Ich glaube, viele begehen hier einen Denkfehler. Sie meinen, man müsse sich nach dem Fazit (Weiterempfehlung ja oder nein) eines Bewerters richten, wenn man dessen Bewertung Ernst nehme. Dem ist aber nicht so.
Ein häufig vorkommendes Beispiel:
Ein älteres Ruhe suchendes Ehepaar bewertet ein Hotel mit "Weiterempfehlung: nein"), weil dort bis tief in die Nacht "die Post abgeht". Dies schildert das Ehepaar in seiner Bewertung auch detailliert. Partyhungrige Leute werden diese detaillierte Schilderung mit Interesse lesen und dann womöglich urteilen: Das Hotel ist ja wie für uns gemacht!
Es kann also sehr gut aufgrund desselben Sachverhaltes zu völlig verschiedenen Schlussfolgerungen, empfehlenswert oder nicht, kommen. Für beide ist die Bewertung wertvoll und hilfreich.
Es gibt natürlich auch andere Beispiele. Für mich etwa ist in Bewertungen bulgarischer Hotels das Kriterium "Freundlichkeit des Personal" völlig uninteressant. Weil ich aufgrund meines Verhaltens und meiner bulgarischen Sprachkenntnisse so gut wie noch nie einer Unfreundlichkeit des Personals ausgesetzt war.
Ich lese die Bewertungen wegen der Details, nicht wegen des Fazits.
Gruß
Manfred