Zwischen Meer und Bergpfaden liegen auf Gran Canaria oft nur wenige Meter. © trattieritratti/Shutterstock
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Winterwandern im Süden Europas

Wandern im Winter: Warme Reiseziele für die kalte Jahreszeit

Sobald Mitteleuropa von Kälte, Nässe und Grau beherrscht wird, beginnt südlich der Alpen die vielleicht schönste Wandersaison. Winterwandern in milden Gefilden bedeutet keinen Kompromiss, sondern puren Gewinn: sanftes Licht, menschenleere Pfade, angenehme Temperaturen und Landschaften, die ohne Sommerhitze erst richtig erlebbar werden. Statt vereister Wege erwarten Dich Küstenpfade, vulkanische Landstriche, terrassierte Hänge oder historische Bewässerungskanäle – perfekt für AnfängerInnen wie für routinierte WanderInnen. Wir stellen Dir Destinationen vor, die sich im europäischen Winter besonders gut zum Wandern eignen.

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Die Kanaren sind einer der Wanderklassiker während es in Mitteleuropa kalt ist. © Andrii Marushchynets/iStock
Die Kanaren sind einer der Wanderklassiker während es in Mitteleuropa kalt ist. © Andrii Marushchynets/iStock

Kanarische Inseln: Unterwegs zwischen Vulkanen, Ozean und Passatwolken

Die Kanarischen Inseln zählen zu den verlässlichsten Zielen für Winterwanderungen überhaupt. Temperaturen von 18 bis 23 Grad Celsius, kaum Regen und ganzjährig gepflegte Wanderwege machen Gran Canaria, Teneriffa oder La Palma zum Paradies für aktive Sonnenflüchtlinge. Typisch ist die enorme landschaftliche Bandbreite auf kleinstem Raum: Küstenwege mit Meerblick, tiefe Schluchten, Kiefernwälder in mittleren Höhenlagen sowie alpine Zonen oberhalb von 2.000 Metern, die auch im Winter begehbar bleiben.

Für EinsteigerInnen empfehlen sich besonders die mittleren Lagen Gran Canarias – etwa Touren rund um Fataga oder entlang alter Königswege zwischen den Bergdörfern mit überschaubaren Höhenmetern und guter Infrastruktur. Erfahrene WanderInnen hingegen finden im Teide-Nationalpark auf Teneriffa oder auf den Höhenkämmen La Palmas herausfordernde Strecken mit längeren Etappen, steileren Anstiegen und wechselhaftem Wetter, das entsprechende Vorbereitung verlangt. Besonders wichtig: Respekt vor der Höhe und schnellen Wetterumschwüngen.

Wer nach der Tour Entspannung sucht, findet auf den Kanaren zahlreiche buchbare Hotels mit Wellness- und Poolbereichen. Bei AktivurlauberInnen besonders beliebt sind das Lopesan Villa del Conde Resort & Thalasso in Meloneras sowie das Riu Palace Maspalomas – beide mit großzügigen Außenanlagen und als idealer Ausgangspunkt für Touren im Süden Gran Canarias. Auf Teneriffa gehören das Hotel Riu Arecas in Costa Adeje und das Iberostar Selection Anthelia zu den gefragten Adressen für alle, die Erholung mit Bewegung verbinden möchten.

Die Landschaft von Madeira ist einmalig schön. © istock/Anetta Starowicz
Die Landschaft von Madeira ist einmalig schön. © istock/Anetta Starowicz

Madeira: Levadas, Steilküsten und immergrüner Lorbeerwald

Madeira trägt den Ruf als eines der schönsten Wanderziele Europas vollkommen zu Recht – gerade im Winter. Die Insel bleibt das ganze Jahr über grün, die Temperaturen pendeln meist zwischen 18 und 22 Grad Celsius, und das dichte Netz aus Levadas macht viele Routen auch für weniger Geübte zugänglich. Diese historischen Wasserkanäle verlaufen oft nahezu eben entlang steiler Hänge durch üppige Vegetation, was spektakuläre Ausblicke bei moderatem Schwierigkeitsgrad ermöglicht.

EinsteigerInnen treffen auf Madeira ideale Bedingungen bei klassischen Levada-Wanderungen wie der Levada do Rei oder der Levada dos Balcões – beide überzeugen mit geringen Höhenunterschieden und klarer Wegführung. Ambitionierte WanderInnen zieht es dagegen auf die Höhenzüge zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo, wo alpine Verhältnisse, steilere Passagen und ausgesetzte Grate ein völlig anderes Wandererlebnis bieten. Trittsicherheit ist hier im Winter Pflicht, da Feuchtigkeit und Nebel die Bedingungen rasch ändern können.

Als Basis für einen winterlichen Wanderurlaub auf Madeira eignen sich besonders Funchal oder die ruhige Nordküste. "Sehr gut" bewertet sind unter anderem das traditionsreiche Hotel Quinta da Bela Vista, das Savoy Palace mit modernem Spa-Bereich sowie das Hotel Porto Mare, das durch seine Gartenanlagen und die Nähe zu Wanderstartpunkten besticht. Alle bieten Komfort, Erholung und gute Anbindung an das Wanderwegenetz der Insel.

Auch auf dem europäischen Festland kannst Du während unseres Winters wandern. © barmalini/iStock via Getty Images
Auch auf dem europäischen Festland kannst Du während unseres Winters wandern. © barmalini/iStock via Getty Images

Andalusien: Wintersonne, Olivenhaine und weiße Bergdörfer

Andalusien wird als Winterwanderziel oft unterschätzt, dabei entfaltet die Region gerade in den kühleren Monaten ihre Stärken. Die Temperaturen bewegen sich meist zwischen 15 und 20 Grad Celsius, die Landschaft präsentiert sich saftig grün, und viele Wege lassen sich im Winter deutlich angenehmer begehen als im Hochsommer. Besonders reizvoll: die Kombination aus Natur, Kultur und Kulinarik, die jede Wanderung um eine zusätzliche Dimension bereichert.

EinsteigerInnen fühlen sich in Naturparks wie der Sierra de Grazalema wohl, wo gut markierte Rundwege durch Karstlandschaften, Wälder und Schluchten führen. Anspruchsvollere WanderInnen finden in der Sierra Nevada deutlich längere Etappen mit größeren Höhenunterschieden, die im Winter allerdings sorgfältige Planung erfordern. Vorteilhaft ist die gute Infrastruktur mit Bergdörfern, Unterkünften und Einkehrmöglichkeiten entlang vieler Routen.

In Andalusien lassen sich zahlreiche wanderfreundliche Unterkünfte buchen, insbesondere kleinere Landhotels. Sehr beliebt sind das La Bobadilla als perfektes Hideaway-Hotel für gehobenen Komfort sowie das Hotel Tugasa Sierra y Cal, das sich ideal für Wanderungen in der Grazalema-Region eignet und regionale Küche mit ruhiger Lage vereint.

Auf Zypern liegen malerische Wanderrouten und antike Architektur nah beieinander. © kirill_makarov / Shutterstock.com
Auf Zypern liegen malerische Wanderrouten und antike Architektur nah beieinander. © kirill_makarov / Shutterstock.com

Zypern: Mediterranes Winterwandern zwischen Küste und Gebirge

Zypern verbindet milde Winter mit einer erstaunlichen landschaftlichen Vielfalt. Während an der Küste angenehme 18 bis 20 Grad Celsius herrschen, bietet das Troodos-Gebirge ideale Bedingungen für Wanderungen durch Kiefernwälder, vorbei an byzantinischen Kirchen und traditionellen Bergdörfern. Gerade im Winter sind die Wege ruhig, die Sicht klar und die Temperaturen perfekt für ausgedehnte Touren.

EinsteigerInnen profitieren von gut ausgebauten Rundwegen wie dem Artemis Trail am Olympos, der mit moderaten Höhenmetern und klarer Wegführung punktet. Anspruchsvollere WanderInnen können längere Strecken im Troodos-Gebirge oder entlang der Akamas-Halbinsel unternehmen, wo Einsamkeit, weite Panoramen und naturbelassene Pfade dominieren. Wichtig ist auch hier eine gute Vorbereitung, da die Beschilderung nicht überall so dicht ist wie in Mitteleuropa.

"Sehr gut" bewertet sind Hotels in der Region Paphos und Protaras, die sich als Ausgangspunkt für Wanderungen eignen. Das TUI BLUE Pioneer Beach, das Constantinou Bros Athena Royal Beach Hotel sowie das Crystal Springs Beach Hotel bieten großzügige Außenbereiche, Spa-Angebote und eine ruhige Atmosphäre – ideal, um aktive Tage entspannt ausklingen zu lassen.

Von der Sahara bis ins Atlasgebirge: In Marokko findest Du Dein Wanderglück bestimmt. © iStock via Getty/makasana
Von der Sahara bis ins Atlasgebirge: In Marokko findest Du Dein Wanderglück bestimmt. © iStock via Getty/makasana

Marokko: Winterwandern im Atlas zwischen Hochgebirge und Berberdörfern

Marokko eröffnet im Winter eine ganz andere Dimension des Wanderns. Während in Marrakesch frühlingshafte Temperaturen herrschen, präsentieren sich die Hochlagen des Atlasgebirges kühl, klar und oft schneefrei – perfekt für anspruchsvolle Touren. Das Wandern hier ist intensiver, ursprünglicher und kulturell geprägt, da viele Wege durch Berberdörfer und traditionelle Anbaugebiete führen.

EinsteigerInnen finden im Ourika- oder Imlil-Tal kürzere Touren mit moderaten Anstiegen, während erfahrene WanderInnen längere Etappen oder mehrtägige Treks unternehmen können. Höhenmeter, wechselnde Wetterlagen und einfache Infrastruktur machen eine gute Vorbereitung essenziell. Der Lohn: spektakuläre Landschaften und tiefes Eintauchen in eine andere Kultur.

Als Basis eignet sich Marrakesch mit seinen zahlreichen Riads und Hotels. Gäste kommen besonders gern im Hotel Riad Dar Anika oder dem Les Jardins de la Koutoubia unter, weil beide hohen Komfort, zentrale Lage und gute Organisation von geführten Touren in den Atlas verbinden.

Fazit: Welches warme Winterwanderziel passt zu Dir?

Wenn Du im Winter wandern möchtest, wo es warm ist, hängt die richtige Wahl vor allem von Deinem Anspruch ab. Die Kanarischen Inseln bieten maximale Vielfalt bei minimalem Wetterrisiko, Madeira überzeugt mit einzigartigen Wegen und üppiger Natur, Andalusien verbindet Bewegung mit Kultur und Genuss, Zypern punktet mit mediterraner Gelassenheit, und Marokko richtet sich an alle, die das Abenteuer suchen. Mit der passenden Wanderausrüstung, realistischen Etappen und einer guten Unterkunft wird der Winter so zur vielleicht schönsten Wanderzeit des Jahres.

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Quelle: spot on news