Krüger NP auf eigene Faust
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Hallo zusammen!
Hat jemand Erfahrung mit dem Krüger NP auf eigene Faust zu erkunden?
Wieviel Euros muss man einplanen für Essen/Trinken und Unterkunft?
Wollen eine Tour auf eigene Faust machen mit einem Mietwagen, Unterkunft wird nicht im vorraus gebucht, wollen spontan entscheiden von Tag zu Tag. Weis auch vielleicht jemand ob im Oktober viel los ist im NP? (wegen Unterküften)
Hoffe auf ein paar Antworten!
LG Rebecca -
Hallo Rebecca und herzlich Willkommen!
Es gibt für den Krüger nichts besseres, als die Erkundung auf eigene Faust!
Wieviel Euros Ihr einplanen müsst für Essen und Unterkunft, hängt massgeblich von Euren Ansprüchen ab.
Es gibt Unterkünfte ohne private sanitäre Anlagen für 2 Personen ab etwa 40 € pro Tag, mit privaten sanitären Anlagen für etwa 60 €, mit schöner Aussicht ab etwa 65 €, die m.E.n. schönsten Unterkünfte in Bushcamps sind erst ab 100 € pro Nacht zu bekommen. Das sind die Preise für die reine Unterkunft. Dazu kommt Verpflegung, in den Maincamps günstig aber nicht besonders gut in Restaurants (Frühstück um 6 €, Abendessen zwischen 10 und 15 € pP). Günstiger und wahrscheinlich auch besser verpflegt man sich mit Einkäufen aus Supermärkten ausserhalb des Parks und selber kochen oder braaien (grillen).
Dazu kommt noch die Eintrittsgebühr für den Park, die für Ausländer ziemlich happig ist. Ab etwa 6 Nächten lohnt sich dafür die Wild Card für etwa 220 € pro Paar.
Jetzt die schlechte Nachricht: Ohne Vorbuchung geht im Krüger (fast) nichts!!! Selbst jetzt sind die schönsten Unterkünfte für Oktober schon ausgebucht. Im Oktober sind auch die südafrikanischen Frühlingsferien, die besser vermieden werden. 2012 sind diese vom 28.9. bis 7.10.
So viel fürs Erste,
Gruß,
karlkraus -
Danke karlkraus für deine Antwort und Infos!
Werden den Krüger NP mittels Mietwagen auf eigene Faust erkunden. Das Reisebüro hat auch gesagt das wir die Unterkünfte im vorraus buchen sollen. Werden uns dann demnäst mal eine Tour überlegen müssen und auch wo wir übernachten wollen. Hoffe wir finden noch ein paar schöne Unterküfte, denn das werden unsere Flitterwochen. Weist du sehr empfehlenswerte Unterkünfte? Wir wollen hauptsächlich in Camps übernachten, aber auch ein paar Nächte in einer besseren Lodge.
Laut dem Reisebüro das uns momentan berät, muss man pro Tag 13 Euro p. P. Parkeintritt zahlen. Aber kommt ja ungefähr hin mit deiner Angabe.
Weist du auch zufällig ob es einen Reiseführer speziell nur für den Krüger gibt?
Danke
LG Rebecca -
Hallo Rebecca,
es gab einmal einen speziellen Reiseführer für den Krüger, die Reihe ist aber eingestellt und nicht mehr greifbar.
Der Parkeintritt (Conservation fee) liegt bis zum 31.10.2012 bei 192 Rand pro Person und Tag, beim derzeitigen Wechselkurs also 18,43 €. Die Wild Card, die ein Jahr lang den Eintritt in viele Nationalparks, Provinzparks und Reservate in Südafrika und Swasiland ermöglicht, kostet für ein Paar zur Zeit 2195 Rand also 210,70 €. Ab 6 Tagen ist also die Wild Card die günstigere Alternative. Euer beratendes Reisebüro ist also vorsichtig gesagt nicht gerade auf dem neuesten Stand und sollte sich genauer informieren.
Ob die einfachen Unterkünfte des Nationalparks Eure Bedürfnisse erfüllen, kann ich nicht einordnen. Sie sind generell eher einfach. Das Highlight ist die umgebende Natur. Mit TV, Radio, Telefon o.ä. solltet Ihr genausowenig rechnen, wie mit Toilettenartikeln o.ä. Gestellt wird nur Seife, Handtücher und Bettwäsche. Die Hütten werden täglich gereinigt, die meisten haben einen Kühlschank und einen Grill.
Da die Linkfunktion immer noch nicht funktioniert, kannst Du diesen Link nur mit Copyandpaste übernehmen:
http://www.sanparks.org/parks/kruger/tourism/accommodation.phpHier findest Du Infos über die Camps und auch die Luxuslodges im Park. Außerdem gibt es noch reichlich private Lodges, die in an den Krüger angrenzenden privaten Konzessionsgebieten liegen. Die Preise dafür sind teilweise sehr hoch. Als günstigste Alternative gilt das Elephant Plains, das aber von deutschen Reiseveranstaltern eher nicht angeboten wird.
Vielleicht liest Du einmal meine allgemeine Beschreibung zum Krüger hier in den Reisetipps bei HC.
Wenn Du mir Eure ungefähren Preisvorstellungen nennen könntest, kann ich sicher genauere Tipps geben.
Gruß,
karlkraus -
Hallo Rebecca,
dann wird es mit den Luxuslodges im Krüger eher schwierig. Ihr habt 2000 € für 10 Nächte. Wenn ich 7 Nächte in einfachen Camps à 90 € / Nacht (Nur Unterkunft ohne Verpflegung und Eintrittsgebühren) rechne, bleiben 1370 € übrig. Ich fürchte es wird schwierig dann eine Lodge für 3 verbleibende Nächte zu dem Preis zu bekommen.
Am ehesten würde wohl das schon erwähnte Elephant Plains zu dem Preis möglich sein. Dieses bekommst Du allerdings in Deutschland wohl nur über spezialisierte Südafrika Anbieter (südafrikanische Anbieter gerne per PN).
Vielleicht solltest Du einmal über die Makalali Lodge nachdenken. Die liegt zwar nicht im Krüger, aber ganz in der Nähe und ist für Einsteiger sicher eine "preisgünstige" Alternative zu den Luxuslodges im und direkt am Krüger.
In den Lodges sind dann Essen und Game Drives enthalten, Getränke müssen bezahlt werden.
Für die sieben Nächte könnte z.B. eine Route Berg en Dal (2 Nächte) - Lower Sabie (3 Nächte) - Satara (2 Nächte anbieten).
Immer gilt: Die Unterkünfte am Rande der Camps sind die schönsten. Bei der Auschreibung sollte ein "U" oder Perimeter hinter der Bungalow Bezeichnung stehen.
Diese Unterkünfte sind oft sehr früh ausgebucht und sind teilweise nur schwierig über deutsche Veranstalter zu bekommen. Am besten wäre die Direktbuchung bei sanparks.
Gruß,
karlkraus -
Danke Karlkraus für deine Tipps!
Sorry, wenn ich so viele Fragen habe, aber ich muss mich damit momentan beschäftigen weil wir demnächst buchen wollen...
Wie gross soll die Tagesetappe sein? 100km?
Habe schon gelesen das am Morgen und am Abend die Tiere am aktivsten sind, sollte man dann über Mittag den Aufenthalt in seiner Unterkunft verbringen?
Sollte man dann eine Unterkunft wählen die nur ca. 50km entfernt ist?
LG -
Hallo Rebecca,
keine Sorgen, wegen vieler Fragen! Ich finde es total gut, wenn jemand sich für den Krüger mehr Zeit nimmt, als viele für ganz Südafrika!!!
Bei uns hat es auch so angefangen: 15 Tage Krüger zum Einstieg und dann sind wir von Südafrika nicht mehr los gekommen...
100 km im Krüger sind unsere persönliche Grenze für einen Campwechsel.
Ein Tag ohne Campwechsel läuft bei uns so ab: Aufstehen, etwa eine halbe Stunde vor Campöffnung, dann ein etwa 3-4 stündiger Game Drive (im eigenen PKW). Für meine Frau nehmen wir immer etwas zu knabbern und eine (Thermo)tasse Kaffee mit. Dann zurück ins Camp für Frühstück, Siesta, evtl. Pool. Um etwa 15 Uhr nächster eigener Game Drive bis zum schließen der Camptore. Dann grillen, Natur lauschen und früh ins Bett für den nächsten Tag...
Ein Tag ohne Campwechsel läuft bei uns so ab: Aufstehen etwa eine halbe Stunde vor Campöffnung, Auto packen, dann Game Drive in Richtung neuses Camp bis zu einem Picknickplatz oder einem anderen Camp, Frühstück, Weiterfahrt bis zum neuen Camp, Hütte beziehen (offiziell ab 14 Uhr, in kleinen Camps auch eher), einräumen, Siesta und/oder Pool. Um etwa 16 Uhr nächster eigener Game Drive bis zum schließen der Camptore. Dann grillen, Natur lauschen und früh ins Bett für den nächsten Tag...Falls Deine Frage darauf abzielt, dass Ihr in 10 Tagen den Krüger von Nord nach Süd durchfahren wollt und Ihr daher jeden Tag das Camp wechseln wollt, auch das ist möglich. Man hat dann zwar jeden Tag Koffer rein / Koffer raus, sieht dafür aber mehr unterschiedliche Landschaften. Auch diese Variante hat Ihren Reiz und ist für Ersttäter durchaus empfehlenswert. Wir machen das jetzt nicht mehr, sondern konzentrieren uns auf eine Region, in der wir etwa 10 Tage mit etwa drei Campwechseln verbringen. Unser erster Trip führte uns aber von Süd nach Nord und zurück mit (fast) täglichem Campwechsel und auch das fanden wir zum kennen lernen toll.
Gruß,
karlkraus -
Hallo Karlkraus!

Haben nun mal eine Route zusammen gestellt.. Denke ist eher eine Standardtour, aber für Anfänger sicher nicht schlecht.
Also Befinn im Berg-en-Dal Camp für 2 Nächte dann,
Pretjorisukop Camp für 2 Nächte dann,
Skukaza Camp 2 Nächte dann,
Lower Sabie Camp 1 Nacht dann,
Crocodile Bridge Camp 1 Nacht
und zum Schluss noch 2- 3 Nächte in einer Lodge.
Da sind wir uns noch nicht genau sicher welche, aber wahrscheinlich eine der 3:- Shawu Lodge
- Shonga Lodge
- Shishandgeni Lodge
Was meinst du zu dieser Route? Hat es auf der der Route viele Tiere und Aussichtpunkte/Besonderheiten? Würdet du etwas anders planen von den Nächten in den Unterkünften her? Unterküfte empfehlenswert?
Hast du du eine bessere Route die du empfehlen kannst?
LG
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Hallo Rebecca,
eine Standardtour ist das sicher nicht, kaum jemand lässt sich so viel Zeit für den Krüger.
Bei insgesamt 8 Nächten im Krüger beschränkt Ihr Euch nur auf den Süden. Auch wenn es gemeinhin heisst, zwischen Skukuza und Lower Sabie sind die meisten Tiere, würde ich Euch dringend empfehlen eine größeren Radius zu planen.
Also ungefähr so:
2/3 Nächte zum ankommen in Pretoriuskop oder Berg en Dal. Die Unterkünfte in BnD sind größer, haben die Küche innen (kein Vorteil!) und das gesamte Camp ist größer. In BnD gibt es Hütten mit drei gemauerten Einzelbetten in unterschiedlichen Ecken der Hütte. Bei Buchung über einen dt. RV kann man nicht absehen, ob man eine solche Hütte bekommt. Vielleicht nicht das richtige für eine Hochzeitsreise.
Die Unterkünfte in Pretoriuskop (unbedingt mit Küche buchen!) sind älter aber gut gepflegt, das Camp ist entspannter, Impalas laufen durch das Camp, der Pool ist deutlich größer und schöner als in BnD. Ein Nachteil ist der gemauerte und somit nicht verstellbare Esstisch unter einer Lampe. Da landet schon einmal das eine oder andere Insekt.
Skukuza würde ich nur besuchen, nicht dort nächtigen. Das Camp ist das größte im Park, es kommt nur wenig (bis gar kein) "Parkfeeling" auf. Die Hütten liegen nicht sonderlich schön und man kann bei der Buchung wenig Einfluß darauf nehmen. Ein Vorteil dieses Camps wäre das es mehr Restaurantmöglichkeiten gibt.
Nach den Einstiegsnächten würde ich bis Satara fahren und dort ebenfalls 2/3 Nächte verbringen, um das mittlere Krügergebiet zu erkunden.
Zum Abschluß der Krüger Zeit 2/3 Nächte in Lower Sabie (unbedingt Hütte/Zelt mit View buchen!) oder Crocodile Bridge als ideal ansehen.
Bzgl. Aussichtspunkte: Hast Du schon einmal darüber nachgedacht zuerst 2 Nächte in Sabie (ausserhalb des Krüger) zu verbringen und die Panoramaroute zu besuchen. Dort stehen nicht die Tiere sondern die tolle Landschaft im Vordergrund. Machbar wäre das problemlos.
Weitere Infos folgen per PN.
Gruß,
karlkraus -
Hallo zusammen!
Dürfte ich mich da mal "dranhängen"? Du hast uns bei unserer 1. Südafrika-Reise schon so toll geholfen, Karl, vielleicht magst du mir auch dein Input zu der von mir geplanten Reise in den KNP geben?
Wir wollten im Februar nächsten Jahres hin. Ich hab lange überlegt, ob wir wirklich im Hochsommer in den KNP fahren sollen, aber nach langem hin und her glaube ich, dass wir es machen sollten. Klar, der Winter wäre besser, aber ich will nicht noch 1 1/2 Jahre warten und wir machen im Mai schon eine Fernreise, daher fällt dieses Jahr aus.
Also ich hatte mir das so vorgestellt:
1 Nacht in Letaba
2 Nächte in Satara
3 Nächte in Lower Sabie
Der Norden soll ja nicht so zu den Highlights für Tiersichtungen (außer Vögel) zählen, daher würde ich mich gerne auf die Mitte und den Süden konzentrieren. Eventuell würde ich noch eine 4. Nacht in Lower Sabie dranhängen. Satara habe ich gewählt, weil dort viele Raubkatzen sein sollen.
Freue mich auf euren Input! -
Hallo MsC,
das ist schon eine schöne Route! Statt eine vierte Nacht in Lower Sabie würde ich eher eine zweite in Letaba machen. Dann könntest Du an dem Zwischentag einen schönen Ausflug in den Norden machen.
Die meisten Raubkatzen haben wir immer im Bereich zwischen Lower Sabie und Satara gesehen. Ein sehr oft sichtbares Löwenrudel wohnt auch um Berg en Dal. Die S 100 bei Satara, die als die Katzenstraße schlechthing gilt, hat uns zwar auch schon Raubkatzen beschert aber es gab auch mehrere Fahrten ohne Sichtungen. Ich halte sie daher nicht für besser oder schlechter als viele andere Straßen im Süden.
Jetzt zum Februar: Dezember - März ist Regenzeit. Dieses Jahr wieder sehr extrem. Evtl. wird die "Jahrhundertflut" von 2000 getoppt. Guck Dir einmal die sanparks Seite an:
http://www.sanparks.org/about/news/default.php?id=1794Z.B. eines unserer Lieblingscamps Biyamiti musste mit einem Heli evakuiert werden. Das Auto bleibt dann dort. Das kann einem die Urlaubspläne schon ziemlich verhageln. Nicht jedes Jahr wird es so schlimm, man sollte das aber im Hinterkopf haben, sich vor Ort zur Sicherheit erkundigen und zur Not rechtzeitig umbuchen.
Unschön sind auch die gesperrten Gravel Roads. Das muss zwar sein, schränkt aber natürlich die Game Drives deutlich ein.
Wir waren trotz dieser möglichen Wetterkapriolen schon mehrfach im Jan./Feb./März im Krüger und fanden es toll. Der Park ist sehr grün, es gibt viele Jungtiere und weniger Besucher. Ein hohes Fahrzeug (SUV o.ä.) bringt für die Tierbeobachtung durch das hohe Gras in diesen Monaten einen deutlichen Vorteil.Gruß,
karlkraus -
Toll, vielen Dank!
Dass Regenzeit ist, ist uns bewusst, würden wir aber in Kauf nehmen. Von den aktuellen Vorkommnissen habe ich auch schon gehört, aber ich hoffe einfach mal, dass es sich im nächsten Jahr nicht gleich wiederholt (zumindest nicht im Februar
).
SUV wollten wir in diesem Fall tatsächlich buchen. Wird zwar deutlich teurer, aber so können wir das hohe Gras wenigstens ein wenig ausgleichen.
Vielen Dank!
@Becci: falls du noch einen guten Reiseführer für den KNP brauchst, ich kann dir "Getaway Guide to the Kruger National Park" von Cameron Ewart-Smith sehr empfehlen. Ist zwar schon etwas älter (2009), aber die Infos fand ich äußerst hilfreich. Ist auf Englisch. -
Hallo noch einmal,
den Terios könnte ich empfehlen, ist preislich deutlich unter den "großen" SUVs und hat für zwei ausreichend Platz.
Und noch zu Letaba: Dort gibt es Fledermaushäuschen, an denen man abends kurz vor Sonnenuntergang den Ausflug erleben kann. Ein tolles Erlebnis!
Gruß,
karlkraus -
Danke für den Tipp mit dem Terios!
Letaba hatte ich u.a. wegen der Fledermäuse ausgesucht - ich liebe Fledermäuse!