Hallo
Mein schönstes und gleich schlimmstes Erlebnis hatte ich 1995 oder war es doch schon 1996 in Hurghada.
Ich war auf der Arbeit im Reisebüro in Dahar, als wir auf einmal bemerkten das Wasser in strömen aus den Deckenstrahlern lief, wir schauten uns alle nur verwundert an.
Im gleichen Moment hörten wir Schreie von der Strasse, wir rannten zum Ausgang und sahen nur noch Wasser. Wasser auf den Strassen fast einen halben Meter hoch, Wasser das vom Himmel wie aus Eimern gegossen wurde und Menschen die versuchten sich in Sicherheit zu bringen.
Die Autos schwammen wie in einem Fluß davon, wir waren so geschockt das wir wie versteinert einfach nur da standen und zuschauten.
Als uns bewusst wurde was los war, wurde uns Klar das wir schnell weg mußten. Wir versuchten die Seitenstrasse hoch zu laufen, besser gesagt zu schwimmen, dort war ein Hügel der noch trocken zu sein schien.
Nach einer Weile kam dort ein LKW vorbei der uns aufsammelte und uns nach Hause brachte. Zum Glück wohnte ich in Sakalla das nicht betroffen war, den die Wassermassen flossen alle Richtung Stadt.
Eine Weile später rief mich meine Freundin an, sie schrie nur "Wir saufen ab, was soll ich machen ?"
Ich machte mich also zu Fuß zurück Richtung Dahar, hätte ich damals ein Boot gehabt würde ich dieses heute als eine Nilkreuzfahrt bezeichnen.
Das Wasser reichte mir bis zur Brust als ich in ihrer Strasse ankam, ich wusste nicht ob sie noch da war oder schon geflohen war aber dieses Fragezeichen konnte ich so nicht stehen lassen. Also ging ich weiter und sah als ich am Haus angekommen war, das Leute versuchten das Haus mit Brettern zu vernageln und wie sie veruchten das Wasser mit Eimern aus dem Haus zu bekommen. Es war als würde man einen Eimer raus schütten und ein anderer kommt und schüttet zwei wieder rein.
Nach ca. 8 Stunden gaben wir und die anderen die ihre ganze Kraft verbraucht hatten das Haus auf.
Alle Nachbarn fasten mit an, obwohl die eigenen Häuser auch voll mit Wasser standen, Ich habe noch nie so eine Hilfsbereitschaft gesehen.
Nachdem der Regen endlich aufhörte erfuhren wir das die Versorgungsstrassen nach Kairo und Luxor zerstört sind und auch die Stromzufuhr war lahm gelegt.
Wir hatten 16 Tage einen Strom kein Wasser und zu Essen gabs auch fast nichts mehr.
Meine Verwanten und Freunde machten das Unmögliche war, sie schafften es irgendwie Lebensmittel von Qena nach Hurghada zu schaffen.
Auch Kanisterweise brachten sie Trinkwasser, damit wir wenigstens mal eine Katzenwäsche vornehmen konnten.
Mein Fazit ist das die Ägypter ein sehr hilfsbereites Völkchen sind und einem auch das letzte Hemd geben würden.
Das auch fremde Menschen versuchen einem zu helfen das finde ich toll, ich weiß nicht ob das hier in Deutschland auch so gewesen wäre.
Ich hatte mehrere solcher Erfahrungen erleben dürfen, ich denke gerne an diese Zeit zurück ( nicht an Hurghada
)
Allerdings muß man die Ägypter von zwei Seiten sehen, in dem Moment wo sie mit Touristen in Kontakt kommen, sind sie oft nur auf das eine oder andere aus. Die andere Seite ist ganz anderst, wenn man sie Privat kennenlernt.
Liebe Grüße
Yvette

, schaut euch die Fischis lieber Live beim Schnorcheln an 
