Wir sind gerade wieder zurück aus dem Urlaub- daher hier ganz frische Eindrücke: Wir haben uns wegen der super Bewertungen für das Jaz Grand Marsa entschieden- 4,9 hier und auch bei anderen Bewertungsportalen hohe Punktzahl. Ich gebe zu, ich frage mich immer noch, warum und woher die kommen. Gefaked? Gekauft? Vom Animationsteam geschrieben? Für mich war es der 20. Aufenthalt in verschiedenen Hotels in Ägypten und der Urlaub jetzt rangiert tatsächlich auf den unteren Plätzen. Architektonisch eine schöne Anlage, große Poollandschaft, abends herrlich illuminiert, viel Platz in der Anlage, weil die Zimmergebäude recht weit auseinander stehen. Der erste Eindruck beginnt bei der Ankunft mit der Rezeption. Und hier wurde die Urlaubsfreude direkt ruiniert. Kein herzliches Willkommen, kein Begrüßungsgetränk, stattdessen ein gelangweilter Rezeptionist, der keine Lust hatte Fragen zu beantworten und stattdessen auf den QR Code verwies, über dem sämtliche Informationen zu bekommen seien. Kleiner Spoiler: dem war nicht so. Zimmerkarten bekamen wir nur eine pro Zimmer, auf Nachfrage ob es denn möglich wäre, noch eine zweite zu bekommen, wurden sinnlose Fragen nach dem Grund gestellt und die Augen gerollt. Absolutes No Go. Die Zimmer waren soweit schön. Gross, luftig, fantastisches Schrankangebot mit genug Platz (hier hat wirklich jemand mitgedacht!!). Weniger schön war die Dusche in der Badewanne. Und die Betten!!! Wir haben alle samt furchtbar geschlafen. Die Betten quietschen bei jeder Bewegung, nächtliches Umdrehen ohne dass man vom Gequietsche geweckt wird nicht möglich. Und die Betten sind hart, so richtig hart. Nicht bequem hart, sondern mir tut alles weh hart. Reinigung war leider auch sehr oberflächlich, der Spülknopf wurde den ganzen Urlaub nicht mehr gereinigt (es geht nur um Fingerabdrücke, aber ist ein guter Indikator dafür, wie gereinigt wird), Dinge aus dem Papierkorb wieder zurück auf den Schrank geräumt. Klimaanlage funktioniert, Nachtbetrieb aber auch kaum möglich, da sie einen selbst auf „low“ anschreit. Und bitte bloss kein Zimmer im Erdgeschoss bekommen. Wir waren zum Glück im Obergeschoss untergebracht. Sämtliche Wege führten direkt und unmittelbar an den Balkonen im Erdgeschoss vorbei. Privatsphäre nicht vorhanden. Über die Sinnhaftigkeit der Wege kann und sollte man wirklich diskutieren. Unser Gebäude konnte beispielsweise nur über Zuwege an etlichen Balkonen / Terrassen vorbei erreicht werden, da der eigene Zuweg vom Hauptweg aus gefehlt hat. Warum haben wir nicht verstanden. Weiter ging es zum Abendessen- der nächste Schock. Ein heilloses, lautes Durcheinander. An den ersten drei Abenden (und auch morgens) mussten wir uns Besteck und die Getränke selbst organisieren (hätte jemand gesagt es ist hier Selbstbedienung wäre das ok gewesen, man muss es nur wissen), es hat tatsächlich niemand gefragt oder etwas im Blick gehabt. Die Getränke aus der Zapfanlage schmeckten ungenießbar nach Chlor (Sprudelwasser und Softdrinks). Ein Umsteigen auf Saft war nicht möglich, da dies im Restaurant nicht angeboten wird. Am 3. Tag war ich so frustriert, dass ich kurz davor war, um einen Hotelwechsel zu bitten. Stattdessen habe ich Kontakt mit der Gästebetreuung aufgenommen- danke Oksana! Ab sofort wurden wir in 90% der Fälle beachtet, und man hatte uns „im Auge“, die Getränke bekamen wir ab sofort aus einer anderen Bar, so dass diese auch wieder trinkbar waren. Dennoch ist das Restaurant alles andere als einladend. Kalte, laute Bahnhofshallen-Atmosphäre. Gerade zu Stosszeiten (abends direkt ab 18.30 bis ca. 20.00 Uhr, morgens ab 9 Uhr) gibt es zu viele Menschen, zu lange Schlangen, kein wirkliches System die Leute zu leiten. Die Beschilderung bei den Nachspeisen am Abend und auch morgens bei den Marmeladen steht sinnbildlich für alles, was dort (und im Hotel allgemein) schief läuft. Das, was dransteht ist nicht das, was man bekommt (oder am Ende auf dem Teller hat). Gerade am Nachspeisenbuffet stand jeden Tag wahllos irgendeine Beschriftung da (und meistens jeden tag die gleiche), die lieblos hingestellt wurde um einen guten Anschein zu erwecken – aber nicht die Art der Geschmacksrichtung erahnen liess. Zum Mittagessen wollten wir uns das nicht auch noch antun und aßen konsequent im Beach Restaurant. Auch da war es zu Stoßzeiten chaotisch, aber alle mal besser als im Hauptrestaurant. Auch ein Punkt, der immer wieder in sämtlichen Bewertungen auftaucht: das ach so fantastische Animationsteam. Wir haben den ganzen Urlaub nicht ein Wort mit jemanden des Animationsteams gewechselt, wurden weder angesprochen noch animiert. Bombastische Stimmung kann ich nicht bestätigen - vielleicht habe ich davon eine andere Erwartung, in anderen Hotels etwas anderes erlebt, oder ich habe es mir einfach nicht schön getrunken. Mein Teenager hatte sich auf Volleyball gefreut – damit wurde in der Hotelbeschreibung auch geworben. Es fand kein Volleyball statt. Oder doch – im Nachbarhotel. Darauf hatten wir keine Lust. Es werden Aktivitäten angeboten - aber gerade abends haben wir etwas ganz anderes erwartet oder vielmehr darauf gehofft! Es gab nur eine Möglichkeit, abends nach dem Essen noch etwas zu „tun“: gepflegtes sich auf der Terrasse oder der Lobbybar drängeln um am Ende doch keinen Tisch zu bekommen. Für die Zimmerkapazitäten des Hotels ist einfach nicht genug Platz für alle vorhanden! Das geht gar nicht!!! Die abendliche Unterhaltung bestand aus wechselnden Musikanten (Ok, die konnten im Vergleich zu anderen Hotels tatsächlich singen oder Querflöte spielen), danach die Minidisco, anschliessend wieder Musikanten, bis um 21.45 Uhr eine „Show“ geboten wurde (Tänzer, kleinere Auftritte), um dann den Abschluss in ohrenbetäubender lauter Disco Musik bis 23 Uhr, ab und zu auch mal bis 23.30 Uhr, zu enden. Diejenigen, die ein Zimmer unweit der Unterhaltungsterrasse hatten, hatten richtig was davon. Ein frühes Zu-Bett-Gehen war also auch nicht möglich. Dadurch, dass auf der „Veranstaltungsfläche“ vor der Rezeption nie genug Platz war, machte es einfach keinen Spass. Unter Shows stelle ich mir auch etwas anderes vor – aber gut, vielleicht bin ich da verwöhnt. Ich möchte aber zumindest die Wahl haben, ob ich etwas davon mitbekommen möchte oder nicht. Die hatte man hier nicht. Denn auch wenn man keinen Platz gefunden hatte, wurde man durch die Lautstärke auch noch im Zimmer daran erinnert, dass jetzt Partystimmung zu sein hat. Wirklich, es ist so viel Platz auf dem Gelände, man hätte locker noch eine weitere Bar, ein Amphitheater oder eine Diskothek hinbauen können, um es für alle erträglicher zu machen, den Leuten eine Wahl zu lassen und sämtliches Gedränge zu entzerren. Stattdessen wird in einen neuen Zimmertrakt investiert und gebaut. Kein Kommentar!! Dass der Strand eigentlich kein Strand ist, war uns vorher klar und soll daher auch kein Kritikpunkt sein. Was mich hier jedoch sehr, sehr, sehr überrascht hat ist, dass es toleriert, ja sogar gefördert wird, das Riffdach zu betreten und in den kleinen Badewannen zu schnorcheln. Aber bitte mit Badeschuhen und nicht so nah an die Riffkante. Wahrscheinlich wird es hier und im Nachbarhotel toleriert, weil man ansonsten ausser des Steges (wo durch den Wind oft die rote Fahne weht und daher kein Schnorcheln möglich ist) sonst gar keine Möglichkeit hat, seinem Ruf als Standhotel am Roten Meer gerecht zu werden. Dass in den kleinen Badenwannen neues Leben versucht Fuss zu fassen und durch Touri-Trampeleien keinen Chance hat zu überleben ist egal. Sind ja nur 600m Küstenlinie. So ähnlich ist es auch mit allem anderen Getier im Hotel. Das Hotel ist „klinisch sauber“, Hunde und Katzen, die sonst eigentlich üblich sind, werden verjagt oder zum Sterben in die Wüste gekarrt. Ich habe keinen einzigen Gecko gesehen – die sonst eigentlich noch in jedem Hotel in Ägypten waren. Auf unserem Balkon nistete ein Palmtaubenpärchen – die Eier wurden vom House-Keeping entfernt und landeten im Müll, Anweisung vom entsprechenden House-Keeping Manager. Ist ein bisschen wie Wasser predigen und Wein trinken. Überall wird mit Nachhaltigkeit und Müll-Vermeidung geworben (Standhandtücher zu tauschen ist echt verdammt schwierig, es ist uns einmal gelungen) – aber wenn es wirklich um Natur und deren Schutz geht sind wir hier leider an der völlig falschen Adresse. Nächstes Thema: 17 Uhr ist Schluss mit lustig. Ich liebe es, zum Sonnenuntergang noch am Pool / Strand zu liegen und zu lesen, die Stimmung und das Licht zu geniessen. In diesem Hotel leider auch ein No Go. Punkt 17 Uhr werden die Bars an Strand und Pool geschlossen. Alles gut, stört mich nicht. Was aber massiv stört ist die Art, wie ab 17 Uhr die Gusseisernen-Sonnenliegen quietschend neben einen über den Boden gezerrt werden, damit wieder alles ordentlich aussieht und in Reih und Glied steht. Punkt 17 Uhr geht das grosse Aufräumen los, neben dir, hinter dir, vor dir, laut, unangenehm und mit dem Gefühl von „Verschwinde, wir wollen Feierabend machen!“. Da helfen auch die „take your time“-Rufe nicht. Man wird quasi vom Pool oder Strand vertrieben. Positive Dinge gab es natürlich auch – das Sakura zum Beispiel, das asiatische Restaurant. Klein aber fein, aufmerksamer Service (Getränk fast alle, schon stand ein Neues da), wunderschönes Ambiente, gutes Essen. Die Unterwasserwelt vom Steg aus – wundervoll! Die Sonne – wenn sie denn scheint. Getränkeservice an Strand und Pool war auch gut. Schrankaufteilung im Zimmer wie gesagt perfekt! Alles in allem kann ich das Hotel nicht weiterempfehlen, und schon gar nicht in den überfüllten Ferienzeiten. Für Kinder oder Teenager wird kaum etwas geboten. Weiterhin scheint man eher auf die osteuropäischen Urlauber ausgerichtet zu sein. Man wurde konsequent auf Tschechisch/Slovakisch oder Polnisch angesprochen, auch in Port Ghalib. Wer also gerne morgens ab 10 Uhr schon einen Grundalkoholpegel haben möchte und die Cola sowieso lieber fifty-fifty mit Rum bestellt (alles live erlebt!), wer weiss, vielleicht ist es dann ein erholsamer Urlaub und man schläft auch besser.
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