Das mit der Esskultur und der schicken Kleidung ist eben auch so eine Sache.
Die schmackhafte und exzellente Zubereitung der Speisen ist die eine Seite der Esskultur, die andere wird durch die Tischsitten bestimmt. Und da kommt man manchmal aus dem Staunen nicht mehr raus. Anlässlich meinen Geschäftsreisen hatte ich nicht selten das Gefühl, dass einige Gäste (Männlein & Weiblein) vor noch nicht allzu langer Zeit erstmals mit Messer und Gabel konfrontiert wurden. Und was die Auswahl und Zusammensetzung der Speisen anbetraf, nicht nur die Kellner staunten!
Aber der zahlungskräftige Gast war König. Höchstens der Sommelier durfte den Gast behutsam darauf hinweisen, dass der ausgesuchte, zwar sündhaft teure Wein zu den bestellten Speisen nicht passe. Die gleiche „Spezies“ überraschte vielmals auch mit superteuren Klamotten, die den Trägerinnen und Trägern absolut nicht standen. Und ich spreche jetzt von echten 5- und mehr Sterne Häusern in denen keine Pauschaltouristen absteigen und das Essen und die dazu passenden Weine von ausgesuchten Profis serviert werden.
Heute als Rentner meide ich solche etwas steifen Gourmettempel und lasse mich bezüglich Speis & Trank -- aber absolut vergleichbar, in einfacheren Herbergen verwöhnen. In einfacheren Herbergen und auch in ausgesuchten Speiserestaurants, in die sich Gäste, frei nach der herrlichen britischen Sitcom: „Keeping Up Appearances“ nicht verirren. Und das ist gut so! 
Pesche

