Geschichte, Wein und Märchen
Geheimtipps in Luxemburg: Diese Kleinstädte musst Du gesehen haben
Städte- und Kurztrips führen viele Reisende fast schon reflexartig nach Berlin oder andere Metropolen in Deutschland. Dabei liegt eines der vielleicht charmantesten Länder Mitteleuropas direkt vor der Haustür – und kaum jemand traut sich über die Hauptstadt Luxemburg hinaus. Von dieser hast Du natürlich schon gehört, vielleicht sogar von kleineren Highlights wie Echternach, Vianden oder Clervaux.
Wenn Du Luxemburg abseits davon kennenlernen willst, lockt ein Trip in den Süden des Großherzogtums zu Weinbergen, Weltgeschichte sowie einem Märchen- und Tierpark. Diese Orte sind Tipps für alle, die ein Luxemburg entdecken möchten, das so wohl noch nicht in die Reiseplanung vieler Menschen in Deutschland einbezogen wurde.
Schengen: Eine Gemeinde, die Europa verändert hat
Hast Du schon einmal hinterfragt, wonach eigentlich das Schengener Abkommen und der Schengen-Raum benannt sind? Nach einem kleinen Ort, der im äußersten Südosten Luxemburgs, im Dreiländereck mit Deutschland und Frankreich, liegt. Die Gemeinde Schengen besitzt heute nur etwas mehr als 5.200 EinwohnerInnen und trotzdem wurde dort Geschichte geschrieben. Als touristisches Ziel ist sie aber nicht gerade weltbekannt.
An Bord der "Prinzessin Marie-Astrid" wurde im Juni 1985 zwischen Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden ein erstes Übereinkommen auf der Mosel bei Schengen geschlossen. Personenkontrollen an den Binnengrenzen sollten nach und nach abgebaut werden – ein Schritt zu einem noch vereinteren Europa. Über die Jahre schlossen sich viele weitere europäische Staaten dem Schengen-Raum an. Im Schengen Museum erfährst Du etwa bei einer interaktiven Ausstellung nicht nur mehr über die Geschichte, sondern betrittst auch die vollständig restaurierte Prinzessin Marie-Astrid.
Das Tal rund um den Nebenfluss des Rheins kann noch heute per Schiff erkundet werden. Eine im Jahr 2010 für 500 Passagiere gebaute MS Princesse Marie-Astrid, die touristisch genutzt wird, fährt bis September nach regelmäßigem Fahrplan. Donnerstags gibt es etwa eine Panoramafahrt zwischen Wasserbillig und Schengen. Ein weiteres Highlight für Geschichtsinteressierte ist Schloss Schengen, auf dem der französische Schriftsteller Victor Hugo (1802-1885) einst zu Gast war. Von Saarbrücken aus bist Du in der Regel in unter einer Autostunde in Schengen, von Luxemburg-Stadt aus in etwa 30 bis 45 Minuten.
Remich: Die Perle der Mosel
Eine der Haltestellen der erwähnten Panoramafahrt ist auch Remich. Hier an der Mosel, in der einzigen Weinbauregion des kleinen Landes, herrschen ideale Bedingungen für den Anbau. Remich, auch als Perle der Mosel beworben, ist der Sitz des Weinbauinstituts. Das Panorama der Stadt wird zudem von Weinbergen und Wäldern bestimmt. Die Anreise gelingt am bequemsten mit dem Auto; von Trier aus sind es nur etwa 40 bis 50 Minuten Reise.
Auf der Esplanade beginnt nicht nur die Erkundung des Städtchens, sie ist auch etwa Teil des Komfort-Wanderwegs Remich. Durch kleine Gässchen, entlang der Moselpromenade in Richtung Stadtbredimus und zurück lädt der Rundwanderweg zu entspannten Stunden mit herrlichen Ausblicken ein. Doch nicht nur hier oder im alten Gewölbekeller des nahen Weinguts Caves Saint Martin lassen sich fabelhaft Erinnerungsfotos knipsen, sondern etwa auch während eines der Feste, die es in dem Ort gibt.
Ein besonderer Tag für einen Trip nach Remich ist etwa der 15. August, an dem jährlich das Bacchusfescht steigt. Es verwandelt die Gemeinde in eine große Freiluftbühne: Flohmarkt, Musik, Weine und Crémants der Luxemburger Mosel sowie kulinarische Spezialitäten locken dann Gäste an. Letzteres finden BesucherInnen aber auch sonst bei Weinproben direkt in den Kellereien der Region. Schnellentschlossene können zwischen dem 24. April und 10. Mai zudem die Réimecher Kiermes erleben.
Bettembourg: Zwischen Märchen und Tieren
Eine Kleinstadt wie Bettembourg würde man vielleicht nicht auf dieser Liste erwarten, sie beherbergt aber eine Besonderheit: den Parc Merveilleux, den demnach einzigen Tierpark im Großherzogtum Luxemburg. Dank seiner Lage ist dieser ein geeignetes Ausflugsziel für Familien, die beispielsweise ein Wochenende in der Hauptstadt Luxemburg planen. Von dort aus dauert die Anreise mit dem Auto nur gut 20 bis 25 Minuten.
Laut Angaben des Parks gibt es hier nahezu 200 Tierarten von fünf Kontinenten zu bestaunen, darunter Wallabys, Wasserschweine, Rote Pandas und Antilopen. Es gibt einen Streichelzoo mit demnach sehr zutraulichen Zwergziegen. Einige der Tiere dürfen auch mit Futter, das es vor Ort zu kaufen gibt, gefüttert werden. Der eigene Hund ist an der Leine geführt in vielen Bereichen des Parks ebenso willkommen. Daneben lassen sich unter anderem auch 14 Märchen auf drei Sprachen entdecken, die von bewegten Figuren erzählt werden. Das Wahrzeichen des Parks ist ein großer, schlafender Riese, der sicher nichts dagegen hat, wenn man mit ihm ein Selfie macht.
Die Kassen machen täglich um 09:30 Uhr auf, der Park schließt um 19:00 Uhr. Die Eintrittspreise sind moderat. Erwachsene zahlen für datierte Tickets 15 Euro, Kinder bis 14 Jahren elf Euro und Kinder unter drei Jahren erhalten kostenlosen Eintritt. Wer nach dem Parkbesuch noch mehr von der Region sehen möchte, findet in unmittelbarer Nähe weitere lohnende Ziele: Im nur wenige Kilometer entfernten Bad Mondorf gibt es etwa das Luxemburgische Luftfahrtmuseum und ein großes Spa- und Fitnesscenter – vielleicht ein idealer Ort, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.
Das unbekanntere Luxemburg erleben
Schengen, Remich und Bettembourg sind ein Teil Luxemburgs, der selten auf dem Reiseplan steht, es aber verdient hätte. Der Süden des Großherzogtums verbindet europäische Geschichte, Weinkultur und entspannte Natur zu einem Kurztrip, der sich auch von Deutschland aus perfekt an einem verlängerten Wochenende erleben lässt.
Beliebte Hotels in Luxemburg
Mietwagen für Deinen Urlaub buchen

