Schiffsbewertung Ivan Bunin

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23 von 28 User (82%) finden diese Bewertung hilfreich.
Aus: Deutschland
Alter: 61-65
Reisezeit: im August 10
Verreist als: Paar
Kinder: keine
Dauer: 2 Wochen
Reiseart: Kreuzfahrt
Gebucht über: Internet
Weiterempfehlung: Nein
Ø dieser Bewertung: 3.7

Immerhin schwimmt sie

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Schiff allgemein
5.0
Sonnen

Die Ivan Bunin ist ein Schiff aus dem 80er Jahren, das im vergangenen Winter gründlich renoviert wurde. Dies ist durchaus gelungen, zumal man Kabinen vergrößert hat und hierdurch auch die Zahl der Passagiere im Vergleich mit anderen Schiffen selber Bauart deutlich geringer ist. Dennoch fördert eine ausgeprägte Neigung zu Kreuzfahrten und Gruppenreisen ganz sicher die Freude an einer Reise mit diesem Schiff erheblich, da auch 158 Passagiere an Bord außer der eigenen Kabine so gut wie keinen Rückzugsraum erlauben. Das Schiff ist wirklich sehr gepflegt; die Decks werden ständig gewienert und nach einem Regen mit Gummischrubbern abzogen, damit sich niemand auf die Nase legt. Bei einer Buchung ist Vollpension eingeschlossen; die Getränke werden extra berechnet. Hierbei wird als offiziell zu wahrende Auszeichnung der Preis in Rubel, aber gleichzeitig auch in Euro angegeben. Damit ist unterm Strich der Euro die Bordwährung - und zwar im absolut westeuropäischen Preisbereich: Beispielsweise Kaffee € 2,00, anderthalb-Liter-Flasche Mineralwasser € 3,00. Am Ende der Reise werden die auf die Kabine geschriebenen Euro-Beträge addiert und zu einem wenig "freundlichen" Kurs in Rubel umgerechnet und mit diesem Rubel-Betrag die Kreditkarte belastet. Wir haben (entgegen allgemeinen Ratschlägen) bereits in Deutschland Rubel gekauft und können daher verbindlich sagen, daß der deutsche Bankkurs günstiger ist als der Umrechnungskurs an Bord. Als Trinkgeld wird durch den Reiseveranstalter ein Betrag von € 5,00 - € 6,00 pro Person und Tag empfohlen, was angesichts der Gesamtservicequalität doch ganz erheblich überzogen und je nach persönlichem Standpunkt gar utopisch erscheinen könnte. Die Kleiderordnung an Bord ist wie vom Veranstalter angegeben leger, lediglich zum wohl unvermeidlichen Kapitänsdinner wird "festlich" erbeten. Dies ist aus unserer Sicht eine absolut unnötige und hochgradig deplatzierte Showveranstaltung, da die Qualität des Essens noch nicht einmal zu diesem Anlaß über das Maß einer grundüblen Autobahnraststätte hinausgeht. Es waren Gäste zu beobachten, die die für diese Mahlzeit erbetene Kleiderordnung (aus welchen Gründen auch immer) deutlich mißachtet haben: Sie wurden auch zu Tisch gelassen. Insofern kann man eigentlich nur dazu ermutigen, seinen Koffer nicht unnötig mit edler Kleidung zu belasten: Jeans und ein sauberes ;-) T-Shirt sind im Hinblick auf Essensqualität und -ambiente im Grunde absolut adäquat.......... Die Gästestruktur bei unserer Reise war im Schnitt "65 plus". Hierzu mag sich jedermann nach eigener Disposition weitere Bilder ausmalen. Das Schiff ist nicht behindertengerecht, da es viele und steile Treppen gibt.

Kabine
4.0
Sonnen

Die wesentlichen Umbauarbeiten im Rahmen der Renovierung bestanden darin, eine recht große Zahl von Kabinen zusammenzulegen, die als Junior-Suiten angeboten werden. Diese Kabinen scheinen, soweit wir wahrnehmen konnten, auch sehr angenehm zu bewohnen zu sein. Jedoch sollte man dem durchaus gegenüberstellen, daß der Preis einer Junior--Suite für die 10-Tages-Reise von St. Petersburg nach Moskau pro Person ca. € 500,00 höher liegt als der für Standard-Kabinen. Die von uns bewohnte Standardkabine auf dem Hauptdeck (hier wesentliches Merkmal zu den Kabinen noch ein Deck tiefer: Es gibt ein zu öffnendes Fenster anstatt eines Bullauges) war wirklich winzig, aber machbar. Wenn der eine sich anzieht oder Haare fönt, muß der andere artig auf dem Bett hocken, weil man sonst nicht aneinander vorbei kommt. Das Bad ist ebenfalls winzig, aber für diesen Minimalraum nicht unklug angelegt. Für 10 Tage geht es. Für schlanke Menschen................ Fülligeren Personen sollte zu einer Standard-Kabine meines Erachtens in keiner Weise geraten werden. Es ist einfach an jeder Stelle zu eng. Uns half neben dem für die Standard-Kabine erforderlichen Normalgewicht allerdings sicherlich, daß wir viele Wohnmobilreisen unternehmen und daher mit begrenzten Raumverhältnissen recht souverän umgehen können. Es gibt einen Flachbildschirm, den man auch drehen kann, so daß man die eine odere andere von der Reiseleitung eingespeiste und meist hochinteressante Reportage vom Bett aus ansehen kann. Die Betten in den Standardkabinen sind maximal für Menschen mit einer Körpergröße bis 1,75 m "beschlafbar". Für größere Gäste muß es eine echte Strafe sein, in diesen Mausebettchen eine Schlafposition zu finden, die ohne Zerrung mehr als 10 Minuten durchzustehen ist. Es gibt einen Safe, einen kleinen Kühlschrank und im Schrank hängen durchaus genügend Bügel, wobei diese Ansammlung strikt dem Thema "aus jedem Dorf ein Hund" folgt. Ohne Frischluftzufuhr wäre die Kabine eine Qual gewesen. Die Klimaanlage (deren Kühlungseffekt wir nicht testen konnten, da wir das angesichts des diesjährigen russischen Sommers große Glück hatten, die Reise bei kühlen Temperaturen und mit viel Regen zu machen) ist auch als Heizung nutzbar, pustet aber eine Luft in den Raum, die auch unempfindlichen Menschen schlagartig zu bösen Kopfschmerzen verhelfen. Bei der Renovierung hat man am Bettzeug gespart: Die Bettlaken passen nicht; sie sind schlicht zu kurz. Oben und unten guckt die Matratze heraus. Halbwegs stabilen Halt kann man dem Ensemble nur verleihen, indem man der für unsere Kabine zuständigen jungen Dame ein wenig nachhilft und wenigstens an den Langseiten das Bettlaken ordentlich zurechtstopft. Es ist anzunehmen, daß die Schadlosigkeit der Fingernägel Vorrang hatte vor dem ordentlich gemachten Bett, da die Laken generell mit sichtbarer Verachtung so zurechtgestuppelt waren, daß man auf den ersten Blick glauben mag, daß es geht. Aber einmal reingelegt, war binnen Sekunden alles eine einzige Bettuchwurst. Nun gut. Dann macht man es halt selbst und es geht. Dies ist auf jeden Fall einer von mehreren Punkten, warum das pauschale Trinkgeld "für die Mannschaft" für uns nicht in Betracht kam, da die junge Dame, die für unsere Kabine zuständig war, auch bei distanzierter Betrachtungsweise eher ein paar hinter die Löffel als ein Trinkgeld verdient hat.

Gastronomie
1.0
Sonnen

Oh weh, Großbaustelle.................................. Es wurden schon in den vorherigen Bewertungen teilweise recht bildhafte Beschreibungen vorgenommen, denen man sich nur anschließen kann: Grundgruselig. ..... es sei denn, man ist Lokalkolorit-Sozialromantiker oder Kreuzfahrtdirektorin, dann mag man unter Umständen mit verklärten Blick über zigfach verdünnten Boullions sitzen und Beglückung darüber empfinden, daß man für einen nicht unerheblichen Reisepreis nun aber wirklich einmal echtes russisches Essen genießen darf............. Vorspeisen: Bereits (seit wieviel Stunden???) angerichtete Salate mit allerlei mehr oder minder wilden Bestandteilen von Mohrrüben und Weißkohl, deren einzige Konstante der Mayonnaise-Klacks ist. Mayonnaise ungekühlt............. oh ha. Dann lieber eisgekühlten Bommerlunder ;-), der in diesem Fall als Wodkagläschen zum erfrischenden Preis von € 2,00 pro putzigem Schnapsgläschen dargereicht wird. Nächster Gang: Die Suppe. Oder Boullion. Oder was auch immer. Brühe. Putzwasser. Oder halt auch "typisch russische Küche". Die Kreuzfahrtdirektorin bereut selbst möglicherweise den Moment, in dem sie sich eines Abends beim Verteilen des Programms für den nächsten Tag an unserem mit sechs Personen besetzten Tisch danach erkundigte, ob es uns denn "gemundet" habe. Wir Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt kulinarisch sicherlich schon mehr Momente der Reue erlebt, weshalb eine Dame am Tisch Einwände erhob. Diese Diskussion spann sich zu einer absoluten Groteske aus. Frau Kreuzfahrtdirektorin nahm zunächst einmal in Oberlehrermanier die Bezeichnung "Suppe" auf mit der Rüge, daß zwischen "Suppe" und "Boullion" ja nun einmal ein eklatanter Unterschied bestünde. Wie albern, wie hilflos, aber dennoch hochprofessionell den Gast abfidelnd.... Respekt. Das Gespräch gipfelte in solch überflüssigen Belehrungen wie: "Nein, in Russland gibt es keine Erbswurst. Daß keine Erbse in der Suppe zu finden war, liegt daran, daß Erbsensuppe in Russland püriert wird". An einer solchen Stelle mag man einfach nichts mehr sagen, weil man weiß, daß man gegen eine - ja, man möchte fast sagen: Propaganda-Wand redet. Suppe ohne jeden Rest einer Erbse drin ist nicht nur püriert, sondern auch passiert. Jedoch schaute die Heimlei......... ups: Kreuzfahrtdirektorin nicht so drein, als ob sie große Lust hätte, sich auf diese von ihr selbst angeregte Detailbesprechung tiefer einzulassen und als lieber "Gast" mag man ja weder sich noch anderen die Lebenslaune verderben............. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es das allgemeine menschliche Streben sein könnte, sich zu einer Reise aufzumachen, die in ihrem Rahmen zu derartigen Sprach- und Essensqualitäts-Ziselierungen nötigt, will man (möglicherweise allein subjektive) Kritik anbringen, sich aber gleichzeitig bitteschön nicht als Dummerle behandeln lassen, sondern dem nach meinem Empfinden recht schlichten Reagieren auf derartige Schulmeisterei begegnen. Unerfreulich, unerfreulich....................... Im Laufe der Reise gingen folgende Produkte schlicht aus und waren nicht mehr verfügbar (ohne Gewähr für Reihenfolge und Vollständigkeit): - Honig - Marmelade - Faßbier - Kefir und Joghurt - frische Milch - Butter Am letzten Tag war für die Gäste beim täglich bis auf minimale Abweichungen identischen Frühstücksbuffet wirklich nur noch notdürftig zusammenzukratzen, was da war. Und das war wenig. Bereits nach einer Woche auf diesem Schiff ist man deutlich fehlernährt, was auch nicht annähernd mit folkloristischen Verklärungen schönzureden ist: Bei frischem Gemüse war nahezu vollständig Fehlanzeige; auch die Petersiliendeko war ab dem dritten Tag wegen Überlagerung gelb gefärbt. Die als Hauptnahrungs- und Tellerfüllmittel üppig dargereichten Kartoffeln, denen ja ernährungsphysiologisch grundsätzlich nicht allzuviel abzusprechen ist, kamen erkenn- und schmeckbar nach vielstündigem Wasserbad auf dem Tisch: Die Nährstoffe schwammen also versammelt längst im Warmhaltewasser herum, waren aber nicht mehr in dem, was auf dem Teller lag. Von der grundsätzlichen Natur her durchaus eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Fisch oder Fleisch kamen in Portionen daher, denen man jeweils wenig mehr als 40 g pro Esser zurechnen konnte. Aber auch diese waren entweder in Grund und Boden gekocht oder nicht durchgegart und winkten einem schon gefährlich glibbernd daherkommend vom Teller zu, so daß man nur noch eines denkt: Sal-mo-nel-len. Also: Kartoffeln und die Salzgurke oder das Cherry-Tomatelinchen essen und damit ist gut, will man sich nix Böses einfangen. Natürlich stellt man sich als aufgeklärter Esser die Frage: Warum ist das so? Was ist hier los? Mit dieser Frage irrlichtert man einige Tage umher, weil man ja noch nicht die Antwort kennt, die sich erst im Laufe der Reise durch die nicht mehr verfügbaren Waren offenbart. Es kann also zu der Annahme führen, daß im Grunde nur ein Beteiligter übrigbleibt, der sich als Anbieter einer Reise mit der Ivan Bunin die Taschen füllt: Die Reederei. Dies ist betontermaßen eine bloße Vermutung. Plantours als Anbieter der Reise wird es nicht sein. Soweit feststellbar, sind alle Reeder der Flussschiffe in Russland ansässig. Im Falle Ivan Bunin ist dies die Orthodox Cruise Company. Der beobachtende Gast kann also nur insoweit eins und eins zusammenzählen: Es könnte unter Umständen so sein, daß dem Schiff für die Durchführung der Reise ein Waren- und/oder Einkaufsbudget zur Verfügung gestellt wird, das zu passen hat. Haben die Gäste vor Ende der Reise das Faßbier oder die Milch ausgetrunken, ist eben Ende der Durchsage. Neu gebunkert wird nicht, obwohl logistische Möglichkeiten durchaus zur Verfügung stehen (hier konkret: In der Stadt Jaroslawl). Hiervon völlig unabhängig zu sehen ist der Ablauf der Mahlzeiten: Jedes Schnellrestaurant ist eine Schnarchtruppe gegen das, was man an Bord dieses Schiffes im Restaurant erleben darf. Die einzelnen Gänge werden einem in einem Tempo auf den Tisch "geschossen", daß einem schon einmal der Atem vergehen kann. Stil und Niveau sehen definitiv anders aus - in jeder Hinsicht. Das Frühstück ist bis auf kleine Abweichungen, wenn es dann vereinzelt einmal ein Eiergericht gibt, eintönig. Es gibt jeden Morgen so ziemlich das Gleiche. Aber die Oberlachnummer sind die Lunchpakete, die für ganztägige Ausflüge dargereicht werden: Geschmierte Stüllchen aus den schmalen extrem geschmacksneutralen Weißbrotscheiben, wie sie auch im Restaurant dargeboten werden, liegen auf einem Frittenbuden-Plastikteller. Dazu eine Halbliterflasche Mineralwasser (na, immerhin etwas), ein Stück vermatschtes Obst (also steinharte Mandarine, verdötschter Apfel mit "blauen Flecken"), ein Becher Fruchtjoghurt. Wir haben grundsätzlich die Wasserflasche herausgenommen und uns ansonsten bis zum "verlockenden" Abendessen durch Nichtessen aufrechterhalten. Hierzu sei angemerkt, daß man während der Ausflüge so gut wie keinerlei Gelegenheit hat, hier oder da mal einen im wahrsten Sinne des Wortes geschmackvollen Happen zu schnappen. Die Freizeitpausen von maximal 20 Minuten, die man bekommt, steht man auf irgendwelchen infrastrukturfreien Plätzen herum, um auf den Bus oder das Herantraben verspäterer Mitreisender zu warten. Alles in allem: Wodka ist eine gute Hilfe, die jedoch nicht bis ins Letzte wirkt. Ansonsten ist die Verpflegung auf der Ivan Bunin als kalorien- aber auch nährstoffarm weiter zu "empfehlen", will man es liebevoll-humorig formulieren.

Bilder/Videos zur Schiffsbewertung (Zur Vergrößerung einfach auf die Bilder klicken!)

Schiffsbewertung Ivan Bunin - Ein kleiner stiller Moment der Schönheit
Schiffsbewertung Ivan Bunin - Rechts Schrank, links Bad
Schiffsbewertung Ivan Bunin - Bauch einziehen in der Standard-Kabine
Schiffsbewertung Ivan Bunin - In St. Petersburg am Kai
Service
4.0
Sonnen

An unserem Tisch waren die Serviererinnen ausnahmslos unglaublich freundliche und zuvorkommende, charmante junge Damen. Hier hat man wirklich gemerkt, daß es sich um Fachkräfte handelte, die ihr Handwerk verstehen - die übrigen "Abläufe" im Restaurant kann man ihnen ja nicht zuschreiben. Auch die Borddolmetscher waren immer entgegenkommend, freundlich und hilfsbereit. Sie verdienen großes Lob. Bis auf die junge Dame, die ihre künftige Schönheit keinesfalls durch die Verrichtung von diesbezüglich beeinträchtigenden Arbeiten aufs Spiel setzen wollte und als unser Zimmermädchen eingeteilt war, gab es eine böse Lücke im System: Das waren die Damen an der Rezeption. Ja, die Frisuren saßen. Hier muß noch einiges geübt werden, nämlich, daß Arroganz und angelegentliche Zurschaustellung von vermeintlicher Noblesse eben nicht die Qualität einer Rezeption ausmacht. Wenn sie nicht ihren Hauptaufgaben nachkamen, die da lauteten: Zimmerschlüssel entgegegen nehmen und im Gegenzug Passagierkarten sowie Regenschirme verteilen, waren die lieblichen Schönheiten ;-)) in irgendwelche Versandhaus-Kataloge vertieft, tippselten auf ihren Handys herum und guckten hochgradig genervt auf, wenn man sich anmaßte, die kleinen Hoheiten anzusprechen. Es waren 10 Tage, ohne daß man auch mit einem netten Wort, einem freundlichen Blick oder was auch immer den Damen ein Lächeln hätte entlocken können. Die Handy- und Versandhauskatalog-Bindung und das damit unweigerlich zusammenhängende Fehlen von Servicegedanken gipfelte darin, als wir am Abend vor der Abreise einen Eintrag in die Weckliste erbaten. Das "Fräulein Tausendschön", das sich von vier anwesenden katalogblätternden Damen aufraffte, uns zu erhören, mochte ihre körperlichen Aktivitäten indes nicht so weit ausdehnen, daß es zum Griff nach der Weckliste gereicht hätte. Sie zog es vor, uns einen Zettel vom Zettelklotz abzureißen und uns hinzulegen, auf daß wir darauf unsere Kabinennummer und gewünschte Weckzeit notieren mögen, was wir auch taten. Unsere Nachfrage, ob es denn auch mit diesem Zettel dazu führen würde, daß wir tatsächlich geweckt werden, wurde mit einem wortlosen, zarinnengleich-abfälligen Blick bedacht. ......................... Der Weckruf ging natürlich in die Hose..................... Auf unsere Beanstandung am nächsten Morgen wurden wir darauf verwiesen, daß wir ja nicht auf der Weckliste eingetragen seien......................... Hier ist also noch ganz viel Nachholbedarf. Wie ein Vorbewerter schon als Überschrift gewählt hat: Wenig Licht, viel Schatten. Das Ärgernis eines vermasselten Weckrufes wird in der Nachschau der Reise nur mit ganz viel innerer Disziplin von der Freundlichkeit der vielen anderen Besatzungsmitglieder aufgewogen. So ist die menschliche Natur und in Kenntnis dessen sollte man - gerade, da hier in den Bewertungen die Rezeptionsdamen schon des Öfteren wenig gut abgeschnitten haben - doch mal Nägel mit Köpfen machen.

Sport Unterhaltung
4.0
Sonnen

Pool: Wie bereits vom Vorbewerter beschrieben, hat der Tümpel eine bestechend grüne Farbe. Wir gerieten - glücklicherweise - nicht in die Verlegenheit uns überlegen zu müssen, ob wir einmal eintauchen möchten, da das Wetter nach all den schrecklichen Vorkommnissen dieses Sommers in Russland einen Umschwung genommen und sich zu viel Regen und kühlen Temperaturen entschlossen hatte. In sportlicher Hinsicht wurde Frühgymnastik angeboten, die wir als im Berufsleben stehende, erholungsbedürftige Passagiere ohne Anflüge von Erscheinungen der greisenhaften Bettflucht ;-) jedoch nicht in Anspruch genommen haben. Unsere Tischnachbarn, die ihre Kabine unter dem entsprechenden Raum hatten, bestätigten jedoch, daß das morgendliche Getrappel über ihnen durchaus auf zahlreichen Zuspruch schließen ließ, so daß man annehmen kann, daß es ein gelungenes Angebot war. Hinsichtlich der Unterhaltung an Bord läßt sich nur Subjektives berichten, da nicht jeder Reisende auf einem Schiff zwingend dem Bingo-Spiel zugetan ist: Das Programm, das im Veranstaltungsraum in Form von Filmen, Dokumentationen und Vorträgen angeboten wurde, war schon ganz enorm und ohne Frage mit sicherer und erfahrener Hand auf diese Russland-Reise zugeschnitten. Das war wirklich erstklassig.

Landausflüge
4.0
Sonnen

Die Guides bei den Landausflügen waren sehr unterschiedlicher Natur - von älteren, der Sowjetunion unverhohlen nachtrauernden älteren Damen bis zu modernen, aufgeschlossenen und teilweise wirklich niveauvoll-humorigen jüngeren "Erklärbären". Je nach persönlicher und politischer Disposition, Spaß an der Sache und deutschen Aussprache war es mal anstrengend, den Guides zuzuhören, mal eine wahre Freude.

Sonstige Tipps & Empfehlungen

Es gibt für des Kyrillischen und der russischen Sprache nicht Mächtige kaum Alternativen zu einer solchen Reise, um Russland zu besuchen. Wenn man kein Faible für Kreuzfahrten und Gruppenreisen hat, bedarf es schon einer Menge inneren Frohsinns, sich nötigenfalls mental so abzukapseln, daß man in diesem 10 Tage währenden Menschenauflauf noch seine eigenen kleinen Wahrnehmungeckchen findet. Die Eindrücke, die man erhält, sind vielfältig und mit Sicherheit von bleibender Erinnerung. Es wäre schön, wenn ein in jeder Hinsicht qualitativ höherwertiges Flussschiff in diesem Markt einen Platz finden könnte, um die Konkurrenz in Schwung zu bringen. Jedoch ist anzunehmen, daß dies aus russischer Sicht nicht zugelassen werden wird, so daß man sich über eines im Klaren sein muß: Die Erlebnisse sind großartig, aber teuer bezahlt. So, wie die Reisen derzeit angeboten werden, ist das Preis-/Leistungsverhältnis von absoluter Monopolstellung beherrscht und das ist für das schließliche Reiseerlebnis durchaus beeinträchtigend. Hier gibt es noch ganz viel Verbesserungspotential. Der Reiseroute und dem, was sie zu bieten hat, ist zu wünschen, daß hier noch viel Verbesserung gelingen möge.

Hinweis zur Schiffsbewertung: 6 Sonnen = sehr gut ... 1 Sonne = sehr schlecht

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Zusatzangaben zur Schiffsbewertung

In welchem Gewässer fand die Reise statt? Wolga
Wie war die Sprache an Bord? Deutsch
Entsprach das Schiff der Veranstalterbeschreibung? Ja
Sind die Anzahl der Sterne des Schiffs berechtigt? Nein, schlechter
Waren Sie mit der Reiseleitung zufrieden? Ja
Wie wurde das Preis/Leistungsverhältnis empfunden? sehr schlecht
Wo wurde die Schiffsreise gebucht? Internet
Wann wurde die Schiffsreise gebucht? langfristig (> 3 Monate vor Reiseantritt)
Wohin soll die nächste Urlaubsreise gehen? Kanada
Wie oft wird im Jahr verreist? 5-7 mal