Reisebericht
Montenegro & Kroatien in einer Reise: Tipps von Kotor bis Dubrovnik
Wenn es um die alljährliche Urlaubsplanung geht, stand Osteuropa bisher noch nicht wirklich auf meiner Liste. Generell hatte ich die Region bisher nur zwei Mal aus beruflichen Gründen besucht – aber dort Urlaub machen? Von der Schönheit Kroatiens hatte ich schon mehrmals gehört, umso spannender wurde es für mich, als mein bester Freund Oliver, der absoluter Balkan-Fan ist, mit der Idee um die Ecke kam, Montenegro zu bereisen und anschließend ein paar Tage in Dubrovnik dranzuhängen. Das eine Ziel wurde durch eine Fantasy-Serie weltbekannt, das andere ist ein Geheimtipp. „Schaut euch Montenegro an, bevor es alle tun“, lautete bereits vor zehn Jahren die Empfehlung einer meiner Touristik-Dozenten und so wurde die Reise, zusammen mit zwei anderen Jungs, final geplant und gebucht.

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Tag 1: Willkommen auf dem Balkan
Anreise nach Montenegro
An einem sonnigen Tag im September ging es dann vom Flughafen Zürich aus für Oliver und mich los in Richtung Montenegro. Zu dieser Jahreszeit gab es durchaus noch ein paar Direktflüge, die allerdings schon sehr früh morgens starteten und teurer waren, als die von Air Serbia, bzw. wie in unserem Fall der Lufthansa Gruppe, angebotenen Gabelflüge. Deshalb ging es zuerst nach Frankfurt, um von dort aus weiter nach Tivat zu fliegen. Nicht gerade der direkteste Weg, aber dank Einsatz von Miles&More-Meilen der günstigste. Fünf Stunden später war sie dann endlich zu sehen – die Bucht von Kotor und wir landeten pünktlich kurz vor 18 Uhr in Tivat, dem touristischen Zentrum Montenegros. Der erste Blick aus dem Fenster auf das Terminalgebäude und die Flotte der lokalen Flughafenfeuerwehr ließ mich schon erahnen – in Montenegro scheint im Vergleich zu Deutschland die Zeit stehen geblieben zu sein, was jedoch nicht verkehrt sein muss.
Vor dem Terminal begann dann die Suche nach unserem gebuchten Transfer, der uns nach Kotor bringen sollte, wo wir unser Apartment gebucht hatten. An willigen Fahrern mangelte es keineswegs, diese verlangten jedoch sehr hohe Preise für die gut acht Kilometer lange Strecke. „Kein Taxi wird euch für unter 40 Euro nach Kotor fahren“, war die Aussage eines Fahrers. Der gute Mann lag jedoch falsch, denn wer wie wir sein Taxi ein paar Tage vor Ankunft bei einem der lokalen Anbieter bucht, spart Geld. In unserem Fall waren das zehn Euro, und mit denen könnt ihr in Montenegro eine Menge anfangen.
Aber warum soll es in Montenegro auch anders zugehen als an den Flughäfen von Mallorca, Kreta oder Hurghada?

Philips Tipp
Den Transfer vom Flughafen am besten schon vorab online buchen. Vor Ort werden oft deutlich höhere Preise verlangt – wer im Voraus plant, kann hier ohne großen Aufwand einiges an Geld sparen und startet deutlich entspannter in den Urlaub.
Unterkunft in Kotor
Angekommen an unserem Green Home Apartments in Kotor wurden wir von unserem Gastgeber Tripo nun auch offiziell willkommen geheißen. Inoffiziell hatte er das bereits direkt nach der Buchung getan, denn via WhatsApp bekamen wir schon weit im Voraus viele Ausflugstipps und Restaurantempfehlungen von unserem Gastgeber, und das keineswegs in aufdringlicher Weise.
Unsere Ferienwohnung hatte zwei Schlafzimmer, ein Bad sowie Ess-/Wohnzimmer – alles sehr gemütlich eingerichtet. Was allerdings fehlte waren Klimaanlagen in den Schlafzimmern (die gab es nur im Ess-/Wohnbereich), Rauchmelder und Fliegengitter an den Fenstern – was sich bei der Nähe zur Bucht durchaus bemerkbar machte. Die heimischen Mücken waren jedenfalls ziemlich begeistert von uns. Weitere Details zum Apartment findet ihr in meiner Bewertung.
Am ersten Abend folgten wir dann gleich mal einem von Tripos Gastro-Tipps und liefen rein nach Kotor. Das Stadtzentrum ist gut einen Kilometer entfernt, also kein großes Problem für alle, die gut zu Fuß sind. Mit "BBQ Tanjga" betraten wir ein für den Balkan typisches Restaurant, das auf eine Sache besonders spezialisiert war: Balkanplatten! Diese gab es in verschiedenen Größen und wurden von 450 Gramm bis zwei Kilogramm angeboten. Wir entschieden uns für die 700-Gramm-Variante für zwei Personen mit Cevapcici, Spießen, Steaks und verschiedenen Beilagen – es war wirklich fabelhaft und vor allem preiswert!
Entdecke die Green Home Apartments
Tag 2: Kotor entdecken – oben schwitzen, unten genießen
Kotor erleben: Zwischen Fjord, Festung und Katzen
Vom Apartment aus waren es nur wenige Schritte bis zur nächsten Badestelle, weshalb der erste Tag in Kotor mit einem Sprung in den Fjord begann. Das kennt man eigentlich nur aus den nordischen Ländern, wo das Wasser ziemlich kalt ist – Montenegro hingegen bietet dieses Erlebnis bei angenehmeren Temperaturen an, was Du nicht verpassen solltest. Frühstück besorgten wir uns anschließend in der Pekara (Serbisch für Bäckerei) um die Ecke und machten uns am späten Vormittag auf den Weg hoch zur Festung. Für 15 Euro darfst Du den Kotor Fortness Trail nutzen – ein Wanderweg mit spektakulären Aussichten auf die Altstadt und den Fjord. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass diese Wanderung sehr anspruchsvoll ist, denn es geht steil bergauf, was bei sommerlichen Temperaturen ziemlich anstrengend werden kann. Und wer oben angekommen ist und eine vollständig erhaltene historische Festung erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Von der einstigen Festung sind nur noch wenige Ruinenreste übrig. Der Charme dieser Wanderung liegt also vielmehr in der Aussicht und dem idyllischen Abstieg durch das Tal auf der anderen Seite, als in der Festung selbst.
Wieder unten angekommen ging es nun in die Altstadt von Kotor, dem wohl bekanntesten Ort Montenegros. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und besticht durch zahlreiche historische Gebäude, wie den Uhrturm, verwinkelte Gässchen und vor allem KATZEN. Sie sind das heimliche Wahrzeichen der Stadt, symbolisieren Glück und werden daher von Einheimischen & Touristen gleichermaßen geliebt und verpflegt. Wunder Dich also nicht, wenn die Samtpfoten Dich zielstrebig ansteuern und gib ruhig ein paar Euro für deren Futter aus – dieses wird in jedem Kiosk der Stadt angeboten.
Das Abendessen findet erneut in einem Restaurant statt, dass uns Tripo empfohlen hatte – dieses Mal Pasta und es war erneut ein Gaumenschmaus. Vorteil vom späten Besuch der Altstadt ist, dass die meisten Touristen schon weg sind, was dem Ort ein ganz besonderes Flair verleiht.

Philips Tipp
Mit Englisch kommst Du in Montenegro insgesamt gut zurecht. Bezahlt wird dort auch mit dem Euro – mal klappt es problemlos mit Karte, an anderen Stellen ist Bargeld aber nach wie vor die bessere Wahl.
Tag 3: Balkan-Beats & Fjordpanorama
Die Bucht von Kotor ist der südlichste Fjord Europas und bietet einige Sehenswürdigkeiten, die man allerdings nur mit dem Boot erreichen kann. Die Wettervorhersage an diesem Tag war perfekt und versprach ideales Badewetter, also stand am Vormittag eine Speed-Boot-Tour zu den Blue Caves an, die wir am Abend zuvor bei einem der örtlichen Veranstalter gebucht hatten.
Die Abholung erfolgte pünktlich und nachdem wir andere Gäste im Hafen der Altstadt abgeholt hatten, ging es mit Höchstgeschwindigkeit hinaus auf den Fjord. Unser Boot war kein gewöhnliches Schnellboot, sondern entpuppte sich ziemlich schnell als fahrender Musikclub, mit leistungsstarken Boxen. Aus denen dröhnten fette Balkan-Beats während wir entlang der Küste, vorbei an malerischen Ortschaften und großen Kreuzfahrtschiffen, in Richtung unseres ersten Stopps fuhren.
Der erste Stopp war ein ehemaliger U-Boot-Bunker, der zu Zeiten Jugoslawiens in den Berg gegraben wurde. Anschließend ging es weiter in Richtung kroatische Grenze, vorbei an der Stadt Herceg Novi und Mamula Island, eine Insel die früher als Gefängnis galt und daraus heute das 6-Sterne-Hotel Mamula Island by Banyan Tree entstanden ist, zu dem man nur per Helikopter anreisen kann.
Angekommen an den blauen Höhlen merkten wir schnell, dass wir nicht die ersten waren. Die erste Höhle war bereits voll mit mehreren Motorbooten, die allesamt bei laufendem Motor vor Anker lagen, und deren Gäste sich bereits ins Badevergnügen gestürzt hatten. Für unseren Skipper war das zu viel und wir machten uns, getreu dem Motto „First come, first serve“ direkt auf zur nächsten Höhle, die nur wenige Minuten entfernt lag. Dort angekommen waren wir tatsächlich allein, ankerten allerdings vor der Höhle. Was dann folgte war etwas, dass ich zuvor noch nicht erlebt hatte – und als Reiseprofi habe ich schon einiges erleben dürfen.😊
Der Sprung in azurblaues Wasser mit einer Wasserqualität, wie man sie eigentlich nur in der Südsee vermuten würde. Gefühlt konnte man 30 Meter tief hinunter zum Meeresgrund schauen. Bunte Fische, unterirdische Höhleneingänge – alles war perfekt zu erkennen! Umso schade war es, dass unser Skipper bereits nach nur zehn Minuten wieder alle Mann an Bord rief, was definitiv zu wenig Zeit für einen Badestopp war. Aber zurück an Bord, Balkan-Beats an, und mit Vollgas über den Fjord zurück nach Kotor. Zuvor stand aber noch ein Besuch der kleinen Insel "Our Lady of the Rocks" an, die vor der Küste des Ortes Perast liegt.
Der Legende nach wurde die Insel im Laufe der Jahrhunderte von lokalen Seeleuten erbaut, die einen alten Schwur einhielten, nachdem sie im Jahre 1452 eine Ikone der Madonna mit Kind, auf einem Felsen im Meer gefunden hatten. Nach jeder erfolgreichen Reise legten sie daher immer einen Stein in die Bucht und so entstand die Insel, die heute eine kleine katholische Kirche, ein Museum sowie einen Souvenirladen beheimatet. Ein wirklich malerischer Ort inmitten der Bucht von wo ihr einen wunderschönen Rundumblick genießen könnt.
Die Tour endete dann 15 Minuten früher als angegeben im Hafen von Kotor (hätte man ruhig noch an den Badestopp dranhängen können). Aber unterm Strich war es wirklich eine wunderschöne Bootsfahrt zu den maritimen Sehenswürdigkeiten Montenegros, die es in Zukunft so vielleicht gar nicht mehr geben wird. Denn wie ich später im Gespräch mit der Inhaberin des Ausflugsunternehmens erfuhr, stehen die Besuche der blauen Höhlen durchaus auf der Kippe, da die Regierung sie zum UNESCO Weltkulturerbe machen möchte. Die daraus erfolgenden Schutzmaßnahmen würden eine drastische Reduzierung oder gar ein Fahrverbot der Boote bedeuten. Für die Natur wäre das ein Segen, für die Menschen, die von diesen Ausflügen leben, hingegen ein erheblicher finanzieller Rückschlag.
Tag 4: Montenegro entdecken: Lovćen & Hinterland
Montenegro abseits der Küste
Für den nächsten Tag hatten wir ursprünglich eine geführte Tour in den Lovćen Nationalpark geplant, die jedoch kurzfristig abgesagt wurde. Dank unseres Gastgebers fanden wir jedoch schnell eine Alternative: Ein privater Fahrer, der uns zu unseren Wunschzielen brachte – flexibel und zu einem fairen Preis von 350 Euro.
Um kurz vor acht Uhr morgens trafen wir dann vor dem Ausflugsbüro des Bootsveranstalters unseren Fahrer namens Bramislav - ein sympathischer Mann, der zwar begrenzt Englisch sprach, das aber mit seiner Freundlichkeit ausglich. Nachdem wir uns wieder in der Pekara mit Frühstück eingedeckt hatten, ging unsere private Tour durch Montenegro los. Zu viert quetschten wir uns in einen alten VW Passat – unser erstes Ziel, ein Aussichtspunkt hoch über dem Fjord, wo wir erst einmal frühstücken wollten. Der Weg nach oben führte über enge Serpentinenstraßen, wo jedes entgegenkommende Auto (sogar Ausflugsbusse) zu einer echten Herausforderung wurde. Hinzu kam der landestypische offensive Fahrstil, den Bramislav in Perfektion beherrschte – die anderen Verkehrsteilnehmer aber leider auch. Viel Hupen, das ein oder andere wohl weniger freundliche Wort auf Serbisch und eine orthodoxe Ikone, die Bramislav direkt neben dem Tachometer angebracht hatte, sorgten am Ende dafür, dass wir sicher auf dem Gipfel ankamen. Der Blick über die komplette Bucht von Kotor und auf Tivat, entschädigten uns für die abenteuerliche Anfahrt.
Anschließend fuhren wir hinein in den Lovćen Nationalpark und hinauf zum Mausoleum von Petar Njegoš, ein Bauwerk von nationaler Bedeutung. Der Dichterfürst hatte einst den ersten Senat des Landes ins Leben gerufen und zudem das Schul- und Steuersystem Montenegros modernisiert. Heute ist sein Grabtempel der meistbesuchte Ort des Nationalparks, was vor allem mit dem wunderschönen Rundumblick auf die Bergwelt zu tun hat. Wieder im Tal angekommen machten wir eine Kaffeepause in der alten Hauptstadt Cetinje und besichtigten das örtliche orthodoxe Kloster. Bramislav führte uns dann weiter zum Skutarisee, ein großer See, der teilweise auch zu Albanien gehört. Schon jetzt hatten wir viel vom Land gesehen, was naturgemäß hungrig macht. Bramislav kannte sich auch kulinarisch sehr gut aus und fuhr mit uns zu einem, bei Einheimischen sehr beliebten Restaurant namens "Grill House Roštiljijada", das vor den Toren Podgoricas lag.
Bestellt wurde erneut eine Balkan-Grillplatte – dieses Mal die 2,1 Kilogramm Variante sowie ein paar Vorspeisen. Long story short: Ich kann Dir nur empfehlen einmal dort essen zu gehen. Geschmack und Qualität waren wirklich herausragend und nochmal besser als im touristisch geprägten Kotor – alles zu einem fairen Preis. Gestärkt ging es dann über die Küstenorte Petrovac, Sveti Stefan und Budva zurück nach Kotor.

Philips Tipp
Frag ruhig mal bei den örtlichen Taxiunternehmen an, wenn Du das Land ohne Mietwagen, aber mit eigenem Fahrer erkunden willst. Denn so kannst Du, wie in meinem Fall, erstens Geld sparen und zweitens Zeitplan und Sehenswürdigkeiten selbst bestimmen.
Tag 5: Weiterreise nach Dubrovnik: Überraschend entspannt
Auf nach Dubrovnik!
Der letzte Tag in Montenegro war angebrochen und nachdem wir das Apartment ordnungsgemäß an Tripo übergeben hatten, machten wir uns auf zum Fernbusbahnhof von Kotor, um von dort aus nach Kroatien zu reisen. Über die Fernbusse in Montenegro hatte ich bereits im Vorfeld vieles gelesen, und dass sie die einzige Möglichkeit sind, in die Nachbarländer zu gelangen. Berichte über Mängel an Fahrzeugen, heftige Verspätungen sowie Fahrer, die bei Stau gerne mal zu Geisterfahrern mutieren, lösten durchaus ein gewisses Unwohlsein in mir und auch bei meinen Freunden aus. Deshalb buchten wir einen kroatischen Anbieter, in der Hoffnung, dass hier die EU-Sicherheitsstandards eingehalten werden. Und wie erwartet, war der Fernbus in einem einwandfreien Zustand und verfügte über bequeme Sitze. 2,5 Stunden ging es nun entlang des Fjord, über Tivat und Herceg Novi rüber nach "Hrvatska", wo wir mit etwas Verspätung nachmittags am Busbahnhof von Dubrovnik ankamen.
Unterkunft in Dubrovnik
Unser Apartment Antonio's Luxury Suites lag auch dieses Mal wieder etwas außerhalb der Altstadt, hatte dafür den Bushaltestelle direkt vor der Tür. Es war sehr modern und großzügig eingerichtet und hatte generell einen höheren Standard als zuvor in Kotor. Direkt unter dem Apartment war zudem ein Supermarkt, der über eine große Auswahl verfügte. Auch eine Bäckerei war nur wenige Meter entfernt. Weitere Details zum Apartment findet ihr in meiner Bewertung.
Gut fünf Minuten Fußmarsch entfernt lag außerdem der Uvala Lapad Beach, ein Kiesstrand bei dem Du problemlos baden und wunderschöne Sonnenuntergänge genießen kannst.
Antonio's Luxury Suites
Tag 6: Dubrovnik’s Altstadt & Hausberg
Der beste Blick auf Dubrovnik: Zu Fuß auf den Srđ
Der zweite Tag in Kroatien startete bewusst gemütlich, denn wir wollten für unseren Besuch von Dubrovnik’s Altstadt & Hausberg die Mittagshitze so gut es ging vermeiden. So fuhren wir erst kurz nach 14 Uhr mit dem Stadtbus los und stiegen 15 Minuten später an der Haltestelle Pile (Old Town) aus. Mit der Ruhe, wie wir sie zuvor in Kotor erleben durften, war es leider nun vorbei – Dubrovnik ist touristisch bereits viel weiter erschlossen als die malerische Stadt am Adria-Fjord, was jedoch schon im Vorhinein klar war.
Ein Grund, weshalb die Stadt so populär, vor allem bei Touristen aus Asien und den USA ist, ist die Fantasy-Serie „Game of Thrones“, die inmitten des historischen Zentrums gedreht wurde und mittlerweile zu einem Mekka für dessen Fans mutiert ist. Das war im Stadtbild auch nicht zu übersehen – ein Fanshop folgte dem nächsten und zahlreiche Stadtführungen, die unübersehbar mit der Serie zu tun hatten, kreuzten unseren Weg durch die schmalen Gassen.
Ja, die Altstadt hat wirklich ihren Reiz, unterscheidet sich allerdings in Sachen Architektur & Flair keineswegs von Kotor. Wenn es Unterschiede gibt, dann sind es die Touristenmassen sowie die deutlich höheren Preise für Gastronomie oder Museen. In Kotor kannst Du inmitten der Alstadt zu einem sehr guten Preis essen und trinken – in Dubrovnik hingegen musst Du dafür gefühlt ein kleines Vermögen aufbringen. Wenn Du beim Sightseeing etwas sparen möchtest, empfehle ich Dir den Dubrovnik-Pass zu kaufen. Mit ihm erhältst Du dann freien Eintritt zu zahlreichen Attraktionen wie der Stadtmauer, die vom Einzeleintritt her bereits fast so viel kostet, wie der Pass selbst.
Wir verweilten rund 1,5 Stunden in der Altstadt, bevor wir unsere Wanderung auf den Hausberg Srđ starteten. Der Aufstieg führte uns rund eine Stunde lang, auf einem, mal gut mal weniger gut befestigten Weg, durch malerische Pinienwälder und je höher wir kamen, umso besser wurde der Ausblick auf die Stadt. Klar hätten wir auch für 30 Euro pro Nase die Seilbahn nehmen können, aber das Geld kannst Du Dir wirklich sparen. Denn wer wandert statt fährt, ist so gut wie allein unterwegs, hat beliebig viel Zeit für perfekte Dubrovnik-Fotos und genießt dabei einen wunderschönen Ausblick auf Stadt und Adria. Etwas, was die vielen anderen Touristen, die mit der Seilbahn auf den Gipfel gefahren waren, nicht erlebt haben. Diese kämpften nun oben um die besten Plätze auf der Aussichtsterrasse, von der die Sicht jedoch nicht wirklich besser war als vom Wanderweg aus.
Die Wanderung auf den Srđ war die letzte Aktivität meiner Reise durch Kroatien und Montenegro - Zeit für ein Fazit:
Fazit: Eine Reise, die in Erinnerung bleibt
Montenegro hatte mich wirklich im positiven Sinne überrascht. Landschaft, Architektur, Kulinarik, und vor allem die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen machen es in der Tat zu einem echten Geheimtipp auf der touristischen Landkarte. Dubrovnik ist aus meiner Sicht hingegen nichts für Ruhesuchende oder Urlauber mit kleinem Budget und seine Altstadt unterscheidet sich nur wenig von der in Kotor. Die Stadt gehört aber dennoch zu jeder Reise durch Kroatien dazu und solltest Du durchaus gesehen haben – vor allem wenn Du ein Fan von „Game of Thrones“ bist. Für mich war Dubrovnik ein erster Eindruck von Kroatien, weitere mögliche Reisen in das Land werden mich aber wohl eher in den Norden des Landes ziehen.