Das Hotel ist nur all inklusive buchbar. Mit uns waren zu etwa gleichen Teilen Familien mit kleinen Kindern (sehr gute und herzliche Kinderbetreuung im Mini-Club) und Pärchen ab 50 aufwärts, meist für 3 Tage bis eine Woche gebucht, zu Gast. Der Nationen-Mix war international, viele Belgier, Holländer und Engländer. Deutsche, Russen, Rumänen, Türken und Iraner waren die meiste Zeit nicht ganz so stark vertreten. Es gab keine "Schnapsleichen" und alle Gäste verhielten sich stets angemessen. Hotel und Anlagen sind in gutem Zustand und bezüglich der Ausstattung ist Potential für eine deutlich bessere Bewertung vorhanden. Leider vermittelt sich der Eindruck, dass nach Kräften an der Verpflegung und dem Service gespart wird. Wir kennen kein anderes 5*-Hotel (und wir kennen weltweit doch einige), in dem wir je Kaffe / Tee beim Frühstück selbst geholt hätten. In jeder Herberge am Bodensee (ohne diesen mit diesem Vergleich zu nahe treten zu wollen) bekommt man den Kaffee morgens an den Tisch gebracht. Ganz zu Schweigen davon, dass man sich zu allen Mahlzeiten freie und saubere Tische selbst suchen oder Liegenauflagen herbeiholen muß (Details siehe unten). Was ist denn daran 5-Sterne-würdig (auch wenn es Türkische sind?) oder gar "de Luxe"? Was darf man dann bei 3* noch erwarten? Im Keller Kohlen schippen? Den Namen "Fantasia" könnte man da fast zynisch verstehen. AI-Bändchen müssen übrigens nicht getragen werden; hier kommt keiner auf die Idee, sich wegen gastronomischer Köstlichkeiten einzuschmuggeln. Die "Qualitäten" haben sich bis Kusadasi herumgesprochen. Kusadasi ist einen Besuch wert. Die Stadt wird von vielen Kreuzfahrt-Schiffen angelaufen, ist vielseitig und schön und die Händler sind erfreulich zurückhaltend. "No Hazzeling" nennen die das, wenn man nicht auf Schritt und Tritt angesprochen oder angefasst wird mit der Aufforderung "look into my Shop!" und es funktioniert! Es halten sich so gut wie alle dran. Ephesus ist sehenswert, nah und günstig erreichbar mit Taxi oder Dolmusch. Hotel am Besten mit Halb-Pension oder nur ÜF buchen! Es gibt viele schönere Strände als den des Fantasia rund um Kusadasi und die örtliche Gastronomie bietet wirklich vielfältige Auswahl in guter Qualität zu sehr humanen Preisen. AI braucht hier kein Mensch und so ein "de Luxe" schon grad gar nicht. Wenn man z. B. in der Fußgängerzone entlang der alten Karawanserei in Richtung des alten Torbogens geht, kommt, ca. 15 Meter vor dem Bogen, links noch eine kleine Gasse, voll mit Geschäften. Fast am Ende dieser Gasse (750 Meter?) liegt das Restaurant "Sarray" auf der linken Seite. Hier gibt es Essen in hervorragender Qualität und großer Auswahl, gute Stimmung und aufmerksamen Service. Im Karten-Preis des jeweiligen Gerichtes (ab 5 Lira!) sind sämtliche Beilagen nach Wahl (und die Auswahl ist groß), ein Desertteller und auf Wunsch auch die Abholung vom und Rückfahrt zum Hotel inklusive! Da gibt´s nix zu meckern!
Zimmer und Einrichtung sind wie das ganze Hotel in gutem Zustand. Es gibt ein deutsches Fernsehprogramm (ARD), kleine Schränke und 2 Einzelbetten, die sich zusammenschieben lassen. Das Zimmermädchen schiebt sie dann wieder auseinander. Das Bad ist sauber, u. a. mit Fön, Wanne und Dusche in der Wanne ausgestattet. Die Toilettenbürste ist anscheinend aber doch noch von vor der Renovierung übrig geblieben und auf den, der Speisen und Getränke gut vertragen und dann "hinter sich gelassen" hat, lauert bei ihrem Gebrauch noch eine heroische Herausforderung an die Magenmuskulutur (Bild erspare ich dem Leser). Handtücher werden täglich getauscht; die Bettwäsche in einer Woche nicht. Kühlfunktion der Klimaanlage ist Ende September zentral abgestellt, vermutlich damit man sich nachts im heißen Zimmer noch ein wenig vom kalten Pool aufwärmen kann. Das nächtliche Offenlassen der Balkontür bring Abkühlung, Teilnahme am Sozialleben der Zimmernachbarn (weil zumindest auf unserer Etage alle Balkontüren nachts weit offen standen) und Moskitobesuch. Positiv an der offenen Tür ist auch, dass man nach dem hörenswerten, melodischen und ausdauernden Vortrag des Muezzin der nahegelegenen Mosche, zwischen 5: 30 und kurz vor 6, am Morgen noch Gelegenheit hat, die frische, kühle Luft zu genießen, bevor die Sonne aufgeht und wieder alles (außer den Pools, sic.) aufheizt. Das würde man sonst glatt verschlafen!
Beim Frühstück herscht SB total. Teilnamslos beobachtet das Personal die Gäste, bis diese sich für einen Sitzplatz entschieden haben und räumen auf Aufforderung evtl. noch vorhandenes und benutztes Geschirr vom Vorgänger ab. Danach wird dann auch eingedeckt in Form einer neuen Papierservierte, Messer und Gabel. Kaffee und Tee gibt es meistens an 2 Automaten, die aber auch gerne mal abgedeckt und durch ein großes Thermos-Faß in der äußersten Ecke des Restaurants ersetzt werden. Es gibt nur Tassen; wer mehr als eine trinken möchte, läuft halt öfter. Das kommt aber nicht so oft vor, da es merkwürdiger Weise an jeder Bar des Hotels wirklich hervorragenden Kaffe gibt; nur im Restaurant ist der nicht so gut?? Auf der Terasse betreibt ein Koch mit einer Pfanne "Eier-Show-Cooking", und zwar schön der Reihe nach. Wer seinem Partner ein Rühr- oder Spiegelei mitbringen möchte, darf selbst entscheiden, wer das Erste bekommt, das kalt wird, während sich der Koch mit Hingabe der Zubereitung des Zweiten widmet. Auch bei Mittag- und Abendessen gilt das "Windhund-Prinzip". Wer zuerst kommt, findet saubere und eingedeckte Tische vor. Wer weniger sportlich veranlagt ist und sich etwas mehr Zeit lässt (Urlaub? 5 Sterne?), geht auf die Suche. Immerhin werden zu diesen Mahlzeiten Getränke, meistens sogar die bestellten, am Tisch serviert. Allerdings wirkt das Restaurant-Personal auch hierbei eher bemüht. Ein Gruß oder Lächeln war den meisten hier nicht zu entlocken. Das Angebot an Speisen war begrenzt und wiederkehrend; die Bezeichnungen der einzelnen Gerichte waren Homagen an den Hotelnamen. Meistangeboten wurden warm (nie heiß): versalzene Nudeln "Bolognese" und "gewürfeltes" "Fleisch" (Huhn, Fisch oder Fleisch in Gulasch-Art mit viel Gemüse in wässriger Sauce). Oft auch "Hackfleisch-Riegel" (wie Snickers/Mars geformt und trockengebraten). Die fantastische Vielfalt des Gemüsemarktes (Dienstag + Freitag ganztägig in Kusadasi, unbedingt mal hingehen!) fand sich leider auf dem Salat-Buffet nicht annähernd wieder. Ein Türkischer Gast stimmte zu, dass in Auswahl und Qualität der Speisen eventuell eine subtile Unterstützung des Fastengedankens während des laufenden Rammadan durch den Küchenchef zum Ausdruck komme. Kaffee (nur nicht im Restaurant, s. o.), Cola, Bier und Wasser gab es in guter Qualität. An den beiden Poolbars gab es die Getränke in Bechern. Bier ca. 0, 2 ltr., Wasser und Softdrinks in kleineren Plastikbechern, Long-Drinks oder Cocktails in noch kleineren. Bedienung an den Pools findet nicht statt. Ans Laufen wurde der Gast ja schon im Restaurant gewöhnt. Die "Säfte" an den Bars (außer Tomatensaft) werden aus Tüten mit "Tang?"-Pulver (türkisches Tri-Top?) und Wasser "nach Augenmaß" angemischt. Je nach Tagesform der "Saftmischer" schmecken "Säfte" und Cocktails nach Wasser oder nach Gummibärchen. Viele Gäste stiegen bemerkenswert schnell auf Bier, Wein oder Schnaps pur um. Trotzdem waren keine "alkholbedingten Totalausfälle" zu verzeichnen. Alle verhielten sich "manierlich" und ertrugen das Schicksal, hier gelandet zu sein, mit Fassung; allerdings viele, mit denen wir ins Gespräch kamen, den nahenden Abreisetag fest im Blick.
Der Service-Gedanke ist rudimentär Vorhanden. Die Dame, die den "Guest-Relations"-Schalter ganztägig bewacht nimmt Reklamationen verständnisvoll entgegen, aber das heißt nicht, dass sich auch etwas ändert. Andere Service-Mitarbeiter werden leider häufig von spontan auftretender "Fremdsprachen-Amnesie" befallen, sobald ein Gast einen "Sonderwunsch" äussert wie z. B. Salami oder Tunfisch oder "irgendwas" auf der "Mixed Pizza" im "Pool-Restaurant", auf der sich "normal" im "Fantasia Hotel de Luxe" nur Käse und Tomaten "mixen". Pizza Margerita nennt man sowas anderswo.
Die Lage ist ok, Kusadasi schnell und preiswert (Dolmusch 2 Lira / 1, 10 € p. Person) zu erreichen. Vor dem Hotel "Minimarkt", Snack-Bar und Taxis. Dolmusch-Stop gegenüber. Mosche in der Nähe. Zum "Strand" viele Treppen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Direkt an den Außen-Pools gibt es keine Duschen. Diese sind eine bzw. zwei Treppen tiefer, gut getarnt, beim Eingang des Amphietheaters zu finden. Alternativ stehen noch Duschen am Strand, 5 Treppen (+/- 58 Stufen) tiefer und vor dem Indoor-Pool, 2 Treppen höher, zur Verfügung. Wegweiser zu Duschen gibt es nicht. Wenn sich eine/-r in einen Außen-Pool traute, dann ungeduscht. Kam aber nicht oft vor, denn beide Pools hatten lt. Hotel 22° bzw 23°; die gefühlte Temperatur lag knapp über dem Gefrierpunkt. Man bekommt dadurch ein völlig neues "Privat-Pool-Gefühl", denn wenn man sich rein traut, hat man den Pool fast immer für sich exklusiv. Zum Ausgleich hat der Indoorpool 37°. Erfrieren oder gekocht werden, der Gast hat die Wahl. Die hat er auch bei den Auflagen, die er sich meist am Sammelplatz selbst aussuchen und zu den reichlich vorhandenen und eng aufgestellten Liegen tragen darf. Immerhin gibt es ausreichend viele Sonnenschirme in überwiegend funktionsfähigem Zustand.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im September 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Ralf |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 1 |


