• curiosus
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    geschrieben 1161426413000

    Ägypten und die Bakschisch-Mentalität

    Ägyptens Tourismusplaner sensibilisieren ihre Landsleute, nicht ständig für jede Handreichung von Touristen Trinkgeld einzufordern.

    Umgerechnet rund 14 Millionen Euro steckt die Regierung in eine entsprechende Kampagne, die im Fernsehen, im Radio und auf Plakaten verdeutlichen soll, dass Bakschisch nicht immer angebracht ist und viele der jährlich mehr als 8,5 Millionen Besucher eher verprellt.

    "Viele Touristen fühlen sich *********", sagt Hischam Sasu von der nationalen Tourismusbehörde. Ob am Flughafen. beim Besuch der Pyamiden, beim Einparken oder in Restaurants - es werde zu oft und zu schnell die Hand aufgehalten. Am deutlichsten zeigt sich die Bakschisch-Mentalität im Gastgewerbe. Obwohl in Lokalen auf der Rechnung bereits ein Bedienungsgeld von zwölf Prozent steht, drängt das Personal Gäste in der Regel zu mehr Trinkgeld.

    Viele Ägypter glaubten, "alle Touristen sind Millionäre und begreifen nicht, dass Ägypten den Tourismus braucht", so Sasu. Die Kampagne steht unter dem Motto "Tourismus ist für alle gut."

    Quelle: TDT, Kairo

    ...das ist doch mal ein Anfang. ;) Ob's hilft?

  • Lexilexi
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    geschrieben 1161427992000

    @curiosus

    interessanter beitrag. aber zu diesem problem gehören ja bekanntlich immer zwei seiten. nämlich der eine, der fordert, und der, der auch gibt. leider ein alt bekanntes problem, dass viele touris dann auch was geben, weil es ihnen zu peinlich ist, auch bestimmt und höflich mal "nein" zu sagen.

    dass die ägypter denken, dass wir europäer alle millionäre sind, kann ich mir sogar vorstellen. viele touris bringen zudem ja auch sog. gastgeschenke mit. warum ich jemandem, bei dem ich gegen bezahlung wohne und dessen job es ist, mich zu beherbergen, auch nich beschenken soll, hab ich bis heute nicht verstanden.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • curiosus
    Dabei seit: 1469923200000
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    geschrieben 1161429512000

    Lexilexi, Bakschisch ist im arabischen Raum nicht wegzudenken. Es hat seinen Sinn und ist Tradition.

    Ich habe auch gerne Bakschisch gegeben und werde es auch weiter so machen, aber wie bisher angemessen.

    Die Meldung habe ich hier reingestellt, weil ich immer wieder in Hotelbewertungen gelesen habe "ohne Trinkgeld ging nichts" und selber schon mal erlebte habe, daß ich für einen kurzen Ausflug auf eine "landestypische" Toilette 5 L.E. zahlen sollte. :shock1:

    Erst nach langer Diskussion durfte ich für 1 L.E. mich erleichtern. ;)

    Wie gesagt, es geht mir nicht um Bakschisch an sich, sondern um die teilweise überzogene Höhe und die Art der Forderung.

    Die Aktion der ägyptischen Tourismusbehörde finde ich daher sehr gut, ob es aber fruchtet? Wir werden sehen :D

  • Lady Luna
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    geschrieben 1161429902000

    Hoffentlich bekommen gewisse Leute die am Flughafen in Hurghada arbeiten auch etwas von der Kampagne mit. Dort hat mich das Bakschischbetteln am meisten gestört, z.B. als wir zum Rückflug einchecken wollten kam so ein Typ und hat unsere Koffer unaufgefordert aufs Band gestellt und sofort die Hand aufgehalten. Mein Mann wollte gerade den Koffer draufstellen als ihm der Koffer von dem Typ aus der Hand genommen wurde. Das fanden wir schon unverschämt :?

    Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen (Goethe)
  • malone
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    geschrieben 1161443523000

    Hallo,

    ich fliege seit 4 Jahren nach Ägypten und habe für gute und freundliche Bedienung sehr gerne ein Trinkgeld gegeben. In meinem Stammhotel ist man auch sehr freundlich ohne Trinkgeld. Für ein paar Pfund überschlagen sich die Leute dort. Dieses Jahr ist es mir aber nicht zum ersten Mal passiert, daß beim Rückflug uns zwei Beamte der Polizei am Flughafen dauernd anbettelten. Als ich den Kopf schüttelte, wollte einer doch tatsächlich die Uhr meines Mannes als Ersatz haben. Wir gingen einfach weiter. Ich war aber schockiert, da diese Leute doch einen festen Job und Gehalt haben. Daß ab diesem Jahr der Kofferwagen nicht 1, sondern 2 Euro kostete, nahm ich ja noch in Kauf. Leider hatten wir nicht die Zeit uns zu beschweren, ich fand es jedenfalls unverschämt.

  • curiosus
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    geschrieben 1161445245000

    @'malone' sagte:

    Daß ab diesem Jahr der Kofferwagen nicht 1, sondern 2 Euro kostete, nahm ich ja noch in Kauf.

    ...genau darum geht es, völlig überzogene Preise, die die Touristen auch noch zahlen. Es ist ein Fass ohne Boden, jedes Jahr wird dadurch mehr verlangt. :shock1: Ist nicht persönlich gemeint, aber die Mehrheit akzeptiert diese Forderungen wortlos.

    Ich zahle dem Kofferträger 1 L.E. pro Gepäckstück. Dieses Jahr wurde ich das erste mal dafür komisch angeschaut.

    Gesagt oder gefordert wurde aber nichts. :D

  • piscator
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    geschrieben 1161452290000

    Hallo Curiosus!

    Da kann ich Dir nur zustimmen - niemand hat etwas gegen das Trinkgeld geben an sich, aber oft ist die Forderung doch sehr überzogen.

    Wir waren letztes Jahr zum ersten Mal in Ägypten und haben den Kofferträgern am Flughafen (also den Männern, die unsere Koffer zwei Meter weit gezogen und dann in den Bus gehoben haben) pro Stück 2 € gegeben, weil sie die forderten und wir damit noch gar nicht umgehen konnten.

    Im Nachhinein haben wir uns darüber mächtig geärgert und zugesehen, dass wir immer kleine Pfundnoten oder höchstens 50 Cent-Stücke zur Hand hatten.

    Mir ist klar, dass mancher Einheimischer nur durch das Erfinden von Jobs und die daraus resultierende Zahlung von Bakschisch überleben kann, aber es muß doch alles relativ bleiben.

    LG

    Barbara

    Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluß, glücklich zu sein! (Lawrence George Durell)
  • anita
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    geschrieben 1161458338000

    Hallo,

    mich hat am meisten geärgert, dass am Flughafen Hurghada große Schilder in den Toiletten stehen, dass die Benutzung kostenlos ist, und dass man dann dort doch in Euros bezahlen soll.

    anita :shock1: :shock:

  • Lexilexi
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    geschrieben 1161459925000

    ich finde, dass der busfahrer, der die gäste zum hotel bringen soll, kein trinkgeld dafür "verdient", dass er meinen koffer in den bus hievt. sicher, mein koffer is nicht immer der leichteste. aber letzendlich gehört es doch zu seinem job, das zu machen. und dafür wird er ja bezahlt. so etwas finde ich frech.

    aber in mexiko fand ich das am flughafen genau so schlimm.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • curiosus
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    geschrieben 1161462527000

    @'piscator' sagte:

    Wir waren letztes Jahr zum ersten Mal in Ägypten und haben den Kofferträgern am Flughafen (also den Männern, die unsere Koffer zwei Meter weit gezogen und dann in den Bus gehoben haben) pro Stück 2 € gegeben, weil sie die forderten und wir damit noch gar nicht umgehen konnten.

    ...richtig Barbara, deshalb finde ich ja die Aktion in Ägypten auch so gut. Viele Urlauber sind in solchen Situationen einfach überfordert, habe ich leider schon sehr oft dort erlebt. :?

    @'anita' sagte:

    mich hat am meisten geärgert, dass am Flughafen Hurghada große Schilder in den Toiletten stehen, dass die Benutzung kostenlos ist, und dass man dann dort doch in Euros bezahlen soll.

    ...eben Anita, es ist kostenlos und doch wird von einigen einem etwas abverlangt. Ich nenne das Wegelagerei, es erinnert sehr an die Raubritter im Mittelalter. ;)

    @'Lexilexi' sagte:

    ich finde, dass der busfahrer, der die gäste zum hotel bringen soll, kein trinkgeld dafür "verdient", dass er meinen koffer in den bus hievt.

    ...doch das verdient er, Lexilexi. :D

    Das ist ja das Grundprinzip von Bakschisch. Für jede "Dienstleistung" wird ein Bakschisch erwartet und auch gegeben.

    Wenn ich das noch richtig erinnere heißt Bakschisch "teile was Du hast". Im arabischen Raum wird dieses sehr ernst genommen, weil die Moslems zu Almosen verpflichtet sind. Schau mal in die Reiseführer oder unterhalte Dich mal mit Arabern, Bakschisch ist immer und überall.

    @all:

    Nicht das ich falsch verstanden werde, ich habe nichts gegen Bakschisch, gebe dieses ja auch und auch gerne, aber die Einheimischen und die Touristen sollten ein wenig "Gefühl" aufbringen, damit die Forderungen und "Überschwemmungen" nicht Ausufern nahmen.

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