Es ist alles nicht so einfach - es kommt wie so oft auf viele Details an. Und oft kann ein falscher Eindruck entstehen.
Die Reservierung und der Check-In müssen den Personenkreis schon den hier mehrfach besprochenen Richtlinien auswählen. Passieren Fehler muss die Kabinen-Crew Umbesetzungen vornehmen.
Nun zu den Feinheiten:
Handelt es sich um NotFENSTER OHNE Flugbegleiter-Sitz müssen die Passagiere im Notfall evakuieren. Sie müssen auch englisch verstehen, denn (bei uns) werden die Kommandos zum Evakuierung auf englisch gegeben, genauso wie evtl. Einschränkungen. Einschränkungen bedeutet in dem Fall, dass evtl. gewisse Ausgänge nicht benutzt werden können.
An Notfenstern muss also mindestens ein eingewiesener und englisch verstehender Passagier zu Start und Landung sitzen. Wenn jetzt auf dem Mittel- und Gangplatz jemand sitzt der den Ausgang aufgrund von körperlichen Beeinträchtigung nicht blockiert, kann man ihn dort auch sitzen lassen wenn er kein englisch versteht. Er soll das Fenster ja auch erst mal nicht aufmachen, sondern sein Nachbar. Es ist also auch okay wenn bei nichtg ausgebuchter Maschine sonst niemand dort sitzt.
Passagiere an NotAUSGÄNGEN oder -AUSSTIEGEN MIT Flugbegleiter-Sitzen müssen o. a. Kriterien auch erfüllen werden aber nur bei erwarteter Bruch-/Notlandung eingewiesen. Und zwar für den Fall dass die Flugbegleiter
"handlungsunfähig" sind - wie es so schön heisst. Diese Passagiere werden also nicht angesprochen sondern augenscheinlich beurteilt ob sie die Ausgänge im Notfall behindern könnten. Es ist ja auch zunächst einmal die Aufgabe der Flugbegleiter an diesen Ausgängen für die Evakuierung zu sorgen.
Daher kommt es einem vielleicht so vor, dass weniger große/renommierte Airlines ihre Passagiere (eher) einweisen als andere. Denn das Fluggerät von Low-Cost-Carriern ist meistens eine B737 oder ein A320 mit Notfenstern. Auf Langstreckenmaschinen bei großen Airlines gibt es meist keine NotFENSTER. Aber auch ein A321 meist keine.
Man kann Passagiere zu Start und Landung auch umsetzen. Also z. B. jemanden der sehr groß ist und deswegen am Notausgang sitzen mag und vielleicht dafür auch bezahlt hat, aber im Moment einen Gipsarm hat. Der kann 12 Stunden am Notausgang sitzen, nur eben zu Start und Landung nicht.
Es gibt auch Airlines die ihre Vielflieger zu Emergency-Training einladen und ihnen im Gegenzug dazu immer Plätze am Notausgang geben.
Dann gibt es auch Fluggesellschaften, die in erster Linie diese Plätze an eigenes/fremdes (fliegendes) Personal auf Privat-/Dienstreise vergeben.
Es kann also leicht ein falscher Eindruck entstehen, gerade während des Reisefluges wenn die Anschallzeichen aus sind.