Dienstag, 10.09.2013
Weil ich unbedingt etwas von der kretischen Gebirgswelt mitnehmen wollte, beschloss ich, erst am Abend mitder letzten Busverbindung zu meiner nächsten Station nach Sitía zu fahren. Der Ausflug in die Lassithi-Hochebene hat sich auf alle Fälle gelohnt, obwohl auch diesmal sehr viele Touristen dabei waren. Aber ich glaube, dass man als Nicht-Autofahrer nur diese eine Chance hat, um diese faszinierende Gegend zu entdecken. An diesem Tag hatten wir zwei Reiseleiterinnen, eine Griechin und eine Russin. Die meisten Leute im Bus waren Russen.
Zuerst fuhren wir zu diversen schönen Aussichtspunkten und machten oben Bilder von der Gegend um Chersonissos und das Meer. Der Ausblick war in der Tat herrlich. Anschließend ging es weiter in die Lassithi-Hochebene. Aus dem Bus konnte ich die fruchtbaren Melonen-Felder erkennen und freute mich auf die ganzen Sehenswürdigkeiten. Unser erstes Ziel war die wohl bekannteste Attraktion dieser Region, die Zeus-Höhle in Psychro. Wir konnten selbst entscheiden, ob wir den Weg nach oben komplett zu Fuß bewältigen, für 20 Euro mit dem Esel reiten oder unten bleiben wollten. Obwohl ich nicht sehr sportlich bin, entschied ich mich für die erste Variante. Es war nicht ganz einfach, aber ich hielt durch und wurde für meine Ausdauer belohnt. Die Höhle war definitiv eins meiner Highlights, und ich kann die Besichtigung jedem Kreta-Urlauber wärmstens empfehlen. Ich habe auch innerhalb der Höhle den kompletten Fußmarsch mit den vielen Treppenstufen zurückgelegt und war total begeistert.
Unsere zweite Station war das Kloster Vidianís. Dort gab es u. a. ein leckeres Mittagessen (welches nich tim Ausflugpreis inbegriffen war) in einem Restaurant. Ich bestellte gefüllte Weinblätter und Zucchini, war preisgünstig und extrem lecker. Nach dem Essen haben wir eine kleinere Höhle besichtigt. Der Weg dorthin war ebenfalls lohnenswert, u. a. weil die Sträucher voller Früchte waren und die Reiseleiterinnen meinten, dass wir problemlos davon naschen konnten. Ich habe seit ein paar Jahren eine Obst-Allergie, die wohl allerdings eher eine Folge des Spritzmittels ist und konnte den Verzehr von Beeren in vollen Zügen genießen.
Unser letztes Ziel war das Kloster Kerá, welches von Nonnen bewohnt wird und neben der Kapelle über einen hübschen Garten verfügt. Die Reiseleiterin gab sich große Mühe bei der Erzählung der Geschichte des Klosters, bevor es zurück nach Chersonissos ging. Ich hatte einen wunderbaren Tag und werde mich immer wieder gerne an diesem Ausflug erinnern.
In Chersonissos hatte ich nicht viel Zeit, aß nur kurz eine Gyros Pita in einer Imbissbude, holte imHotel mein Gepäck und begab mich zur Bushaltestelle. Mit der letzten Verbindung (ca. 19:45) wollte ich nach Sitía fahren. Diese Entscheidung erwies sich letztendlich als goldrichtig. Die Straße zwischen Agios Nikolaos und Sitía ist nämlich extrem kurvig. Bei Tageslicht wäre mir im Bus vermutlich übel geworden. Das war mit Abstand die schlechteste Straße während der ganzen Reise. Deshalb hat der Bus auch entsprechend lange gebraucht, ich war erst zwischen 23 und 23:30 Uhr im Ort. Obwohl mein Hotel nicht schwer zu finden war, dauerte es eine ganze Weile, weil es sich außerhalb des Ortes befand.
Überrascht stellte ich fest,dass das gar kein Hotel, sondern eine Privatpension war. Damals wusste ich noch nicht, dass viele Besitzer von Pensionen in Griechenland ihre Einrichtungen im Internet als Hotels bezeichnen. „It´s a small hotel“ sagen sie. Da solltet Ihr ganz genau aufpassen, bevor Ihr reserviert. Im Fall der Pension Petras Beach habe ich aber nichts bereut. Der Besitzer wartete trotz der späten Uhrzeit auf mich und begrüßte mich sehr freundlich. Ich bekam ein großes, sauberes Zimmer mit wunderschöner Ausstattung plus Meerblick und Terrasse. Müde und erschöpft legte ich mich ins Bett und war gespannt, was meine zweite Station auf Kreta mit sich bringen würde.
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