Wie die meisten meiner Vorschreiber habe ich diesen Club zu einer Zeit gebucht, wo er nur im Katalog existierte. Nach den vielen relativ schlechten Bewertungen sank unsere Vorfreude immer mehr. Umso angenehmer waren wir überrascht, als wir einen durchaus gelungenen Robinson Club vorgefunden haben. Dies ist nicht unser erster Robinson Cluburlaub, wir kennen zahlreiche andere Clubs und wir finden, dass dieser Club anderen Clubs wie Pamfylia oder Daidalos um nichts nachsteht. Die Anlage ist sehr gelungen, geschmackvoll eingerichtet und verdient die im Katalog vergebenen 5 Sterne vollends. Dies ist der erste uns bekannte Robinson Club wo im Restaurant- und Terrassenbereich keine Mensaatmosphäre herrscht sondern moderne und ansprechende Einrichtung im Vordergrund steht. Nur die Tische sind allesamt sehr wackelig, hier sollte etwas unternommen werden. In der Tat ist die Anlage sehr weitläufig und es können sich lange Wege entweder zum Restaurant und Fitness oder zum Strand ergeben. Schon beim einchecken wurde uns allerdings gesagt, dass wir jederzeit einen der vielen Elektro-Caddies rufen könnten. Wer auf der Hinterseite der Anlage marschiert, hat sowieso oftmals die Chance von diesen „Taxis“ mitgenommen zu werden. Uns hat es nicht gestört, wir haben Urlaub und sind gut zu Fuß. Die Kritik hier erstaunt uns auch etwas, zumal der Großteil der Gäste sportlich ist. Eine Dame beschwerte sich unüberhörbar über den 5-minütigen Fußmarsch zum Fitnessbereich, wo sie eine Stunde Aerobic machen wollte – hier kann sich jeder seinen Teil dazu denken. Das was uns wirklich gestört hat, waren die vielen Mücken. Wir vermuten, dass es sich um ein hausgemachtes Problem handelt, denn im Chill-Outbereich befinden sich zwei große Teiche, die die Brutstätten dafür sein dürften. Ab Dämmerung war es draussen ohne Autan nicht auszuhalten. Insofern: Mückenschutz mitnehmen! Abends ist es recht frisch, Jacken sollten eingepackt werden. Im August ist es oftmals bedeckt und kein strahlender Sonnenschein. Wir hatten während unseres Aufenthaltes in der zweiten Augusthälfte in der Tat wenig Sonne. Trotzdem war Sonnenschutz immer notwendig, hier ist Vorsicht geboten. Oft musste ich insbesondere am Strand ein T-Shirt tragen bzw. wenn man aus dem Wasser kam, fröstelte man. Für uns war es OK und im August ist uns dieses Wetter lieber als die 40 Grad, die man z. B. in der Türkei erwarten muss. Wer Marrakesch besichtigen möchte, was sehr zu empfehlen ist, sollte das nicht in einer anstrengenden und überteuerten Tagestour machen. Insbesondere weil sich der besondere Flair von Marrakesch erst abends in den Souks und um den Djamma el-Fna zeigt. Am besten 2 oder 3 Tage an den Urlaub dranhängen. Die Riads, auch das RC-Riad ist mit Kindern aber nicht geeignet, für Paare aber sicherlich ein Traum. Wir haben als Familie ein Stadthotel mit Pool gewählt. Abschliessend, wir würden jederzeit wiederkommen, ziehen andere Clubs nur deswegen vor, wenn wir Wassersport machen möchten.
Die Zimmer sind sehr groß und modern eingerichtet. Wir hatten ein Familienzimmer, bestehend aus zwei kompletten Doppelzimmern, also auch zwei Bäder und Toiletten und ein kleiner verbindender Vorraum. Hier ist genügend Platz auch mit größeren Kindern. Auszusetzen wäre nur, dass die Schranktüren schon ziemlich klemmten, aber das hat meinen Urlaub sicherlich nicht beeinträchtigt.
Wir waren, wie oben schon beschrieben angenehm überrascht über die gute Qualität des Essens, auch viele andere Gäste, mit denen wir gesprochen haben, waren zufrieden. Wir sahen keinen Unterschied zu den anderen Robinson Clubs. Das Frühstücksbuffet ist wie üblich groß und ausgiebig und es gibt alles was das Herz begehrt. In der Tat ist das Vorspeisenbuffet beim Abend- und Mittagessen relativ klein, z. B. gibt es im Vergleich zu anderen Clubs wenig frische Blattsalate. Dies wird wohl eine reine Vorsichtsmaßnahme sein um Magen-, Darmkrankheiten zu vermeiden. Viele Gäste vergessen, dass sie sich zwar im Robinson Club, aber immer noch in Nordafrika befinden. Die Hygiene, v. a. des Trinkwassers ist nun mal nicht mit dem in Europäischen Clubs zu vergleichen, da kann auch ein Robinson Club nur bedingt etwas ausrichten. Tatsächlich haben wir viele Gäste kennen gelernt, die Magen-, Darmprobleme hatten. Wir selber waren mit unseren zwei kleinen Kindern nicht betroffen. Ansonsten werden sämtliche Speisen frisch von den Robins zubereitet. Sehr lecker, auch landestypische Gerichte werden nicht vergessen. Das Nachspeisenbuffet war „leider“ sehr verführerisch, der Apfelstrudel ein Traum. Auch das Spezialitätenrestaurant bot ein erstklassiges Menü. Es gibt zudem genügend Fleischgerichte und nicht nur Fischgerichte, wie schon mal hier bemängelt. Warum andere Schreiber hier das Essen als schlichtweg katastrophal bezeichnen, ist mir ein Rätsel. Gehen die zu Hause täglich ins Tantris essen? Das Essen da kennen wir auch, erwarten es aber nicht im Club! Ich habe die üblichen 8er-Tische vermisst, hier kommt dann wenig Clubatmosphäre auf. Nur innen gab es mehrere 8er-Tische. Scheinbar waren aber viele Gäste gerade auf die kleinen 4er und 2er-Tische aus, sie stürzten unmittelbar nach Öffnung des Restaurants darauf. Der Club hat auch einige französische Gäste, daher ist fast alles im Club zweisprachig. Uns hat´s nicht gestört, im Gegenteil, allerdings ist es dann schon mühsam, wenn man an einem kleinen Vierertisch sitzt, Ellenbogen an Ellenbogen mit einem französischem Paar, welches nur Französisch spricht und wir selber leider nur recht wenig Französisch. Dann ist man dazu angehalten, sich bis auf die Höflichkeitsfloskeln anzuschweigen.
Fast alle Robins waren wie gewohnt freundlich, unaufdringlich und stets für ein nettes Wort zu haben. Auch erlebten wir sämtliche anderen Angestellten, vom Gärtner bis zur Putzfrau als überaus höflich und zuvorkommend. Die Kellner waren bemüht und meist überaus kompetent, hier sehe ich keinerlei Kritikpunkt. Hervorheben möchten wir die Kellner im Strandrestaurant und insbesondere den Service des Toilettenmanns in der Herrentoilette dort: Wasser aufdrehen, Handtuch reichen, sofort nachputzen und immer ein freundliches Lächeln waren selbstverständlich, wie mein Mann erzählte. Als sich unsere kleine Tochter mal verlaufen hatte, kümmerte er sich sofort darum, das sie zu uns gebracht wurde. So was sollte man auch mal erwähnen anstatt nur zu meckern.
Wer sich am Strand von Agadir etwas umgesehen hat wird schnell erkennen, dass der Club mit Abstand die beste Lage an diesem Strandabschnitt hat, jede andere Bewertung ruft bei mir nur Kopfschütteln hervor. Der Strand ist weitläufig und feinsandig. Der Club liegt theoretisch am Ende des Strandes, weil dahinter der Königspalast liegt, der Strand ist hinter dem Clubstrandbereich nicht mehr zugänglich für die Öffentlichkeit. Dies bewirkt, dass man kaum „Laufkundschaft“ hat und der Strandabschnitt sehr ruhig ist. Zwischen Palast und Club aber liegt eine weitläufige wunderschöne Dünenlandschaft, die man v. a. im Chill-Out-Bereich des Clubs geniessen sollte. Anstatt also auf irgendeine Bettenburg oder ein lautes Hotel zu schauen, hat man Ruhe und Natur vor seinen Augen. Insofern kritisiere ich die Lage zum gesperrten Bereich des Königs genau deswegen nicht, im Gegenteil! Läuft man die andere Richtung, braucht man gut 5 Minuten um zum nächstgelegenen Hotel, dem Sofitel zu gelangen. Dazwischen liegt zwar eine Hotelruine, an der ab und zu wohl gebaut wird, von der aber kein Lärm ausgeht. Ab dem Sofitel reiht sich dann sehr eng aneinander Hotel an Hotel und ab diesem Bereich wird die Strandpromenade gebaut, die Bauarbeiten liefen während unseres Urlaubs auf Hochtouren und ein Ende der Bauarbeiten war nicht abzusehen. Die Gäste dieser Hotels müssen Baggerlärm und Bauschutt ertragen, ich war sehr froh, das der Club von alldem weit weg ist. Die Fahrt zum Flughafen dauert ca. 25 Minuten, in die Souks und in die Innenstadt sind es wenige Minuten mit dem Taxi.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Sportangebot ist wie üblich im RC sehr umfassend. Es gibt ein großes Wellfitangebot und Spinningfahrräder. Der Kraftraum ist etwas klein, aber er war trotz Hochsaison nie überfüllt. Schade, dass es in Agadir keinen Wassersport gibt ausser Wellenreiten, wir sind eher Segler und Surfer, aber das liegt an der relativ starken Brandung und ist so schlichtweg nicht möglich. Die Golfer waren allesamt sehr zufrieden, wie wir gehört haben. Unsere Kinder waren sehr oft im Roby Club, sie wurden dort sehr liebevoll betreut. Es gab viel Abwechslung und Spaß, meine in der Hinsicht durchaus anspruchsvollen Kinder kamen voll aus ihre Kosten. Es gibt jeden Abend ein Showprogramm, aber nur wenige davon fand ich sehr gut, die meisten Shows sind eher bescheiden im Vergleich zu den oftmals sehr aufwändigen Shows in anderen Clubs. Trotzdem, es war OK.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2008 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Elke |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 16 |


