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Savoie in Frankreich: Diese Highlights zwischen Bergen, Seen und Nationalpark lohnen sich
Frankreichs größter Natursee, der älteste Nationalpark des Landes und das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt. Dazwischen Bergdörfer, die sich seit Jahrhunderten nur wenig verändert haben. Das ostfranzösische Département Savoie ist alpin, bodenständig und deutlich weniger auf Hochglanz poliert als die Nachbarregion Haute-Savoie. Und davon profitierst Du – im Sommer wie im Winter.
HIer in der Karte findest du alle Highlights in der praktischen Übersicht:
Der größte See Frankreichs
Thermalstadt, Belle-Époque-Architektur und Kloster
Der Lac du Bourget ist der größte natürliche See Frankreichs – 18 Kilometer lang, eingefasst von steilen Kalkfelsen und dichten Wäldern. Am Ostufer liegt Aix-les-Bains, ein historischer Kurort, dessen warmes Thermalwasser schon die Römer nutzten. Die Belle-Époque-Architektur entlang der Uferpromenade erinnert daran, dass hier im 19. Jahrhundert die europäische Oberschicht kurte.
Im Sommer kannst Du im See schwimmen, segeln oder Stand-up-Paddeln (SUP). Ein interessanter Ausflug ist mit dem Boot zur Abbaye de Hautecombe am Westufer. Die Abtei stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist die letzte Ruhestätte zahlreicher Mitglieder des Hauses Savoyen – jener Dynastie, die von hier aus über mehr als neun Jahrhunderte erst das Herzogtum Savoyen und später das Königreich Italien regierte. Bis heute leben dort Mönche der Chemin Neuf-Gemeinschaft.
Chambéry
Die alte Hauptstadt mit dem berühmten Elefantenbrunnen
Chambéry war jahrhundertelang Hauptstadt des Herzogtums Savoyen. Am auffälligsten ist die Fontaine des Éléphants, ein Brunnen mit vier steinernen Elefanten, Die Einheimischen nennen den Elefantenbrunnen auch Les Quatre sans culs (Die Vier Ohne Arsch / Hintern), da die Tiere nur von vorne zu sehen sind. Er wurde zu Ehren des Generals Graf de Boigne errichtet, der im 18. Jahrhundert in Indien ein Vermögen machte und es seiner Heimatstadt vermachte, und ist heute eines der berühmtesten Wahrzeichen Chambérys.
Das Schloss der Herzöge von Savoyen thront am Hügel über der Altstadt. In seiner Kapelle wurde einst das Turiner Grabtuch aufbewahrt, bevor es 1578 nach Turin kam. Die eigentliche Überraschung findest Du aber in den Gassen unterhalb des Schlosses. Hinter unscheinbaren Hauseingängen öffnen sich Durchgänge – sogenannte Traboules und Allées –, die in historische Innenhöfe führen. Mit Wendeltreppen aus hellem Stein, offenen Galerien und viel Patina.

Michaelas Tipp
Die Tourist-Information bietet geführte Rundgänge durch die Innenhöfe an – denn ohne Guide übersiehst Du die meisten Eingänge.
Vanoise Nationalpark und Tignes
Steinböcke, Bike Park und Skiparadies
1963 gründete Frankreich hier seinen ersten Nationalpark – vor allem, um den Alpensteinbock vor dem Aussterben zu retten. Das ist gelungen: Heute leben rund 2.000 Steinböcke in der Vanoise. Es gibt auch viele Murmeltiere, Bartgeier und Gämsen.
Das Gebiet umfasst mehr als 100 Dreitausender und gehört zu den am besten geschützten Alpenregionen Europas. Einer der Zugänge zum Park führt über bekannter Berg- und Skiort Tignes in der Tarentaise. Der Lac de Tignes liegt auf 2.100 Metern mitten im Ort. Den Bergsee kannst Du mit dem Kajak, Kanu, SUP oder Tretboot erkunden. Es gibt auch einen Bike Park, Paragliding-Angebote und viele Wanderwege in den Nationalpark. Im Winter verwandelt sich Tignes in eines der bekanntesten Skigebiete Frankreichs: Zusammen mit Val d'Isère bildet es den Verbund Espace Killy – 300 Pistenkilometer, inklusive Gletscherabfahrten auf der Grande Motte. Wenn Du gemütlichere Wintersportaktivitäten bevorzugst: Von hier aus führen auch Schneeschuh- und Skitouren direkt in den Nationalpark.

Michaelas Tipp
Früh am Morgen stehen die Chancen besonders gut, im Gebiet rund um den Vanoise-Nationalpark Steinböcke zu beobachten. Eine beliebte Wanderung führt von Tignes beziehungsweise dem Sassière-Tal zum hochalpinen Lac de la Sassière auf 2.460 Metern und dauert – je nach Startpunkt – etwa zwei Stunden pro Strecke.
Les Trois Vallées und Les Menuires
600 Kilometer Pisten und 20 Mountainbike-Trails
Vallée des Belleville, Vallée de Méribel und Vallée de Courchevel – über diese drei Täler erstreckt sich das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt: Le Trois Vallées halten im Winter 600 Kilometer an Pisten bereit. Während Courchevel und Méribel längst international bekannt sind, steht Les Menuires im Vallée des Belleville seltener im Rampenlicht – zu Unrecht. Der Ort liegt auf knapp 1.800 Metern, allein hier gibt es 160 Kilometer Abfahrten. Jeden Mittwochmorgen startet die Gondel vor dem regulären Skibetrieb: Beim First Track kannst Du schon zum Sonnenaufgang die ersten Spuren in den Schnee ziehen.
Aber auch in den Sommermonaten kannst Du hier viele Abenteuer erleben: Es gibt einen Bike Park mit circa 20 Mountainbike-Trails, von leicht bis anspruchsvoll. WanderInnen folgen dem Fluss Doron nach Saint-Martin-de-Belleville, vorbei an der Burdin-Mühle und der Kapelle Notre Dame de la Vie. Wenn Du höher hinaus willst, ist die Tour zum Lac du Lou nicht nur landschaftlich lohnenswert. Dort oben im Refuge kochen Marie und Jonathan mit regionalen und Bio-Zutaten – auf der Karte stehen savoyardische Klassiker wie Diots, in Weißwein geschmorte Würste. Übernachten kannst Du auch, es gibt 25 Betten in vier Lagern.
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Beaufortain und Lac de Roselend
Alpkäse und Ausblick
Das Beaufortain ist eine der wenigen Regionen in den französischen Alpen, in denen Almwirtschaft noch Alltag ist. Hier entsteht der Beaufort, ein traditioneller Hartkäse mit geschützter Herkunftsbezeichnung (AOP), der auch als Prinz der Gruyère bezeichnet wird. Die Käserei im Ortszentrum von Beaufort zeigt auf 400 Quadratmetern die gesamte Produktion – von der Milch bis zum Reifekeller, durch den Du bei einer Führung gehen kannst.
Oberhalb des Ortes liegt der Lac de Roselend auf 1.557 Metern: Ein Stausee, dessen türkisfarbenes Wasser und Bergkulisse ihn zu einem Insta-Foto-Spot machen. Die Straße dorthin ist eine Etappe der Tour de France – entsprechend oft triffst Du im Sommer auf RennradfahrerInnen. Im Winter gibt es hier ein kleines Skigebiet, Arêches-Beaufort: knapp 50 Kilometer Pisten, ohne Warteschlangen und ohne den Trubel der großen Stationen.

Michaelas Tipp
In der Käserei kannst Du Beaufort in verschiedenen Reifestufen probieren – der Beaufort d'été (Sommerkäse) und der Beaufort d'alpage (Alpkäse) schmecken erstaunlich unterschiedlich.
Bonneval-sur-Arc
Ein Dorf wie früher
Auf 1.800 Metern, am Ende einer Straße, die im Winter wegen Schnee und Lawinengefahr oft wochenlang gesperrt ist, liegt Bonneval-sur-Arc. Das Dorf ist mit dem Gütesiegel Plus beaux villages de France ausgezeichnet. Zu den schönsten Dörfern des Landes darf es sich zählen, weil seine Bausubstanz seit Jahrhunderten nahezu unverändert geblieben ist.
Denn die EinwohnerInnen haben sich bewusst gegen Beton, Leuchtreklamen und Durchgangsverkehr entschieden. Die Häuser tragen Steindächer. Die Gassen sind zu eng für Autos. Das einzige, was Du neben Kinderlachen und Geschirrgeklapper hörst, ist das Gurgeln des Baches, der durch den Ort fließt. Von Bonneval aus führt die Straße zum Col de l'Iseran – mit 2.764 Metern der höchste asphaltierte Alpenpass Europas, befahrbar meist von Juni bis Oktober. Im Winter kannst Du hier auch Skifahren, in einem kleinen Skigebiet, das von 1.800 bis auf 3.000 Meter reicht. Familientauglich und schneesicher bis Ostern.
Chanaz und der Canal de Savière
Mittelalterliches Klein-Venedig
Vom Hochgebirge ins Rhône-Tal: Ganz im Westen von Savoie, wo die Alpen in die Rhône-Ebene übergehen, liegt Chanaz. Das kleine Handwerkerdorf befindet sich am Canal de Savière, der den Lac du Bourget mit dem Fluss Rhône verbindet. Ein Naturphänomen macht den Kanal einzigartig: Er ist der einzige natürliche Kanal im Land, der bei Hochwasser seine Fließrichtung umkehrt. Dann fließt das Wasser vom Fluss zurück in den See.
Den Beinamen Petite Venise – Klein-Venedig – trägt Chanaz, weil sich seine mittelalterlichen Steinhäuser direkt am Kanal aufreihen. Hier gleiten Ausflugsboote langsam durch den Ort. An den Ufergassen haben sich HandwerkerInnen niedergelassen: In der Moulin de Chanaz dreht sich ein 6,30 Meter hohes Wasserrad und presst Walnüsse zu goldfarbenem Öl. Nebenan röstet Didier in einem Weinkeller aus dem 15. Jahrhundert Kaffee und ein paar Gassen weiter braut Pascal Craft-Bier mit Alpenkräutern. Eine Bootsfahrt auf dem Kanal dauert etwa eine Stunde und führt auch durch Schilflandschaften, in denen Graureiher und Kormorane nisten.

Michaelas Tipp
Frisch gepresstes Walnussöl aus der Moulin de Chanaz ist ein ideales Mitbringsel für Deine Lieben.