Kiste Feuerholz für 6 USD und aßen Spaghetti vor dem Wohnmobil. Nach einer Runde Kartenspiel (Phase 10) am Lagerfeuer verschwanden alle in den Betten - ich schrieb noch bis gegen Mitternacht den Reisebericht. -
Toll, was ihr so erlebt! Vor allem die furzende Pferde sind ein Highlight.
