Das Hotel lebt von der Lage in der schönen Bucht von San Vicente, der möglicherweise schönster Bucht der ganzen Insel. Das Hotel wie auch das Nachbarhotel entstanden wohl in den 70igern, und stehen heute noch wie Denkmäler der aufstrebenden Tourismus-Branche dieser Jahre. Leider betrifft dies auch das gesamte Niveau des Hotels. Die Pool-Anlage hat eher den Charme eines Schwimmbeckens einer Reha-Klinik. Die Anzahl der Liegen ist bei voller Auslastung des Hotels knapp bemessen, weshalb ab ca. 9:00 alle Liegen reserviert sind – offenbar hier ein Volkssport, bei dem man als Gast ohne Schlafstörungen sowieso nicht mithalten kann. Daher empfiehlt sich eher ein Aufenthalt am schönen Strand. Hier kosten zwei Liegen und ein Schirm zwar 13,50 EUR/Tag, aber die Atmosphäre ist einfach angenehmer. Mehrfach am Tag wird leider die kleine und eigentlich eher ruhig zu beurteilende Bucht durch die Animation im Nachbarhotel beschallt, was für Ruhe suchende Spaßverderber früher oder später zu Verdruss führt. Schätzungsweise 50 Prozent der Hotelgäste sind Stammgäste über 60, die erwarten, dass sie auch als solche durch das Hotelpersonal wahrgenommen werden: Da wird auch schon einmal der nette Kellner aus dem Vorjahr umarmt.
Die Zimmer sind im Grunde sauber und von der Größe her ausreichend. Die Betten scheinen jedoch ein Schwachpunkt zu sein: Ein Untergestell war bei uns defekt und hat dazu geführt, dass man selbst beim nächtlichen Umdrehen wach wurde. Aufgrund unserer Beschwerde wurde das betreffende Bett anstandslos ausgetauscht. Die Qualität der Zimmerreinigung schwankt stark in Abhängigkeit des Personals. Dies deutet auf eine mangelnde Kontrolle durch das Management hin.
Das Hotelrestaurant ist der mit Abstand größte Schwachpunkt des Hotels: Das Niveau entspricht in kein Hinsicht einem 4-Sterne-Hotel sondern die Speisen und deren Darbietung erinnern eher an eine durchschnittliche Kantine. Das gesamte Buffet wird absolut lieblos angerichtet. Das Vorspeisenbuffet bestand hauptsächlich aus einfachen Zutaten (Tomaten, Gurken. Mais einfach aus geöffneten Dosen) und gewöhnungsbedürftige Salate mit Massen von ungewürzter Mayonnaise. Durch das zum Abendessen vorgesehene kleine Zeitfenster von 19 bis 21 Uhr gingen sehr viele Hotelgäste pünktlich zum Abendsessen, was lange Schlangen erzeugte, da die Hauptspeisen schnell vergriffen waren. Der Koch war nicht in der Lage, einen entsprechend angemessenen zeitlichen Vorlauf zu erzeugen, sodass das Fleisch eben teilweise roh war. Das Geschirr wurde nur sporadisch abgeräumt. Außerordentlich ekelig waren die im Restaurant gleichmäßig verteilten Geschirrwagen mit dem dreckigen Geschirr und den gesammelten Essensresten, die dann zum bequemen Abräumen möglicherweise direkt neben dem eigenen Tisch geparkt wurden. Neben der von uns gebuchten Halbpension bietet das Hotel auch AI an, was wohl von den meisten Gästen gebucht wurde.
Der Service wirkt eher etwas hausbacken ist aber im Grunde freundlich und bemüht. Unsere Beschwerden wegen eines defekten Bettes wurden umgehend bearbeitet. Für ein kleines harmloses Missverständnis an der Rezeption entschuldigte man sich mit einer Flasche Sekt. Leider gibt es niemanden, der beim Gepäck behilflich ist. Dies sowie ein Welcome-Drink sollten allerdings bei 4 Sternen Standard sein.
Die Lage des Hotels in der wirklich sehr schönen Bucht hat allerdings den Preis, dass sich der Rest der Insel eigentlich nur per Mietwagen sinnvoll erschließen lässt. Im Juni gab es nur morgens um circa 8.30 Uhr eine Busverbindungen nach Ibiza-Stadt und am späten Nachmittag konnte man zurückfahren. In der Bucht selbst gibt es neben den zwei Hotels eine Handvoll Wohnhäuser, an der Strandpromenade drei kleine Supermärkte, drei Restaurants und eine zunächst unscheinbare Beach-Bar an der äußersten Westseite der Bucht, die sich nicht zuletzt wegen ihrer Gemütlichkeit vom Rest abhebt.
Beliebte Aktivitäten
- Strand


