Das Kawama ist ein "all inclusive" Hotel und ist ein Hotelkomplex mit Gebäuden, die höchstens zwei Etagen haben. Das Alter der Gebäude ist sehr unterschiedlich, zum Teil sind diese recht aktuell, vielleicht wenige Jahre alt, mit etwas Pech kommt man auch in eine Art Ausländerwohnheim. Der Zustand unseres Zimmers war helbwegs in Ordnung, nur hier und da Schimmel - sicherlich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Die Hotelanlage ist eindeutig in zwei Zonen zu unterteilen, einen modernen mit schönen Pool und gepflegten Wegen und einen älteren mit zerfallenen, mit großer Entfernung zur Rezeption und zum Essen. Die Gäste waren zum größten Teil deutschsprachig, wie gut, dass dies beim Personal nicht zutrifft. Hier helfen aber weitgehend Englischkenntnisse weiter. Sonst gibt es dort alle Nationalitäten: relative viele Mexikaner, Italiener, Holländer, Russen etc. Es regnete vorwiegend nachts - zum Glück. Handyempfang ist sehr gut, aber zu teuer. Der Juli scheint gut zu sein, das Wasser hatte stets ca. 29 °C. Mückenmittel am besten wegen Wirkungslosigkeit zu Hause lassen, die Viecher stechen eh immer weiter. Durchfallmittel und Kopfschmerzmittel sind zu empfehlen. Geld in Euro mitnehmen und nur nach Bedarf umwechseln. Man bekam für 100 Euro ca. 113 CUC, umgekehrt ergeben 100 CUC leider nur 76 Euro, deshalb lieber alles am Schluss ausgeben als zurücktauschen. Seife ist dort Mangelware und sicherlich beliebte Drittwährung. Es wird eine 2-tägige Tour nach Trinidad angeboten für 125 CUC pro Person, die tw. als Rambo-Tour beworben wird. Diese ist SEHR zu empfehlen und das Geld wirklich wert. Kredikartenrechnungen werden mit schlechtem Kurs in Dollar umgerechnet und mit 3% Aufschlag versehen, deswegen ausreichend Euro-Banknoten mitnehmen. Ansonsten einfach reisen, Land und Leute kennenlernen!
Die Zimmer sind ausreichend groß aber spartanisch eingerichtet, es gibt aber schlimmere in Kuba aber ohne Zweifel auch viel bessere. 5 Kakerlaken in 13 Tagen und ein Frosch war unser Schnitt im Zimmer. Es gibt einen Einbauschrank mit Kleiderbügeln und ohne Regale in dem auch ein kleiner Safe untergebracht ist, der die 13 Tage 30 Euro kostete. Ein leise Klimaanlage kann man lobend erwähnen, weil es in zwei weiteren getesteten Hotels in Kuba sonst nur Radaubrüder gab. Im TV gibt es Deutsche-Welle, CNN in spanisch und englisch, und die englischensprachigen Pay-TV Sender HBO und Showtime und zudem Discovery-Channel. Bei der geringsten Bevölkung bricht aber das Satellitensignal ab. Sonst gibt es noch ein paar spanischsprachige Sender, einen Franzosen, ein paar Chinesen. Balkon kostete bei uns 20 Euro pro Nacht extra, weswegen wir das nicht genommen haben. Minibar ist ein kleiner Kühlschrank, für den wir einmal zwei Flaschen Wasser bekamen. Das Bad enthielt die Toilette und eine Badewanne mit leicht stockigem Duschvorhang, die Sauberkeit ging gerade noch in Ordnung. Wenn nachts das Wasser kondensiert und vom Dach tropft/rinnt, hört man das sehr gut und zeitweise war ein Gülle-/Abwassergeruch störend stark zu vernehmen, der aber überall in Varadero zeitweise auftrat. Die Bettwäsche und Handtücher werden nicht nach Verschmutzung gewechselt, sondern nach unbekannten Regeln. Da hilft kein Trinkgeld weiter, damit muss man leider leben. Wir wurden am anderen Ende des Hotelkomplexes (Block 41) einquartiert, was mit weiten Wegen zu zentralen Einrichtungen des Hotels verbunden ist.
Hier fehlt es oft an vielen Sachen: Eiswürfel für Cocktails, Zwiebeln, Ananas, Mangos. Besonders letztere sind auf Kuba sehr lecker. Man wird immer was zu Essen finden und manchmal ist es so lecker, das man richtig zufrieden mit dem Essen ist - was leider eher selten ist. Der Haupteil des Essensabfertigung findet im Buffet-Restaurant (meine Frau sagte gerne "Mensa") statt, wo teilweise frisch zubereitet wird, z.B. Omlettes zum Frühstück und Scampis zum Mittag etc. Es gibt noch à la carte Restaurants, von dem das sehr empfehlenswerte Kubanische in ein Buffet-Restaurant die letzten Tage umgestellt wurde, dort ist auch der Service mind. zwei Klassen besser, leider öffnete es nur abends. Es gibt noch ein nicht empfehlenswertes italienisches und ein vom Hörensagen gutes internationales Restaurant. Pro Woche kann man jedes einmal besuchen, nach langwieriger Reservierung, die nur um 10 Uhr erfolgen kann. Im Buffetrestaurant mangelt es oft an Besteck und Gläsern, weswegen man früh kommen sollte, denn dann ist zudem die Auswahl noch gut und das ungekühlte Speiseeis noch nicht so stark aufgetaut.
Circa 70 Prozent des Personal ist unfreundlich und gelangweilt. Die Kubaner sollen eigentlich ein fröhliches Volk sein. Nach Freundlichkeit wurde das Personal jedenfalls nicht ausgewählt. Es gibt aber immer ein paar löbliche Ausnahmen. Die Rezeption war immer gelangweilt, ich denke als Gast fühlt man sich dort fehl am Platz. Im Buffet-Restaurant ist es im Großen das gleiche - fast nur unfreundliche Gesichter, die kaum Urlaubsfeeling aufkommen lassen.
Das Hotel liegt direkt am Strand, der immer recht leer war und so hat man auch noch gegen 10 Uhr gute Liegeplätze gefunden. Vom Flughafen sind es 30 Minuten und das Kawama ist so ziemlich das erste Hotel, das angesteuert wird, weil es am südlichsten liegt. Es gibt ein paar Shops (Mini-Supermarkt, Klamotten, Post), die direkt zum Hotel gehören. Bei sonnigem Wetter kann man gut eine Stunde Fußmarsch zum Busbahnhof in der 36. Straße einplanen, oder für ca. 3 Euro ein Taxi nehmen, um dann für ca. 10 Euro mit den Viazul-Bus nach Havanna zu fahren. Es gibt die Möglichkeit für ca. 5 Euro einen ganzen Tag bel. oft mit dem BeachTour-Bus (Doppeldecker) durch Varadero (ca. 2 Stunden die kompl. Rundfahrt) zu fahren. Das Stadzentrum von Varadero ist recht gestreckt und je nach Ziel sind es ca. 20 Minuten bis 90 Minuten Fußmarsch. Größtes Plus des Hotels bleibt aber die Lage zum fast leeren Strand, deshalb die 4,5 Sonnen.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt Tretbote und Kanus zum kostenlosen Verleih und geführte Katamarantouren für 15 CUC zu einem kleinen Korallenriff. Ausreichend liegen gibt es am Strand und bei uns auch immer ausreichend schattige Plätze. Das Wasser in Pool und Karibik war sauber, leider jedoch nicht der Strand, der recht naturbelassen mit Muschelstücken, Glasscheiben und Zigarettenstummel bestückt ist. Die Reinigung erfolgte in 13 Tagen einmal und war genauso hilflos wie halbherzig mit eine Harke, die hinter einem Traktor hergezogen wurde mit einen Zinkenabstand von gut 15-20 cm, so dass nur ein paar größere Holzstücke mit Glück dort hängen blieben. Es gibt einen Beach-Volleyball-Feld und einen 1-on-1 Basketball platz, der betoniert ist. Ein Kinderclub ohne Betreuung ist vorhanden, der wegen Sinnlosigkeit aber anscheinend nicht benutzt wurde. Eltern sollten also auch ihre Kinder im Urlaub 24 h am Tag lieb haben.

