Das Riu Mambo ist zwar als Viereinhalb-Sterne-Hotel im deutschen Katalog ausgewiesen, verdient aber nach unserem Dafürhalten die 5 Landeskategorie-Sterne voll und ganz. Es ist Teil eines riesigen Anlagenkomplexes, der aus insgesamt 3 Riu-Clubanlagen, alle benannt nach karibischen Tänzen (Riu Mambo, Riu Merengue und Riu Bachata), besteht. Da die Einrichtungen aller anderen Clubs überall mitbenutzt werden können, verschwimmen die Grenzen zwischen den Anlagen sanft im Bilderbuch-Himmelblau der Poollandschaften. Alle Anlagen haben kleine 2-stöckige Häuschen, die sich über eine schier unendliche Gartenfläche verteilen. Obwohl die Wohneinheiten im Prinzip identisch sind, haben sie doch in jedem Club ihren eigenen Charakter: bunt und als singuläre Steinbungalows angelegt im Riu Mambo, weiß und dicht an dicht mit durch die Dächer wachsenden Palmen (!) im Riu Merengue und als größere Wohnkomplexe in Einheitsfarbe im Riu Bachata. Ein Rundweg, der in der Frühe oft von sich verzweifelt gegen das Urlaubshüftgold zur Wehr setzenden Joggern frequentiert wird, führt um die gesamte Anlage. Das gesamte Clubgelände ist sehr sauber; Plastikbecher, Strohhalme sowie jeglicher andere Unrat wird den ganzen Tag lang von Strand- und Landschaftspflegern eingesammelt, welke Palmenblätter werden abgeschnitten, Unkraut wird täglich auch in der heißen Mittagssonne gejätet, und Restaurantböden werden mehrmals täglich gereinigt. (Vorsicht vor frisch gewischten Böden oder Treppen: Die glatten Fliesen sind glitschiger als eine nasse Makrele; ruckzuck sitzt man auf dem Pöter und wundert sich, wieso man hinten nicht braun, sondern blau und grün wird.) Die Nationalität der Gäste ist meist amerikanisch, kanadisch, englisch, deutsch oder auch dominikanisch. Von Russen ist diese Anlage (nichts für ungut, aber: gottlob!) noch nicht "durchsetzt". Die Verpflegung ist in allen Anlagen ausschließlich all inclusive: ALLES, was es zu essen oder zu trinken gibt, ist im Preis eingeschlossen – einschließlich Minibar-Getränke, Rum aus dem Liquor-Spender im Zimmer (ja, so was gibt's) und Cocktails in der Club-Disco "Pacha". Dass zumindest im Riu Mambo dabei auch noch auf die nervigen All-inclusive-Handgelenksbänder verzichtet wird, die einem sonst von jedem Urlaubsfoto neonfarben entgegeneuchten, ist sehr angenehm. Das Telefonieren mit dem Handy wird hier als problematisch beschrieben – wir können das nur zum Teil bestätigen. Senden und Empfangen von SMS klappte auch auf dem Zimmer, angerufen werden konnte man auch. Ausgehende Gespräche wurden jedoch schon kurz nach dem Einwählen getrennt. Wer völlig problemfrei telefonieren will, sollte sich in der Tat auf den Weg zur Kapelle auf dem höher gelegenen Felsenriff machen (ca. 10 min Fußmarsch), hier klappt das Telefonieren mit dem Handy reibungslos. Allerdings ist man nie ungestört, da täglich hunderte von Telefonierwilligen den Felsen hinaufpilgern. Gut eindecken sollte man sich zu Hause mit Medikamenten: Dass es in der Anlage eine Apotheke gibt, ist eine Mär. Es gibt lediglich eine Arzpraxis, die allerdings dauerhaft geschlossen ist. Ordentliche Arbeit wird im hoteleigenen SPA-Center geboten: Wer sich hier massieren, maniküren oder pediküren lässt, kann herrlich entspannen. Die Preise sind indes ambitioniert; sie liegen nur geringfügig unter den in Deutschland üblichen Tarifen. Überhaupt ist die Preispolitik in der Anlage für alles, was nicht all inclusive ist (Souvenirs, Toilettenartikel, Schmuck usw.), karibisch überhitzt: Ein Päckchen Taschentücher kostet 1 US-$, eine Plastik-Haarbürste rund 13 EUR. Die gleiche Haarbürste haben wir später in Puerto Plata für 2 EUR gesehen. Aber na ja, man reist ja nicht zum Haarbürstenkaufen ins RIU Mambo ...!
Die Zimmer sind top – schlicht und ergreifend. Weder Möblierung noch Sauberkeit oder sanitäre Einrichtungen geben Anlass zur Kritik. Selbst die etwas eigenartigen Toiletten mit gewöhnungsbedürftig hohem Wasserspiegel funktionieren wider Erwarten tadellos. Absolutes Komfort-Highlight sind die amerikanischen King-Size-Betten: Eine größere Matratzenspielwiese habe ich noch nirgendwo gesehen. Sehr angenehm! Entgegen anderslautenden Behauptungen sind die Zimmer auch ganz und gar nicht hellhörig; wir jedenfalls hatten trotz bewohnter Nachbarräume unsere Ruhe. Dass die Zimmermädchen morgens ab 8 Uhr lautstark und kommunikationstüchtig unterwegs sind, stimmt zwar – aber da ab 7 Uhr sowieso die karibische Sonne vom blauen Himmel herunterknallt und die ersten Gäste sich mit Gummitieren und Handtücher auf den Weg zum Strand machen, will man ohnehin nicht bis mittags schlafen. Dass es keine Föhns auf den Zimmern gibt, stimmt übrigens nicht bzw. ist eine Halbwahrheit: Föhns können gegen eine Kaution von 20 US-$ an der Rezeption kostenlos ausgeliehen werden. Der Zimmersafe kann ebenfalls unentgeltlich genutzt werden. (Beim Auschecken nicht vergessen, das komplette Safeschloss herauszunehmen und wieder abzugeben!)
Auch die Gastronomie verdient zweifellos die Höchstwertung. Das Essen ist derart gut und über die Maßen reichlich, dass ein guter Teil der Urlaubszeit einfach für die Nahrungsaufnahme draufgeht! Allein das Frühstück bietet mit Croissants, Muffins, Brötchen, verschiedenen hellen und dunklen Brotsorten, Frühstücksflocken in allen Variationen und etlichen Warmspeisen so viel Auswahl, dass man den kompletten Vormittag gut mit Frühstücken verbringen könnte. Kritik am Essen, die in diesem Forum bisweilen geäußert wird, entbehrt für uns jeder Nachvollziehbarkeit. Wer sich hier beschwert, ist entweder einen Standard gewohnt, mit dem Normalsterbliche zeitlebens nicht konfrontiert werden, oder schreibt einfach gern Quatsch mit Soße im Internet. Ganz ehrlich: Wenn ich täglich hunderte verschiedene Speisen zur Auswahl habe und mir von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts in 10 verschiedenen Restaurants Essen angeboten wird, dann kann ich die Verpflegung nicht als "schlecht" bezeichnen, nur weil ich vielleicht einmal in 14 Tagen ein Stück Rindfleisch erwische, das vielleicht etwas zäher daherkommt ...! Auf Sauberkeit und Etikette wird zumindest in den Hauptrestaurants großer Wert gelegt: Besteck und Serviette werden stets sorgfältig positioniert, Tafelwasser wird immer aufmerksam nachgeschenkt, und morgens gibt es für jeden Tisch eine eigene Kaffeekanne. Wer mag, kann sich morgens für eines der Spezialitäten-Restaurants (Steakhouse oder Italiener) anmelden. Wir hätten's gern mal probiert, aber aus unerfindlichen Gründen stehen die Leute schon 15 Minuten vor Öffnung der Anmeldung Schlange bis zum Strand ... ob sich dieser Aufwand lohnt, können wir nicht sagen, da uns für derart ambitioniertes Schlangestehen die Zeit zu schade war. Um wochenlaner Ausbuchung vorzubeugen, ist die Anmeldung für die Spazialitätenrestaurants immerhin nur jeweils für den aktuellen Tag möglich. Die Anmeldung öffnet um 10 Uhr vor dem Hauptrestaurant; wer interessiert ist, sollte sich spätestens um 9. 40 Uhr unauffällig in der Nähe einfinden und Sitz- bzw. Standfleisch mitbringen...! Tipp: Da das Hauptrestaurant nicht klimatisiert ist (es gibt nur offene Fenster), kann es abends durch die vielen Show-Sooking-Stationen beim Essen schön mollig werden – es empfiehlt sich daher ein Platz an einem der Tischkopfenden, die sich direkt an einem offenen Fenter befinden. Da diese Plätze äußerst beliebt sind, allein schon wegen des allgemeinen Rauchverhaltens (im Unterschied zu Deutschland ist das Rauchen in Essensräumen in der Karibik noch nicht verpönt), ist ein frühzeitiges Aufentern im Speisesaal (vor 20 Uhr) für schwitzatackenanfällige Urlauber ratsam.
Der Service im RIU Mambo verdient 6 Sonnen, ohne "Wenn" und "Aber". Alle Club-Mitarbeiter, von der Rezeptionsmannschaft bis zum Landschaftsgärtner, sind fleißig wie die Bienen und dabei immer freundlich und hilfsbereit. Tatsächlich habe ich selten Hotelangestellte in einer All-inclusive-Anlage erlebt, die auch vergleichsweise unattraktiv anmutende Arbeiten wie das Einsammeln von Müll und abgegessenen Tellern mit solchem Eifer und offensichtlicher Freude an der Sache erledigen (einige Kellner bedanken sich für jeden benutzten Teller, den sie abtragen dürfen, mit einem freundlichen "Thank you, sir!"). Die Zimmerreinigung bot ebenfalls keinen Anlass zur Klage. Lediglich am ersten Tag wurde das Zimmer unerwartet spät, nämlich erst am Nachmittag, gereinigt, aber nachdem wir ein paar Dollar als "Motivationshilfe" auf dem Kopfkissen zurückgelassen hatten, erfolgte die Reinigung von da ab nicht nur extrem frühzeitig (einmal wurde bereits um 8. 30 Uhr an die Zimmertür geklopft), sondern umfasste auch das tägliche kunstvolle Drapieren von Handtüchern, Tagesdecken und Vorhängen in Tier- und Blumenform. Ein erstaunlich großer Prozentsatz der Hotelangestellten spricht oder versteht zumindest Deutsch; entsprechend problemlos lassen sich organisatorische Belange händeln. Das Deutsch der Rezeptionsmannschaft ist sogar tadellos. Geradezu vorbildlich verlief der Check-In: Vorbereitete Umschläge, die vom Zimmerschlüssel über Handtuchkarten und Hotelplan alles Notwendige enthielten, wurden direkt bei der Ankunft in aplhabetischer Reihenfolge an die Hotelgäste ausgegeben; nach wenigen Minuten war das Check-In-Prozedere beendet. Wer hier nur die üblichen endlosen formularlastigen und reisepassnummereintragungspflichtigen Check-In-Orgien gewohnt ist, wird angenehm überrascht sein!
Die Lage ist für Nordküstenverhältnisse gut: Ein sehr breiter, schöner langer Palmenstrand wird links und rechts der Anlage von Felsvorsprüngen so eingefasst, dass der Strand nur vom Hotel aus zugänglich ist und damit praktisch zur Anlage gehört. Aufgrund des vorgelagerten Korallenriffs brechen sich die atlantikküstentypischen Wellen (die mit ein Grund dafür waren, warum wir in den Norden gereist sind) schon recht weit draußen auf dem Meer. Am Strand kommt nur noch ein seichtes Plätschern an – gut für Badeplantscher und kleine Kinder, schlecht für Wasserratten. Surfer, die sich hinter das Riff wagen, erleben allerdings einen performanceorientierten Wellengang. Die Transferzeit zwischen Flughafen und Hotel beträgt mit dem Reisebus eine knappe Stunde. In der unmittelbaren Umgebung des Hotels gibt es keine Infrastruktur, die nächstgelegenen Ortschaften Maimon (im westlicher Richtung) und Purto Plata (in östlicher Richtung) sind etliche Kilometer entfernt. Ein Taxi für die Fahrt zu buchen, ist ein finanzintensives Unterfangen: Der Fahrpreis beträgt (überzogene) 35 US-$. Deutlich billiger geht's mit dem öffentlichen Bus – hier kostet die einfache Fahrt pro Person nur 20 Pesos, d. h. nicht einmal 50 Cent. Allerdings ist Puerto Plata nach unserem Ermessen nicht gerade ein kulturhistorisches Highlight. Verwinkelte enge Gassen und schmutzige Souvenirshops gibt es auch anderswo; wer wirklich etwas von der dominikanischen Kultur und/oder Landschaft sehen will, sollte weiter ins Landesinnere fahren.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Sport und Unterhaltung wird ohne Unterlass angeboten: Neben Aqua-Gymnastik, diversen Volley- und Wasserball-Turnieren, Merengue-Tanzunterricht und Step-Aerobic umfasst das Angebot auch ein durchaus ordentliches Fitness-Studio und ein (kostenpflichtiges) Wellness-Center. Das Fitness-Studio ist für karibische Verhältnisse sehr gut ausgestattet: Es gibt Langhanteln, Kurzahnteln, einen Mehrzweckturm, funktionierende (!) Spinning-Bikes und sogar ein funktionstüchtiges elektrisches Laufband (wer's braucht ...). Strand und Pool sind wunderbar (wobei wir das in Bezug auf den Pool nur aus der Optik und der Frequentierung schließen können, denn wir waren nicht drin). Wegen des Korallenriffs wird der Boden im Meer über den größten Teil des Strandes nach einigen Metern steinig bzw. korallig, aber vor dem RIU Mambo gibt es ein ca. 50 m langes Strandareal, das in Ufernähe korallenfrei ist. Für die Korallen entschädigen aber die wunderschönen Palmen am Strand, die unzählige Schattenplätze bieten, und die nahezu unzähligen Liegen, die eine "Reservierung" per Handtuch obsolet machen, weil sich immer freie Exemplare finden. In der Strandbar gibt's tagsüber (alkoholfreie) Cocktails sowie Wasser, Cola und Bier; wer will, kann's sich auch bis an die Liege bringen lassen. Wir hatten allerdings kein Problem damit, unsere Hintern wenigstens über diese 12 m bis zur Bar und zurück zu bewegen, und auch das Wegwerfen der Plastikbecher und Strohalme mussten wir nicht dem Strandpersonal überlassen, sondern haben's selbstständig hingekriegt! Wer übrigens weiter weg vom Wasser liegt und häufig ins Meer will, sollte die Oberflächenhitze des Sandes nicht unterschätzen. Um sich nicht die nackten Füße zu versengen (wer rennt schließlich schon mit Adiletten ins Meer!?), hüpft man am besten von Palmenblattschatten zu Palmenblattschatten zur Brandung – sieht etwas dämlich aus, schont aber die Fußsohlen. Hut ab im Übrigen vor der Animation: Mag sein, dass die Abendshows nicht so professionell sind wie in Robinson- oder Aldiana-Clubs, aber was die Animateure im RIU Mambo und auch in den Schwesteranlagen an Energie auf die Bühne bringen, nötigt jedem Betrachter Respekt ab. Die Quirligkeit der Animationsleute, die bis zu 16 Stunden täglich im Einsatz sind, würde für eine ganze Sambaschule ausreichen.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Mai 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Alexander |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 13 |

