Gästestruktur ist ein wenig gemischt. Altersdurchschnitt zwischen 25 und 55 war alles mit dabei. Gäste selbst waren ganz angenehm. Überwiegend jedoch der Anteil von Franzosen und auch der Osteuropäer. Störend fand ich die vielen Kinder, die teilweise laut schreiend und essenverteilend rudelweise auftraten und sich nicht darauf beschränkten in ihren Kinderparadiesen zu bleiben sondern auch gern Teil der Erwachsenwelt sein wollten. Zum Leidwesen derer, die etwas Ruhe im Urlaub genießen. Die türkische Ägäis ist im Gegensatz zur Riviera noch nicht so starkt touristisch überlaufen, was ganz angenehm ist. Man ist bemüht, die Sauberkeit im Hotel aufrecht zu erhalten. Ich habe aber schon viele 5 Sterne Hotels bereist und bin der Meinung, dass in Punkto Sauberkeit das Paloma Pasha noch einiges lernen kann. Die Anlage ist übersichtlich und von er Architektur her mal etwas anderes. Auf den ersten Blick ist man bei Ankunft also noch ganz zufrieden. Ich möchte zugeben, dass ich gewisse Ansprüche habe und vielleicht nicht der toleranteste Urlauber bin, was Fehler und Mängel angeht, aber ich möchte trotzdem versuchen objektiv zu bleiben und nicht wegen einem bisschen Spinnweben zu mäkeln. Grobe und störende Mängel müssen und sollen aber genannt werden. Wir hatten das sogenannte Ultra-Allinclusive. (meine Meinung nach aber weit enfernt von einem "ultra-gut" sondern eher "ultra-fragwürdig". Das Hotel selbst ist schon etwas in die Jahre gekommen, es nagt der Zahn der Zeit. (man beachte 3 Jahre!!! alt ist das gute Stück) Zimmer sind schon etwas abgewohnt und die Fotos im Reisekatalog ist sehr schmeichelhaft. Das Original ist eher abgewohnt, was für Zimmer und auch die Baumaterialien gilt. Das wertig anmutende Teakholz ist in Wahrheit Plastik, welches sich an einigen Stellen hochbiegt, verblasst oder zur Stolperfalle wird. Alles in Allem ein Hotel, mit dem ich nur für die Hälfte des Reisepreises zufrieden gewesen wäre. Was wirklich ganz schön gemacht war, sind die Teichgestaltungen in der Hotelanlage und der riesige Pool. Machen Sie doch auch mal einen Ausflug, wenn Ihnen die Decke im Hotel auf den Kopf fällt. Dann ärgert man sich auch nicht so oft. Bei Ausflügen immer in Landeswährung zahlen, sonst wird man gern beim Aufrunden über den Tisch gezogen. Bei Taxifahrten immer Festpreise aushandeln.
Zimmer sind wirklich sehr gut. Klar sind diese auch etwas verwohnt, weil auch 3 Jahre nicht spurlos an einem Zimmer vorbei gehen können. Insegsamt sind sie gut ausgestattet und zweckgemäß. Toller Ausblick von der Meerseite und die Dusche clever gemacht mit Scheibe zum Wohnraum.
Auch die Gastronomie ist mir besonders wichtig und fällt in diesem Hotel etwas deutlich ab. Die Auswahl ist wirklich erschreckend gering für 5 Sterne. Ein paar Salate, die viele Urlauber wegen den Hygienebestimmungen sowieso nicht anrühren und etwas gebratenes, das aber meistens sehr kalt oder nicht ganz gar ist. Morgens um 7.30 also eine halbe Stunde nach Öffnung des Hauptsaals sind viele Tische noch nicht gedeckt und viele auch noch dreckig vom Vorabend. Der Kaffee ist für deutschen Geschmack absolut ungeniessbar bitter. Die Vielfalt sucht man hier vergeblich. Beschwerden in Form von Ratschlägen entgegnet man unbeeindruckt, dass die mangelnde Auswahl dadurch kommt, dass die Lebensmittel von einem lokalen Bio-Hof kommen und Bio nun mal nicht vielfältig sein kann. Die Süßigkeiten am Nachmittag sind wirklich ganz nett, können aber am ganzen wenig retten. Man isst ja nicht nur süßes Zeug. Hier spiegelt sich vor allem das Trinkgeldproblem wieder. Ich bin wirklich sehr enttäuscht von der Tatsache, dass hier in diesem Hotel Trinkgelder den Service erst auf ein tolerierbares Maß aktivieren. (dann aber inkl. Trinkgeld noch immer nicht den Sternen entsprechend.) Mal ernsthaft: Wir alle wissen doch, dass man Trinkgelder gibt, WENN man mit dem Service außerordentlich zufrieden ist. Auch ein All-In sollte einen nicht davon abhalten ab und zu mal ein Trinkgeld zu geben, wenn man eine besonders gute Leistung erhalten hat. Aber hier ist irgendetwas schief gelaufen. Vielleicht geben einige Gäste besonders hohe Trinkgelder und machen den folgenden Gästen sozusagen die "Preise" kaputt. Wer auch immer hier einen Initial-Fehler gemacht hat, wir sind nun dabei angekommen, dass hier kaum jemand einen Finger rührt wenn man nicht ein Trinkgeld reicht. Der Service ist dort so darauf eingestellt, dass man das Trinkgeld als selbstverständlich UND dauerhaft erwartet. Ich habe es selbst ausprobiert und beobachtet: Jeder hält die Hand auf. Die Putzfrau, die Bedienung im Service an der Bar am Strand. Gibt man etwas, kann man den Service erwarten, den man eigentlich mit dem Reisepreis schon mitbezahlt hat, aber minus 1 Stern. Gibt man nichts, kann man sich darauf einstellen, nicht oder nur sehr spät bedient zu werden oder jegliche Leistungen nur in einer mangelhaften Qualität geliefert zu bekommen. (Versuchen Sie soetwas mal in Deutschland als Servicemitarbeiter. Sie stehen schneller auf der Straße, als sie bis 3 zählen können.) Problem dabei ist nur: Sie dürfen dann nicht aufhören, sonst bekommen Sie wieder den unterdurchschnittlichen Service. Ich habe soetwas in der Türkei bisher noch nie in solch einem Ausmaß erlebt. Fazit: Sollte man täglich über die ganze Serviceplatte hinweg ca. 15 Euro pro Tag an alle verteilen, kann man davon ausgehen das zu bekommen, was man laut Katalog von vorn herein zugesichert bekommen hat. Das sind bei 8 Tagen Urlab dann schon mal über 100 Euro nur für Gelder zur Ankurbelung der eigentlich selbstverständlichen Serviceversprechen. Ich persönlich habe das nicht eingesehen! Ich gebe doch nicht jeden Abend 5 Euro Trinkgeld an der Bar, damit ich meine Flasche Lokal-Marken-Cola ohne provokante Wartezeit bekomme. Dann brauche ich auch kein AI buchen sondern kann gleich in ein Restaurant gehen. Außerdem wechseln dort die Kellner und Barkeeper die Bereiche und ich kann doch unmöglich ziemlich (über-) teure 5 Sterne buchen und dann wie der deutsche St. Martin durch die Anlage reiten und 5 Euro-Scheine werfen, damit alle meinen Namen kennen und uns unsere wohlverdente "Ultra-All-In" Cola reichen und zur Ehre unseres Jahresurlaubs mal unseren Tisch wischen. Bei aller Liebe: NEIN. An der Bar empfehle ich bei Longdrinks uns Cocktails dort zu bleiben und sie sich nicht bringen zu lassen. Einige Barkeeper testen das Mischungsverhältnis auch mal gern aus dem Glas, bevor Sie es Ihnen zukommen lassen. Vielleicht mochte man mich nur einfach nicht?
Hier leider der Auslöser meiner Enttäuschung: Der Service. Ich war schon in einigen 5 Sterne-Häusern aber ich wurde noch nie so wenig geschätzt wie hier. Die Begrüßung war kurz und knapp und eher so herzlich wie in einer Jugendherberge. Ich hatte eher das Gefühl ich hätte die Rezeption beim Mittagsschlaf gestört. Zum Glück haben wir dann doch unseren Schlüssel bekommen. Mit Deutsch kommt man nirgendwo weiter und auch Englisch ist anscheinden nicht so der Favorit in diesem Hotel. Ein Türkisch-Kurs hätte sicher geholfen, aber ich habe anlässlich der 5 Sterne nicht damit gerechnet. Man konnte mit Händen, Füßen und Englisch für Fortgelaufene doch irgendwie überleben. Hier ist aber wirklich nachholbedarf. Zimmerreinigung war anfangs der einzige Lichtblick in diesem Hotel, wurde dann aber immer schlechter als das Trinkgeld weniger wurde. Meiner Ansicht nach aber völlig unverständlich. Ich buche doch immerhin nicht teure 5 Sterne und bezahle dann jeden Tag Schmiergeld, damit die Zimmerreinigung akzeptabel ausfällt. Beschwerden konnte man in der Regel wieder mit nach Hause nehmen. Jedenfalls fand sich dafür kein offenes Ohr, was anscheinend dem Management zuzuschreiben ist. Unter Gastronomie gehe ich nochmals auf die Trinkgeldproblematik in diesem Hotel ein, die leider auch im Bereich der Bar und des Restaurants seine Folgen hat.
Zur Lage muss ich eines vorwegnehmen: Man hätte aus dem Katalog heraus und aus Google Maps erahnen können, dass dort nichts los sein würde. Auch einige Bewertungen gingen in diese Richtung. Deshalb hätte ich grundsätzlich zwar gern nur einen Stern gegeben, weil die Lage nun wirklich abgeschottet, in einem kleinen Dörfchen mit lottrigen Straßen und streunenden Tieren, nicht die Beste ist. Aber fairerweise hätte man das ahnen können und man wusste auch, dass es keine Partyhochburg ist. Trotzdem ist der kleine Ort nun mal klein. Es ist nichts los. Ein paar kleine Läden und einige kleine Imbisse, mehr sollte man aber nicht erwarten. Abends ist man dann doch immer noch besser im Hotel aufgehoben. Die Natur um das Hotel ist wirklich ganz schön. Für lange Spaziergänge ist dennoch die Umgebung leider ungeeignet und der Ort Özdere nicht wirklich schön. Hier sind Ausflüge unerlässlich. Flughafentransfer ist akzeptabel von Dauer und Umstand. Ein Ausflug in größere umliegende Städte ist zeitlich gut machtbar. Izmir ist zum Einkaufen nur für wirklich abgebrühte Touris mit starken Nerven und gutem Verhandlungsgeschick, die auch mal Bedrängnis gut wegstecken können.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Der Pool ist schön groß und hier kommen wir nun auch zur schönen Seite des Hotels. Gigantisch. So einen großen Außenpool hatte ich bisher noch nie gesehen. Etwas Algen im Pool kann man locker übersehen und auch dass er recht kalt ist, kann man durchaus auch von der guten Seite sehen. Ich finde das liegt am persönlichen Kälte-Empfinden. Ich fand es erfrischend und angenehm. Andere fanden das etwas zu kalt. In jedem Fall ist die Poollandschaft wirklich toll, wenn auch nichts für Frierkatzen. Der Strand ist leider wirklich sehr schmal, das weiß man aber auch durch die Hotelbeschreibung. Alles drängt sich auf diesem kleinen Raum und dank dem feinen Sand können Kinder auch tolle Sandburgen bauen und laut rumschreien und mit Sand werfen und anderen Menschen dank schlechter Erziehung auch richtig schön auf die Nerven gehen. Das Wasser ist schön flach und der Strand flachabfallen, sodass "kleine Monster" und auch nette Kinder dort relativ gefahrlos spielen können. Was nicht so schön ist und was auch immer wieder die kleinen "Monster" mit Schippen und Eimern zum weinen gebracht hat, waren die Kätzchen die sich am Strand (und manchmal auch im Restaurant) tummelten und welche im tollen Sand des Strandes kleine und auch große Toilettengänge machten. Kinder die diese Hinterlassenschaften ausgruben oder hineinfassten, waren meist nicht begeistert. Ich persönlich habe gelacht. Aber graben wollte ich in dem Sand danach auch nicht mehr. Der Gedanke auf einem großen Katzenklo zu sitzen und meinen Urlaub zu verbringen war dennoch komisch. Die Sonnenschirme sind winzig klein und sollte wirklich dringend ausgetauscht werden. (sind wirklich sehr heruntergekommen...was auch für einige Strandliegen gilt.) Der Ruhesteg ist toll. Dort habe grundsätzlich Kinder keinen Zutritt. Leider verirren sich trotzdem immer wieder welche lärmend dorthin, es bleibt aber die Ausnahme. Die Polster dort sind auch etwas verdreckt weil es leider nicht jeder mit dem Handtuch unterlegen so genau nimmt, wie bei sich selbst zu Hause. Liegen-Reservierungen waren auch hier ein großes Ärgerniss und dieses Verhalten haben nun auch die Franzosen und die Russen übernommen. Das bekommt man aber aus den Menschen nie raus. Animation ist oft französisch aber die haben wir nicht in Anspruch genommen. Kein Grund zur Abwertung.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 1 Woche im Mai 2012 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Michael |
| Alter: | 26-30 |
| Bewertungen: | 1 |


