Bemühtes, relativ freundliches Personal, schöne, dorfähnliche Anlage mit großzügig bemessenen Pools, der Sauberkeit kann man selbst etwas nachhelfen. Auffällig war die Übermacht an osteuropäischen Gästen, die an sich nicht negativ erwähnenswert wäre, wenn sich die bevorzugt polnischen Landsleute nicht regelmäßig in Rotten zusammengetan hätten im Ansinnen, möglichst laut zu sein und die Pool-Bar leer zu saufen (kaum offen, schon tragen sie Wodka-O und Bier literweise zu ihren Artgenossen). Abends torkelten sie dann grölend zum ""Abendessen"" (darauf komme ich später zurück!)und später wurde nachts um drei auf dem Balkon gesungen. Alles klar?
Groß genug, ausreichend komfortabel, in den Schrank passte nicht viel, aber man hatte ja noch die Koffer, klasse Balkon, leider mit Aussicht auf den Hinterhof auf einen übergroßen zirpenden Insektengrill und in unmittelbarer Hörweite der marodierenden Polen-Truppen, die des Nachts von der Poolbar zurück auf ihre Zimmer latschten. In der Nachbarschaft bellte rund um die Uhr ein Hund Passanten von einem Privatgelände aus an, und wir führten nächtelang Krieg gegen Schwärme von Mücken. Ich glaube, die mußten dank der BILD-Zeitung die Wände neu streichen. Aber dafür kann das Zimmer ja nichts. Die lautstarke, kostenpflichtige Klimaanlage nahmen wir nicht in Anspruch.
Wer sich auf typische griechische Küche freut, der ist hier schlecht beraten. Die Qualität der Speisen läßt auf einen entsprechenden Umgang mit den Rohstoffen in der Küche schließen. Von der Hygiene nicht zu reden. Unsere Vermutung: ein blinder Chefkoch, ein paar lustlose Beiköche, ein Sous-Chef ohne Geschmackssinn und jede Menge ungelerntes Hilfspersonal. Unglaublich, was die aus schönen frischen Zutaten zusammengedübelt haben. Das Frühstück wurde hier in seiner Einfalt bereits mehrfach besprochen, es ist ja noch begrenzt für den menschlichen Genuss geeignet, doch die warmen Mahlzeiten am Abend waren schlicht ein Verbrechen am Gaumen. Speisen ohne jede erkennbare Konsistenz, indifferent im Geschmack, alles schmeckte gleich, nämlich nach nichts oder versalzen, viele andere Hotelgäste schaufelten das Zeug gierig in sich rein, Alkohol macht hungrig, wir betrachteten das mit Kopfschütteln, aßen wenig oder gar nichts und versuchten ab der zweiten Woche unser Glück komplett auswärts. Obwohl wir All Inklusive gebucht hatten, nahm ich in diesem Urlaub an Gewicht ab, und ich bin ein guter Esser. Und kompromissbereit. Doch wenn Du wartest und wartest, mal schauen, vielleicht wird es morgen ja besser, und es wird NOCH SCHLECHTER, dann bist Du VOR dem Abendessen satt. Die beste Mahlzeit hatten wir übrigens bei einem Holländer in Trianta. Getrunken wurde auch. Bierähnliche Plörre aus Plastikbechern oder Zuckerwasser-Limo. Getränke wurden besser mit AI-Schluß um 23 Uhr. Dann servierte Maria gegen Entgelt die guten Sachen. Und die brauchte man auch, um schnell einzuschlafen...siehe Zimmer.
Nix zu meckern. Die meisten Mitarbeiter waren hilfsbereit und freundlich. Rezeption war immer ansprechbar. Die Reinigung der Zimmer wurde dezent und zufriedenstellend erledigt. Hier gab es kaum Defizite.
An Hauptstraße gelegen, um diese zu überqueren, braucht es viel Geduld und Augenmaß, denn ein Grieche bremst nicht für Touristen. Der angepriesene nahe Strand erwies sich als Kies-Geröll-Draht-Glas-Gemisch, welches auf etwa 50 qm südländisch-lässig grob beiseite geschoben (nicht etwa komplett geräumt!) wurde. Darauf standen allen Ernstes Billig-Plastikliegen und Einweg-Sonnenschirme, für die man auch noch bezahlen konnte (wenn man wollte, was wir definitiv nicht taten). Ambiente: Mülldeponie Hamburg-Stapelfeld. Überall lagen Müll, Kanister, Platikflaschen und ähnlicher Zivilisationsabfall herum. Abhilfe: Wegrennen, Bushaltestelle aufsuchen und nach Trianta fahren (billig, schnell, zuverlässig in ausrangierten deutschen Stadtbussen). Einkaufsmöglichkeiten: siehe vorher.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das zugegeben in der Spätsaison sowieso spärliche (und für uns uninteressante) Animations-Programm bestand aus ein paar Italienerinnen, die hier und da ein wenig herum hampelten, mit den Kindern malten und sich bezüglich der Ordnung nicht zum Hotel-Personal zählten. Einige Stapel Plastikbecher, die vom Tisch fielen, an dem die Mädels saßen, entlockte ihnen ein lautes lachen und sie entfernten sich vom Tatort, während sich die Becher vom Wind getrieben auf der Hotelanlage verteilten. Lustig, nicht wahr? Das nenne ich Unterhaltung. Was noch auffiel: eine Art Käfig (so wie in den Kung-Fu-Filmen, wo sie Cage-Fights austragen, bis das Blut spritzt) diente als Unterbringung für die Kids am Abend. Hier fand die Mini-Disco statt. Halbvolle Becher, die dort hinterlassen wurden, standen gerne mal zwei, drei Tage unbehelligt herum...
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im September 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 14 |

