Mcmannaman wrote:
Finde ich einfach etwas besonderes genauso wie Wale. Wie sieht es mit Europa und Delphinen aus?
Sie kommen überall vor, aber das Meer ist eben groß.
In Sharm el Sheikh ist es so, dass wir den Delphinrudeln meistens weit draußen zwischen Trian Insel (bezw schon Saudi Arabisches Territorium) und Naama Bay
(gedachte Linie) bei der Rückfahrt begegneten. Solange das Wasser recht warm war wie Anfang - Mitte September.
Ein Delphin und Walrefugium sind natürlich die Azoren, wo ich voriges Jahr Ende April herum war.
Aber auch da: Es waren ein Rudel gleich in der Nähe der Hauptstadt - aber sie zu entdecken ist dennoch eher schwierig. Man müsste schon mit einem sehr starkem Fernglas den ganzen Tag das Meer absuchen.
Wir habe eine Walbeobachtungstour gemacht , weil ich mir dachte: Wohl nirgends sonst wo ich hinkomme in Europa sehe ich wahrscheinlicher einen Walfisch.
Es war etwas ungünstige Jahreszeit und die Unternehmer (da sind gleich 3-4, die aber alle gleichzeitig rausfahren) meinten beim Briefing: Wir werden nur Delphine sehen.
Dazu muss man wissen: Sie haben Späher, die das Meer absuchen und so die Boote dirigieren.
Am Ende des Briefings (Welche Tiere gibt es etc....) gab es aber eine gute Nachricht: Ein Bottwal (Spermwal) wurde gesichtet.
Also wir fuhren dann sehr weit hinaus und tatsächlich: Ein Pottwal von ca. 10m tauchte auf. Viel sieht man ja normalerweise an sich nicht - ein langes schwarzes Ding am Wasser wo man vorne das Ausblasen sieht. Dann tauchte er ab. Nach einige Zeit tauchte er erneut auf ..... und nachdem er kurz abtauchte, sprang er seitlich des Bootes komplett aus dem Wasser - ich habe das aus dem Augenwinkel mitbekommen, die Kamera mit Tele herumgerissen - leider habe ich nur noch das Platsch mit 5Bilder/sec mitbekommen 
Siehe: meine Bilder für Google Earth
Daneben habe wir 3 verschieden recht große Rudel Delphine (eines gleich in Küstennähe nach dem Airport von Ponta Delgada / San Miguel) gesehen.
Am Meer kann Dir überall alles begegnen - aber man muss eben sehr viel Zeit haben:
Die Walhaimutter samt Baby, die seit zwei Jahren öfter entlang der Sharm el Sheikh Gegend rumzieht habe ich voriges Jahr auch verpasst - ich war 200m abseits schnorcheln 
Dafür ist er mir und meiner Partnerin beim Schnorcheln 2002 vor dem Hilton Sharksbay als er noch kleiner war (so um die 3-4m) beim schnorcheln entgegengeschwommen.
Und der Engelhai/Geigenrochen der auch in der Gegend immer wieder gesehen wurde ist mir just am Abend beim "austauchen" vor gut 9 Jahren mal direkt vor Sharm el Sheik old Market (Da wo ich kaum jemand schorcheln empfehlen würde) über den Weg geschwommen.
Egal - es sind Momente an die man sich gerne erinnert.
Nachgerechnet aber ob sich das alles "gelohnt hat" sieht die Bilanz vielleicht ernüchternd aus:
Ich habe zwischen 1992 und 2001 mehr als 100 Tauchgänge im Roten Meer gemacht (meist Sharm el Sheikh) und seit 2002 war ich 8x Schnorchelurlaub in Sharm el Sheikh - was gut 14 Wochen Schnorchelurlaub entspricht, wobei ich mindesten 4 Stunden pro Tag im Wasser war.....
Natürlich waren auch immer wieder Begenungen mit großem, Rochen zu verzeichnen - aber auch eher selten und ein Hightlight.
Das Motto ist halt immer: "Erwarte das Unerwartete" aber das Urlaubsglück würde ich daran nicht festmachen wollen.
Mir gefallen einfach die vielen Bunten Fische (auch wenn manche klein und scheu sind). Gerade bei den selteneren und scheuen Arten freut es mich, wenn ich sie doch mal fotografieren konnte. Bei denen die in größere Zahl vorkommen versucht man halt, das "über drüber Spitzenbild" zu bekommen -auch eine enorme Herausforderung - aber auch zugleich viel Übung für Unvorhergesehenes.
Des weiteren kommt ein Aspekt hinzu: Durch langjähriges Beobachten lernt man sehr viel was das Verhalten und Zusammenleben betrifft dazu. Man sieht plötzlich Dinge, die einem früher nie aufgefallen währen. Da viele Fische Orststabil sind, sieht man sie wachsen und sich entwickeln. Es ist wie eine Begegnung mit alten Bekannten. Man sieht wie sie sich paaren, nächstes Jahr sind dann die Kinder schon da etc.
Um so schwerer fällt einem dann am Urlaubsende der Abschied von dieser bunten, nicht immer friedlichen Welt. Das es ums "******* und Gefressen werden" geht, bekommt man anfangs nämlich auch nicht so mit.
Siegfried