Tourismus und Schwarzgeld
Tourismus ist eine Branche - genau wie die Baubranche - in der in der Vergangenheit auf Mallorca unglaublich viel Schwarzgeld 'produziert' wurde. Einige der grossen Hoteliers der Insel (Besitzer von Hotelketten) haben übrigends als Bauunternehmer angefangen bis sie dann irgendwann einmal Hotels nicht nur gebaut sondern auch betrieben haben.
Ein Hotelier war bekannt dafür dass er immer das letzte und grösste Modell von Mercedes fuhr. Ausnahmslos alle Autokäufe bezahlte er mit Bargeld das er in einer Plastiktüte eines bekannten Supermarkts trasportierte.
Bei einem anderen Hotelkettenbesitzer wurde kurz vor der Einführung des Euro, als die Peseta noch im Umlauf war, an einem Wochenende und in der Nacht im Büro eingebrochen (Alarmanlage gab es nicht). Der Kassenschrank wurde mit einem Schweissgerät aufgebrochen wie eine Sardinenbüchse. Bei der Polizei gab der Hotelier an dass ca. 30 Milionen Peseten abhanden gekommen seien. "Böse Zungen" behaupten dass es mindestens 10 Mal so viel waren.
Ein anderer Hotelkettenbesitzer hatte in seinem Büro einen Kassenschrank wie er in Spanien in den Zweigstellen von Banken zu finden ist .... RIESSIG ... und daneben eine Geldzählmaschine. Ein Teil seiner Hotelkäufe (und die Provision für den dazwischengeschalteten Makler) wurden in Schwarzgeld gezahlt.
Es gibt viele Möglichkeiten in Hotels zu Schwarzgeld zu kommen. Eine der meist angewendeten war, dass der Hotelbesitzer - so um die Zeit des Abendessen - alle Einnahmestellen (eine oderer mehrere Bars, A-la-carte Restaurants, etc., etc.) abklapperte, das in den Kassen vorhandene Bargeld komplett 'einkassierte' und mit einem "Totalschlüssel" die Kasse auf "NULL" stellte. So erschienen in der offiziellen Buchhaltung des Hotels nur jene Einnahmen nach dem "NULL" (um eventuellen Betrug seitens der Kellner kontrollieren zu können wurden natürlich die Einnahmen vor dem "Null" mitgerechnet).