Das Hotel selbst ist ein Neubau. Allerdings in einem recht eigenwilligen Stil gehalten. Weder hypermodern, noch klassisch. Und trotzdem fügt sich das Gebäude in geradezu phantastischer Weise in die eher historisch angehauchte Umgebung ein. Leider besitzt das Hotel aber keine Vorfahrt wo man z.B. mit dem Taxi anreisen könnte. Der Eingang ist in einer Fußgängerzone. Mit dem Gepäck muss man also mindestens "einmal um die Ecke" laufen. Während in der Lobby eher auf ausgefallenes, aber edles Design gesetzt wurde, waren alle anderen Etagen dann im Harems-Stil gehalten. Bereits auf dem Flur zum Zimmer erwartete uns ein verschlungener, orientalischer Bogengang. An der Decke und den Wänden überall Schnitzereien, Intarsien und Fliesen. Der Boden mit einem dezenten, dicken Teppich bedeckt. Was am meisten beeindruckte war jedoch die kunstvolle Beleuchtung der gesamten Szenerie.
Die Zimmernummern waren kleine Hängeschilder wie man diese z.B. von alten Geschäften her kennt. Neben der Nummer besaß jedes Zimmer zudem den Namen einer "bekannten" Haremsdame. Unser Zimmer war die Nummer 1105 und nach "Pertevniyal Valide Sultan" benannt. Der Mutter von Sultan Abdülaziz. Einem Machthaber der im 17. Jahrhundert regierte. Selbst die aus hellem Holz bestehende Zimmertür war noch einmal mit Schnitzereien und einer Goldeinlage verziert. Öffnen konnte man die Tür mit Hilfe einer modernen Keycard. Zur Sicherheit gab es noch einen sogenannten Türspion (Guckloch). Nach dem Betreten des Zimmers kam man zunächst in einen Korridor hinein. Da wir ein Eckzimmer, also ein Zimmer mit zwei Fensterfronten hatten, war die Anordnung des Mobiliars etwas anders, als wir es vorher auf Hotelbildern gesehen hatten. Der Boden komplett mit Holz-Parkett ausgelegt. Die Wände hell gestrichen, sowie mit einer goldenen Bordüre auf halber Höhe versehen. Direkt im Korridor ein großer, sehr geräumiger Schrank aus Holz und mit drei Türen. Die Türen waren mit großen Spiegeln versehen. Wobei der Schrank auch den Zimmersafe beherbergte (modern, mit individuell einstellbarem Zahlen-Code) und zwei orientalisch aussehende Bademäntel enthielt. Am Ende des Spiegelschranks dann eine weitere, verspiegelte Ecke mit kleinem Schrank und mehrstöckiger Ablage aus Glas. Hier befand sich die Mini-Bar (gut gefüllt, aber nicht kostenlos), sowie ein Tablett mit Kaffeekocher, Tassen und Gratis-Getränken (Tee, Kaffee, Wasser). Im Hauptraum des Zimmers ein Himmelbett mit goldenem Rahmen und hochgezogenem, abgestepptem Kopfteil. Über dem Bett ein rundes, beleuchtetes Bild mit der Haremsdame nach der unser Zimmer benannt war. Links und rechts vom Bett zwei Nachttische. Die Nachttischlampen standen aber nicht darauf, sondern hingen von der Decke herab. Über dem Bett eine Art von oben angestrahlter Baldachin. Der Liege-Komfort auf der dicken Matratze: Sehr gut. Das Bettzeug dezent bestickt. Zwei Kopfkissen, sowie eine Nackenrolle standen zur Verfügung. Die gold bestickten Tagesdecken kunstvoll auf dem Bett drapiert. Neben dem Bett ein kleiner, gepolsterter Hocker. In anderen Zimmern gab es stattdessen (so wie ich es den Hotelbildern entnehmen konnte) einen Divan oder ein Sofa. Frontal vor dem Bett ein großer, eleganter Schreibtisch. Ein Stuhl mit besticktem Polster diente als bequemes Sitzmöbel. Über dem Schreibtisch das riesige TV-Gerät. Eingelassen in einen goldenen, von hinten beleuchteten Bilderrahmen. BADEZIMMER Das Bad: Auch eine Besonderheit. Das Waschbecken stand nämlich in einer Ecke des Zimmers. Nicht im Badezimmer selbst. Allerdings galt auch hier: Es war sehr edel aufgemacht. Ein hölzerner Unterbau mit geschwungenen Beinen, darauf eine Marmorplatte und auf der Marmorplatte dann das Waschbecken. Über dem Becken ein runder Spiegel mit goldenem Rahmen. Von oben und hinten beleuchtet. Daneben ein kleiner Kosmetik-Spiegel. Das Verbrauchsmaterial in einem Weidenkorb. Shampoo, Conditioner, Duschgel, MEHRERE unterschiedliche Seifen. Vom Geruch und der Qualität her sehr angenehm. Handtücher ebenfalls zu Genüge. Soll heißen: zwei Handtücher, zwei Badetücher, zwei Waschlappen, ein Tuch für den Boden. Dusche und WC befanden sich dann in einem mit einer Glaswand abgetrennten Bereich. Auf der Glaswand ein riesiges Bild mit Szenen aus dem Harem. Der Boden und die nicht in Richtung Zimmer gehenden Wände im abgetrennten WC/Dusch-Bereich mit grau-weißem Marmor ausgekleidet. Mit der Tür der Glastrennung konnte wahlweise das WC oder die Dusche verschlossen werden. In der Dusche waren dann wahlweise Handbrause oder Regendusche nutzbar. Guter Wasserdruck und gute Temperatur. Allerdings war der Brausekopf bereits etwas verkalkt. Was im gesamten Hotel jedoch der EINZIGE Mangel war den ich feststellen konnte. Die Sauberkeit im Zimmer ansonsten sehr gut. Unachtsam durch die Gegend geschmissene Kleidung wurde vom Personal stets ordentlich zusammengefaltet. Angebrochenes Verbrauchsmaterial immer komplett ersetzt.
Das Hotel verfügte über zwei Restaurants. Eines im obersten Stockwerk mit Aussicht auf den Bosporus und die Hagia Sofia, sowie ein weiteres Restaurant im Erdgeschoss. Das Restaurant im Dachgeschoss haben wir nicht getestet. Dafür fehlte einfach die Zeit. Und am (wirklich) späten Abend war das Restaurant dann bereits zu. Das im Zimmerpreis mit eingeschossene Frühstück wurde hingegen im Erdgeschoss serviert. Also ohne großartigen Blick auf die historischen Bauwerke Istanbuls. Was der Atmosphäre aber nicht sonderlich schadete. Denn das mit allerlei Design-Elementen gespickte Restaurant war schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Von Bereich des Restaurants trennte eine große Glaswand von der Lobby. Die Rückwand war komplett verspiegelt, was die Räumlichkeit optisch vergrößerte. Am Ende des Saales eine Bar aus Holz mit Podest davor. Beleuchtet mit unzähligen, roten Lampen. Sitzen konnte man an einem langen Sofa an der Wand oder auf in unterschiedlichen Farben gepolsterten Holzstühlen. Die Tische genau in der richtigen Größe bemessen. Angesichts der Tatsache, dass es im Hotel Sultania nur 42 Zimmer gibt, war die Auswahl des Frühstücks-Buffets sehr groß. Wobei es mir nicht möglich ist das Aussehen wirklich zu beschreiben. An jedem Tag unseres Aufenthaltes wurden die Speisen nämlich in anderer Form rund um die Bar des Restaurants aufgebaut. Sehr schön das sogenannte Live-Cooking: Ein Koch in passender Uniform zauberte nämlich auf Bestellung unentwegt frische Waffeln, Spiegeleier und angebratenes Gemüse für die Gäste. Was es sonst noch auf dem Buffet gab...? Alles was das Herz begehrte. Und vor allen Dingen frisch und schön dekoriert. Unzählige Früchte, Salate, Käse, Wurst, Brote, Marmeladen, Gebäckstücke, Müslis, Joghurt, warme Speisen und und und... Von allen Sachen stets nur wenig, aber dafür gab es eine wahnsinnige Vielfalt. Die für ein gutes Hotel typische Honigwabe aus der man Honig abschöpfen konnte, fehlte natürlich auch nicht.
Nach dem Betreten des Hotel gelangt man über einen kunstvoll geschlungenen, roten Teppich zu einem runden Podest mitten in der Lobby. Dort werden die Gäste empfangen. Auf bequemen Sesseln nimmt man für das Check-In Platz. Der Hotelangestellte sitzt hinter einem kleinen Schreibtisch. Die Formalitäten beim Check-In und später auch beim Check-Out waren schnell erledigt. Sehr gute Tipps für den späteren Aufenthalt im Hotel wurden erteilt. Wobei ich den Gesprächsstil mal als locker und witzig bezeichnen möchte. Nicht so stocksteif wie man es von "guten" Hotels sonst gewöhnt ist. Diverse Touren hätte man natürlich auch buchen können (zu recht hohen Preisen). Geschenke gab es vom Hotel zudem reichlich. Okay. Die hatten wir natürlich mit dem hohen Zimmerpreis quasi selbst bezahlt. Aber in anderen - auch wesentlich teureren Hotels - gehören kleine Aufmerksamkeiten keineswegs zur Selbstverständlichkeit. Eher in Hotels wo man es nötig hat sich das Wohlwollen der Gäste zu erkaufen. Angesichts der schönen Gestaltung und des guten Personals wäre ich aber auch so mit dem Hotel Sultania rundum zufrieden gewesen. Darum sehe ich diese Zugabe eher als freundliche Geste die dazu dient, dass man das Hotel noch besser in Erinnerung hält. Was es alles "gratis" gab: - Zur Begrüßung wartete im Hotelzimmer bereits eine kleine Torte (Sahne, Schokolade, Verzierung mit Früchten und Kerze) auf uns. - Auf das Bett hat man täglich eine orientalische Süßspeise als Betthupferl gelegt. Präsentiert auf einem aufwändig gestalteten Tablett. Dazu eine Pergamentrolle auf der die historische Geschichte und Bedeutung der Süßigkeit erläutert wurde. Selbst die "Einmal-Zahnstocher" mit der man die Süßspeise aufspießen und konnte waren kunstvoll veredelt (und wurden natürlich als Souvenir mitgenommen). - Täglich zwei versiegelte Becher mit frischem Quellwasser. Der restliche Inhalt der Minibar war allerdings nicht kostenlos und - wie immer im Hotel - maßlos überteuert. - Auf dem Schreibtisch stand eine kleine Flasche mit Parfüm. Weil wir uns nicht sicher waren ob man diese mitnehmen können haben wir besser nachgefragt. Daraufhin hat man uns bereitwillig eine neue, noch versiegelte Flasche für Daheim gegeben. - Ein Lesezeichen mit Harems-Motiv und dicker Kordel. Verziert mit dem typischen, überall in der Türkei zu findenden "blauen Auge" das böse Blicke abwehren soll. - Zum Abschied dann eine kleine Tasche mit orientalischen Stickereien und einem Kühlschrank-Magneten mit Harems-Motiv. - In der Lobby standen darüber hinaus den ganzen Tag frische Mandarinen, Walnüsse, allerlei Gebäck und Getränke zur freien Verfügung bereit.
Das Hotel Sultania liegt etwas unscheinbar in einer kleinen, ziemlich ruhigen Seitengasse von Sultanahmet im asiatischen Teil Istanbuls. Von dort aus sind es keine zehn Minuten Fußweg zur Galata Brücke auf deren anderen Seite das europäische Festland beginnt. Der Eingang vom Topkapi und die Hagia Sophia lassen sich ebenso schnell erreichen.
Beliebte Aktivitäten
- Kultur & Erlebnis
- Ausgehen & Nightlife
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1-3 Tage im Januar 2013 |
| Reisegrund: | Stadt |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Christian |
| Alter: | 41-45 |
| Bewertungen: | 545 |


