Ich weiss ich komme etwas spät, aber für alle die hier mitlesen erzähle ich meine Erfahrungen mit der Asche meiner Eltern.
Sowohl meine Mutter als auch mein Vater verstarben vor einigen Jahren im Schwarzwald. Meine Schwester wohnte damals in der Elfenbeinküste, mein Bruder in Australien und ich in Spanien. Meine Eltern hatten in einem gemeinsamen Testament festgelegt dass sie entweder in einer Seebestattung (vorzusgweise vor der Küste Mallorcas) oder einem anonymen Grab beigesetzt werden wollten. Das Problem kam als man uns in Deutschland mitteilte dass Urnen den Angehörigen nicht ausgehändigt werden können. Auf die Frage "an wen dürfen die Urnen denn ausgehändigt werden" erklärte man uns dass Bestattungsunternehmen bzw. Friedhöfe die Urne anfordern könnten.
Gesagt, getan. Ich bin zum nächstnäheren spanischen Friedhof - damals in Andalusien - gegangen, habe denen mein 'Problem' erklärt und sie gebeten die Urne (zu erst die meiner Mutter, ein paar Jahre später dann die meines Vaters) in Deutschland anzufordern (in Deutschland hatte ich avisiert dass man die Urne anfordern würde und gebeten sie solange aufzubewahren). Der spanische Friedhof machte es sich einfach: man bat mich - auf ihrem Briefkopf - die Urnenanforderung auf deutsch zu schreiben und den Brief gleich zu verschicken. Ein paar Wochen später dann der Anruf: "Deine Urne ist hier und Du kannst sie jederzeit abholen". DIE URNE KAM ÜBER DEN NORMALEN POSTWEG ALS EINFACHES PAKET (kein Einschreiben, keine Empfangsbestätigung, kein Zoll, nichts). Und das gleich zweimal.
Von der normalen 'Blechdose' (kaum Gewicht, extra zum Versand) habe ich die Asche dann in Marmorurnen umschütten lassen. Man überreichte sie mir ein einer massgefertigten "Segeltasche", auch extra zum Transport. Damit bin ich dann mit den Urnen als Handgepäck - innerspanisch - mit verschiedenen Zwischenlandungen von Andalusien nach Mallorca geflogen (inlusive Sicherheitskontrollen, alles problemlos).
FAZIT: Urne "ganz offiziell" auf dem Postweg verschicken.