Wir hatten für 12 Tage das Hotel gebucht, bekamen ein Zimmer im Haupthaus mit Meerblick. Laut den Bewertungen im Internet schien es ein hervorragendes Hotel zu sein, auch unser TUI-Mitarbeiter empfahl es. Da wir die Insel erkunden wollten und deshalb Halbpension gebucht hatten, war uns vor allem ein sehr gutes Speisenangebot wichtig, regionale Küche, exzellent gekochte und frische Produkte. Das Hotel sieht von außen schon etwas in die Jahre gekommen aus - aber wir wollten uns nicht vom ersten Eindruck blenden lassen. Im Eingangsbereich aber wurde uns schnell klar, dass wir ein altes Hotel vor uns hatten, das bessere Zeiten schon vor sehr lange Zeit gesehen hatte. Überrascht waren wir von der eigenwilligen Konstruktion einer riesigen Leuchte mit herunterhängenden Kabeln und Birnen an den Spitzen - verstaubt, angerostet, es atmete den Charme einer Baustellen-Beleuchtung. Da wir erst spät gegen 21.30 Uhr ankamen, hofften wir auf ein kleines Abendessen - dies gab es nicht, nur Sandwiches an der Bar. Hierfür gab es aber kein Hinweis, weder an der Rezeption noch irgendwo für neu eintreffende Gäste angeschrieben. Nur durch Nachfragen wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wir dort noch etwas zu uns nehmen können. Nach einem Blick in den Barbereich, der durch eine beige überstrichene Kachelwand vom Foyer getrennt wird, hatten wir auch darauf keine Lust mehr. Auffallend war der hohe Anteil russischer Fussball-Amateure, die immerhin sehr ruhig waren, trotzdem ab und an in Blumekübel rotzten (muss es leider bei Namen nennen) und die Angewohnheit hatten, ihre verschmutzte Kleidung in den Hausflur zu werfen, ebenso wie ihre geleerten Wasserflaschen. Weitere Eindrücke: Die Gänge zu den Zimmern ließen uns unwohl fühlen und sind unsauber - sehr niedrige Decken, die Teppichböden waren nicht gesaugt, überall Flecken und ausgebleichte Stellen. Der Garten, der sich in der Mitte des Hotels befindet (einige Palmen und andere Pflanzen mit Wasserfall) befand sich in einem desolaten Zustand, abgestorbene Äste hingen runter, die Fische im Wasser taten mir leid, sie hatten rein gar nichts, keine Wasserpflanzen. Den "Wellness"-Bereich konnten wir zum Teil nur von außen sehen, da die Türe verschlossen war. Die Toiletten dazu jedenfalls waren wie aus DDR-Zeiten.
Da kamen mir dann fast die Tränen: nach nem ganzen Tag Anreise und wenig Essen dann dieses Zimmer. Lampenschirme angekokelt, die Möbel in die Jahre gekommen, angeschlagen, irgendwie nicht mehr richtig sauber zu kriegen, Schamhaare im Laken (darüber kann ich lachen!!), ein alter Fernseher. Das ging ja alles noch. Aber die Betten! Ausgelegen und damit hart, so hart, dass die Federn zu spüren waren. Mir jedenfalls schliefen in der Nacht immer wieder die Beine und Arme ein, und wir wälzten uns unruhig hin und her. Unser Zimmer war durch eine Durchgangstüre aus Holz zum Nebenzimmer abgeteilt, was sehr hellhörig war. Die Nacht wurde aber nicht nur durch die Betten übel. Im Gang befand sich ein Teil der Hauselektronik, und diese warf zu bestimmten Abständen irgendein Gerät an. Durch die schlechte Bauweise wurden diese Schwingungen ins Zimmer übertragen und verstärkt. Das hörte sich an, als würde eine Waschmaschine zu schleudern beginnen. Dieses Geräusch kam regelmäßig die gesamte Nacht durch, ca. 45 Minuten, dann wieder ne Pause, dann fing es wieder an. Das zweite Geräusch war so, als wenn über uns jemand Wasser in eine Badewanne einlassen würde - und dieses Geräusch zog sich durch die gesamte Nacht unablässig durch. Wie schon gesagt - unser Wunsch, doch ein stilleres Zimmer zu bekommen, wurde nicht nachgegeben. Also wer dieses Hotel besuchen mag: Ohenstöpsel wären ne gute Idee!
Das Gastronomieangebot - und das war dann am nächsten Tag das Frühstück, das Abendessen fand später in unserem neuen Hotel statt - ließ unsere Laune dann vollends in den Keller stürzen. Entweder lag es einfach an der Jahreszeit März, dass das Angebot dürftig und lieblos war, oder wir wissen es auch nicht. Jedenfalls: sehr vieles waren Fertigprodukte! Gefärbte Kirschen, Dosenananas, viel Süßkram, ein komisch schmeckendes Rührei, Speck, viel zu dick aufgeschnitten und sehr fett, die Weckchen gätschig, Marmelade und Butter ausschließlich abgepackt in kleinen Plastikdöschen. Es gab noch gebackene Tomaten, die gingen noch, auch der Kaffee schmeckte gut. Aber ansonsten sehr wenig Auswahl und sehr enttäuschend. Dass die Weihnachtsdeko in Form von Weihnachtssternen und silberner Alufolie um die Blumentöpfe herum gewickelt überall noch herumstand, war dann schon nicht mehr schockierend, vielleicht eher die allgemeine Deko, die man nur als lieblos bezeichnen kann: Überall hängen alte Kürbisfrüchte, dunkelbraun, zum Teil beschädigt, und Blätterwerk, völlig vertrocknet. Blaue Stahlträger überall an der Decke vervollständigten die Entschluss, diesem Hotel den Rücken zu kehren.
Das Personal: als wir am Abend ankamen, wurden wir auf englisch begrüßt, deuscht sprechen konnte niemand. Das ist für uns auch kein Problem. Krass war die Tatsache, dass unsere Pässe eingezogen wurden - sie wurden einfach einbehalten!! Als wir uns noch am selben Abend bemühten, ein anderes Zimmer zu bekommen (die Gründe siehe unter "Zimmer"), wurden wir lapidar auf den nächsten Tag vertröstet. Das Personal kümmerte sich nicht darum, dass wir die Nacht nicht schlafen konnten und sorgten nicht für Abhilfe. Erst als wir dann dank TUI-Reisebegleiterin unser Hotel wechseln konnten, war das Personal sehr freundlich.
Die Lage am Meer ist sehr schön, das war für uns das einzig Positive, aber für einen Urlaub, der uns viel Geld gekostet hat und der einzige im Jahr ist, definitiv zu wenig! Ein paar Meter, und man ist an der Steilküste, etwas weiter rechts an einem sehr schönen Strandabschnitt mit der Möglichkeit, weit ins Meer zu laufen. Aber Vorsicht: Überall sind die Steinplatten ausgeschlagen oder fehlen, man kann sich leicht die Zehen an rausstehendem Mörtel anschlagen. Schön ist indes der Weg am Meer entlang, den man bis Cape Greco gehen kann. Vom Flughafen in Larnaca waren es etwa 40 Minuten mit dem TUI-Schuttle. Und um diese Jahreszeit ist es in Aiya Napa herrlich ruhig, fast alles ist geschlossen, aber das, was man braucht, kann man trotzdem leicht bekommen, inklusive winterreduzierter Bekleidung.
Beliebte Aktivitäten
- Wellness
- Sport
Kann man nutzen - aber nur bis 18.30 Uhr, wieso auch immer. Dies gilt für die Benutzung des Pools ebendo wie für die Benutzung des Billard-Tisches! Wir fühlten uns eh angesichts der vielen Verbotsschilder und Hinweisschilder wie kleine Kinder.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im März 2011 |
| Reisegrund: | Wandern und Wellness |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 10 |


