Das Hotel ist schon sehr alt und architektonisch keine Glanzleistung. Einfallslose Konzeption, sehr lange Gänge, der kleinere Speiseraum ist sehr eng aber, aber akzeptabel, der Zusatzraum hat die Anmutung einer kalten Kantine. Ja, wo sind denn die fünf Sterne, die draußen am Eingang prangen? Wir haben sie nicht gefunden. Die Preise für Getränke sind unserer Einschätzung nach weit überteuert. Ein Gläschen Wein (weniger als 200 cl) oder ein Glas Bier (0,33 l) für fast 4 Euro wurde einhellig von den Gästen als viel zu hoch bewertet, auch weil das Ambiente zu diesem Preis nicht stimmt. Das Internet ist gratis und funktionierte einwandfrei. Ebenso lobenswert: Safe im Zimmer ist gratis. Da das Hotel über Thermalbecken verfügt, war dies entscheidend für unsere Auswahl. Als wir dann die Preisliste für die üblichen Anwendungen sahen und im Kopf mit denen von Thermalbädern in Ungarn verglichen, verging uns jede Lust auf solche Dienstleistungen. Beispiele:. Teilmassage 20 min = 30 Euro (Ungarn = 12,50 Euro); Massage 40 min = 45 Euro (U = 23,20 Euro); Schlammpackung 30 min = 40 Euro (U= 12,10 Euro) und so weiter. Da frag ich mich nicht mehr, weshalb mir die Spa-Bediensteten so unterbeschäftigt erschienen. Gäste, die Anwendungspakete gebucht hatten, berichteten von totaler Lustlosigkeit, teilweise Grobheit des Personals. Das Gästeniveau ist sehr gut, sehr gebildete und gesittet auftretende Besucher zumeist. Keine Prolos. Bei einer Gesamtbetrachtung ist das Hotel nur zu empfehlen, wenn man nur wegen der (angeblichen) Heilkraft des Thermalwassers kommen will und die Mängel deswegen zu übersehen bereit ist. So geht’s wohl etlichen Gästen, die in höchsten Tönen die anhaltende Heilkraft des Wassers loben und die Mängel sportlich wegstecken. Ansonsten: schnell vergessen! Für Urlaub mit dem erhofften schönen Urlaubsgefühl: völlig ungeeignet. Da gibt’s für weniger Geld schönere Plätzchen auf der Erde. Vor allem aber wegen der ungastlichen Behandlung durch das Personal: keine Empfehlung!
Das Zimmer schien groß, war es aber dann nicht wirklich. Zunächst, wohin mit den Koffern? Rauf auf den Schrank. Es gab keine Ablagemöglichkeit. Im Schrank waren für zwei Gäste gerade mal 2 x 5 Kleiderbügel vorhanden. Bei einem Aufenthalt von 3 Wochen reicht das nie und nimmer. Und vor allem: wo kann man den feuchten oder gar nassen Bademantel zum Trocknen aufhängen? Keine Möglichkeit. Es trocknet rein gar nichts. Auf dem Balkon war im November die Luft zu kühl oder zu feucht und im Hotel ohnehin zu feucht, wohl wegen des Spa-Bereichs. Gut ist die Ausstattung mit Flachbild-TV und es gibt immerhin 4 deutschsprachige Sender. Zu loben ist auch das Bett, man konnte ausgezeichnet schlafen. Das Mobiliar ist „frühes Resopal“ und wieder erinnert man sich kopfschüttelnd an die fünf Sterne, die am Eingang prangen. Tipp für Hausfrauen: nicht unter das Bett schauen!
Das Frühstück ist reichhaltig und gut, da gibt’s nichts zu beanstanden. Auch das Mittagessen ist ok, auch wenn erkennbar häufig Reste des Vortages weiterverarbeitet sind. Das würde halt auch die schwäbische Hausfrau tun. Das Abendessenwurde mit der Zeit etwas gleichförmig und die häufige Verwendung von Kreuzkümmel ist Geschmackssache. Das Salatbüffet ist aber sehr reichhaltig und sehr gut. Leider waren die diversen Salate und Pürees , soweit sie dem Europäer unbekannt waren, nicht ausgeschildert, nicht einmal in Englisch. Zu loben ist auch, dass stets sofort alles nachgefüllt wird und dass ständig ein Boy den Boden reinigt wegen eventueller Rutschgefahr. Wichtig, da weit überwiegend nur Senioren da waren. Es gab stets frisches Obst, das Brot schmeckte sehr gut, was im Ausland nicht selbstverständlich ist.
Dies ist der Hauptkritikpunkt. Der Aufenthalt von drei Wochen war klar zweigeteilt. In der ersten Hälfte waren die Gäste für das Bedienpersonal einfach nur „Luft“. Man wurde nicht zur Kenntnis genommen, man musste sich heftig bemühen bis man endlich einen Kellner „einfangen“ konnte, obwohl viel davon herumwuselten. Der einfachen Wunsch nach zwei Bier oder zwei Glas Wein mußte so oft wiederholt werden, dass man einfach nicht glauben wollte, dass man nicht verstanden wird. Der letzte Bissen war noch nicht zerkaut, da wurde einem schon ungefragt der Teller weggezogen. Blickkontakt wurde streng vermieden, als ob man fürchte, einen Wunsch zur Kenntnis nehmen zu müssen. Teilweise dauerte das Warten so lange, dass man besser selbst zur Theke ging um das Getränk abzuholen. Die türkischen Gäste wurden hingegen, so schien es, normal bedient. Obwohl zu Zeiten, wenn keine türkischen Gäste zur Fortbildung da waren, fast nur deutsche Gäste übrig blieben, wurde konsequent kein Wort deutsch verstanden. Zur Halbzeit änderte sich dies aber radikal. Plötzlich konnten die Kellner einen ansehen, reagierten fix, lieferten prompt, waren höflich, konnten sogar lächeln (!), verstanden schon beim ersten Mal die Bestellung. Es war wie ein Komplettaustausch des Personals. Von Gästen wurde gesagt, dass jemand sich massiv beschwert habe. Offenbar mit Erfolg. Das Rezeptionspersonal war aufrichtig bemüht, möglichst wegzuschauen, wenn man im Eingangsbereich vorbei ging. Bloß kein Blickkontakt, schon gar nicht ein Gruß! Beim Geldwechsel wurde dies wortlos erledigt und das Gefühl vermittelt, man störe erheblich. Bezeichnend wohl, dass die vor dem Abreisetag geäußerte Bitte um einen Weckanruf wegen des Transfers zum Flughafen um 7h nicht (!) beachtet wurde. Reaktion auf die Rückfrage: Schulterzucken und Wegdrehen. Entschuldigung? Kennt man nicht! Nochmals: am Eingang hängen fünf (!) Sterne. Das Verhalten des Personals im Spa-Bereich war nicht besser, vor allem in der Anfangszeit. In der zweiten Halbzeit (s.o.) war es teilweise etwas besser, die Dame an der dortigen Rezeption hielt jedoch die alte Linie. Auf Frage zu einer ausliegenden türkischen Preisliste war die wiederholte Antwort, das ginge mich nichts an. Vor dem Betreten des Fitnessbereichs konnte die Dame aber in bestem Feldwebelton uns anschnauzen: “Das sind keine Sportschuhe!“ und als ihr die neuen Sportschuhe im Beutel gezeigt wurden, drehte sie sich einfach weg. Entschuldigung wegen des unangemessenen Tons? Fehlanzeige! Die Fitnessanlage hat schöne Geräte. Für die Laufbänder gabs leider keine schriftliche Betriebsanleitung. Auch die Rückfrage: Fehlanzeige. Hilfreich war nur die eigene Internetrecherche. Das Ganze ist aber nicht unproblematisch, denn wir konnten zusehen, wie eine Nutzerin, eine ältere türkische Dame, regelrecht vom Laufband katapultiert wurde und sich verletzte. Das Personal stellte auf Anfrage, ob man auch deutsch verstehe, kategorisch klar, dass man Englisch zu sprechen habe. Erstaunlich deshalb, weil nach Abgang der türkischen Fortbildungsbesucher praktisch nur noch deutsche Gäste blieben und eine kleine Gruppe holländischer Damen.
Da ist nichts zu beanstanden. Das Meer sieht schön und sauber aus. Da schon November war, waren wir nicht im Wasser. Die nähere Umgebung ist vollgebaut mit leerstehenden Ferienhäusern, wodurch die Umgebung außerhalb der Saison sehr tot wirkt. Aber immerhin sind diese Häuser durchweg recht ansehnlich. In Hotelnähe sind zwei kleine Supermärkte mit kommoden Preisen. Günstig ist die Fahrt nach Cesme oder Alacati mit dem Dolmus, jeweils knapp 1 Euro je Fahrt (2,50 TL).
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Für Sport war der Fitnessraum recht gut ausgerüstet. Wünschenswert wäre eine zumindest zeitlich befristete, Geräteeinweisung durch das Personal. Die Thermalpools sind gut und absolut ausreichend. Allerdings wird bei der Temperatursteuerung wohl etwas geschlampt. Teilweise war das Wasser im Thermalbecken 40° warm oder sogar mehr und das ist schon nicht mehr angenehm. Hierüber wurde auch leise gemurrt. Traumhaft ist das etwa 32° warme Meerwasserbecken, aber auch hier stimmte an einigen Tagen die Temperatursteuerung nicht so ganz. Der Thermalbereich ist das Herzstück des Hotels und wohl auch der ausschlaggebende Grund für die meisten, dieses Hotel zu buchen. Eine Sanierung und Modernisierung der Anlage ist jedoch dringend geboten. Bei Regen ist das Dach undicht, es werden dann große Haufen von Handtüchern auf dem Boden ausgelegt. Optisch ist die Halle wahrlich kein Leckerbissen. Schön wiederum ist das Hamam-Bad, das eine originale Anmutung vermittelt und auch die Sauna ist sehr groß und gut temperiert. Und…. es gibt ständig gekühltes Gratistrinkwasser.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3 Wochen im November 2013 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Volker |
| Alter: | 66-70 |
| Bewertungen: | 2 |


