Hallo zusammen,
wie bei allen Dingen, gibt's natürlich auch bei der Bahn die verschiedensten Blickwinkel.
Aus Kundensicht gibt's reihenweise nervige Dinge, die allerdings in den seltenstens Fällen vom eigentlichen Bordpersonal zu vertreten sind. Das kann schließlich nichts dafür, dass z.B. in den ICE3 für jeweils vier Sitzplätze Platz für maximal zwei Koffer ist - was dann zur Folge hat, dass wenn der Zug voll ist, überall im Gang Gepäck rumsteht und man kaum noch durchkommt.
Die ständigen Verspätungen (die es zumindest zu Stoßzeiten wirklich ständig gibt) sind auch mehr als nur nervig, auch wenn man wenigstens den Vorteil hat, dass wenn der eigene Zug verspätet ist, die Wahrscheinlichkeit, dass der Anschlusszug mit Verspätung losfährt, wenigstens gegeben ist. Aber auch hier liegt's idR nicht am Bordpersonal, sondern an extrem engen Fahrplänen, die selbst an relativ großen Bahnhöfen wie z.B. Freiburg oder Augsburg ganze zwei Minuten Halt vorsehen - was zum Ein- und Aussteigen im Leben nicht ausreicht, wenn der Zug voll ist.
Aber auch beim Bordpersonal gibt es so manch einen, der einen auf die Palme bringen kann (wohlgemerkt, manch einen, und natürlich gibt's auch Reisende, die einen wahnsinnig machen können). Besonders schön ist es, wenn das Personal seine eigenen Bestimmungen nicht kennt. Wir benutzen für unsere Reisen RIT-Tickets (=spezielle Tourismustickets) und mit schöner Regelmäßigkeit komme ich an einen Schaffner, der die Dinger nicht anerkennen will, weil er sie einfach nicht kennt.
Na ja, und beim Thema Englisch ist "Senk ju vor träwelling..." eigentlich kaum noch was hinzuzufügen. Wir benutzen die Bahn ja für einen Teil unserer Sprachreisen, und gerade während der WM und der EM wurden unser Begleitpersonal von geradezu verzweifelten ausländischen Mitreisenden ständig nach Anschlüssen und anderen Infos gefragt, weil das "offizielle Bahn-Englisch" schlicht nicht zu verstehen war.
Aber: auch viele der Mitreisenden können die Bahnfahrt zu einem "Erlebnis" machen. Wenn denn die dritte Junggesellen-Abschieds-Gruppe mit irgendwelchen Schnäpsen durchkommt, andere Leute ihren MP3-Player so aufdrehen, dass selbst der Nachbarwaggon noch mithört oder der Herr mit der Nickelbrille und der Neuen Züricher von Koblenz bis Köln genüsslich auf einen Stück Apfel herumknautscht, dann kommt wirklich Freude auf. 
Und: Gerade wenn man die Füße hochlegen will dürfte es doch kein Problem sein, zumindest eine Zeitung darunterzulegen. ... ja, und gewaschene Füsse und Socken wären auch noch wünschenswert. 