Fluglotsenstreik
-
"pebeas" wrote:
" Rechtsfolge
Liegt höhere Gewalt vor, so scheidet eine Haftung im Schadensfall in der Regel aus. Höhere Gewalt sind z. B. Brand, Unwetter oder Streik. "Schadenersatzsprüche - richtig: nein,
Gewährleistungsansprüche aus dem Reisevertrag: ja, auch bei höherere Gewalt!Das heißt, kann man auf Grund eines Streiks, der nicht dem Veranstalter zuzurechnen ist, nicht fliegen, muss man den gesamten Reisepreis zurück bekommen.
Streikt aber die Fluggesellschaft, die der Veranstalter ausgewählt hat, haftet er für seine so genannten Erfüllungsgehilfen und kann - siehe meine frühere Erklärung, sehr wohl auch für Schadenersatzansprüche heran gezogen werden. Denn in dieser Konstruktion wäre es eben KEINE höhere Gewalt!
Ist man bereits unterwegs und kann aufgrund des Streiks nicht rechtzeitig heimfliegen, kann man den Reisevertrag kündigen. Allerdings: a) nicht konsumierte Leistungen muss der Veranstalter zurück zahlen; b) kommt es zu einer unfreiwilligen Verlängerung des Urlaubs, muss bei echter höherer Gewalt der Kunde selbst die Mehrkosten für den verlängerten Aufenthalt bezahlen! NICHT der Veranstalter.
Also: Höhere Gewalt ... Streiks... immer Probleme!
Gruß
Peter -
Hallo,
da gebe ich Torben-Hendrik vollkommen recht.
Der Satz von Erika1:
In der Privatwirtschaft hat man Angst um den Arbeitsplatz. Da sind die Zeiten der großen Streiks (IG Metall) schon lange vorbei.zeigt schon, dass sie hier nicht den wirklichen Durchblick hat.
Tatsache ist, dass die Gehälter in den letzen Jahren in der Privatwirtschaft sehr viel deutlicher gestiegen sind als im Öffenltichen Dienst. Der Öffentliche Dienst war hier bei den Erhöhungen immer das Schlusslicht. Auch was die Arbeitszeiten betrifft. Man muss auch Bedenken, dass nicht alle, die beim Öffentlichen Dienst beschäftigt sind, viel verdienen. Wir haben hier sehr viele Arbeiter und Angestellte die teilweise einiges weniger als 1.000 Euro monatlich verdienen.
So viel zu den Äußerungen von Erika1.
Grüße Ute
-
Ich danke allseits herzlich für die freundlichen Bemerkungen!
Wann war der letzte Streik in der privaten Wirtschaft? Wo man auch hinschaut, geht es um Streiks des Öffentlichen Dienstes.
Zitat aus Heise:
"So kämpfen die Gewerkschaften mit ihrem Streik nicht nur die gegen die reale Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, sondern auch gegen ihren drohenden Bedeutungsverlust in einer zunehmend entsicherten Arbeitswelt. Für die Gewerkschaften geht es um die Frage, ob sie überhaupt als Tarifpartner ernstgenommen werden oder ob sie jedes Diktat der Arbeitgeber akzeptieren müssen. Dann wären die Gewerkschaften als Kampforganisation überholt und hätten nur noch den Status einer Art Rechtsschutzversicherung gegen Unbillen in der Arbeitswelt."
Die großen Zeiten der Gewerkschaften sind vorbei, sie klagen über Mitgliederverlust und müssen eben dann und wann ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen.
Im übrigen: ich bin nicht neidisch auf die Fluglotsen-Gehälter, ich gehe davon aus, daß sie verdienen, was sie verdienen. Allerdings bin ich der Ansicht, daß sie nicht unbedingt am Hungertuch nagen und ein wenig Geduld für weitere Verhandlungen angebracht wäre.
Betont habe ich weiter oben, daß ich meine Meinung hinsichtlich eines Fluglotsenstreikes nicht deshalb vertrete, weil ein Flug ansteht - so stehe ich allen Streiks gegenüber, denn so furchtbar ungerecht ist die Gehaltsstruktur in Deutschland nicht - wenn man von den 1 Euro-Jobs absieht.
krabel,
worauf basiert Deine Behauptung, die Gehälter in der Privatwirtschaft seien deutlicher gestiegen als die im Öffentlichen Dienst? Hast Du den "wirklichen" Durchblick???
Der Öffentliche Dienst ist seit jeher stark damit beschäftigt, seine Besitzstände zu wahren.
Sobald in irgendeinem Zusammenhang der Öffentliche Dienst und das Beamtentum erwähnt werden, geht es auf die Barrikaden.
-
"krabel" wrote:
Der Satz von Erika1:
In der Privatwirtschaft hat man Angst um den Arbeitsplatz. Da sind die Zeiten der großen Streiks (IG Metall) schon lange vorbei.zeigt schon, dass sie hier nicht den wirklichen Durchblick hat.
So viel zu den Äußerungen von Erika1.
Grüße Ute
@krabel, jetzt werd mal nicht persönlich.
Gruß Werner -
Macht ihr euch eigentlich auch mal Gedanken, was ein Streik, ob nun bei Fluglotsen oder im öffentlichen Dienst, für Auswirkungen auf die Volskwirtschaft hat?
Die Kosten, die durch den Streik der Fluglotsen verursacht werden, sind deutlich höher, als der zusätzliche Konsum, der sich aus der Einkommensverbesserung ableiten läßt und daher vollkommen ineffizient.
Ferner sind Streiks nicht gut, da sie die Arbeitsumschichtungskosten erhöhen und somit die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen senken. -
Erika1,
da ich vorher jahrelang in der Privatwirtschaft beschäftigt war und habe ich dort die Gehaltsentwicklungen mitbekommen. Auch die im Öffentlichen Dienst. Goggle mal, da wirst Du sehen, wo der Unterschied ist. Tatsache ist auch, dass beimÖffentlichen Dienst immer mehr auf 1-2 Jahresverträge hingearbeitet wird. Zwischen Beamten und Arbeitern bzw. Angestellten im Öffenltichen Dienst gibt es sehr große Unterschiede. Schon deshalb kann man das nicht in einen Topf werfen.
Hallo sge-Werner,
ich wollte damit nicht sagen bzw. andeuten, dass Erika1 dumm oder sonst etwas ist. Aber ich bin halt der Meinung, dass wenn ich mich bei einem Thema nicht wirklich gut genug auskenne, ich auch nicht mir irgendwelchen Thesen kommen kann. Das hatte ich gemeint.
Das Zitat von Erika1:
Ich halte Streiks für schäbige Machtausübung und unmoralisch, weil Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, die überhaupt nichts mit der Sache zu tun haben.ist dann keine Beleidigung für Streikene?
So, und nun können alle wieder zum Thema zurückkehren.
Ute
-
Das erinnert mich doch sehr an meine VWL-Zeit *lach
Arbeitsrechtlich ist es aber ein probates Mittel, um Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen. Natürlich wird immer der eine oder andere darunter leiden ... wie beim Müll, den Ärzten usw.
Rechtlich einwandfrei, also was soll diese Diskussion?
-
krabel,
und habe genügend Verwandte, Freunde und Bekannte, die im Öffentlichen Dienst beschäftigt sind bzw. sogar den Beamtenstatus haben.
Erzähle Du mir bitte also nicht, was ich weiß und was ich nicht weiß.
Wenn Du vor Jahren in der privaten Wirtschaft beschäftigt warst, bedeutet das noch lange nicht, daß Du über die aktuelle Entwicklung informiert bist.Auf die Erklärung, daß es Unterschiede gibt zwischen Angestellten/Arbeitern und Beamten im Öffentlichen Dienst hättest Du getrost verzichten können. Das ist mir durchaus bekannt und das ist in der Privatwirtschaft nicht anders.
Auf Deine Bemerkung, ich habe Streikende beleidigt, muß ich nicht eingehen, das ist meine Meinung zur Streikkultur generell.
Nicht alles, was rechtlich einwandrei ist, muß zwangsläufig auch moralisch einwandfrei sein.
-
[Nicht alles, was rechtlich einwandrei ist, muß zwangsläufig auch moralisch einwandfrei sein.[/quote]
Da Stimme ich dir bei. Ich denke auch an diejenigen, die lange gespart haben um sich einen Urlaub zu gönnen und durch den Streick ihre Reise nicht antreten bezw. verspätet antreten können und evtl. keine Entschädigung des Reiseveranstalters erhalten und das Geld somit in den Sand gesteckt haben. Was ist mit denen? Auch die haben dann Einbussen.
Das soll nicht heissen, dass ich die Streickenden nicht verstehe, aber die Leidtragenden sind schlussendlich die Reisenden. Es ist mir klar dass es immer Betroffene gibt (zB. beim Streick der Müllabfuhr) aber da kam niemand zu schaden bzw. verlor Geld.
-
An die armen Urlauber denken, welche wegen einem Streik hängen bleiben?
Denkt mal darüber nach, wo wir wären, wenn der Streik als letztes Mittel nicht erlaubt wäre? Kein höheres Einkommen, kein Urlaub, keine Flüge. Längere Arbeitszeiten, schlechtere Absicherung usw
-
"Tambedou" wrote:
An die armen Urlauber denken, welche wegen einem Streik hängen bleiben?Denkt mal darüber nach, wo wir wären, wenn der Streik als letztes Mittel nicht erlaubt wäre? Kein höheres Einkommen, kein Urlaub, keine Flüge. Längere Arbeitszeiten, schlechtere Absicherung usw
... also nix neues, dann geht es den Lotsen wie allen anderen Branchen auch und es wird sich noch mehr ändern, was ich als Arbeitgeber sogar in manchen Dingen gerne hätte um im europischen Vergleich überhaupt Konkurenzfähig zu bleiben ....
Tja, ich hoffe nur, das die nächste Woche nicht streiken, denn dann fliege ich eigentlich nach Bratislava, aber der Montag ist ja so ein idealer Tag dafür (viele Berufspendler)
-
Ich kann die Ausführungen von Krabel (Ute) durchaus unterstützen und nachvollziehen.
Und ich kenne beide Seiten, die der Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst und die der Angstellten in der freien Wirtschaft. Und dies auch noch aus der Perspektive Ostdeutschlands (unter der Fahne, gleiche Arbeit für weniger Geld im öffentlichen und im privaten Anstellungsverhältnis. Inkludiert Beamte des Landes. Familienangehörige von mir sind z.B. Lehrer und Polizeibeamte - man hat immer weniger in der Tasche, Fortschritt ist nicht erkennbar - eher Stagnation. Zu Recht finde ich geht man auf die Straße, für bessere Arbeitsbedingungen wie bessere Ausrüstung (bei der Polizei z.B.), äußert seinen Unmut über immer mehr Streichnungen von Geldern ... Gott sei dank gehört das Recht sich zu wehren heute noch zu den Dingen die erlaubt sind. Seinen Unmut zu äußern und damit denjenigen Grenzen zu zeigen, die die Grenzen immer enger und kleiner lassen werden - ist verständlich und nachvollziehbar.Das "Opfer" eines Streikes zu werden ist mit Sicherheit höchst ärgerlich, doch sollte man bei all dem Ärger auch sehen, das Menschen dahinter stehen.
Ich z.B. arbeite in der freien Wirtschaft ... und das schon in verschiedenen Bereichen, ob nun in einer AG oder auf dem Dienstleistungssektor ... auch Freunde und Co arbietne in der freien Wirtschaft .. wenn man den Lebensstandard von denen und denen nun insgesamt vergleicht, hat sich der von denen die in der freien Wirtschaft arbeiten zumindest in meinem Bekanntenkreis verbessert - und bei den Bediensteten im öff. D. wurde es tendenziell schwieriger und schlechter ...
Es kommt immer ganz darauf an ... mit WELCHER Wut im Bauch oder welchem Unmut man die Dinge betrachtet.
-
Hallo Olympias,
leider kenne ich auch beide Seiten zu Genüge. Ich bin bei Verdi Vertrausensfrau und mein Bruder ist Betriebsratsvorsitzender bei einem Metallbetrieb. Deshalb habe ich auch behauptet, dass es hier sehr große Unterschiede gibt. Ich sehe es ja auch bei dem Gehalt meines Mannes. Er ist in der Metellbranche und bekommt deutlich mehr an Erhöhungen als ich im Öffentlichen Dienst - und dass schon seit einigen Jahren. Natürlich hat die Metallindustrie schon länger nicht mehr gesteikt (wie von Erika1 behauptet), aber die haben ja auch ihre Forderungen viel besser durchbekommen als der Öffentliche Dienst. Auch ging es ja nicht nur um die Gehaltserhöhungen im Öffentlichen Dienst, sondern um die Streichung von Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld etc. Und da mussten wir in den letzten Jahren wirklich viel hinnehmen. Auf jeden Fall mehr als die Metallindustrie oder freie Wirtschaft. Deshalb habe ich auch sehr empfindlich auf die Bemerkungen von Erika1 reagiert.
Grüße
Ute -
"Thorben-Hendrik" wrote:
Also das StreikRECHT vom Mitarbeitern einschränken zu wollen weil man Nachteile für seinen Urlaub befürchtet und auf die Löhne der Streikenden offensichtlich neidisch ist, ist aus meiner Sicht, an Egoismus kaum noch zu überbieten.....unglaublich!Kann ich nur zustimmen!!!!
-
"Olympias" wrote:
Ich kann die Ausführungen von Krabel (Ute) durchaus unterstützen und nachvollziehen.
Und ich kenne beide Seiten, die der Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst und die der Angstellten in der freien Wirtschaft. Und dies auch noch aus der Perspektive Ostdeutschlands (unter der Fahne, gleiche Arbeit für weniger Geld im öffentlichen und im privaten Anstellungsverhältnis. Inkludiert Beamte des Landes. Familienangehörige von mir sind z.B. Lehrer und Polizeibeamte - man hat immer weniger in der Tasche, Fortschritt ist nicht erkennbar - eher Stagnation. Zu Recht finde ich geht man auf die Straße, für bessere Arbeitsbedingungen wie bessere Ausrüstung (bei der Polizei z.B.), äußert seinen Unmut über immer mehr Streichnungen von Geldern ... Gott sei dank gehört das Recht sich zu wehren heute noch zu den Dingen die erlaubt sind. Seinen Unmut zu äußern und damit denjenigen Grenzen zu zeigen, die die Grenzen immer enger und kleiner lassen werden - ist verständlich und nachvollziehbar.Das "Opfer" eines Streikes zu werden ist mit Sicherheit höchst ärgerlich, doch sollte man bei all dem Ärger auch sehen, das Menschen dahinter stehen.
Ich z.B. arbeite in der freien Wirtschaft ... und das schon in verschiedenen Bereichen, ob nun in einer AG oder auf dem Dienstleistungssektor ... auch Freunde und Co arbietne in der freien Wirtschaft .. wenn man den Lebensstandard von denen und denen nun insgesamt vergleicht, hat sich der von denen die in der freien Wirtschaft arbeiten zumindest in meinem Bekanntenkreis verbessert - und bei den Bediensteten im öff. D. wurde es tendenziell schwieriger und schlechter ...
Es kommt immer ganz darauf an ... mit WELCHER Wut im Bauch oder welchem Unmut man die Dinge betrachtet.
Olympias Du hast noch ein Wort vergessen "Amen".
Ansonsten geht es hier um den Fluglotsenstreik. Thema verfehlt, setzen, sechs.

