Hallo,
so, da bin ich! War ein paar Tage außer Landes, nun will ich aber auch nochmal kurz meinen Senf dazu geben... 
Das meiste dazu hat karlkraus freilich schon gesagt - und ich gebe ihm (mal wieder) zu hundert Prozent recht. Man unterschätzt in der Tat leicht mal die Entfernungen in Kanada, packt sich zu viel in die Planung und ist dann mächtig am Hetzen. Es gibt allerdings auch zwei unterschiedliche Charaktere: Einmal die Bummler, die an jedem Apfelbaum eine Besichtigung starten und dann die Kilometerfresser, die am liebsten durch die Landschaft fegen und sich möglichst wenig aus dem Auto raus bewegen. Und dann gibts natürlich noch 1000 Abstufungen dazwischen.
Wenn Ihr nicht zu 100 Prozent zur zweiten Kategorie gehört, dann folgt Ihr besser dem Rat und streicht die Ausbuchtung nach Westen. Und macht Euch keine Sorgen wegen Sudbury - da habt Ihr in der Tat nix verpasst, das ist ein ziemlich ödes Industriekaff!
Insofern würde ich dem Rat von Harry folgen und von Niagara nach einer Besichtigung von Niagara on the Lake auf dem Queen Elizabeth Way (der dann irgendwann zum Gardiner Expressway wird) zurück nach Toronto und durch die Stadt hindurch fahren. Ihr verpasst da wirklich nicht viel, es sei denn, Ihr steht auf Ballungsräume, in denen eine Stadt nahtlos in die andere übergeht... Dann weiter auf der 401 nach Osten und bei Brighton dann abfahren, in Richtung Prince Edward Island (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Provinz!!). Dort gibt's die größten Süßwasser-Dünen der Welt und der Loyalist Parkway (benannt nach den Loyalisten, die dort eine Hochburg hatten) führt Euch weiter bis nach Kingston. Ich finde die Strecke immer wieder hübsch - ist aber natürlich Geschmacksache. Es ist halt eher Bauernland - mit Wildnis und "Kanada-Feeling" hat's nicht all zu viel zu tun.
1000 Islands habt Ihr ja schon im Programm, und ich würde auch das Upper Canada Village nicht links liegen lassen. Was die Kanadier so an "living history" veranstalten, ist schon sehr sehenswert. Ich bin in Louisburg schon in einer "Hafenpinte" in eine "Rauferei" unter Seeleuten geraten und in Barkerville soll's ab und an sogar "Schießereien" geben...
Jedenfalls sind in den liebevoll hergerichteten Häusern und Werkstätten überall "Bewohner" in Originalkleidung anzutreffen, die dort ihrem Tagewerk nachgehen und einem erklären, was sie dort gerade tun...
So, zu den großen Städten brauch ich Euch ja wohl auch nicht viel zu erzählen, und danach könnt Ihr Euch dann Richtung Tadoussac durchwursteln. Es gibt da auch fast überall National- und Provincial-Parks, die Ihr mit Eurem Wohnmobil aufsuchen könnt. Einen find' ich dabei ganz besonders interessant: Der Grands Jardins hat eine Vegetation, wie sie ansonsten erst über 1000 Kilometer weiter nördlich in der Tundra vorkommt. Dort gibt's auch jede Menge Wanderwege, die Ihr durchstreifen könnt, und Campingplätze hab ich dort auch gesehen.
Mit dem Algonquin Park würde ich dann, wie Harry schon geschrieben hat, abschließen. Dort könnt Ihr dann auch wunderbar wandern und auch Kanu fahren. Und tolle Campgrounds hab ich dort auch gesehen. Ansonsten kenn ich mich in dem Metier leider so ziemlich gar nicht aus, und ich weiß auch nicht, wo's da schöne gibt und wo nicht....
Noch eine kleine Anmerkung zu den Nebenkosten bei den Kreditkarten: Wie Harry schon geschrieben hat, gibt's dort keinerlei Gebühren. Allerdings müsst Ihr wissen, dass auf alle Preise in Kanada noch die Sales Tax aufgeschlagen wird, die von Provinz zu Provinz unterschiedlich ausfällt. Ihr zahlt also nie den Preis, der aif dem Schildchen oder in der Speisekarte steht!