Hallo conny,
du hast natürlich recht, und bestimmt ist so manches, was ich zum Thema AI auf Nilschiffen schreibe, nicht auf alles und jeden anzuwenden. Wahrscheinlich kommt es eben von meinen persönlichen schlechten Erfahrungen, und dass der Mensch im allgemeinen ja immer den Hang hat "Ja früher war alles besser". So wie Du den Verlauf mit Einsammeln von Bakschisch bechrieben hast, ist es vollkommen korrekt und sauber. Ich vermute aber mal, du warst auch nicht gerade mit einem der Schnäppchenveranstalter auf Reisen.
@Barbara:
Die Kutschenfahrer in Edfu sind zum großen Teil ein ganz besonders schlimmer Haufen. Diverse Reiseveranstalter fahren deshalb und auch weil die Klepper oftmals wirklich in einem bemitleidenswerten Zustand sind, jetzt auch mit Bussen oder Taxen von der Anlegestelle zum Tempel. Wenigstens gibt es, seit man den Tempeleingang an die jetzige Stelle verlegt hat, ordentliche Stellplätze dort. Früher hielt man mitten in der Stadt und der Trubel und die Hektik (beim Aussteigen aus der Kutsche haben dich schon fünf Souvenierverkäufer am Wickel gehabt) hat so manchen den Besuch dieses herrlichen Tempels verleidet.
Gegen die Aufdringlichkeit, die auch so mancher Tempelwächter an den Tag legt, hilft eigentlich nur eins: Mit dem Hinweis auf den Reiseleiter das Ganze ignorieren. Wird´s zu schlimm, mit der Touristenpolizei drohen, denn deren Aufgabe ist es auch, für die "Sicherheit vor Bakschischjägern und Souvenierhändlern" zu sorgen. In aller Regel hilft das wirklich sehr schnell. Nur muss man halt auch verstehen, wenn immer weniger Leute bereit sind, ihre Trinkgeldpauschale vorab dem Reiseleiter zu geben, dann hat dieser auch immer weniger Geld, das er an Kutschenfahrer etc, zu verteilen hat. Ein Aspekt, den so mancher, der sich über die "******* der Reiseveranstalter" aufregt, leider übersieht. Und ob diese Reisenden dann dem Kutschenfahrer persönlich das ihm zweifelsfrei zustehende Bakschisch geben (allerdings keine 2EURO, sondern 2 LE), bezweifle ich stark, schließlich steht doch im Katalog bei den inclusive-Leistungen dabei: "alle Ausflüge und Transfers".
Die Regierungskampagne gegen die lästigen Bakschischjäger startete unter dem Slogan "Tourismus ist für alle gut" im April 06, viel helfen wird sie allerdings auch nicht. Ein dazu passender Zeitungsartikel ist hier zu finden:
Bakschischjäger
Zum Nachdenken anregen, auch die, die glauben, alle im Tourismus arbeitenden verdienten sich goldene Nasen, vielleicht diese Aussage aus obigem Artikel:
"Für Sasu ist auch die hohe Arbeitslosigkeit in Ägypten ein wesentlicher Grund für die Bakschisch-Mentalität. «Viele sind so verzweifelt, dass sie einen Job annehmen, bei dem sie statt eines geregelten Einkommens nur für Trinkgeld arbeiten», erklärt der Direktor der Tourismusbehörde."
LG chepri