Die Anlage erstreckt sich über zwei Areale. Auf der einen Seite liegt das Hotel Estrella mit Rezeption, Wellnessanlage, drei unterschiedlichen Pools, Indoor-Pool, Bars, Indoor- und Outdoorbühne und Restaurant. Auf der anderen Straßenseite liegt das Coral de Mar mit einer Bar, zwei Pools und Minigolfanlage. Die Grundstücke sind klein, grün und umzäunt. Vier Sterne werden noch einmal über ein großes Schild verdeutlicht, wenn man allerdings in dieser Kategorie noch nach Abstufungen unterschiedet, liegt das Hotel eher im unteren Vier Sterne Bereich und ist in die Jahre gekommen. WLAN ist nicht inklusive, sondern wird mit 15€ pro Woche pro Gerät berechnet. Noch dazu ist es im Nebengebäude sehr schlecht und man kann sich das schenken.
Wir waren in einem für ein zwei Personen fast schon überdimensionierten Doppelzimmer im Nebengebäude untergebracht mit Flur, Badezimmer mit Wannendusche, Wohnzimmer mit Pantryküche, Schlafzimmer und Balkon. Das Zimmer ist größer als so manche Berliner Einzimmer-Wohnung. Es gibt dort zwei Blickrichtungen. Entweder zum Hinterhof mit den Pools, Garten und Minigolfanlage oder nach vorn zur Straße und dem anderen Gebäude sowie ein Stück eines Pools. Der Balkon ist sehr groß mit extra Wäscheständer, damit die Handtücher nicht über dem Geländer hängen müssen. Es gibt vom Wohnzimmer als auch vom Schlafzimmer jeweils einen Zugang auf den Balkon. Er hat Licht, auch wenn man das nicht benötigt, da die Umgebungsbeleuchtung hell genug ist. Die Klimaanlage für Wohn- und Schlafzimmer ist clever konzipiert und setzt aus, sobald die Schiebetür zum Balkon geöffnet wird. Es gibt Mücken, die allerdings leiser sirren als unsere heimischen, dafür aber nicht weniger stechen. Stauraum für die Leute, die mit Schränken anreisen, gibt es mehr als genug. Man kann quasi dort einziehen. Die Pantryküche ist voll funktionstüchtig mit Herd, Kühlschrank und Spüle, hat allerdings nur 4 Trinkgläser. Wenn man Kochutensilien benötigt, soll man sich an der Rezeption melden. Da das Hotel zumindest in der Hochsaison scheinbar nur All Inclusive Kunden hat (angeblich auch HP, aber das kontrolliert keiner), ist das aber nicht nötig. Die Betten sind eher unbequem (Rückenschmerzen inclusive), es ist relativ sauber (nur ein fremdes Haar auf dem Kopfkissen) und wird auf Wunsch jeden Tag gesäubert. Der Umwelt zuliebe steht auf einem Bild im Badezimmer, dass man die Handtücher nur auf den Boden legen soll, wenn man sie getauscht haben möchte. Das finde ich vernünftig und hoffe, dass alle das auch umsetzen. Es gibt einen Flatscreen-TV mit *oh graus* deutschen Sendern. Generell ist die Anlage komplett auf Deutsche ausgelegt, auch wenn ab und zu anderssprachige Gäste eintreffen. Stellenweise kommen Zimmer und gesamte Anlage in die Jahre, aber für unteres Vier Sterne Niveau noch akzeptabel. Allerdings die Hellhörigkeit ist nichts für zartbesaitete Menschen, besonders was die Geräusche aus den Nebenbadezimmern angeht. Der Wasserdruck ist nicht sehr hoch bei der Dusche, aber den typisch deutschen Rezensionen auf einschlägigen Seiten zum Trotz sollten sich die Leute mal vor Augen halten, mit welchen Wasser- und Touristenproblemen die Insel zu kämpfen hat.
Es gibt morgens, mittags und abends ein sehr abwechslungsreiches Buffet mit teilweise langen zähen Schlangen, nachmittags gibt’s Snacks und für den typisch Deutschen Kaffee und Kuchen. Die Abende variieren in ihren Themen. Mal ist es sehr fischlastig, mal gibt’s mexikanisch, mal italienisch, mal Geflügel. Erschreckend fand ich, dass es Stopfleber gab. Für jemanden, der sich eher vegetarisch ernährt, gibt es eine große Salattheke, wo man sich seinen Salat selbst zusammenstellen kann, aber auch schon sehr gute fertige Salate. Brot und Brötchen werden immer frisch aufgebacken, es gibt viel frisches fertig aufgeschnittenes Obst, Eis, ab und zu einen Schokobrunnen, dessen Schokolade allerdings nicht sooo lecker schmeckt, landestypische Gerichte und immer genug zu trinken, da es mehrere Zapfstationen, Kaffeevollautomaten und Wein gibt. Man kann drinnen und draußen sitzen. Draußen gibt es speziell für Familien und Kinder noch ein kleines Buffet, wo man sich selbst Burger und Hot Dogs nehmen kann. Die Showküche macht morgens Pancakes und Eier und mittags und abends jeweils passend zum Thementag Gerichte. Empfehlenswert ist der Kakao aus dem Automaten. Noch nie habe ich so einen guten Fertigkakao getrunken. Hungrig bleibt da keiner und die 3 Kilo mehr auf der Waage zeigen an, wie gut das Essen ist. Das Personal ist stets freundlich und räumt permanent benutztes Geschirr weg. Wirklich gut sind fehlende Plastikverpackungen. Marmelade, Margarine und Butter zum Beispiel kommen nicht abgefüllt sondern in Schalen. So entsteht fast kein nicht verrottbarer Müll beim Essen. Das Geschirr und Besteck waren allerdings meistens nicht richtig sauber.
Auf Wünsche wird schnell und gut eingegangen. Großartig in Anspruch haben wir keinen Service genommen. Nur das Lunchpaket haben wir bestellt für Abreise und Ausflug. Das hat alles reibungslos geklappt.
Von der Umgebung ist die Anlage tatsächlich das Schönste. Man kommt allerdings sehr schnell zum Meer, wobei der Weg nicht gerade einladend aussieht. Der Strand ist sehr seicht abfallend. Gut also für Kinder und kleine Menschen. Der Strand ist relativ sauber. Im Wasser schwimmen vereinzelt Kosmetiktücher, Plastikverpackungen oder Klopapier. Menschen bleiben halt einfach Schweine. Man kann nicht auf das offene Meer hinausblicken, da man in einer halbmondförmigen Bucht liegt. Und es stinkt nach faulen Eiern. Wer Google bedient, findet schnell heraus, dass dort in der Nähe (Puig De Sand Marti) eine Kläranlage steht. Im Hotel riecht man nichts davon. Aber am Strand, besonders in regenreichen Zeiten, soll es unerträglich sein. Auch der Sand aus dem Wasser selbst stinkt. Der Hafen ist klein, liegt direkt neben dem Strand und ist dreckig. Man kann Boote, Tretboote mit Rutschen, Surfbretter mieten oder sich auf ein überdimensionales aufblasbares Sofa setzen und mit Highspeed durchs Wasser ziehen lassen. Es gibt etliche Restaurants und man kann ebenfalls shoppen ohne Ende, obwohl man ja eigentlich nichts braucht und es auch genug Essen im Hotel gibt. Man kann auch mit dem öffentlichen Bus, dessen Haltestellen dort zu finden sind, die Insel erkunden. Ganz in der Nähe befindet sich der Hidropark (ein großes Spaßbad) sowie die für Urbexer interessante Disco-Ruine Es Fogueró Palace.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Pools: Der Garten um das Estrella beherbergt drei Pools – klein, mittel, groß. Die zwei Größeren sind über eine modellierte Felsenanlage miteinander verbunden. Die Poolbar ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet Selbstzapfanlage für Getränke und Kaffee und Bedienung für Cocktails. Die Auswahl an kostenlosen Cocktails ist auf 5 bzw. 6 (jeden Tag ein zusätzl. alkoholfreier Cocktail) begrenzt. Die Leitern sind teilweise lose und man hat Angst, dort hinauszusteigen. Offiziell sind alle Pools von 10 bis 18 Uhr geöffnet, was aber daran liegt, dass nur solange ein Lifeguard anwesend ist. Wer seine Kinder danach dort drin schwimmen lässt und es passiert etwas, ist gerechtfertigterweise selber schuld. Das Coral de Mar hat zwei Pools. Einer davon ist der Einzige, in dem man aufgrund der Bauform richtige Bahnen ziehen kann. Unterhaltungsprogramm: Für Kinder und Jugendliche gibt es einen Animateur und Club, der sich um sie kümmert. Vor dem eigentlichen Abendprogramm werden immer noch Lieder gesungen und rumgezappelt. Für die Erwachsenen gibt es verschiedene Themenabende. Mal wird getanzt, mal Bingo oder ein Quiz veranstaltet oder ein Film geschaut. Das Programm geht bis ca. 23 Uhr und wird auch noch laut im Nebengebäude gehört. Es ist komplett auf Deutsch… und regt jede Omma zum Schunkeln und Klatschen an… Die technische Anlage entspricht allerdings keinen vier Sternen. Ich als Veranstaltungstechniker im Bereich Licht kann nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich an den Ton denke. Funkmikro unterlag immer Interferenzen und am Filmabend hat sich der Beamer verabschiedet. Wellness & Spa: Fitnessstudio, Yoga, Aquafitness, Fahrradverleih, da ist für jeden etwas dabei. Außerdem kann man sich im Spa-Bereich nicht allzu günstig richtig verwöhnen lassen. Der Masseur hat göttliche Hände! Und ein Termin ist immer frei. Spa-Bereich ist zum Rest der Anlage unpassend, aber wunderbar hochwertig. Ausflüge: Allsun bietet viele Ausflüge an. Am besten gleich zu Beginn zur Infoveranstaltung gehen und sich anhören, was es da so gibt. Wer Interesse an den Delfinausflügen im Juli und August hat, muss wirklich extrem schnell sein, da sie heiß begehrt sind. Man kann sich alles auf der Insel mit Reiseführer oder mit Mietwagen anschauen. Jede große Stadt wird angefahren, ebenso die berühmten Höhlen, Märkte, die Küsten oder das Tramuntana-Gebirge. ACHTUNG: Das Angebot „Bus, Bahn und Boot“ ist den Preis von 72€ pro Person absolut nicht wert! Der Ausflug geht 8 Stunden. Erst fährt man mit dem Bus eine lange Strecke bis zu einem Bahnhof, wo man in die 1912 erbaute Bahn „Der rote Blitz“ einsteigt und eine Stunde ins Gebirge hochkriecht. Es ist extrem laut, besonders in den 13 Tunneln, die man durchqueren muss. Einmal gibt es an einem Aussichtspunkt einen kurzen Stopp, wo man ins Tal auf eine Stadt blickt und alle schnell 10000 Fotos schießen, die sie nie wieder ansehen. Dann geht’s weiter nach Soller, wo man in die Straßenbahn steigt und durch die Stadt bis zum Hafen fährt. Weiter mit dem Schiff schippert man 40 langweilige Minuten die Küstenlinie entlang, sieht interessante Höhleneingänge und tiefblaues Wasser. Man kommt schließlich in Sa Calobra an, ein winziges Dorf fast nur mit Restaurants und dem Weg zum Tor zum Paradies, dem Torrent de Paréis. In das Dorf quetschen sich dutzende Reisebusse und so siehts dann auch mit der Menschenansammlung aus. Die Fotos der Schlucht mit dem winzigen Strandabschnitt dazwischen sehen spektakulärer aus als es am Ende ist. Der Strand beseht komplett aus Steinen, also Schuhe anziehen! Und er ist voll! So voll, dass man nicht zum Wasser kommt, weil alle die gleiche Reise verkaufen und alle dahin wollen. Es macht einfach keinen Spaß. Leider hat man dort 2 Stunden Aufenthalt. Danach quält man sich mit dem Bus die Serpentinen ins Gebirge noch, wo man nochmal einen kurzen Stopp für 10000 Bilder auf Täler und Meer hat. Abschließend geht’s ne Stunde lang Richtung Inca, wo man nochmal eine halbe Stunde in einer Lederfabrik bzw. ihren Verkaufsraum zubringen muss, bis man gegen 17 Uhr endlich wieder in Alcudia ankommt und sich fragt, wieso man so viel Geld für so nen Schrott rausgeworfen hat. Klientel: Wer so richtig Lust hat auf Urlaub mit dicken dummen Deutschen hat, die bergeweise Fleisch in sich reinstopfen, Kinder in den Pool pinkeln lassen oder sie mit Tablets und Smartphones im Kinderwagen abstellen, die sich mit nassen Badeklamotten auf die Restaurantstühle setzen, das lange Hosen Gebot für Herren abends vollkommen ignorieren, die schon morgens um 6 Liegen reservieren, obwohl sie das nicht sollen, aber den beschilderten Hinweis dazu an der Poolbar wahrscheinlich deswegen nicht verstehen, weil er in Englisch geschrieben steht und die Hausordnung, die im Zimmer liegt, nicht lesen, in der auch steht, dass man die weißen Handtücher nicht mit rausnehmen soll, ist hier genau richtig. Es ist ein gutes Familienhotel. Kinder haben ihren Spaß in den Pools, bei den Animationen und beim Abendprogramm für sie, auch wenn nicht alle Clowns motiviert klingen. Wer auf Höflichkeit und gutes Benehmen der Gäste hofft, ist hier an der falschen Stelle. Es gibt zwar keine komasaufenden lauten Vollidioten, aber jeder ist sich hier selbst der Nächste. Da gibt’s kein Bitte oder Danke, da wird das gekaufte Wasser- und Strandspielzeug für die Kinder einfach am Pool liegen gelassen, wenn man wieder abreist, da sind die fünf Schritte zur Geschirrablage einfach zu weit. Warum auch bemühen? Wir sind hier ja schließlich im Urlaub und können uns benehmen wie offene Hose. Dafür kann das Hotel ja nichts, aber die Politik. Es gibt ja immerhin schon die Touristensteuer und jetzt soll ein Zonenplan her mit der Lizenzvergabe, wie zukünftig private Wohnungen an Touris vermietet werden sollen. Aber summa sumarum gibt’s einfach zu viele Deutsche allgemein auf der Insel. Sie regen sich über die Flüchtlinge auf, die nach Deutschland kommen und strömen massenhaft auf eine kleine Insel, die kaum noch Herr der Lage ist. Hotel mit All Inclusive war für 1100€ definitiv zu teuer. Gerne zahle ich auch mehr, wenn alles stimmt. Aber bei der Klientel muss ich da auch nicht nochmal Urlaub machen und fliege lieber nach Asien, wo sich der Großteil der Touris auch wirklich benehmen kann.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Juli 2018 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Leoni |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 1 |

