Man bucht über TUI, weil man denkt: großer Veranstalter, alles organisiert, sorgenfrei. Was wir bekommen haben, war eher ein unfreiwilliges Praxisexperiment darüber, wie viel schiefgehen kann, ohne dass TUI wirklich reagiert. Das Zimmer im HM Alma Beach war von Anfang an ein Erlebnis. Laut Beschreibung sollte unser Zimmer (DZX1) etwa 20 m² groß sein. Die Realität: Man kommt kaum am Bett vorbei. Und wenn man es doch schafft, sollte man vorsichtig sein – die Kofferablage bricht wie manch anderes Möbelstück schon beim schiefen Anschauen fast zusammen. Zwei Personen, zwei Koffer – und das Zimmer ist faktisch voll. Der Fluchtplan an der Tür weist offiziell nicht einmal 12 m² Wohnbereich aus. Das erklärt einiges. Hat man es über den Hindernisparcours dann tatsächlich ins Bad geschafft, wartet dort der nächste Urlaubsgruß: ein sichtbar schimmliger Duschkopf. Eigentlich alles lösbar, denkt man. Man geht zur netten Rezeption, schildert höflich die Mängel und bittet um Abhilfe oder einen Zimmerwechsel. Genau das haben wir getan. Wir wurden geduldig angehört, bekamen freundliche Worte – mehrfach. Nur passierte danach: nichts. Tag für Tag. Aber zum Glück bucht man ja über TUI. Großer Veranstalter, professionell, zuverlässig. Also wenden wir uns an die Reiseleitung. Ach so – die gibt es im Hotel gar nicht. Stattdessen eine digitale Variante. Also verbringen wir unseren Urlaub in Hotline-Warteschleifen und beim Schreiben von E-Mails. Wir erklären alles. Schicken Fotos. Setzen Fristen. Bekommen auch Antworten. Freundliche sogar. Nur leider ohne jede Wirkung. Das Prinzip war offenbar: Schreiben Sie ruhig — wir reagieren irgendwann, aber ändern nichts. „Discover your smile.“ Leider nicht bei uns. Entdeckt haben wir vor allem, wie man mit TUI verzweifeln kann. Der Moment, in dem dieser Urlaub endgültig jede Ironie verlor, war der Aufzug. Beim Einsteigen schloss sich die Tür trotz Lichtschranke, es kam zu einem Sturz mit Verletzungen. Direkt gemeldet – im Hotel und bei TUI. Man sollte meinen, dass spätestens bei einem Sicherheitsvorfall etwas passiert. Tat es aber nicht. Später hieß es sinngemäß: Man habe nichts feststellen können, alles entspreche den Vorschriften, solche Unfälle seien bisher nicht vorgekommen. Für die Person, die verletzt im Urlaub steht und danach nicht einmal mehr richtig ins Meer kann, ist das eine erstaunlich hilfreiche Aussage. Aber dann gibt es ja noch das Beschwerdemanagement. Also erneut geschrieben – nach der Rückkehr, detailliert, sachlich. Und dann: Stille. Wochen. Monate. Irgendwann kam dann doch eine Antwort. Ihr Inhalt lässt sich kurz zusammenfassen: Zimmergröße kein Mangel. Schimmel kein Mangel. Unfall bedauerlich, aber niemand verantwortlich. Kein Entgegenkommen. Kein echtes Eingehen auf das Erlebte. Textbausteine und Abblocken. Man hat fast den Eindruck, dass hier darauf gesetzt wird, dass Kund:innen irgendwann einfach aufgeben. Natürlich weiß man, dass im Urlaub nicht alles perfekt ist. Aber was wir hier erlebt haben, war eine Mischung aus Ignoranz und einem erstaunlich robusten System des Aussitzens. Das Nachsehen hat der Urlauber – wir mussten inzwischen sogar rechtlich aktiv werden. Diese Bewertung ist keine Übertreibung, sondern eine Warnung. Wer hier bucht, sollte wissen, dass man im Zweifel sehr viel Geduld, Frustrationstoleranz und eine dicke Haut mitbringen muss (in Sachen Aufzug offenbar sogar wortwörtlich). „Entspannt reisen“ ist ein schöner Slogan – mehr leider auch nicht. Aus heutiger Sicht würden wir hier nicht noch einmal buchen. Und hätten wir diese Rezension vorher gelesen, hätten wir es vermutlich auch nicht getan.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2025 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Tamara |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 2 |


