tancarino:
Tach zusammen!
Bevor ich mich ganz allein im Stillen Kämmerlein fremdschämen muss ob all dieser begeisterten MSC-Fahrer, die offensichtlich nie mit dem Service an Bord zufrieden waren, dennoch aber immer wieder dieselbe Reederei buchen und "nie ein Problem" damit hatten, den hart arbeitenden Menschen an Bord ihr sauer verdientes Gehalt zu kürzen, muss ich dies leider öffnentlich tun, um die Gefahr von Magengeschwüren abzuwenden und ein Platzen zu vermeiden.
Es ist doch wohl nicht zu fassen! Menschen auf der Sonnenseite des Lebens, Einwohner von Europa, dem reichen Mitteleuropa, mit Sozial- und Krankenversicherung und so viel Einkommen, dass es auch für Kreuzfahrten reicht, gönnen den Angestellten von den Philippinen, aus Sri Lanken, aus Bangladesch, Pakistan, Slowenien, Indien und und und nicht diese 8,50 EUR am Tag. Es geht um 60 EUR in einer Woche!
Die Crewmitglieder in Bars, Restaurants, Wäschereien und die Kabinenstewards arbeiten bis zu 9 Monate ohne einen einzigen freien Tag. sehen dann ihre Familien wieder, die sie mit ihrem Gehalt zum größten Teil finanzieren müssen, und da handelt es sich oft genug um mehr als nur die klassische 4köpfige Familie. Und vielleicht vergaß da ein Barmann, der gerade von seinem griechischen Vorgesetzten angepampt wurde, wieso er so wenige Cocktails an geizige Kreuzfahrer verhökert, kurz mal ein Lächeln, weil er sich darum sorgte, ob er nach Ablauf seines Vertrages doch wieder einen Folgevertrag für die nächsten neun Monate bekommt. Deswegen, wegen dieses "unerhört unfreundlichen Personals" kommt da der reiche Mitteleuropäer daher und kürzt diesem Menschen (und allen anderen, denn es gilt ja das Prinzip der Sippenhaft) das Gehalt. Da KANN man sich nur Fremdschämen.
Ich wüsste eine andere Variante dieses Spiels. Ich werde zukünftig dem Spieß genau herumdrehen, und wenn ich wieder einmal (was gar nicht selten vorkommt) mit dem besonders exzellenten Service einer Person extrem zufrieden bin, herumgehen und alle anderen Passagiere auffordern, mir 5 Dollar in die Hand zu drücken, damit ich dieser Person und allen anderen ein extragroßes Trinkgeld geben kann. Na, wie wäre das denn?
Die Service Charge ist ein Vertragsbestandteil und überhaupt darüber nachzudenken, aus Gründen des Geizes dieses kürzen zu wollen, ist mir zutiefst zuwider. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: man belässt natürlich die Service Charge ungekürzt und belohnt besonders guten Service zusätzlich. Merke: Geiz ist eine Todsünde, Großzügigkeit nicht.
Da hier mehrfach die Diskussion um korrekte Rechtschreibung ausbrach (Wie kann das sein mit einer Schulpflicht, die es in vielen Entwicklungsländern nicht gibt?) was ich angesichts der Weltbibliothek auf dem Schoß, Tisch oder in der Hand mittels Internet reichlich verwunderlich finde, hier noch ein paar Auflösungen:
Es heißt EVENT (nicht Evend)
Und es heißt ENTGELT mit zweimal T, weil es von "entgelten" kommt und wenn "entgolten" wird, dann wird nicht vergoldet, entgoldet oder endgolded. Zweifel beseitigen lassen auch auch hier mit nur einem einzigen Klick:
http://de.wikipedia.org/wiki/Entgelt
"Fünf Dinge muß man überall unter dem Himmel üben, um wahrhaft zu sein – Höflichkeit, Großzügigkeit, Verläßlichkeit, Beflissenheit, Milde." Konfuzius (Lässt sich alles prima auch auf Kreuzfahrtschiffen praktizieren.)
Einfach nur: DANKE!!!!