Jahrelang stand die im Hinterland von Playa Blanca gelegene Hotelanlage unansehnlich im Rohbau. 1997 fand sich schließlich ein neuer Investor, der aus der einstigen Spekulationsruine ein ansehnliches Hotel machte. Die renommierte H10 Gruppe führte die Anlage bis zum Spätsommer 2004 als Familienhotel das wahlweise mit oder ohne Verpflegungsleistung gebucht werden konnte. Im Herbst 2004 übernahm die Lopez-Gruppe die Anlage. Die Lopez-Gruppe, die auch den 1-2-fly Club ‚Playa Blanca Dunas’ betreibt, ließ die Anlage nach und nach renovieren und betreibt auch das ‚Paradise Island’ nun als preiswerte ‚all-inclusive’ Clubanlage. Die Anlage ist offiziell mit *** Sternen klassifiziert; es handelt sich also um ein Hotel der guten Mittelklasse. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Beurteilungen reisten wir mit gemischten Gefühlen an. Vorab: Horrorszenarien - wie lange Menschenschlangen, lauwarme eintönige Büffets, verwässerte Getränke, Kakalakenautobahnen oder auch Geschirrberge auf verdreckten Tischen - gibt es nicht ! Anderslautende Berichte sind entweder maßlos übertrieben oder einfach frei erfunden. Was man in Kauf nehmen muss ist ein eingeschränktes Angebot an Getränken: Wer einen guten Lanzarote-Wein oder mal einen Ramazotti haben möchte – bekommt ihn schlicht und einfach nicht – nicht mal gegen Bezahlung. Die Getränke werden an der Poolbar in dünnwandigen Plastik- oder Pappbechern (Einweg) ausgeschenkt. Im Restaurant gibt es zwar Weingläser, für Bier, Softdrinks oder Wasser stehen jedoch nur Becher aus unzerbrechlichem Kunststoff zur Verfügung; lediglich an der Lobbybar sowie in der Disco werden alle Getränke in Gläsern ausgeschenkt. Zur Auswahl stehen Bier (Cerveza Tropical), Softdrinks (Pepsi, Pepsi light, KAS naranja, KAS limon, Tonic, 7up, Mineralwasser) und Wein (trockener Tafelwein vom Festland – weiss, rose oder rot). Kaum erwähnenswert sind die pappsüßen Fruchtsaftgetränke aus stark aromatisiertem Konzentrat – die leider auch die Grundlage der drei vorgemischten Hauscocktails bilden. Diverse Aperitifs, Liköre, Schnäpse, Brandy, Sekt sowie Longdrinks (in allen bekannten und unbekannten Kombinationen) ergänzen das Angebot. Die Getränke waren alle meist viel zu stark gekühlt. Tee (diverse Sorten), Milch, Kakao, Kaffee (in allen Variationen) gibt’s tagsüber an der Pool- und abends an der Lobbybar. Herzstück der Hotelanlage ist das Haupthaus mit Rezeption, Salon, Internet-Ecke, Lobbybar, den rauchfreien Restaurants sowie zwei Freiterrassen (es kann auch im Freien gegessen werden – die Anzahl der Sitzplätze im Freien ist sehr gering). Von hier aus führt eine ‚Hängebrücke’ vorbei an ‚Wasserfällen’ zur großzügig gestalteten Poolanlage mit unterschiedlich großen und tiefen Becken. Liegestühle und Sonnenschirme sind ausreichend vorhanden - ein Becken ist in der kühleren Jahreszeit sogar angenehm beheizt. An den Poolbereich angrenzend befindet sich die Poolbar – mit einer großen geschützten Terrasse aber viel zu wenig Sitzmöglichkeiten. Schmale Fußwege führen durch die gepflegte Anlage zu den insg. 290 Appartements, die sich in aufgelockert gebauten, einstöckigen Häusern befinden und von Gärten mit blühenden Pflanzen und Sträuchern umgeben sind. Am Rand der Anlage befinden sich der Kinderspielplatz, der Miniclub sowie die Sportplätze. Optisch macht der Bereich, der offensichtlich noch nicht renoviert wurde, keinen ansprechenden Eindruck, so ist z.B. der ganze Boden des Kinderspielplatz betoniert und einfach bunt angepinselt. Auch den Geruch dort untergebrachten Hauskläranlage wird man kaum mögen. Die Anlage ist international gebucht, die Altersstruktur ist gemischt, bei unserem Aufenthalt (außerhalb der Schulferien) überwiegten Familien mit kleinen Kindern sowie ältere Reisende. Gäste aus dem deutschsprachigen Raum finden das Appartement-Hotel ‚Paradise Island’ im Programm von Neckermann (Neckermann-Reisen, Bucher, Paneuropa), Schauinsland-Reisen und L’tur. In zahlreichen vorherigen Urlauben haben wir Lanzarote kennen und lieben gelernt. Wir hatten stets strandnahe Appartements ohne Verpflegung und sonstiges Rahmenprogramm gebucht. Um unserer ‚Horizont’ zu erweitern und um einfach mal zu probieren ob uns und unserer Tochter Cluburlaub überhaupt liegt, haben wir diesen ‚all-inclusive’ Urlaub gebucht – und es hat uns wie gesagt gut gefallen. Aber: Lanzarote hat viel zu bieten und ist zu schön um hier nur einen anlagenbezogenen Hotelurlaub zu verbringen. Wir hatten den Mietwagen schon von zu Hause aus reserviert und diesen dann am Flughafen übernommen. - Die Entfernungen auf Lanzarote sind kurz – alle Ausflüge lassen sich auch mit Kind problemlos mit einem halben Tag am Pool oder Strand kombinieren. Dank Mietwagen war uns die nicht gerade bevorzugte Lage der Anlage letztlich egal. Die Unterkunft wie auch die Verpflegungsleistung war absolut in Ordnung. Trotzdem werden wir das nächste Mal eher wieder ein Appartement in erster Reihe buchen, das Frühstück selber machen, uns tagsüber treiben lassen und das Abendessen bei Sonnenuntergang in einem der vielen guten Lokale an der Promenade, in Femes, in El Golfo oder in den Weinbergen genießen – vielleicht die etwas teurere Lösung, mit Sicherheit aber die individuellere und angenehmere. Und ganz ehrlich Animationsprogramm und Kinderdisco – braucht es nicht wirklich ... zumindest nicht jeden Abend.
Alle Appartements sind großzügig konzipiert, modern eingerichtet und verfügen über einen Wohn-Schlafraum, über eine Kochnische mit Kühlschrank und Herd, über mindestens ein Schlafzimmer sowie über ein Bad mit Badewanne, WC, Bidet und großem Waschtisch mit jeder Menge Ablagemöglichkeit. Je nach dem ob man im Erd- oder Obergeschoss untergebracht ist, sind je Wohnung weiterhin eine große möblierte Terrasse vor sowie ein Patio hinter dem Haus, oder zwei Balkone vorhanden. Direktwahltelefon, TV (3 deutsche Programme) sowie Mietsafe ergänzen das Angebot. Die Wohnungen sind etwas hellhörig, meine nächtlich Hustenanfälle dürften den Nachbarn gestört haben – ich habe ihn jedenfalls danach mehrfach zur Toilette gehen gehört – sorry about. Das Mobiliar war bis auf ein zerschlissenes Bettgestell, das mittels Tagesdecke kaschiert wurde, in gutem Zustand. Feste Matratzen garantierten Schlaf ohne Kreuzschmerzen. Die Appartements werden täglich (außer mittwochs) gereinigt, der Schwerpunkt liegt hierbei beim ‚Bettenmachen’ sowie beim Reinigen des Bades. Alle gebrauchte Hand- und Badetücher werden täglich ausgetauscht – ob man will oder nicht.
Zu allen Mahlzeiten bedient man sich an reichhaltigen Büffets mit Live-Küche. Das Frühstück beginnt mit süßem, teilweise auch gefüllten Hefe- und Blätterteiggebäck, verschieden Brot und Brötchensorten (oft etwas altbacken), Butter, Margarine, Marmeladen, Honig, Frischwurst, Schinken, Leberpastete, Käse, Frischkäsezubereitungen, Cornflakes, Müsli, Dörrobst, Joghurt und Obst. Eier (Spiegeleier, Rühreier, gekochte Eier) werden in der Live-Küche zubereitet. Für Liebhaber des englischen Frühstücks gibt’s weiterhin Bacon, gebackenen Bohnen, Pilze, Grilltomate und auch frittierten Kartoffeln. An Getränken wird Tee (versch. Sorten), Milch, Kakao und Kaffee angeboten; Wasser und die schon erwähnten süßen Fruchtsaftgetränke aus Konzentrat (O-Saft und Apfelsaft sind o.k.) können schon morgens gezapft werden. Auch die Mittags- und Abendbüffets sind stets reichhaltig. Täglich gibt es frische Salate zu denen verschiedene Dressings gereicht werden, unterschiedliche angemachte Salate, Sauerkonserven, Frischkäsezubereitungen sowie diverse Käse-, Fisch- oder Aufschnittplatten. In der Live-Küche wurde mehrfach Roastbeef und Braten tranchiert. Außerdem wird hier abwechselnd Fisch oder Fleisch gegrillt. Im Warmbereich gibt es stets mindestens ein weiteres Fisch- und Fleischgericht, zweierlei Nudelsossen, Gemüse sowie Teigwaren, Reis, Pommes, Kroketten oder auch Country-Potatoes. Die typisch einheimische Küche kommt bei den angebotenen Speisen leider eindeutig zu kurz. Auch geschmacklich fehlte oft der letzte Pfiff. Tipp: die hausgemachte kanarische Mojo-Sosse (grün und rot) steht bei den Salatdressings und reist so einiges raus. Und dann ist da ja noch das Nachspeisenbüffet: Neben frischem und eingemachten Obst, gibt es diverse Puddings, Cremes, Milchreis, Törtchen und Backwaren sowie vier verschiedene Sorten Eis. Das Küchenpersonal ist sehr aufmerksam, kaum geht etwas aus oder droht auszugehen wird reichlich nachgelegt. Bier, Softdrinks und Wein werden an drei ‚Stationen’ zum Selbstzapfen angeboten. Abends hat neben dem Büffet-Restaurant noch ein weiterer Restaurantbereich geöffnet – hier werden chinesische Spezialitäten, die vor den Augen der Gäste zubereitet werden, angeboten. Der halbkreisförmig angelegte Speisesaal ist sehr ansprechend konzipiert und stilvoll eingerichtet, die Büffets sind schön angerichtet; man sitzt überwiegend an aufgelockert aufgestellten kleineren Tischen – ein sehr angenehmes Ambiente. Einmal wöchentlich findet ein thematisches Büffet mit Live-Musik statt.
Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, tagsüber stets mit deutschsprachigem Personal. Angenehmer, ruhiger Umgangston; Bitten nach z.B. zusätzlichen Decken werden sofort erledigt, Auskünfte gerne erteilt. Die Poolbar wird von zwei sehr liebenswerten, freundlich jungen Damen betreut; aber auch in der Lobby-Bar sowie in der Disco bediente uns stets freundliches wenn auch nicht überschwängliches Personal. Allgemein ist der schneller und prompter Service zu erwähnen. ‚Schlangestehen’ und Wartezeiten gibt es quasi nicht. Leere Gläser und Becher werden laufend abgeräumt, Tische abgewischt - überall ist es sauber. Das Restaurant war immer gut besucht – trotzdem mussten wir nie auf einen freien Tisch warten. Gebrauchtes Geschirr wird rasch abgeräumt, nach jedem Tischwechsel gibt’s – je nachdem wie stark dieser vom Vorgänger ‚eingesaut’ wurde – zumindest eine neue Tischdecke. Besteck und Servietten holt man sich selbst. Teller, Besteck, Gläser und Becher waren stets in ausreichender Menge vorhanden.
Leider weit, weit weg vom Geschehen. Die Hotelanlage liegt leicht erhöht am Rande der Urb. Montana Roja, 1,4 km vom Playa Flamingo, 1,8 km vom Hafen und 2,3 km von der Ortsmitte entfernt. - Der Weg dahin führt entlang einer autobahnbreit ausgebauten Straße vorbei an Einöde und Baustellen und ist alles andere als schön. Eis Shuttlebus (gratis) fährt mehrfach täglich zum 2,8 km entfernten Playa Dorada, allgemein wird bemängelt, dass es keine Fahrten am Nachmittag oder Abend in den Ort gibt. Ein Mietwagen (ohnehin zu empfehlen) oder die Benutzung eines Taxis (leider nicht immer verfügbar) ist quasi zwingend notwendig; ein kleiner Shoppingbummel oder ein paar Schritte an der wunderschönen Promenade sind aufgrund der langen Wege mit Aufwand verbunden. Außerhalb der Anlage gibt es einen kleinen relativ teuren Supermarkt, der natürlich unter dem ‚all-inclusive’ Konzept der Anlage leidet. In der nächsten Nachbarschaft befinden sich mehrere Bungalowanlagen ohne erwähnenswerte Angebote.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Neben der großzügig gestalteten Poolanlage gibt es einen Allzwecksportplatz, einen Minigolfplatz sowie einen Fitnessraum sowie einen Bereich mit Spieltischen (Billard etc.). Das ‚Paradise Island’ wird als Clubanlage verkauft; es gibt tagsüber neben einer Kleinkinderbetreuung, ein Miniclub (für Kinder ab 4 Jahre) sowie ein nicht aufdringliches Animationsprogramm für die Großen (von Aqua-Gymnastik bis zu Schnuppertauchen, von Bogenschießen bis Wandern). Abends geht’s dann in der Disco weiter. Täglich gibt’s eine dreiviertel Stunde Minidisco für die Kids, später dann ein Show- und Unterhaltungsangebot das sich durchaus sehen lassen kann.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 1 Woche im Januar 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Volker |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 6 |


