Meliá Tortuga Beach, Sal, Cabo Verde Vorweg: Wir sind Kanaren-Urlauber. Und es ist so ein seltsames Ding mit Erwartungshaltung oder Vergleichen. Man sollte ins Meliá Tortuga Beach gehen ohne all dies. Es gibt (sehr wenige) bessere Hotels (schnieke bis etepetete) und viele schlechtere. Auf keinen Fall sollte man es mit kanarischen Hotels messen. Die Standards sind kapverdisch beeinflusst. Nicht europäisch. Das Land ist arm, die Menschen hier auch. Allgegenwärtige Erkenntnis: Es hat immer Wind, der Nordost-Passat ist unerbittlich. Und Wolken ziehen und wechseln ständig. Das Meliá Tortuga Beach liegt direkt am Meer, d.h. die Zimmer sind etwa 200-400m entfernt davon. Das ist kein Weg. Alles ist rasch abgelaufen. Der Sandstrand ist 80m breit, Baden kann man hier bedenkenlos nur in “The Lagoon”. Links und rechts davon ist ein langer in abgeschliffenen Vulkanfels mündender Muschelsandstrand, dort Rollen unablässig Wellen an. Zu gewisser Tide und bei moderatem Wellengang öffnen sich kleine piscinas naturales, in denen man floaten kann. Schwimmen ist gefährlich wegen der Strömung und Brandung. Es ist kein Karibikstrand, auch wenn man schnell das Feeling bekommt. Am Strand fehlen Palmen. Kitesurfer finden hier ihr Paradies, denn: Es hat immer Wind. Direkt am Strand ist das “La Cabana”, Restaurant und Bar, für AI-Gäste großteils kostenfrei. Mittagstisch mit kleineren Gerichten, abends muss man reservieren (am besten online drei Tage zuvor). Es gibt viele Sitzgelegenheiten, Sofa, Lounge-Sessel etc. und (viel zu) harte Holzstühle (auf denen fehlen eindeutig Kissen) in der Bar. Es könnte mehr Sofa-Sitze geben. Es hat auch dort immer Wind. Am “La Cabana” sitzt man genial schön, um bei einem Drink aufs Meer zu schauen, dem Sonnenuntergang zuzusehen oder einfach nur bei Musik zu chillen. Weiter zum Meer hin sind auch viele Sonnenschirme mit Liegen, es war immer etwas frei. Mehr Windschutz-Panel wären schön, von denen gibt es zu wenige. Es gibt noch drei Restaurants außer dem mittäglichen und abendlichen Buffet: Das “Secret Garden” im Freien mit Wind (vom Essen waren wir da eher enttäuscht), das “Pasta Nostra” (gut: Thunfisch-Entrada, Lasagne, Tiramisu - ohne Wind), das “La Cabana” am Strand (gut: Steak oder Thunfischsteak - auch windgeschützt) und das “Aqua” im Hauptgebäude (Ente und Thunfisch waren dort sehr gut). Achtung: Salate, Burger, Entradas - alles wird in Mayonnaise ertränkt - wenn man nichts sagt. Das Buffet (früh, mittags, abends) im Hauptgebäude ist reichhaltig und für jeden etwas dabei, und ja, die Angebote wiederholen sich gelegentlich: abwechslungsreich ist es allemal. Es gibt keine Marmelade, keinen Honig zum Frühstück, wer da süß will, muss auf die Früchte zurückgreifen, frisch und aus der Dose. Das Essen ist wirklich gut und mit Hingabe zubereitet. Die Nachspeisen sind vielfältig. Die kalten Platten und Salate reichlich. Die Wasser-Befürchtung hat sich nicht bestätigt: Wasser von Dispensern, Bar, Restaurant, Eiswürfel ist bedenkenlos genießbar. Aufs Zimmer bekommt man zudem Wasserflaschen. Keinesfalls Wasser aus dem Hahn trinken! Die Zimmer sind sauber und bodenständig. Es fehlt hier und da an kleinen Ausbesserungen, fällt aber nicht ins Gewicht, die Badezimmer sind ok, die Betten etwas durchgelegen, die Einbauküche war für uns überflüssig. Wer kocht schon selbst im Urlaub und dann auf Sal, wo nichts wächst außer salztoleranten Tamarisken? Der Balkon war super, es hat auch dort immer Wind, der Ausblick auf den Pool war auch hübsch. Wer verbringt seinen Sommerurlaub schon im Zimmer? Das “Sway”, eine kleine Lounge-Bar (Piano von 19h-2030 h) im Hauptgebäude hat etwa 30 Sitzplätze - eindeutig zu wenig. Dafür ist Action ab 21h draußen auf einer Bühne mit täglicher Live-Performance bis maximal 22:30h. Es gibt noch eine kleinere Bar in der Anlage (“The Tropical”), die allerdings um 18 Uhr schließt. Die zentrale Poolbar ist tagsüber für die Poolgäste da, der andere Pool weiter oben ist eher Chilling-Area. Die Barhocker an der Poolbar sind steinhart gekachelte Stelen, da sitzt man freiwillig nicht lange Zeit. Apropos Fliesen. Ja, ein paar der kleinen quadratischen Fliesen blättern hier und da ab, auch auf dem Poolboden, aber das stört nicht im geringsten. Wer Augen hat, der sehe. Das ist nur ein Fehler in der Optik, nicht in der Funktion. Die Drinks kommen an Pool und Strandbar in Kunststoff-Gläsern, das ist immens wichtig, denn Scherben im Barfußbereich wären schlimm. In Plastikgläsern schmeckt es zwar nicht wie aus Glas, doch wer im Urlaub schon mal blutige Sohlen hatte, versteht sofort. Also alles richtig gemacht. Übrigens: Man kann Drinks auch nach eigenem Bedarf mixen lassen - kein Problem. Unbedingt den heimischen Grogue dazu probieren! Das Personal ist dauerhaft gut gelaunt, freundlich und emsig um das Wohlergehen der Gäste bemüht. So viel Freundlichkeit und Aufmerksamkeit trotz kargem Lohn ist vorbildlich: bitte Trinkgeld geben, wann immer es geht und das Budget es zulässt. 2 Euro sind mehr als ein Stundenlohn und öfter angebracht als angedacht. Wir waren etwas unzufrieden mit dem uns zugewiesenen Zimmer und baten beim Check-in um eine Alternative. Die Rezeption prüfte die Möglichkeit und wir hatten Glück und erhielten ein anderes. Vielen vielen lieben Dank hierfür! Was für ein (nicht selbstverständlicher) Service! So bindet man Kunden. An der Begrünung wird dauerhaft gearbeitet, nun wird sukzessive Rasen entlang der Wege angepflanzt, Palmen, Büsche, Sukkulenten werden hinzugefügt, Gartenarbeit ist jeden Tag, es wird sehr gepflegt. Viel Grün für eine karge Insel und sehr schön fürs Auge. Wir liefen zu Fuß vom Meliá Tortuga Beach nach Santa Maria am Meer entlang, das ist machbar, etwa 11.000 Schritte im Sand, eineinhalb Stunden, teils bei heftigem Gegenwind, das war eine hübsche Erfahrung. Dabei sahen wir etliche andere Hotelanlagen und nur eine einzige kam optisch und vom Charme an das Meliá Tortuga Beach heran; und alle sahen restlos übervölkert aus. Santa Maria ist einen Besuch allemal wert, zwei lange Verkaufsstraßen und ein kleiner Markt, hübscher Strand. Dort sind sehr viele Menschen, auch am Strand und in den Bars, in denen es sich gut sitzen lässt. Achtung: in den Geschäften und auf der Straße werden Preise hand- und hausgemacht, man muss handeln wie auf einem Basar, und nur kaufen, was man wirklich möchte zu dem Preis, den man wirklich zahlen will. Taxi von Santa Maria zum Meliá Tortuga Beach (oder umgekehrt) kostet 5 Euro. Unbedingt auch einmal kurz nach Sonnenuntergang in der Lagune (VIP-Bereich) baden, das Wasser hat 24 Grad und es fühlt sich herrlich an. Man kommt gut mit Portugiesisch, Englisch oder Spanisch voran, vergesst Deutsch oder Skandinavisch. Wir sahen keine einzige **********, allerdings stechen ein paar Mücken. Das WLAN reicht manchmal bis hinunter zum Strand an den letzten Sonnenschirm - mega, ist aber tageszeitabhängig langsam, kein Wunder bei so vielen Nutzern. Die Anlage ist sehr gepflegt, alle Mitarbeiter sind freundlich und pausenlos dabei, dass es einem gut geht. Der Nordost-Passat kennt keine Gnade, es hat immer Wind… Wir haben die 4x4 Halbtags-Tour nach Mudeira, Palmeira, Espargos gemacht, sind zur Buracona Blue Eye Cave und dann quer durch den Norden zum Salzsee Pedra de Lume, diesen Trip kann ich jedem nur anraten, unser Guide Ronny sprach deutsch und hat uns fachkundig viel über Sal und die Kapverden erzählt, wir waren begeistert. Info: Wir waren Mitte Dezember zwei Wochen da, alle Erfahrungswerte basieren darauf. Wir hatten drei sonnige und drei wolkige Tage (Sonne schien dezent hindurch), den Rest der Zeit zogen immer mal kleinere oder mittelgroße Wolken durch, stets um die 24°C. Ohne Wind wäre es noch viel wärmer. Kurz vor Sonnenuntergang merkt man die Abkühlung und die Temperatur geht auf ca. 21°C zurück. Die Jacken hatten wir umsonst dabei, ab und zu ein Pareo und ein langärmeliges Hemd genügten. Wir waren das erste Mal auf Sal und kommen sicherlich wieder - genau hierher. Zu den freundlichen Menschen im Meliá Tortuga Beach und zum… Wind. 😁
Beliebte Aktivitäten
- Strand
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 3 Wochen im Dezember 2025 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Wolf |
| Alter: | 61-65 |
| Bewertungen: | 3 |
Lieber Gast, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre so ausführlichen Eindrücke von Ihrem Aufenthalt im Meliá Tortuga Beach Resort & Spa zu teilen. Wir freuen uns sehr, dass Sie Ihre erste Erfahrung auf Sal so positiv erlebt haben und dass unser Team, insbesondere bei der Zimmerzuweisung und bei den Ausflügen, dazu beitragen konnte, Ihren Aufenthalt unvergesslich zu machen. Es freut uns besonders zu hören, dass Sie die Lage unseres Hotels, die gepflegte Anlage, die Sauberkeit der Zimmer und die vielfältigen kulinarischen Angebote genossen haben. Auch Ihr Feedback zu unseren Bars, Lounges und dem Poolbereich sowie zu unseren lokalen Ausflugsmöglichkeiten werden wir sehr gern an die jeweiligen Teams weitergeben – sie werden sich über Ihre lobenden Worte sicher freuen. Ihre Hinweise zu kleinen Verbesserungsmöglichkeiten, wie zusätzliche Windschutz-Elemente am Strand oder mehr bequeme Sitzmöglichkeiten, nehmen wir dankbar auf, da wir ständig daran arbeiten, unseren Gästen den höchstmöglichen Komfort zu bieten. Es ist wunderbar zu wissen, dass Sie trotz des stetigen Nordost-Passats und der frischen Brise so eine angenehme Zeit hatten und dass Sie einen rundum positiven Eindruck von unserem Hotel und der Insel gewonnen haben. Wir danken Ihnen nochmals herzlich für Ihre ausführliche Bewertung und Ihre wertvollen Anmerkungen. Wir freuen uns sehr auf ein baldiges Wiedersehen im Meliá Tortuga Beach Resort & Spa und darauf, Ihnen erneut unvergessliche Momente zu bereiten. Mit freundlichen Grüßen, Das Meliá Tortuga Management Team


