Dieses Hotel habe ich im Rahmen eines Skiurlaubs besucht. Die Lage des Hotels ist hervorragend, direkt an der Talstation zweier Gondeln. Diese sind vom großzügigen Skikeller aus per Rolltreppe direkt erreichbar - besser geht es nicht! Direkt neben dem Skikeller befindet sich ein Sportgeschäft. Hier kann man bei Bedarf die komplette Skiausrüstung ausleihen. Das Skigebiet ist über jeden Zweifel erhaben. Zu unserer Reisezeit war es fest in englischer Hand. Das spiegelte sich auch im Hotel wieder - man wurde vom Personal grundsätzlich erst einmal auf englisch angesprochen, und für einige Angestellte war deutsch nur eine rudimentäre Fremdsprache. Kein Problem, dann bleibt die Konversation eben englisch. Dennoch war das in einem österreichischen Hotel doch etwas ungewohnt. Ich hatte Einblick in zwei Zimmer: ein Einzelzimmer, und ein Doppelzimmer (zur Alleinnutzung). Das Einzelzimmer war so klein, dass nicht einmal ein kleiner Tisch Platz darin fand - zum kurzen Aufklappen des Laptops musste der Balkontisch hereingestellt werden und als Sitzgelegenheit blieb dann nur das Bett. Der Schrank befand sich im unbeleuchteten Eingangsbereich (nur eine dunkle "Ambientebeleuchtung" befand sich oben auf dem Schrank). Um irgendetwas im Schrank finden zu können, musste das Handylicht herhalten. Dafür hatte das Zimmer vom Balkon aus eine unschlagbare Aussicht auf die Skipiste. Das DZ war zwar etwas grösser, aber auch nicht wirklich geräumig. Es gab keinerlei Kleiderhaken, um die Skigarderobe aufzuhängen - diese musste im nassen Zustand entweder in den (viel zu kleinen) Schrank gehängt werden, oder im Badezimmer hinter die Tür - was insbesondere nach dem Duschen auch nicht zum Trocknen geeignet war. Zum Duschen gab es eine kombinierte Bade-/Duschwanne mit sehr hohem Einstieg. Diese erforderte durchaus eine gewisse Gelenkigkeit. Für den leeren Koffer gab es keinerlei Unterbringungsmöglichkeit, da auch der Schrank bis zur Decke reichte und man daher darauf keine Ablagemöglichkeit hatte. Der Koffer musste neben dem Bett abgestellt werden, so dass das Bett von dieser Seite nur schwer zu benutzen war. Der Balkon ging Richtung Straße, was ok jedoch nicht wirklich berauschend war. Dieses Doppelzimmer war für die Alleinbenutzung gerade noch annehmbar - für zwei Personen mit entsprechendem Gepäck wäre es jedoch absolut unzureichend. Beide Zimmer entsprachen somit leider nicht der Erwartung an die Hotelkategorie (4* Superior). Die angebotenen Halbpension war der Kategorie 4*S angemessen. Zum Frühstück gab es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit allem, was dazugehört. Abends gab es ein mehrgängiges Wahlmenü mit Vorspeisen- und Salatbuffet. Der Speisesaal war zum Teil von größeren Reisegruppen belegt, die an langen Tischreihen Platz fanden. Leider kommunizierten die Teilnehmer dieser Gruppen lautstark quer durch den gesamten Speisesaal, so dass der Lärmpegel während Frühstück und Abendessen einer Bahnhofshalle zur Rushhour entsprach. Hinzu kam eine größere Anzahl von Familien mit kleinen Kindern - diese tobten teilweise unbeaufsichtigt durch den Speisesaal sowie durch den Buffetbereich. Hier wurde alles, was irgendwie für Kinderhände erreichbar war, angefasst und entweder großzügig rund um die Buffetplatten verteilt, oder (auch gerne nach "Geschmacksprobe") wieder zurück auf die Platten gelegt. Der beim Frühstücksbuffet angebotene Fruchtsaft wurde großflächig rund um die Karaffen verteilt, so dass diese in einem klatschnassen Tischtuch regelrecht versanken. Der Rückweg zum Tisch erfolgte dann wieder ohne jegliche elterliche Aufsicht - einige Speisen und Getränke überstanden dann leider diesen Weg nicht, so dass auch der Boden entsprechend aussah. Das bemühte Personal tat mir angesichts dieses Chaos echt leid, denn sie kamen mit Aufräumen und Reinigen oftmals nicht mehr nach. Leider waren aber auch etliche Erwachsene nicht wirklich hygienischer. Obwohl natürlich entsprechende Zangen vorhanden waren, wurden Wurst, Käse und Brötchen mit den Fingern herausgenommen und nach Begutachtung auch wieder zurückgelegt. Dem erneuerten Gletscher-SPA mit Indoor- und Outdoor-Pool merkt man an, dass hier viel Liebe und Sorgfalt eingeflossen ist. Ausreichend Wohlfühlliegen mit fantastischer Aussicht auf die Skipiste, ein schöner Innenpool und warmer Whirlpool, sowie ein warmer Außenpool laden zum Entspannen ein. Leider wird auch hier das Ambiente durch Kinder getrübt, die diese "elegante Wohlfühloase" in ein Spaßbad am Kindergeburtstag verwandeln. Vollkommen außer Rand und Band wird hier mit voller Lautstärke geschrien, mit allen möglichen Utensilien (Poolnudeln, Wasserbällen, Tauchgegenständen, Spielzeug aller Art) ohne Rücksicht auf andere Gäste in das Becken von allen Seiten sowie von der Balustrade eingesprungen, unter anderen Gästen hindurchgetaucht, gerempelt und vieles mehr. Der Boden des gesamten SPA-Bereichs ist nicht nur nass, sondern förmlich überflutet. Eine Aufsicht oder ein Einschreiten des Hotelpersonals findet nicht statt. Auch die Eltern, sofern überhaupt anwesend, ignorieren ihre Kinder vollständig - oder machen sogar aktiv mit. Einige Areale des Ruhebereichs sind von wahren Kinderwagen-Burgen reserviert - optisch erinnert das an die Habseligkeiten, die Obdachlose auf solchen Gefährten transportieren. Die Kinderwagen waren selbstverständlich kurz vorher noch beim Spaziergang draußen auf den salzgetränkten Straßen unterwegs und hinterlassen entsprechende Spuren. In den Whirlpool werden Säuglinge ohne irgendwelche Windeln mitgenommen, und dort wird ihnen dann das Fläschchen gegeben. Dass das, was man oben einfüllt, auch unten wieder herauskommt, sieht man im Whirlpool ja nicht. Auch hier turnen die etwas größeren Kinder im Whirlpool auf und unter anderen Gästen herum, und auch hier werden Poolnudeln, Wasserbälle etc. unter die Gäste gebracht. Aber auch einige Erwachsene wissen sich im Whirlpool nicht zu benehmen. Unter Anderem wurden Bierflaschen aus Glas mitgenommen, die dann irgendwann nicht mehr zu sehen waren. Man kann nur hoffen, dass sie nur einfach unter Wasser waren und nicht zu Scherben wurden. Der Außenpool war dann die Krönung, denn hier wurde neben den erwähnten Spielzeugen sogar ein ferngesteuertes Boot zu Wasser gelassen und fuhr zwischen den Badegästen herum. Kinder rannten immer wieder aus dem Pool heraus, holten Schnee und sprangen dann wieder mit Anlauf in den Außenpool. Selbst Erwachsene mischten dabei mit. Verlorene Tauchspielzeuge wurden von den Eltern unter den Beinen der anderen Badegäste mittels Tauchen herausgefischt. Außerdem wurde der Außenpool von Tag zu Tag kälter. Am Anfang hing noch ein ausgedruckter Zettel mit der Aufschrift "32 Grad" an der Einstiegstreppe - der verschwand dann aber kurz darauf, und der Pool kühlte immer weiter ab. An den letzten Tagen unseres Aufenthalts war er dann fast nicht mehr nutzbar, da auch die Außentemperaturen entsprechend niedrig waren. Im gesamten SPA-Bereich hingen angeklebte DIN-A4 Zettel mit Hinweisen auf Selbstverständlichkeiten wie z.B. kein Springen in den Pool, kein Schnee in den Außenpool etc. Leider gab es keine weitere Überwachung seitens des Hotelpersonals, so dass diese ganzen Zettel einfach nur verschwendetes Papier waren. Zusammenfassend ist dieser eigentlich schöne SPA-Bereich schlicht nicht als solcher nutzbar, da man alleine aufgrund des Lärmpegels innerhalb von Minuten Kopfschmerzen bekam - von Entspannung keine Spur. Natürlich haben wir auch interveniert, wenn es zu heftig wurde. Die Blicke der Eltern hätten uns direkt in die Hölle katapultieren können - von Einsicht keine Spur, es ging dann lustig weiter, und wir haben dann freiwillig das Feld geräumt. Ganz im Gegenteil dazu war der Saunabereich wirklich sehr schön, ruhig und entspannend. Hier gibt es verschiedene Saunen, einen Kneippbrunnen, Dampfbad, Kältegrotte etc. Es herrschte absolute Ruhe, auch im zugehörigen Ruheraum. Da offenbar viele Gäste ein Problem mit der entsprechenden Textilfreiheit haben, war es hier auch sehr leer. Außerdem war der Bereich erst ab 16 Jahren zugänglich, so dass hier auch kein Kinderlärm zu hören war. Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich generell kein Problem mit Kindern habe - aber auch Kinder sollten sich zu benehmen wissen oder aber entsprechend von den Eltern beaufsichtigt und "im Zaum" gehalten werden. So entfesselte Kinder wie hier habe ich noch in keinem anderen Urlaub erlebt - selbst in Familienhotels nicht. Das Hotel ist ideal am Startpunkt zweier Gondeln gelegen und hat sich viel Mühe sowohl mit dem Wellness-Bereich sowie auch dem kulinarischen Angebot gegeben. Leider wird dies durch das Klientel zumindest zum Teil wieder zunichte gemacht. Natürlich kann sich ein Hotel seine Gäste nur bedingt aussuchen - aber man sollte zum Beispiel einmal darüber nachdenken, Reisegruppen von anderen Gästen räumlich getrennt zu platzieren, zum Beispiel durch Abtrennungen mit Zwischentüren. Dezente Hinweise des Personals an ignorante Eltern bezüglich unbeaufsichtigter Kinder insbesondere im Buffetbereich wirken auch oftmals Wunder. Außerdem ist dringend eine wie auch immer geartete Aufsicht im SPA-Bereich angeraten.

