Früh buchen, viel sparen: Urlaubs-Deals für 2026
Alle Bewertungen anzeigen
Alexander (41-45)
ÖsterreichAus Österreich
Verreist als Paar • August 2008 • 3-5 Tage • Wandern und Wellness
Alpenmärchen mit Schwächen
3,7 / 6

Allgemein

Rund um Kitzbühel ist es bekanntlich gebirgig und so ist in Analogie auch ein Aufenthalt im A-Rosa Hotel eine Berg- und Talfahrt was die Eindrücke betrifft. Selten zuvor habe ich bei einem Hotel so viele positive aber auch negative Aspekte gleichzeitig gesehen. Über die Architektur lässt sich wie so oft diskutieren. Sie ist dem benachbarten Schloss nachempfunden, wobei sie sogar schon in Richtung Wehrburg (Grabenbrücke, Tore) tendiert. Weniger charmant könnte man es auch „Alpen Disneyland“ für „trachtenverkleidungswillige Städter“ nennen. Ein gar nicht so kleiner Schönheitsfehler, den man erst auf den zweiten Blick erkennt: Durch die radikale Ausnützung des Bauplatzes, sprich maximale Verbauung, sind die Außenflächen ziemlich mickrig ausgefallen. Was sich bei der ersten Zufahrt noch als imposant erweist, nämlich die halbunterirdische Anfahrt zum Hoteleingang durch einen Tunnel, erweist sich später als echtes Manko (Gefühl der Enge). Die schlossähnliche Architektur setzt sich auch im Inneren fort. So gibt es ähnlich einer mittelalterlichen Burganlage einen so genannten Marktplatz, d.h. ein riesiges Atrium über mehrere Stockwerke, was aber erstaunlicherweise weitestgehend funktionslos bleibt. Und das ist schade. Statt die Rezeption, die in der Proportion für die Größe des Hotels auch zu klein erscheint, auf die 0-Ebene zu pferchen, wäre es wesentlich sinnvoller gewesen, sie auf der dritten, der Marktplatzebene, einzurichten. Die offene Konzeption der Halle lässt auch keine Gemütlichkeit aufkommen. Der Marktplatz geht nahtlos in Tages- und Abendbar über. Schade, weil der Platz um den großen offenen Kamin wäre bei etwas mehr Abgeschlossenheit und Intimität ein echt angenehmer Treffpunkt am Abend. So wirkt die ganze Halle nur nutzlos und irgendwie verloren. Ein Haus, das Potenzial hätte und in dem man auch ohne riesigen Aufwand eine Reihe von Verbesserungen durchführen könnte. In Summe ist es für ein 4*+-Hotel doch etwas „overprized“, noch dazu in Anbetracht dessen, dass man bekanntlich im Sommer in Österreich nie eine Wettersicherheit hat, sondern sehr oft ganz im Gegenteil.


Zimmer
  • Eher schlecht
  • Auch hier wieder viel Licht und viel Schatten gleichzeitig. Die Konzeption der Zimmer ist nicht schlecht. Unsere Suite bestand aus einem Schlaf- und einem Wohnbereich und einer vernünftig begehbaren Garderobe. Das Bad war originell bis eigenartig, will heißen: links und rechts vom Entree zwei Bäder – eines mit Dusche, eines mit Wanne, beide jedenfalls mit WC. Hat auch wieder Plus und Minus. Beide Bäder sind dadurch relativ klein, vor allem das mit der Dusche, dafür gibt es eine echte Trennungsmöglichkeit in „Damen- und Herrentrakt“. Die Terrasse war riesig und ausreichend möbliert, der Blick auf den Hahnenkamm toll. Stauräume sind ausreichend vorhanden. Die Minibar mager gefüllt mit einigen wenigen Getränken (auch die Nachfüllung funktionierte nur schleppend). Blumen gab’s keine am Zimmer; ein paar Magazine, aber eher von lokaler Bedeutung, nichts Internationales; und der Gruß der Direktion wirkte etwas verdörrt, wenn auch von der Idee her mehr als nur ein Miniobstkorb. Die Möblierung wirkt in Summe eher „Billigstdorfer von der Stange“, der weiße Teppichboden war schon arg angegriffen, ein Holzboden wäre da vernünftiger. Eigenartig auch der Mix der Möbel, da steht eine Wurzelsepp-Lampe (Stehlampe mit baumähnlichen Fuß) nebenan einem Mis van der Rohe Sessel. Die Dekoration hält sich auch in Grenzen, da hat man sich keine allzu große Mühe gegeben. Loewe Fernseher sowohl im Wohn- als auch Schlafbereich, wobei dieser etwas zu klein ausgefallen ist. Größtes Negativum: die Bettwäsche, die Polster erinnern eher an amerikanische Motels oder Jugendherbergen, aber sicher nicht an ein Luxushotel. Schade, dass bei so essenziellen Dingen, die wesentlich zum Wohlbefinden beitragen können, gespart wird.


    Restaurant & Bars
  • Eher schlecht
  • Das Frühstücks- und Buffetrestauran erinnert leider an einen türkischen all-inclusive Club. Beim Restaurant täuscht allerdings der erste Eindruck, die Qualität des Frühstücksbuffets ist nämlich exzellent, die Auswahl wirklich selten vielseitig. Schade, dass man dabei in einem hallenartigen Fastfood-Restaurant zu sitzen scheint. Da klaffen Architektur und Funktionalität weit auseinander. Das a-la carte Retsaurant war übrigens an unseren Aufenthaltstagen geschlossen.


    Service
  • Eher gut
  • Der Service aber durchwegs freundlich und bemüht, von der oft gefürchteten „Kitzbühler Präpotenz“ nichts zu merken.


    Lage & Umgebung
  • Gut
  • Das A-Rosa Kitzbühel thront („liegt“ wäre zu wenig gesagt) auf einer Anhöhe über Schloss Kaps mit Blick, zumindest von den oberen Stockwerken, auf die Stadt Kitzbühel und den Hahnenkamm. Die Lage ist wirklich eindrucksvoll, „a commanding position“ würden die Amerikaner sagen.


    Aktivitäten
  • Eher schlecht
  • Beliebte Aktivitäten

    • Wellness
    • Sport

    Es gibt kaum Auslauf oder Spazierfläche rund ums Hotel und auch der Außenpoolbereich würde eher einer kleinen 3*-Pension zur Ehre gereichen als einem Hotel mit 150 Zimmern (davon 46 Suiten). Wenn da bei Schönwetter im Sommer einmal Hochbetrieb herrscht, sollten Sie Ihre Bewährungsprobe in einer Sardinenbüchse abgelegt haben, um mit dem Poolbereich zurande zu kommen. Eigenartig war auch, dass es beim Pool keine Handtücher gab. Man musste sich welche aus dem Zimmer mitnehmen. Da fehlt es an Kundenorientierung. Plus und Minus auch wieder beim 9-Loch-Golfplatz, der direkt am Hotel vorbeiführt und dessen 2 Inselgrüns (8. und 9. Loch) man von vielen Zimmern und Terrassen des Hotels auch bestaunen kann. Der alte 9-Loch-Platz des Schlosses Kaps, DER alte Golfplatz schlechthin, wurde umgebaut und gehört wirklich zu den schönsten 9-Loch-Bahnen, die ich je gesehen habe. Das Bergpanorama inkl. Kitzbühler Horn, Hahnenkamm und Wilder Kaiser in der Ferne ist schon imposant. Der Platz ist leicht hügelig modelliert, keinesfalls leicht, aber auch nicht unspielbar für höhere Handicapklassen oder gar gemein. Leider gibt es keine Driving range, die ist dem Hotelbau zum Opfer gefallen und auch keinen Pro-Shop im Golfclubhaus, nur einen im Hotel. Das halte ich für geschäftsuntüchtig, keine gebrandeten Artikel mit dem Logo des Golfclubs Kitzbühel zu verkaufen. Überrascht war ich, als ich im Golfclub-Restaurant ein Mineralwasser für die Runde kaufen wollte. Dort beschied man mir, ich solle 2.- € nehmen und zum Getränkeautomaten gehen. So was ist mir wirklich auf der ganzen Welt noch nicht passiert. Da blitzte kurz der Kitzbühler „Charme“ auf, von dem ich vorhin schon einmal sprach.


    Preis-Leistung
  • Schlecht

  • Infos zur Reise
    Verreist als:Paar
    Dauer:3-5 Tage im August 2008
    Reisegrund:Wandern und Wellness
    Infos zum Bewerter
    Vorname:Alexander
    Alter:41-45
    Bewertungen:42