Behinderte Hotelgäste - wie denktt ihr darüber und wie reagiert ihr?
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... Das Thema sollen nicht primär die "Rollis" betreffen, sondern vielmehr diejenigen, die geistig und auch motorisch behindert sind, sehbehinderte sind selbstverständlich ausdrücklich eingeschlossen! Ich dachte eher so an spastisch leidende und evtl. an mongoloide Mitmenschen, die durch eine ererbte Fehlkonstitution belastet sind.
Mir ist es leider schon mehrfach aufgefallen, dass sich andere von ihnen abwenden und ihren Kindern einfach erklären, dass diese Person "blöd" ist! Das bringt mich immer innerlich auf die allerhöchste Palme. Da sitzen sie dann isoliert an ihrem Tisch mit ihren Begleitern, meistens sehr diszipliniert, und rings herum wird über sie geredet!
Da war einmal ein spastisch beeinträchtigter Junge bei einem improvisieten "Brettspieltournier", incl. Schach, in einem Hotel während es draußen regnete. Er hat sie alle geschlagen. Anschließend gab es noch ein Schach-Simultanspiel mit eben dem gleichen Erfolg für ihn!
Ein junges mongoloides Mädchen hat denen etwas vorgemacht im Kofrechnen des kleinen und großen Einmaleinses. Während die aufgepeppten Rüpel vom Nachbartisch schon Probleme mit dem Zählen hatten.

Eine erblindete ganz junge Dame, seit einer Gehirnhautentzündung im Kindesalter, fand sich im Restaurant, nach einem geführten Erkundungsgang im leerem Saal, nachher besser zurecht als manch ein anderer, der über seine eigenen Beine stolperte.
Die Hilfsbereitschaft manch anderer Gäste und die der Kellner und des Personals waren jedenfalls lobenswert und besser als die derjenigen, die diese Gäste als "blöd" abgetan hatten.
Was und wie denkt ihr darüber?
Gruß Dieter
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Dass diejenigen, die Menschen mit beschriebenen Behinderungen als "blöd" einstufen, selbst Probleme mit dem Zählen haben, zeigt doch eindeutig deren IQ auf, oder? Solche Kommentare kann nur jemand von sich geben, der selber ein Minimum an Gehirn besitzt.
Ich meine, natürlich schaut man hin, wenn jemand mit einer schweren Behinderung am Nebentisch im Restaurant sitzt. Wenn ich behaupten würde, dass ich es nicht tue, würde ich lügen. Aber ich denke, dass diese Reaktion "menschlich" ist.
Jedoch würde ich mir nie anmaßen, diese Menschen zu verurteilen, geschweige denn, blöd zu beschimpfen, denn dass gerade autistische Menschen teilweise richtige Genies sind, ist keine Seltenheit und sollte jeder mit ein wenig Verstand wissen.
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Ich seh's im Urlaub nicht anders als im täglichen Leben. Für mich sind es "MENSCHEN" mit einem Handicap denen ich, wenn sie Hilfe benötigen helfe und sie ansonsten genau so behandle wie jeden anderen. Aber das mache ich auch bei Menschen ohne Behinderung.
Behindert sind für mich diejenigen, die sich abwenden oder auch noch blöd über solche Menschen reden.
Wir hatten auf Zakynthos eine englische Familie im Hotel, bei der die Mutter nach einem Schlaganfall im Rollstuhl saß, teilweise gefüttert werden musste und meine Frau und ich bewunderten jeden Tag wie diese Familie zusammen hielt und wie sich alle ganz selbstverständlich um die Mutter kümmerten.
Man sollte dankbar sein, dass man selber gesund ist und immer daran denken, dass man selber auch von einer Minute auf die andere im Rollstuhl sitzen oder sonst irgend ein Unglück erleiden kann.LG
Robert -
Hallo zusammen
Natürlich "schaut" man, wenn behinderte Menschen am Nachbartisch sitzen oder an einem vorbei gehen. Aber ich schaue da genau so, wie ich andere Menschen anschaue.
Das eigene Verhalten in so einer Situation ist schwierig. Man weiß vielleicht auch nicht, wie man mit behinderten Menschen am besten umgeht oder wie man ihnen am besten hilft. Die Leute aber als "blöd" abzustufen, ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Jeder, der gesund ist, muss froh sein, DASS er es ist. Wie man immer wieder sehen kann, kann sich das von heute auf morgen ändern. Man kann von heute auf morgen selbst in so einer Situation sein. Möchte man dann selber als "blöd" abgestempelt werden?
In meiner Kindheit hatte ich eine Bekannte - Freundin wäre zu viel gesagt - die Spastikerin war. Es war anfangs wirklich beklemmend, aber irgendwann sah ich sie als ganz normales Kind an. Sie war halt irgendwie "anders", aber hatte trotzdem ihre Vorzüge. Ich traf sie gerne.
Ich finde es generell unmöglich, wenn Leute andere Leute als "blöd" abstufen oder sie dumm hinstellen, weil sie anders sind als sie, ihre Erwartungen vielleicht nicht erfüllen. Dassind für mich die wirklich armen ...
Viele Grüße
Manuela -
Hallo Dieter
Ich denke genau wie du.Mir kommt die Galle hoch wenn ich höre wie über Behinderte geredet wird.Wir haben selber im Freundeskreis Familien mit behinderten Kinder.Eine Freundin hat eine 12Jährige Tochter.Sie hat Entwicklungsstörungen und ist auf dem Stand einer 4Jährigen.Sie ist ein sehr liebes Mädchen,die auch fast alles versteht und sich auf ihre Weise auch Verständig macht.Diese Personen brauchen viel Zuwendung und keine Ablehnung und schon gar kein Anstarren.Besonders diese Familien haben es sehr schwer und vielen Familien können dieses auch schwer verkraften und es kommt unter den Partnern zur Trennung.
All die,die diese Menschen als >blöd> bezeichnen,sind in meinen Augen,noch eine Stufe darunter.LG Ina
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Ja ja, ihr habt alle recht!
Aber diese betroffenen Menschen sind extrem empfindsam, vielleicht auch aus Erfahrung geworden. Sie sehen unsere Blicke ganz anders als wir sie möglicherweise gemeint haben! Das erzählte mir einmal ein gelähmter Junge. Sie achten viel mehr auf die gesamte Mimik des Gesichtsausdruckes. Sie lesen nicht nur in den Augen, sondern beziehen den ganzen Gesichtsausdruck mit ein. Wahrscheinlich hätten wir Schwierigkeiten das nachzuvollziehen.
Erlebt man das nicht oft, dass es ein Gemurre gibt, wenn behinderte Passagiere als erste ins Flugzeug dürfen?Wir tun uns doch schwer einmal daran zu denken was wir in der Situation erwarten würden, denn NOCH geht es uns mehr oder weniger gut! Wenn nicht mehr was dann?
Wir behaupten von uns eine zivilisierte Gesellschaft zu sei, was immer auch die Definition dafür sein mag. Sind wir es wirklich und ohne Widerspruch? Kommt nicht bei dem oben beschriebenen unsere animalische Vergangenheit ein bisschen ans Tageslicht?
Gruß Dieter
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ja hier sitzt der Hund begraben...
ich schaue immer wenn ich jemanden sehe der "anders" ist als ich, ich schaue auch manchmal schon intensiver hin, um zu erkennen um welches Gebrechen sich handelt
und am meisten rege ich mich auf über diese Feststellungen, "dass man glotzt"
ja, und wenn man nicht guckt ist auch schlimm
also wird man echt nicht schlau, was solchen Personen lieber istich schaue interessiert, ich würde mal sagen, ich schaue ganauso hin als wenn ich einen besonders hübschen, oder aussergewöhnlichen Menschen sehen würde

und habe mit Behinderungen keinerlei Problem, allerdings ist oft die Situation ein wenig schwierig wie man sich letzendlich verhalten soll, damit es taktvoll ist

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oops sehr schwieriges thema.
haben selbst einen Nachbarn mit geistig behindertem Kind.
Ist alles relativ und situationebedingt.
Aber kleine Geschichte aus Ende 80er:
Flug nach Dalyaman Türkei mit Taxi auf Pension-Suche...
eine wunderschöne Familienpension direkt am Strand gefunden!
Damals war es noch herrlich dort. Und Abends beim Essen kommen 2 Behinderte in Rollis und ein Mädel mit nur einem Bein dazu. Tanürlich haben wir auch erst mal geguckt. 3 Behinderte plus Begleitung.Haben Uns aber dann sehr gut unterhalten und auch viel miteinander unternommen incl. Bootsfahrt mit schwimmen.(Können Rollifahrer schwimmen? unser erster Gedanke!
die beiden Rollies waren wirklich schwerstbehindert 24 h Ziwi-Betreuung)
Ich erinner mich heute noch gerne an diese Zeit.
Abends dann zu späteren Stunde: Wir wollen auch mal an der Theke sitzen?
Was haben wir gemacht.... 2 Tische an die Theke und die Rollis draufgesetzt! Ein wunderbarer Abend.
es waren ganz einfach 2 wundervolle Wochen mit Spass aber auch Rücksicht.
wir haben sie anschliesend besucht!
Und ein Rolli war mit ziwi auch mal über WE bei uns.kurz und gut: wir gucken alle
aber reagieren müssen wir auch
wir haben kein Problem auch mal die Leute anzusprechen ,wer weiss wie uns mal geht.
Ich grüss mal alle die leider nich so gesund wie wir sind und hoffe auf sehr viel Toleranz und (nein kein Mitleid) sondern Verständnis und Offenheit zu allen unseren Erdenbürgern!Gruss
Die Bllume -
Hallo zusammen,
ja ich gebe es zu ich gucke auch und ich denke, dass da auch etwas Mitleid mitspielt, was ja die Betroffenen nicht wollen. Aber ich bewundere auch solche Menschen. Ich weiß nicht ob ich in einer solchen Situation den Mut hätte, trotz dieser Einschränkungen, weite Urlaubsreisen zu machen. Hut ab.
LG Kerstin -
Jeder der sich über Behinderte Menschen auslässt sollte mal drüber nachdenken das es einen jederzeit selber treffen kann, z.b durch Unfälle oder z.b Nervenkrankheiten die man Plötzlich bekommen kann!
Ich weis wovon ich rede, den mein Vater ist vor einen Halben Jahr an ALS erkrankt, und er war auch bis dahin noch Körperlich und Geistig absulut fit.Wir waren mal in Tunesien im Calimera Monastir, dort war eine Familie deren Vater ein Jahr vorm Urlaub ein Motoradunfall hatte der von jemand anderes Verschuldet wurde wie sie uns erzählt haben.
Der Vater muste 24 Stunden betreut werden, den er konnte nichts mehr alleine machen was die Motorik anging.
Als seine Frau mit ihm ins Wasser wollte haben viele Hotelangestellte und Gäste geholfen, aber auch dort konnte man beobachten das andere ganz schnell das Wasser verließen, vieleicht haben sie gedacht das er das wasser verseucht oder was, ich fand das zumindest zum Kotzen.Im Selben Hotel war auch eine Familie mit einen Autistischen Jungen, ein Abend gab es im Hotel einen Spieleabend, da der Junge leider kaum Punkte erreicht hatte und so natürlich auch kein Gewinn(T-schirt, Mütze e.t.c) bekommen konnte, haben wir ihm unsere Punkte die wir erspielt haben geschenkt und so bekamm er ein Shirt mit den Unterschriften der Animateure.
Wir selber waren mit Leicht geistig und Körperlichen Behinderten Menschen unterwegs, da ein Kolege von mir etwas schräg geht durch einen Schweren autounfall den er vor 20 Jahren hatte, meineten doch einige Gäste wir sollten ihn doch ins Zimmer bringen da er ja Sturz besoffen wäre!
Als ich ihnen erklären wollte das er nicht beoffen ist sondern das er einen Autounfall hatte haben sie nichts mehr gesagt!Deswegen gilt für mich der Grundsatz, egal ob zuhause oder im Urlaub, Behinderte Menschen sind genauso viel wert wie jeder andere auch und ich behandel sie auch so, und wenn jemand Hilfe braucht das Helfe ich jederzeit.
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Natürlich schaut man da mal hin . Behandeln wie andere Gäste auch sie haben auch das recht darauf und nicht links liegen lassen zu werden . Auch mal hallo sagen gerade solche Menschen freuen sich wenn man sich mit Ihnen abgegiebt. Haben selbst einen Behinderten in der Familie und kann mich da schon reinversetzen. Und vorallem wünsche ich niemanden so etwas. Jeder soll froh sein nicht behindert oder eine psychische Krankheit zu haben denn ich finde das ist ganz schlimm.
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Ja,da hast du recht.
Es gibt Situationen,wo man nicht immer weiß,wie verhalte ich mich richtig,man ist bestimmt auch manchmal gehemmt,aber ich habe auch meinen Kindern immer beigebracht,NIE verächtlich oder irgendwie negativ sich zu verhalten.Hatte unter den Kunden auch eine Kleine (mongolchen),die immer gern kam,weil ich sie ernst nahm.
Aber wenn wir ehrlich sind,beobachtet jeder Menchen,sie so behindert sind,weil das eine ganz andere Welt ist. Nicht negativ gemeint !!
Ist oft wirlich Unsicherheit,wie gehe ich damit um.
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Metrostar wrote:
Mal ganz ehrlich... Einen spastisch Gelähmten am Nebentisch, der gefüttert werden muss, und herumsabbert, empfinde ich nicht gerade als angenehm beim Essen. Irgendwann schaut man ja doch unbewusst dort hin.Ich weiss echt nicht was dazu sagen, bin über deine Aussage einfach nur schockiert!! Sollten sie lieber zu Hause bleiben weil sie "herumsabbern" und so Leute wie du, dies als unangenehm empfinden? kopfschüttel
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@simi23
Darauf hab ich gewartet!
Ich habe einen spastisch gelähmten Kollegen. Prickelnd ist es nicht gerade, neben ihm beim Geburtstagsfrühstück oder in der Kantine zu sitzen.
Und wenn ich mir dann Fremde im Hotel vorstelle, naja...
Übrigens: Der Kollege ist höchst intelligent, ein angenehmer Kollege, mit dem man gern zusammenarbeitet. Von Geburt an schwerstbehindert, geht er anders mit der Behinderung um, als jemand, den es später "erwischt", spricht ganz offen und ehrlich darüber und erwartet das auch von anderen.
Dafür, daß er Hilfe beim Essen und Trinken braucht, kann er ja nun nichts. Schließlich kann er nichts daran ändern. -
@metrostar
Gerade weil du das kennst, solltest du doch anders drüber reden, oder nicht? Was sollten denn diese Menschen deiner Meinung nach tun? Nicht mit anderen Frühstücken, nicht in Urlaub fahren wo "normale" Menschen sind? Wenn ich solche Leute im Urlaub sehe, freu ich mich sehr für sie, dass sie trotz ihrer Behinderung ihr leben geniessen können, und man mit ihnen auch in Urlaub fährt usw. sie haben doch das gleiche Recht drauf. Und wenn du dich davor ekelst, setzt du dich eben irgendwo anders hin. Aber immer rübergaffen und noch tratschen (spreche jetzt nicht von dir sondern allgemein) ist doch für solche Menschen echt das letzte.
Ich behandle behinderte genau gleich wie andere auch. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit ihnen aufgewachsen bin (mein Bruder hat das Down Syndrom) -
@simi23
Keine Sorge, die Behinderung hält den Kollegen nicht davon ab, in der Weltgeschichte herumzureisen
Wie Du schon schreibst, hinter demjenigen Faxen machen, Angaffen oder Tratschen muss nicht sein. Da setzt man sich woanders hin und fertig ist. -
moin,
in letzter zeit fragt meine fast 4 jährige tochter immer lautstark nach oder weist uns darauf hin, dass sie jemanden mit irgendeiner besonderheit entdeckt hat. (maaamiiii, der hat ja keine arme.... maaami, warum ist der mann soooo dick, die frau so klein...) usw. manchmal möchte ich da in den erdboden versinken
.... wir versuchen unserer tochter zu erklären, dass es eben die verschiedensten menschen gibt, auch welche mit handycap und das es kein grund zur angst oder panischen reaktion ist. es gibt leider auch eltern, die dann ihre kinder aus der situation möglichst schnell entfernen und das ganze auch noch mit blöden sprüchen kommentieren. finde ich furchtbar. bei uns haben sich schon öfter nette gepräche durch die unbefangeheit meiner tochter ergeben. manchmal beneide ich sie darum und frage mich, warum man nur als erwachsener so verklemmt/gehemmt ist.lg katja