Es wundert mich nicht, das die Reisebranche auf ihren Veranstaltungen nach aussen gute Stimmung verbreitet. Man will doch nicht potenzielle Kunden, die sich selbst nicht im Klaren sind, durch eigene negativen Prognosen verunsichern.
Wenn ich mir die div. Beiträge in verschiedenen threads, die sich mit diesem Thema seit Anfang Dezember 2008 beschäftigt haben noch einmal durch den Kopf gehen lasse, hat die hier schreibende Reisebranche einhellig und sehr pragmatisch wohl eine Art "doppeltes Spiel" betrieben. Diejenigen, die wg. der Finanzkrise auch Auswirkungen auf das Reisejahr 2009 voraussagten, wurden mit optimistischen Zahlen bombardiert, die in deren Augen nicht nachvollziehbar waren.
Aber die Reisebranche hat die ( halbe ) Wahrheit gesagt: bis November 2008 lagen die Buchungen nach einer Untersuchung der GFK ( Gesellschaft für Konsumforschungen, die regelmässig 20.000 Haushalte zu ihrem Reiseverhalten befragt ) einen Zuwachs von 2% für den Sommerurlaub 2009 überm Vorjahr.
Aber Rückschlüsse ( der Reisebranche ) aus diesen Zuwachsraten für das gesamte Reisejahr 2009 waren unzulässig. Die Sommerurlaubsreise wird großteils zwischen Januar und März gebucht, und im Dezember lagen eben diese Zahlen nicht vor. Da hatte der von mir befragte sales-manager im Mega Saray anscheinend wohl Recht, der erst Ende Januar 2009 verlässliche Zahlen für 2009 erwartete.
Für die Wintersaison 2008/2009 liegen die Buchungen 4.4% unter Vorjahresniveau, und Familien mit Kindern planen zu 6.4% weniger Reisen in 2009 als im Vorjahr.
Erst im Februar d.J. wird eine neue Konsumenten-Befragung ergeben, inwieweit die Zögerlichkeit der Reisenden real im Buchungsverhalten niederschlägt.
Vermutlich wird es eher zu einem Rückgang der Reisen kommen als zu einem Rückgang der Reisenden ( nur 1 Urlaub statt 2 oder mehrere, statt 3 Wochen nur 14 Tage, statt 14 Tage nur 9 tage usw., statt Flugreise ein Urlaub in Deutschland-wobei ich zweifle, ob das billiger ist- usw.usw.)
In Mitteleuropa besteht für 2009 erhöhtes Intersse an Ländern wie Bulgarien, Rumänien, Polen. Hier erwartet man anscheinend mehr Leistung für weniger Geld.
Gruss Gabriela