Simi23,
deine Meinung finde ich mal grundsätzlich besch....eiden! Gehörst du auch zu der Fraktion, die glauben, im Urlaub haben sie das Servicepersonal dazugekauft und können es wie Sklaven behandeln? Geht ja wohl gar nicht. 
Ich habe während meiner Ausbildung, als die liquiden Mittel noch nicht so locker geflossen sind, nebenbei viel auf einem Festzelt gekellnert. Dort wurden die Kellner anteilig am selbsterwirtschafteten Umsatz bezahlt, das Thekenpersonal nach Stundenlohn. Ich weiß, dass es bei anderen Unternehmen für alle nur festen Stundenlohn gibt und bin eigentlich froh gewesen über die Umsatzregelung, die bei uns herrschte. Bei gut trinkendem Publikum hat es sich schon gelohnt, sich ein ganzes Wochenende quasi rund um die Uhr die Füße platt zu laufen. 
Dabei muss ich zugeben, dass ich Leute, die mir gleich am Anfang super blöd kamen, mich dumm angemacht oder in sonstiger Weise für minderwertig befunden haben, auch einfach nicht mehr bedient habe. Das muss ich (und jeder andere Kellner dieser Welt) sich nicht gefallen lassen! Wenn ich einen Fehler gemacht habe (ein falsches Getränk gebracht, das Glas verschüttet, etc. pp.), dann habe ich mich selbstverständlich entschuldigt und dafür gerade gestanden. Aber der persönliche Sklave für die Gäste bin ich garantiert nicht gewesen, so frei nach dem Motteo: "Ich bezahle doch die Getränke, dann hab ich den Kellner dazu auch bezahlt". Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wieviele Menschen genau dieses Schlags es schon allein auf Deutschlands Festplätzen gibt!
Jedenfalls, und das ist der Punkt, bedient man Leute, die einem freundlich gesonnen sind, wesentlich lieber, schneller und höflicher. Und wenn man dann gleich vorab noch ein kleines Trinkgeld bekommt, dann läuft man erst recht einmal mehr zu diesem Tisch und schaut, was man noch tun kann. Ich finde nicht, dass das Bestechung ist. Als Kellner verdient man eben auch damit seinen Lebensunterhalt.
Seit meiner Kellnerzeit bin ich jedenfalls nicht mehr pingelig mit Trinkgeld und ich muss sagen, ich habe eigentlich noch nie eine schlecht gelaunte Bedienung gehabt!
Für mich gehört das Trinkgeld geben, egal für Dienstmädchen oder für Kellner, einfach mit dazu, gerne auch vor erbrachter Leistung, da ich aus eigener Erfahrung weiß, was für ein Knochenjob das sein kann!
Sollte ich nach ein paar Tagen feststellen, dass die Leistung zu wünschen übrig lässt, dann kann ich immer noch den "Geldhahn" zudrehen.
LG Lousitana