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  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Wie sind solche Hohlräume und die tiefen Barrancos entstanden? Die Theorie dazu!

    Bei den großen Kavernen und Höhlen, wie bei dem See soll die Theorie sicher sein. Aus den tiefen Schloten der unterirdischen Vulkane kam nicht nur Magma, das flüssige Gestein, sondern auch ein sehr großer Anteil von Gasen empor. An der Oberfläche kühlt diese Magma relativ schnell ab und erstarrt über einen plastischen Zwischenzustand. Wenn nun große Gasmengen mit hohem Druck nachschieben, so sammeln sie sich unter der schon erstarrten Oberfäche in den noch zäh-plastischen Bereichen unter Bildung von eben solchen großen Hohlräumen. Auf ebendiese Art und aus diesem Grunde ist der Urkrater des Teide in sich zusammengestürzt. Die Hohlräume machten ihn instabil. Zurück blieben nur die äußeren Seitenwände, die man heute noch sehr gut sieht.
    Bei den Höhlen außerhalb des Teide waren wohl die Volumen nicht so groß und die Lava hatte Zeit vollends zu erstarren.
    Anders scheint es sich mit den tiefen Einschnitten der Barrancos verhalten zu haben! Dort war das Gestein schon erstarrt, als von unten her neue Magma nachdrängte. Durch den enormen Druck, den diese von unten ausübte, riss die Oberfläche tief zu solchen Faltungen auf. Das klingt ganz plausibel, aber dieses ist bislang nur eine Hypothese, und nicht bewiesen.
    Insofern bestehen diese Gegenden der Barrancos aus einem monolithischem Gestein. - Ein einheitliches Gestein.

    Ein kleines Experiment kann das etwas veranschaulichen:
    Wir schütten eine dickfüssige warme Puddingmasse in eine großflächige Schale, auf deren Grund sich ein kleiner Ballon befindet, der mittels eines dünnen Schlauches von außen zugänglich sein soll. Unser Pudding kühlt nun von oben her ab und erstarrt. Nun blasen wir vorsichtig den Ballon auf. Zunächst wird er die Oberfläche wölben, solange bis sie durch die Spannungen reißt und tiefe Spalten bildet. Natürlich muß die Oberfläche unseres Pudings groß gegen die Dicke sei, denn sonst ziehen die Wölbungs-Spannungen die Ränder ein. Der Ballon sollte nur die nachdrängende Magma ersetzen. Wir hätten ihn auch mit noch flüssigem Pudding auffüllen können. Das würde die Verhältnisse noch besser beschreiben.

    Das sind unsere Barrancos! - Die tiefen Risse und Falten im "Pudding"!

    In dem Infozentrum der Las Canadas kann man darüber mehr erfahren.

    Mittlerweile sind die Kanaren in Jahrmillionen über den unterirdischen Schlot (hot spot) in Richtung auf das afrikanische Festland hinweggedriftet, und sie wandern immer noch, sehr langsam aber messbar.

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Hola,
    liebt ihr auch die spanischen Balkone? Dann lasst uns mal nachschauen was es damit so auf sich hat und hatte!

    Eigentlich sind diese „Vorhänger“ an den Häusern nie dazu gedacht gewesen so richtige Balkone in unserem Sinn zu sein. Sie waren nicht einmal für ein gemütliches Kaffee - Pläuschen geeignet Vielmehr waren sie, und vielleicht heute auch noch in Nobelhäusern, mehr ein Standes- und Statussymbol und der Würde derer die dort wohnten. Man zeigte ja gerne nach außen hin wer und was man ist, in Ermangelung der heutigen entsprechenden Nobelkarosse. Überwiegend waren diese Balkone nicht viel weiter als nur einen Meter vorgebaut, und ganz aus Holz gefertigt, aber dazu komme ich noch! Damals, wie auch heute, sind dahinter keine Fenster, sondern große Flügeltüren bis an den Boden. Also dienten sie auch der Sicherheit. Jedenfalls befanden sie sich immer an der vorderen Hauptseite des Hauses. Und die Brüstungshöhe von 105 bis 115 cm war und ist vorgeschrieben. Wie bei uns, nur wer hat von wem abgeschaut?

    Ganz lustig hat mir das ein spanischer Edelmann, aber ein aufgeschlossener und fideler, einmal so erklärt:

    Also Don und Dona sollten die Eltern sein (Don heißt eigentlich nur Herr oder Lehrer), aber es hört sich gut an. Und dann gibt es noch die flügge gewordene Tochter Donita Maria. Mit dem Namen Maria kann man eigentlich nie was falsch machen!
    Wenn nun draußen der Heldentenor ein Ständchen brachte, oder der Stierkampf-Metzger aus der Arena von gestern Abend sich zur Werbung einfanden, dann ging Maria, natürlich erst nach einer Weile, huldvoll auf einen dieser Balkone. Eine Rose im Haar, frisch gestylt, natürlich hatte sie schon längst deren Aufwartungen erwartet, und mit dem obligatorischen Schnupftüchlein in der linken Hand. ….. Frei nach der Oper Carmen!
    Wichtig war, dass sie nicht zu nahe an die Brüstung treten konnte, denn dann hätten ihr beide Boys von unten unter den züchtigen Rock schauen können, deswegen war vor dem Geländer noch extra ein Balken, der den Abstand vergrößerte. Dona Mama passte derweil auf, dass das Töchterchen nicht auf Abwege kommt, vielleicht wie sie einstmals!
    Damals war unten ohne noch nicht in!!!!

    Nun wollen wir das aber genauer wissen! Machen wir doch einmal einen Besuch bei einem der diese moralischen Schranken der Marias baut, einem Balkon-Schreiner und Drechsler in der Nähe von Icod de los Vinos.

    Er ist ein alter Herr und einer der letzten seiner Zunft. Und er ist das, was man die Güte, Lebenserfahrung und Freundlichkeit in einer Person nennen könnte. Ein Laster hat er: Er hat eine Frau, Kinder, Enkel und raucht für sein Leben gerne Pfeife! Letzteres ist das Laster! Dem wurde von uns auch in würdiger Weise mit viel Tabak gehuldigt.
    Seine Werkstatt ist ein ganz alter Bauernhof, und man kommt sich vor, wie wenn man einen großen Künstler, einen Schnitzer oder Geigenbauer besucht. Er empfing uns gleich mit einem Kaffee.
    Draußen vor dem Haus lagerten große Mengen Holzzuschnitt als Kant- und Rundhölzer unter Planen im Schatten in Längen von ca. 2 Metern. Das ist wichtig, denn sonst wird das Holz krumm und schwer bearbeitbar. Wohl merkte er, dass wir ungeduldig waren das Heiligtum seiner Werkstatt sehen zu dürfen, aber immer noch ein „manana, manana“. Hinterher verriet er uns, das er sich über den Besuch gefreut hat, und die Zeit so lange hinauszögerte, weil doch sonst niemand vorbeikommt, der für sein Tun heute noch Verständnis hat, und auch das nötige Geld!
    Die Werkstatt war wirklich die eines Künstlers. An der Längswand eine lange, vielfach gelagerte Welle, ich glaube das nennt man bei uns wohl ein Vorgelege, davon gingen etliche Riemenantriebe hin zu den Dreh- und Drechselbänken, natürlich ohne Programmsteuerungen, die ausgekuppelt werden konnten. Alles machte einen sehr alten Eindruck. Die Wände hingen voller Werkzeuge (Beitel), Vorlagen und Schablonen für die Holzbearbeitung. Er verriet uns auch, dass heute die meisten Hölzer von Festland und von anderswo herkämen, denn das harzige Pinienholz muss erst viele Jahre ablagern. Aber alles was er verarbeitet kommt aus Spanien!

    Und dann schritt er zur Tat, einer perfekten Demonstration seines Könnens; jetzt war er kein alter Herr mehr, sondern ein begeisterter Perfektionist in seinem Element. Die Drechselei ging ihm nur so von der Hand, die Späne flogen nur so. Wir haben nur gestaunt!
    Alle diese Balkonstreben/säulen haben den gleiche Charakter und vielfach auch das gleiche Profil und Muster. Das ist seit Jahrhunderten überliefert.
    Uns wurde auch erklärt, dass man heute solche Balkone per Katalog von der Stange bestellen kann, als laufende Meter, wie bei uns ein Holzzaun.
    Bei unserem „Künstler“ durfte ein Balkon keine Schrauben, Stahlbolzen, Winkeleisen enthalten; alles muss verschränkt, verdübelt oder verklinkt sein. Leim wird akzeptiert!
    Die Handwerksarbeit kann man heute kaum noch bezahlen, jedoch das Ergebnis ist sichtbar, nicht nur für alle „Marias“.
    Einer seiner Schwiegersöhne steigt in den Betrieb ein, so dass die Tradition weiterlebt. Auch die Auftragsbücher sind voll bis hin nach Griechenland.
    Der ‚Kerl’ ist halt bekannt!

    Trotzdem haben er und seine anwesende Familie sich sehr über unseren Besuch gefreut, und wir bekamen noch einen kleinen gedrechselten Stab als Andenken mit.
    Danke Juan! So leicht vergessen wir dich nicht!

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Ein unterirdischer See bei Santiago del Teide.

    An anderer Stelle hatte ich schon kurz angedeutet, dass es den dort gibt.
    Und es war immer mein Wunsch diesen einmal zu sehen. Mit viel Vitamin B, Sicherheitsbelehrungen, Genehmigung und unter der Führung eines Wasserbauings ist es mir nun gelungen bis dahin vorzudringen. Das war sehr eindrucksvoll und ich hätte es nie für möglich gehalten, dass der See wirklich so groß und tief ist, wie es mir immer berichtet wurde.
    Von außen ist nur ein weißes Gebäude zu sehen, dass praktisch ein Maschinenhaus ist für große Luftkompressoren und Wasserpumpen. Daneben befindet sich der Eingang zum Stollen, in dem sogar eine Lorenbahn fährt. Das ganze äußere Gelände ist busch- und grasbewachsen, und läßt nicht erahnen, dass sich tief in dem Massiv ein solcher See befindet. Wir hatten uns verabredet, und nach einer Umkleidung, Überprüfung der Sicherheitsgegenstände, wie Führungsseil, Karbidlampe am Helm und dem Sauerstoffmeßgerät des Führers ging es mit drei weiteren Arbeitern los.
    Mir schien der Stollen endlos zu sein! In der Tat, er war auch ca. 250 Meter lang. Überall tropfte es von der Decke aus den Lavafelsen auf uns herab. Spätestens jetzt erkannte ich den Sinn unserer gummierten Anzüge! Sehr unangenehm, denn man wird den eigenen Schweiß nicht los. Es wurde recht kühl je weiter wir kamen. An die Karbidfunzeln mußten sich die Augen erst langsam gewöhnen, trotz der großen Taschenlampen. Das Gestein war pechschwarz und fast ohne Reflexion. Seitlich liefen sehr dicke Zu- und Abluftrohre, sowie Wasserrohre.
    Und plötzlich weitete sich der Tunnel und wir standen am Rande des Sees. Seine Oberfläche war spiegelglatt und fast ebenso schwarz wie die Umgebung. Selbst unsere Taschenlampen reichten nicht aus um das gegenüberliegende "Ufer" erkennen zu können. Darüber wölbte sich ein etwa 30 Meter hoher Dom. Und es tropfte stark ohne Unterlass, zur Freude meiner Begleiter. Zwischendurch wurde immer mal ein Blick auf die Karbidlampe und das Sauerstoffmessgerät geworfen. Es zeigte gottlob immer schön seine 20,8 vol % an, denn unterhalb von 19,5 % hätten wir fluchtartig den Rückzug antreten müssen. Die Mitte des Sees sollte fast 50 Meter tief sein! Ein Boot gab es auch, aber damit zu fahren fehlte mir bei der Dunkelheit der Mut.
    Der Ing. erzählte auch von echsenartigen Tieren, die es hier geben sollte; es können eigentlich nur Molche sein. Fledermäuse hätte es eigentlich auch geben können, denn der Stollen war außen nur durch eine Gittertür mit Stäben in weitem Abstand verschlossen. Das Echo unserer Unterhaltung hallte vielfach zurück.
    Als wir wieder draußen waren, und uns umgezogen und einen wärmenden Kaffee getrunken hatten, erfolgte noch eine Eintragung ins "goldene Buch", dem Protokollbuch mit eigenhändiger Unterschrift. Denn wir waren im "Vorzimmer des Teufels", wie der Ing. spaßeshalber meinte.
    Dieser See versorgt die ganze weitere Umgebung mit Trinkwasser bester Qualität, wie die Messdaten zeigten.
    Nun kann man sich natürlich fragen: Wie hat man den See denn überhaupt gefunden?
    Das ist heutzutage ziemlich einfach! Die am meisten angewandte Methode ist die der verstreuten Testsprengungen. Es werden kleine Sprengladungen nacheinander gezündet, die sich auf ein Raster verteilen, und das Echo und die Untergrundschwingungen werden analysiert, ganz ähnlich wie bei einem Seismographen bei den Erdbebenforschern. Dadurch können Inhomogenitäten und Höhlen sehr gut und genau geortet werden.

    Es war sehr eindrucksvoll und ich war allen sehr dankbar für ihre Mühe.

    Auf die wahrscheinlichste Entstehungstheorie solcher großen Höhlen und Kavernen werde ich noch in einem anderen Beitrag näher eingehen!

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Große, globale Vorhaben werfen ihre Schatten voraus!

    Und dieses Vorhaben heißt Neu- und Umgestaltung der Betonwüsten des Süden Teneriffas, also im Wesentlichen Las Americas und Los Christanos.
    Diese Region ist rein aus dem Boden gestampft mit seinen Hotelklötzen, und hat keinen natürlichen Ursprung. Das wäre ja noch nicht einmal das Schlimmste, aber man hat in der Vergangenheit wahl- und zügellos ohne Vorausschau drauflosgebaut. Und nun zeigt man sich erstaunt darüber, dass jetzt die Quittung gekommen ist.
    Lange Zeit hat die Regierung große Erhebungen und Statistiken über diese Gegend gemacht, und ist nun endlich wohl zu dem Schluß gekommen, das hier etwas geschehen muß. Ich weiß nicht , ob es schon berechtigt ist zu rufen: Zu spät, viel zu spät, der Zug ist doch längst abgefahren!
    Auf jeden Fall ist diese Gegend doch wohl so untypisch für Teneriffa, wie nur irgendetwas!
    Weiter nach Norden in Richtung Costa Adeje hat sich das Bild schon etwas geändert, aber nicht viel.
    Man hat das Pferd einfach noch laufen lassen, solange das Geld noch fließt. Mittlerweile hat sich das aber geändert; und selbst der dümmste Angestellte im Ministerium für Tourismus muß erkennen und sieht ein, dass es so nicht weitergehen kann! Längst haben andere Gegenden dieser Zone touristisch den Rang abgelaufen, bzw. die Gäste weichen auf andere Inseln aus.
    Es soll also hier, und das speziell in den genannten Orten, rigoros saniert werden. Das bedeutet eigentlich im Klartext nichts weiter als sehr viele Hotels, wenn sie denn noch den Namen verdienen, abzureißen und dafür ein anderes Landschaftsbild zu schaffen! Das aber wiederum heißt ja nichts anderes als wieder etwas künstlich zu schaffen, was dort niemals je gewesen ist. Ein Großteil der Infrastruktur dieser Gegend ist doch längst schon zusammengebrochen. Z. B. die Energie- und Wasserversorgung uvm. Man schafft es doch teilweise nicht einmal mehr das Brauchwasser "farblos" zu filtern, von der Abwasser- und Müllentsorgung einmal ganz zu schweigen! Das Ganze befindet sich am Rande eines globalen Kollapses.
    Das alles hat man höheren Ortes eingesehen, dass hier was geschehen muß, was aber noch längst nicht bedeutet, dass nun auch zügig damit begonnen wird all die wunderbaren Pläne zu realisieren. Geld ist genug da, aber ebensoviele Prozesse und Klagen der Betroffenen stapeln sich in den Ministerien. Es ist sogar eine nicht öffentliche Empfehlung (Erlass) ergangen, die Gäste nicht darüber zu informieren. Das hätte man sich gut ersparen können, denn das sieht und weiß jeder, der dort einmal geurlaubt hat!
    Es wird also angestrebt großflächige Park- und Grünanlagen zu schaffen und die ganze Ver- und Entsorgungsstruktur von Grund auf zu erneuern.
    Fehler der Vergangenheit werden natürlich ungerne zugegeben, deswegen wird auch propagiert, dass diese Orte nicht mehr 'zeitgemäß' sind und den Ansprüchen des modernen Tourismus nicht mehr genügen! Ha, ha, um das zu erkennen muß man kein Minister sein!
    Sollte das wirklich einmal richtig losgehen, woran ich noch meine Zweifel habe, dann werden diese beiden Schandflecke von Orten völlig umgekrempelt. De fakto sind sie dann in der Zeit für den Tourismus so ziemlich gestorben. Bei Los Christianos ist das besonders schwerwiegend, weil dort der größte Fährhafen ist, und Herr Olsen wird sich dagegen mächtig sträuben sich eine Zwangsjacke verordnen zu lassen.
    Ganze Heerscharen von in- und ausländischen Landschaftsarchitekten haben schon ihre wunderbaren Ideen und Pläne eingereicht. Leider ist es dort ja wie bei uns auch; bis es dann wirklich einmal losgeht, ist alles mindestens doppelt so teuer und keine Kalkulation ist mehr brauchbar oder völlig realitätsfremd.
    Vielleicht sollte doch der Weg der kleinen Schritte gewählt werden, damit überhaupt endlich etwas geschieht!

    Diese Informationen habe ich größtenteils von Insidern, kommunalen Verwaltungsbeamten und Einheimischen. Wir haben oft stundenlang darüber diskutiert.

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Wie kann man nur so blöd sein .....ein nicht so schönes Erlebnis !
    nokiN noki

    Etwas Ähnliches wäre mir und meinem kanarische Freund auch fast passiert.
    Wir kamen von der Kaninchenjagd aus dem Tenogebirge in einem offenen Jeep. Auf eben einem solchen Mirador hielten wir an um eine Zigarette zu rauchen. Dort kamen 2 Männer auf uns zu und baten in stark entstelltem Englisch um Feuer, wobei der eine uns noch sein nicht funktionierendes Feuerzeug langatmig demonstrierte. Während der andere sich beiseite geschlichen hatte und sich im Vorderteil unseres Wagens zu schaffen machte.
    Er hat halt Pech gehabt, denn mein Begleiter bemerkte das und machte mich auch diskret darauf aufmerksam. Sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn plötzlich mußten sie in die Läufe zweier Pistolen blicken. Das waren zwingende Argumente!
    Wir haben sie dann fast heulend bei der nahegelegenen Forstverwaltung abgeliefert, wo sie dann diese stählernen Armbänder bekamen.
    Es waren keine Spanier! Die Guardia Cevil hat dann auch absolut keinen Spaß verstanden.
    Natürlich mußten wir unsere Jagd- und Waffenlegitimationen vorzeigen.

    Was daraus geworden ist, das weiß ich nicht, aber gut wird es ihnen ganz gewiss nicht ergangen sein!

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Wie kann man nur so blöd sein .....ein nicht so schönes Erlebnis !
    nokiN noki

    Ja Maribel, endlich ist es heraus, was Du mir schon angedeutet hast!

    Und niemand bedenkt Dich hier mit Attributen wie blöd, einfälltig, leichtsinnig, ........ usw.
    Natürlich ist das alles sehr bedauerlich, zumal alles doch praktisch vor Deinen Augen geschah. Da denkt man nicht groß drüber nach; man ist es ja auch von hier nicht gewohnt, dass soetwas passieren kann.
    Bei der Polizeit sind solche Vorkommnisse durchaus bekannt, aber durch den illegalen und unkontrollierbaren Zustrom vom afrikanischen Festland kämpfen die auch wie gegen Windmühlenflügel.
    Das ist gewiss kein Trost für Euch und den Verlust und Schaden.
    Wie Iz2... schon schrieb, bis auf die Maschinengewehre glaube ich das, es waren wohl eher Maschinenpistolen, die Polizei geht rigoros vor. Aber such mal eine Stecknadel im Heuhaufen! Wenn man sich dort auskennt ist man im Nu von der Bildfläche verschwunden.
    Das sind organisierte Profis! Und nicht einmal immer ausländische. Deswegen haben die meisten Mietautos ja auch einen speziellen Lenkradstock und ein kleines verstecktes Knöpfchen für die Sperrung der Zündung und der Benzinleitung. Aber auch das hätte in Euerem Fall ja auch nichts genützt.
    Nimm's locker und denk an die schönen Zeiten auf der Insel! Es sind nicht alle so!
    Wenn Du schreibst es waren 5 Minuten, dann waren es ehrer 30 Sekunden, denn bestimmt seid Ihr bei der Ankunft schon beobachtet worden!

    Grüße
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Der Baustil alter Herrenhäuser oder auch der einheimischen alten Bauten!

    Ausgenommen bei dieser Betrachtung sind die neuzeitlichen Privathäuser und natürlich die Hotels, wo immer sie auch sind. Auf Ausnahmen werde ich hinweisen.
    Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon einmal bei einer "Überlandfahrt" aufgefallen, das die alten Bauten jeweils von Etage zu Etage in der Grundfläche kleiner werden. Das sieht dann bei drei bis vier Stockwerken schon recht wie eine grobstufige Pyramide aus. Nicht nur , dass Spanier allüberall Treppen lieben, daran liegt es nicht.

    Betrachten wir einmal ein typisches Herrenhaus, das schon viele Jahrzehnte steht. Wie sieht es von außen, ohne Details, aus?
    Die Basis, also das Erdgeschoß, nimmt die größte Grundfläche ein; möglichst noch mit einem Innenhof, auf den die Besitzer sehr stolz sind, und der bis ins Kleinste gepflegt wird. Darauf schließt sich symmetrisch und mittig ein erstes Obergeschoß an, das aber nur ca. 2/3 der Basisgrundfäche ausmacht. Das restliche Drittel ist Dach über den verbleibenden Unterstand, des darunterliegenden Geschosses. Und so geht es weiter fort, je nach Reichtum der Bauherren. Bis ganz oben als Abschluß ein kleines Türmchen, meistens nur eine kleine Plattform übrigbleibt. Das kann man auch auf dem Festland und vorwiegend den Balearen sehen.

    Was hatte das früher für einen Sinn in diesem abgestuften Stil zu bauen?
    Die Erklärung ist einfach das warme Klima! Es gab noch keine Klimaanlagen, also mußte dafür gesorgt werden, dass alle Räume möglichst gut und optimal durchlüftet werden konnten. Und das gelingt nicht, wenn man alle Etagen senkrecht von der Basis-Außenmauer einfach hochzieht. Dann nämlich gibt die nächst höhere Etage ihre Wärme auch nach unten hin ab, denn sie wird ja von oben ständig aufgeheizt.
    Das ist auch einer der Gründe für die Innenhöfe, die dann eine Kaminwirkung haben. Das ganze System kann sehr wirkungsvoll sein, je nach Können des Architekten.
    Eigentlich ist das doch trivial und leicht einzusehen, aber bei den heutigen Preisen der Grundstücke längst nicht mehr optimal. So viel Wohnraum als möglich auf kleinster Grundfläche, das ist doch in. Aber nur weil es heute vollautomatische Klimaanlagen gibt, die aber längst nicht die Ansprüche erfüllen, die an sie gestellt werden!

    Das hat auch Eingang in die terrassenförmigen Hotelbauten gefunden!
    Auch dort ist meistens nur die sonnenabgewandte Seite gerade hochgezogen.

    Soviel über die alten Stufengebäude.

    Gruß Dieter

    P.S. Diesen Zusammenhang hat mir ein Historiker erklärt.

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Wassergewinnung und -Suche auf kanarische Art.

    Teneriffa ist reich an Wasser, leider aber überwiegend in dem Lavagestein.
    Komischerweise ist die Oberfläche der Lava sehr glatt, nicht porös und hat auch keinen definierten Bruch, wenn man sie spaltet, wie etwa ein anderes kristallines Gestein oder Mineral.
    Und trotzdem sind die Stollen, die man in diese Felsmassive treibt stets sehr wasserführend. Auch ohne unterirdische große Kavernen oder Seen, wie ich es schon in einem anderen Thread beschrieb.
    Das ist doch merkwürdig! Wie dringt das Wasser dort ein?
    Bewußt werden besonders im Westen und teilweise auch Nordosten der Insel Stollen in die Felsen getrieben. Schon nach kurzer Zeit sammelt sich Wasser in ihnen, das durch große und lange Rohrleitungen nach außerhalb in Becken geleitet wird. Ist dieser Abschnitt eines solchen Stollens dann nach längerer Zeit erschöpft, verlängert man ihn, und schon fließt wieder Wasser. Solche Stollen gibt es ganz besonders in den Massiver von Los Gigantes.
    Durch feine Spannungsrisse in der Lava dringt das Wasser ein, aber nur in die Risse, und sammelt sich dort an. Weiter tiefer kann es nicht, wie bei einem porösen Gestein, versickern. Das hat man untersucht und macht es sich zu Nutze.
    Es ist spaßigerweise so, wie es der Maulwurf in unseren heimischen Rasenbeeten macht. Er gräbt sich einen Laufstollen in den sein Futter, die Regenwürmer, eindringen. Täglich läuft er diesen Futterstollen mehrmals ab. Ist er "erschöpft", gräbt er ihn weiter, oder er legt einen neuen an. Und schon ist sein Futter wieder da.
    Natürlich hinkt dieser Vergleich!

    In diesem Zusammenhang passt auch die Frage: Warum werden so weniige Häuser aus dieser Lava gebaut? Dabei ist Lava ein sehr guter Wärme-Isolator mit großer Speicherkapazität.
    Nicht etwa weil die tief dunkle Farbe wenig ansehlich wäre. Das könte man ja ändern. Und dabei liegt das wertvolle Baumaterial doch überall vor der Tür!
    Das hat einen ganz anderen Grund! Nämlich den, dass sich die glatte und unporöse Oberfläche kaum kleben oder mit Beton verbinden lässt. Beton oder auch Kunststoffkleber haften einfach nicht! Der Stein müßte dann schon richtig eingebunden sein. Es ist verteufelt, wenn man einmal versucht zwei Steine nur mit jeweil einer Fläche zu verbinden; das hält nicht! Sie haften einfach nicht aneinander oder an dem Verbinder!
    Was doch ein einfacher Lavastein für Eigenarten hat?!

    Gruß Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Guten Mrgen!

    Das, was Sina hier ausführte, kommt noch hinzu, und ist wirklich ein größeres Problem! Gewissermaßen ein Damoklesschwert, das zusätzlich noch über den dienstbaren Geistern und allen anderen schwebt. Nur nicht über den vielen "Direktoren", die ein großes Hotel nun einmal hat. Bei uns würde man das als den Wasserkopf "Geschäftsleitung" bezeichnen. Oftmal ist es sogar ein Missverhältnis zwischen der Anzahl derer die in der Direcion tätig sind und denen die die manuellen Dienstleistungen erbringen.
    Das schafft nicht gerade ein harmonisches Verhältnis!

    Aber , wie Sina schon andeutete, über die "Zauberworte", Buenas dias, Gracia, por favor, und noch einige mehr, freut man sich dort genauso, wie wenn man hier bei uns einem höflichen Menschen begegnet. Das habe ich bisher überall erleben können.
    Das sind die garantierten Auslöser für ein Lächeln!
    Ein klein wenig Anerkennung hat noch nie und niemandem geschadet!
    Ein Kellner ist nicht mein Slave oder mein Leibeigener; er hat die für uns sehr angenehme und durchaus anerkennenswerte Aufgabe uns all das abzunehmen, was wir sonst selbst erledigen müßten, und das in einem uns weitgehenst unbekannten Land in dem wir Gast sind.

    Euch allen einen schönen Tag mit freundlichen und höflichen Menschen!

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Hallo Gudrun,
    das ist eine Frage die schierig zu beantworten ist! Ist dieses Verhalten Euch erst in der letzten Zeit aufgefallen?
    Dass das Stammpersonal sich lockerer gibt ist leicht zu beantworten. Die wissen, dass "ihr" Hotel ohne sie nicht recht funktionieren würde, im Gegensatz zu den jungen Mitarbeitern. Mit verkrampft hasr Du schon den rechten Ausdruck gefunden.
    Es ist doch so: Auf Teneriffa gibt es im Vergleich zu der Anzahl der jungen Menschen wenig Industrie oder andere Arbeitsplätze oder Verdienstmöglichkeiten. Ganz anders als bei uns. Der Haupterwerbszweig ist und bleibt auf längere Sicht das Hotel-und Gaststättengewerbe und die Landwirtschaft. Außerdem sind die schulischen Ausbildungsmöglichkeiten recht begrenzt.
    Daraus folgt, dass jeder sich um einen Job in der Gastronomie bemüht. Es ist also ein Überangebot in diesem Bereich vorhanden, was wiederum zur Folge hat, dass der/diejenigen, die einen Job haben, sich sehr anstrengen müssen um diesen zu behalten. Sie stehen also unter ständigem Stress auch alles perfekt und zum Wohle des Gastes zu machen. Und es gibt sehr stressige Gäste!. Habt Ihr es einmal erlebt, wenn die eigenen Landsleute, also die Spanier, ein Hotel mit Beschlag legen? Da wundert Euch gar nichts mehr!
    Die Bezahlung des Personals ist mehr als dürftig, und von oben her wird jeder Schritt beobachtet und registriert. Außerdem kommt noch diese AI-Geschichte dazu. Es gibt kaum noch Trinkgelder, und wenn, dann landen sie in einem großen Topf dessen Verteilung mehr als dubios ist. Sehr vile Angestellte kommen täglich von weit her zu ihrer Arbeit und müssen dann auch um Mitternacht wieder zurück.
    Ein Lächeln würde gewiss nicht schaden, aber es könnte aus der Sicht der Hotelleitung falsch gedeutet werden. Nach dem Motto: Gemauschel und Kumpanei mit den Gästen! Das ist zwar widersinnig, aber der Abstand muß gewahrt bleiben.

    Das sind so ein paar mögliche Antworten dazu. Wie gesagt, dieses Phänomen ist mir auch in letzter Zeit begegnet, und nicht nur auf Teneriffa.

    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Hallo Sina und weißnix,

    eigentlich freue ich mich über die Kritik von weißnix, und natürlich auch über Sina's Kommentare.
    Kritik, so sie sachlich ist, kann doch nur positiv sein, bzw. eine ebensolche Wirkung haben?!
    Drehen wir den Spieß doch einfach mal um. Kritik regt mich zum näheren Nachdenken über mein 'Geschreibsel' an, und auch über den Kritiker selbst aus seiner Sicht. Insofern kann sie doch eigentlich recht konstruktiv sein?!
    Das alles nur subjektiv sein kann, liegt in der Natur der Sache selbst. Wir können halt unser Gehirn nicht einfach abschalten. Objektiv kann doch nur etwas sein, was keinerlei Empfindungen unterlegen ist, und das können nur seelenlose Maschinen.
    Solange und wirklich auch nur dort ist eine Diskussion doch ein Meinungsaustausch konträrer Ansichten über das gleiche Objekt.

    So sehe ich das für mich!
    Gruß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Ich glaube nun werde ich erstmal Schluß machen mit den Berichten, denn es gibt doch wohl keine Resonanz für diesen Thread!

    Gute Nacht euch allen!
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Der arme kleine Bauer und sein Esel!

    Wie ich schon vorher erwähnte, war ich Gast bei einer spanischen Familie, die auch längere Zeit in Deutschland lebte. Ihre Kinder sind erwachsen und brauchen keine Hilfe und Unterstützung mehr.

    Als Altersruhesitz haben sie den Nordwestlichen Teil von Teneriffa gewählt. – Ein Haus, wovon man hierzulande nur träumen kann. Gut, dazu gehört natürlich auch das nötige Kleingeld! Die nächsten Nachbarn wohnen ca.1 Kilometer weit entfernt.
    Und um eben die geht es mir hier!
    Des, nach unseren Begriffen, armen aber glücklichen alten Bauern und seiner Frau bester Freund und Helfer ist ihr eigener Esel! Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist so! Er ist viel mehr als nur ein Arbeiter; er ist vollwertiges Mitglied der Familie. Man kann es kaum beschreiben. Keineswegs störrisch und ein sehr geduldiges Tier.
    Was den Fischern ihr „Tuck-Tuck-Boot“ ist, das ist dem Bauern sein Esel, seine Sense, sein Rechen und sein einachsiger Karren mit Doppeldeichsel für den „Ein-Esel-Betrieb“!
    Die Behausung ist ein altes, teilweise aus Backstein und roh behauenem Lavastein, gebautes Häuschen mit meistens nur zwei Zimmern. Wobei allgemein ein Raum als Wohn-Koch-und allgemeiner Aufenthaltsraum dient. In einem angebauten Unterstand wohnt dann der Esel. Das Dach, wenn es gut ist, besteht aus den handgestrichenen runden Dachziegeln, wie man sie heute noch z. B. in Masca sehen kann, ansonsten aus einem Lattendach mit Folie oder Teerpappe.
    Trotzdem sind diese Häuschen recht warm.
    Ein paar Hühner und anderes Federvieh, und wenn es hoch kommt noch eines dieser dunkelfarbigen Schweine, sind der ganze Stolz und Besitz. Futter gibt es genug und überall zum Nullpreis. Dort in der Gegend gibt es noch üppiges Gras und Körnerpflanzen wie Hirse und wildes Korn. Die „Erntegebiete“ sind meistens nicht festgelegt, so dass dem Grasmähen nichts im Wege steht. Meine Gastgeber freuten sich sogar darüber, wenn auf ihrem Grundstück Gras und Heu geerntet wurde.
    Wir haben diese Nachbarn gerne gesehen und verschiedentlich eingeladen. Es sind aufrichtige und ehrliche Menschen; man hüte sich aber sie hinters Licht zu führen!

    Bei meiner Abreise gab es eine kleine Fiesta, und wir hinterfragten was sie sich denn so wünschen würden, wenn sie das Geld dafür hätten.
    Schüchterne Antwort beider Nachbarn nach mehreren Ermutigungen: Eine eigene Ziege und ein bisschen Reparatur am Haus!- Nichts mit HIFI, Breitwand-TV, u.ä.
    Wir kamen mit meinen Gastgebern überein, dass jeder zwei Zicklein bekommt und eine Renovierung ihrer Häuser. Ein halbjähriges Zicklein kostet mal eben so um die 30 bis 40 €! Das war mir die Sache allemal wert. Um die Hausangelegenheiten kümmern sich andere, und das gewiss!

    Das alles hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen; diese Genügsamkeit und ihre innere Stärke, die geprägt wurde durch ihr tägliches Leben.
    Sie sind noch nie in einer der großen Städte wie Santa- oder Puerto de la Cruz gewesen. Eines Sonntags nahm ich sie mit zur Messe nach Candelaria dem Wallfahrtsort. Das werde ich nie vergessen!

    Grüße
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Einige von euch werden es sicherlich schon gehört haben, und es möglicherweise auch als störend empfunden haben!

    Das "Tuck- Tuck" in den frühen Morgenstunden. Zumindest denjenigen, die in unmittelbarer Nähe eines Fischerhafens und direkt am Wasser wohnten, dürfte es nicht entgangen sein. Z. B. im Hotel Barcelo Santiago an der Seeseite.
    Schaut man dann raus, dann sieht man kleine hölzerne Boote vorbeifahren. Diese Boote werden von einem 1-Zylinder 2-takt-Motor angetrieben, der vor sich hin tuckert. Drinnen im Boot sitzen meistens zwei Männer, von denen der eine noch mit Paddeln ausgerüstet ist.
    Aber was soll der Spaß; machen die so früh schon einen Bootsausflug? Diese Boote sind ziemlich breit und plump anzusehen.
    Nein, das ist eine ganz ernsthafte Angelegenheit und sehr wichtig! Sie sind nämlich auf Köderfischfang für die nächtliche Fangfahrt auf den Thunfisch! Meistens fahren sie ein Stück weit raus und stellen dann den Motor ab.
    Nun dümpelt das kleine Boot so vor sich hin, und der Ruderer greift zu seinen "Riemen", so werden wohl die Paddel genannt?! Er sitzt mal vorne oder auch hinten. Der zweite Insasse greift sich nun einen längeren rechteckigen Kasten, der vorne mit einer Glasscheibe versehen ist und seitlich einen Griff hat. Er beugt sich weit über die Bordwand und taucht den Sichtkasten mit der Scheibe voran ins Wasser. Nun wird klar, was dieser Kasten für eine Bewandnis hat. Er verhindert die Reflexe an der Wasseroberfläche, besonders bei etwas Wellengang. Auf diese Art kann der Mann nun ohne störende Oberflächenspiegelungen in die Tiefe schauen. In der rechten Hand hat er einen Kescher mit dem er die Köderfische, etwa 10 bis 15 cm lang, ins Boot in einen wassergefüllten Bottich befördert. Diese kleinen Fische sind keine junge Brut etwa vom Thun, sondern sie kommen in der Nähe der Felsen in größeren Schwärmen vor.
    Mit Handzeichen dirigiert der "Kastenmann" den Ruderer zu anderen Stellen hin. Er folgt dabei nach Möglichkeit einem Schwarm.
    Es ist sehr interessant diesem Treiben zuzuschauen. Und das dauert viele Stunden an.
    Wenn sie der Meinung sind genügend Köderfische zu haben, meistens gegen Mittag, dann starten sie ihr Motörchen wieder und tuckern zurück in den Hafen. Dort warten ihre Kumpels dann schon auf die begehrte Beute. In dem wassergefüllten Behälter wimmelt es dann nur so von Fischen, wenn sie Glück hatten!
    Auf der nächtlichen Fangfahrt weit draußen auf dem Meer sind dieses die Köderfische für den Thunfischfang. Große Scheinwerfer hängen an langen Auslegern weit über Bord. Das ist dort eine Sonderregelung mit Scheinwerfern zu angeln. Tagsüber würde auch der Delphin auf den Köder beißen; nachts tut er das nicht, sondern er befindet sich in größerer Wassertiefe. Wohingegen der Thun weiter an die wärmere Oberfläche kommt. Bei einer solchen Fangfahrt mußte ich einmal zwischen der Wesküste Teneriffas und La Gomera nicht mehr als ca. 20 Meter abspulen, um den ersten Biss zu haben.

    Das sind die morgendlichen Störenfriede, die Tuck-Tucks!

    Grüße
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Blätter von den kanarischen Lorbeerbäumen, sind sie gleichwwertig mit unseren Küchenkräutern?

    Ja, sie sind es!

    In den Wäldern von Las Mercedes im Nordosten Teneriffas gibt es sehr große Lorbeerbäume. Die sicherlich schon einige hundert Jahre alt sind. Deren Blätter sind größer als diejenigen, die wir in Tüten aus dem heimischen Supermarkt holen. Aber es sind die gleichen Lorbeerblätter, die uns hier die Speisen veredeln!
    Wenn man vorhat sich welche mitzunehmen, dann sollten es kleine und frische sein, von kleinen Bäumen. Außerdem sollten sie nicht zwischen Papier oder anderem saugfähigem Material getrocknet werden. Da sie sonst ihr typisches Aroma verlieren.

    Tschüß
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Die Mullhügel, was sind sie eigentlich?

    Im Nordwesten zwischen Las Portales und Erjos, wie auch im Valle de la Orotava, aber weit abseits, auch bei la Quinta im Süden gibt es richtige große Berge, die wie großräumige Hügel aussehen. Sie sind abgeflacht, haben aber einen großen Basisdurchmesser. Also haben sie auch ein großes Volumen. Was sind das für Berge in der dochteils schroffen Fels- und Lavalandschaft?
    Am genauesten sieht man es im Nordwesten. Dort ist aus einem solcher 'Berg' schon ein großes Tortenstück abgetragen worden.
    Es sind große Hügel von Asche und Schlacke aus den Schloten der Vulkane; abgelagert und man kann fast sagen: Als ideale Gartenerde vorbereitet.

    Diese "Erde" ist sehr reich an Mineralien und wird als wertvolle Pflanzerde abgebaut. Es gibt jedoch eine staatliche Beschränkung dafür wieviel abgeräumt werden darf. Das soll zwar streng gehandhabt werden, ...... aber wo kein Kläger, da kein Richter!

    Ein **** von diesem Mull für den Hausgebrauch kostet viel Geld, wenn man nicht Vitamin B hat!

    Das hat es auf sich mit den komischen flachen aber breiten Hügeln mitten in der Landschaft!

    Grüße
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Fangen wir mal an!

    Im Februar 08 war ich für ein paar Wochen Gast bei einer spanischen Familie, die nun ihren ständigen Wohnsitz in die Nähe von Tanque in westlichen Norden verlegt hat. Das sind noch die Ausläufer des Teno-Gebirges. Ganz abseits gelegen und mit sehr viel Geld und Ideen ausgestattet. Eigentlich weiß ich nicht was man mit so vielen Zimmern und der üppigen landestypischen Ausstattung übers Jahr so anfangen soll? Aber das geht mich nichts an!

    Von dort aus machte ich dann mene Touren über die Insel.
    Wenn nun jemand sagt ich würde doch schon fast alles kennen, dann ist das bei Weitem nicht so!
    Eines Morgens wurde mir berichtet, dass es an der Westküste wieder einmal einen großen Eklat mit den Fischern gibt; ich möge doch mal hinfahren und schauen was da los ist.
    Das tat ich dann auch.
    In der Wasserstraße zwischen La Gomera und der Westküste Teneriffas kreuzte seit ca. einem Tag ein sogenannter Hecktrawler(-fänger) aus Portugal. Das sind ekelhafte und skrupellose Fischereischiffe großen Stils.
    Man nennt sie so, weil sie ein viele hundert Meter langes Schleppnetz hinter sich herziehen, und das mehrmals täglich hin und her. Und da auf die vorgeschriebene und genehmigte Maschenweite überhaupt keine Rücksicht genommen wird, bleibt alles in den Netzen hängen. Selbst Wale und einige Delphine kommen darin um, bis die anderen Tümmler durch die Ultrschall-Hilferufe ihrer gefangenen Artgenossen gewarnt sind. Dann sind aber schon ein paar erstickt und gehen in die Fischverwertung.
    Diese Wasserstraße ist noch relativ fischreich an Thun, Seezungen und anderen delikaten Fischen. Das ist aber das Revier der dortigen Fischer in den kleinen Häfen von Puerto Santiago, Alcala und San Joan. Das ist deren einzige Erwerbsquelle zum Lebensunterhalt.

    Nach ein paar Telefongesprächen des Bürgermeisters von San Joan, dauerte es nicht lange bis die spanische Marine mit ein paar bewaffneten Schnellbooten aufkreuzte und dem schändlichen Geschehen mit Gewalt ein Ende bereitete. Die Netze wurden kekappt und das Schiff in den Hafen gezwungen. Sogar mit einem unmissverständlichen Warnschuss vor den Bug. Hätten die nicht mit ihrer Kanone ein kleines Stückchen in Richtung Rumpf halten können?- Leider ohne den Inhalt der Netze.
    Es tut weh, wenn man weiß, dass dort unten auch Delphine und Wale jämmerlich ersaufen!
    Den Eindruck des großen Schiffes kann man nur mit dem Ausdruck "Schrott" und "Seelenverkäufer" beschreiben.

    Als ich das bei meiner Heimkehr erzählte, war man bestürzt, aber es kommt mehrmals jährlich vor.
    Da haben die anderen Staaten ihre Fischfanggründe zerstört und nun halten sie sich an anderer Leute Töpfe. Und dahinter stecken ganze Companien!
    Genau wie im Mittelmeer die Italiener um die Balearen herum! Aber deren Marine scheint besser auf "Zack" zu sein.

    Grüße
    Dieter

    Teneriffa

  • Teneriffa- Insel voller Rätsel, Geheimnisse und Gegensätze?!
    nokiN noki

    Hallo!

    Es gibt Vieles über Teneriffa zu berichten, dass aber nicht in einen bezgsgebundenen Thread passt. Als da sind: Barcelo Santiago, Los Hibiscos, Masca, uvm.
    Aus diesem Grunde eröffne ich hier einen neuen Thread, in den alles was nicht orts- oder objektgebunden ist geschrieben werden möge.

    Das die Kanaren sich autonom in die West- und östlichen Inseln aufteilen, mit einem Guverneur, der wechselnd einmal in Las Palmas und dann in Santa Cruz residiert sollte eigentlich bekannt sein. Die unteren Behörden bleiben allerdings jeweils getrennt. - Bringt ja auch mehr in die eigene Tasche! 😉

    Ich hoffe auf rege Beteiligung!

    Gruß

    Dieter

    Teneriffa

  • Was MUSS man gesehen haben?
    nokiN noki

    Guten Morgen!

    Soluna, diese Tour ist wirklich sehr reizvoll. Das i-Tüpfelchen wäre dann noch eine kombinierte Fahrt mit dem "Roten Blitz" von Palma bis nach Soller und dann auf der von Dir beschriebenen Route weiter hinauf nach Norden.
    Zu meinen Fafvoriten gehören auch Deia an der Westküste, Cala Figuera an der Ostküste und all die kleinen Orte im Inselinneren. Eben dort ist es an Markttagen besonders schön, abseits der bekannten und stark besuchten Wochenmärkte in den Touristenorten. Hier bieten die Landwirte noch ihre eigenen Produkte an; allerdings darf man dort keine gefälschten Rolex- oder Omegauhren erwarten, sondern vielmehr landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Umland zu sehr günstigen Preisen.
    Oftmals lasse ich mich derart einfach von Ort zu Ort treiben um dann mit viel Obst und Früchten beladen wieder heimzukehren. Ein Plausch mit einer Marktfrau, und wenn es noch so stotternd geht, ist immer ein Erlebnis. Ein Markttag ersetzt dort allemal die Tageszeitung.
    Ich liebe es überhaupt nicht von einer Sehenswürdigkeit zur anderen nach Plan zu hetzen und das meiste doch nur durch den Sucher der Kamera gesehen zu haben! Man muß sich Zeit nehmen um die Eindrücke auf sich einwirken zu lassen, sonst hat man nichts davon.

    Gruß
    Dieter

    Mallorca

  • Was MUSS man gesehen haben?
    nokiN noki

    Ja Sina1, so ist es! Du sprichst wahre Worte und mir aus der Seele!

    Auch ich liebe es z. B. in Santa Margalida auf der Plaza zu sitzen, oder in einem kleinen anderen Örtchen egal wo auch immer. Nichts könnte mich davon abbringen.
    Die Frage wo es schön ist kann man eigentlich garnicht recht beantworten.
    Auf jeden Fall meide ich Tageszeiten in denen die Heeresscharen von Besuchern per Bus unterwegs sind. Und das sind eigentlich immer festgesetzte Zeiten zu denen die Busse da sind.
    Wenn sie wieder fort sind die Buskarawanen, dann kehrt wieder die Ruhe und Beschaulichkeit des mallorquinischen Alltags ein. Ist das nicht das was viele eigentlich suchen und wonach hier immerfort gefragt wird?

    • Wo ist es noch wirklich schön? -

    Unter SCHÖN versteht natürlich jeder etwas anderes für sich, aber im Konsens bleibt es doch dabei: Da fühle ich mich wohl, hier kann ich verweilen und die Seele baumeln lassen, unabhängig davon wo ich mich gerade aufhalte.
    Hier ist es schön, hier mag ich sein!

    Man muss sich nur trauen sich das einmal selbst einzugestehen.

    Gruß
    Dieter

    Bitte um Entschuldigung, ich bin am Thema und der Fragestellung vorbei!

    Mallorca
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