Blick auf Oslo, Norwegen
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Städtereisen

Oslos Sehenswürdigkeiten: Warum sich ein Citytrip wirklich lohnt

Fjord, Inseln, Wälder, Parks, futuristische Architektur und Museen von Weltrang auf engem Raum: Oslo hat sich in den vergangenen Jahren so stark verändert, dass selbst WiederholungsbesucherInnen die norwegische Hauptstadt kaum wiedererkennen. Hafenviertel sind neu entstanden, Museen von Weltrang haben eröffnet und das alles zwischen Wasser und bewaldeten Hügeln. Du erreichst viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß, per Fähre oder Straßenbahn. Wir zeigen Dir die Highlights der Fjordstadt.

Moderne Gebäude in Oslo mit ihr Spiegelbild im Wasser
Bjørvika, Oslo, Norwegen © Getty Images - william87

Opernhaus & Bjørvika

Eisberg aus weißem Marmor und neues Stadtviertel

Der erste Eindruck bleibt: Du verlässt den Hauptbahnhof und vor Dir schiebt sich ein gewaltiges Gebäude aus weißem Carrara-Marmor und Glas wie ein Eisberg ins Hafenbecken. Das 2008 eröffnete Opernhaus ist ein architektonisches Kunstwerk mit einer für jedermann und kostenlos begehbaren Dachlandschaft. Schräge, breite Rampen führen fast 200 Meter hinauf auf das futuristische Gebäudedach – mit monumentalen Aussichtsplattformen auf die Inseln in dem rund 100 Kilometer langen Oslofjord. 

Ein paar Schritte weiter ragt das Barcode-Viertel Bjørvika auf: zwölf schmale Hochhäuser, jedes von einem anderen Architekturbüro entworfen, nur durch Grünstreifen getrennt. Diese sehen von der Weite aus wie ein Strichcode.

Michaelas Tipp

Auch ohne ein Ticket zu kaufen, lohnt ein Blick ins Foyer der Oper: 15 Meter hohe Glaswände geben den Blick aufs Meer frei, dunkles Eichenholz kontrastiert den weißen Marmor. Geöffnet ab 11 Uhr, sonntags ab 12 Uhr.

Modernes Gebäude am Wasser mit einer großen, menschlichen Skulptur
Munch-Museum, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - xbrchx

Munch-Museum

28.000 Werke auf 13 Etagen

Gleich neben der Oper steht seit 2021 das größte Museum der Welt, das einem einzigen Künstler gewidmet ist. 13 Stockwerke, außen verkleidet mit wellenförmigen Platten aus recyceltem Aluminium. Innen verteilen sich in elf Galerien rund 28.000 Werke vom einheimischen Expressionisten Edvard Munch: Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Fotografien. 

Natürlich hängt hier auch Munchs bekanntestes Bild Der Schrei. Aber auch die elf auf vier Meter große Sonne und die Madonna gehören zu den Werken, vor denen Du lange stehen und staunen wirst. Die Räumlichkeiten sind großzügig, so dass stets eine entspannte Atmosphäre herrscht.

Michaela Tipp

Mittwochs ab 18 Uhr ist der Eintritt kostenlos (außer Juli/August), ansonsten Ticket vorab online buchen. In der 13. Etage ist die Rooftopbar mit fantastischem Blick über die Oper, den Fjord und die Stadt.

Park mit einer Säule und Skulpturen
Vigeland Skulpturenpark, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - xbrchx

Vigeland-Skulpturenpark

212 Nackte unter freiem Himmel

Der Vigelandspark im Stadtzentrum ist dem Bildhauer Gustav Vigeland (1869–1943) gewidmet. Der Norweger schuf alle 212 überlebensgroßen Nacktskulpturen aus Granitstein und Bronze selbst. Jede erzählt vom Menschsein — was von Zorn über Zärtlichkeit bis hin zu Erschöpfung und Ekstase reicht. 

Der höchste Punkt des Parks ist von einem 15 Meter hohen Monolithen gekrönt. Auf diesem klettern 121 menschliche Figuren in Richtung Himmel. Das Faszinierende an diesem riesigen Wimmelbild ist, dass alle Körper aus einem einzigen Granitblock gehauen sind.

Kleiner Hafen einer Insel
Bygdøy, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - ojimoreno

Bygdøy und Kon-Tiki

Fjordcruise auf die Museumsinsel

Dir langt die Zeit nicht für eine private Fjordcruise? Dann nimm einfach die öffentlichen Bygdøy-Fähre vom Rathauskai auf die Museumsinsel. In den 15 Minuten der Überfahrt kannst Du das Fjordpanorama mit schaukelnden Segelbooten und bunten Holzhäusern am Ufer genießen. 

Highlight auf der Museumsinsel ist das Kon-Tiki-Museum, das dem Abenteurer und Forscher Thor Heyerdahl gewidmet ist. Er überquerte 1947 auf einem Floß aus Balsaholz den Pazifik — 8.000 Kilometer von Südamerika nach Polynesien. Damit wollte er zeigen, dass Menschen aus Südamerika bereits in vorkolumbianischer Zeit Polynesien über den Seeweg erreichen konnten. Hier kannst Du sein Original-Floß bewundern sowie die Schilfboote Ra und Ra II. Täglich um 12 Uhr läuft die oscarprämierte Dokumentation von 1950 im Museumskino.

Skischanze mit Stadt im Hintergrund
Holmenkollen, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - Lotharingia

Holmenkollen

Legendäre Skisprungschanze

Monumentales Designerstück und Wahrzeichen zugleich: Auf dem Hausberg Holmenkollen ragen 1.000 Tonnen Stahl 60 Meter hoch in den Himmel. Auf der Schanze wird seit 1892 gesprungen — damit gilt sie als älteste Skisprungschanze der Welt. 2010 wurde sie erneuert. Wie unglaublich steil die 96,95 Meter lange Abfahrt auf den Schanzentisch ist, merkst Du beim Erklimmen der Stufen bis zur Schanzenmitte. Von hier kannst Du entweder 250 Stufen weiter bis zum Abfahrtspunkt aufsteigen oder zurück mit echtem Skisprung-Feeling per Flying Fox – 144 Meter in die Tiefe. Wenn Du noch mehr Mutprobe brauchst, dann kannst Du den Skisprungsimulator testen. Aber Achtung: Gesichter werden per Videowand live nach außen übertragen!

Michaela Tipp

Mit der U-Bahn Linie 1 bis Holmenkollen fahren, von dort rund zehn Minuten zu Fuß bergauf durch das Villenviertel.

Historische Gebäude in Oslo
Grünerløkka, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - emiliano

Grünerløkka & Mathallen

Im 19. Jahrhundert Arbeiterviertel, heute Oslos kreative Ecke

In Grünerløkka findest Du gemütliche Cafés, kleine Röstereien, Vintage-Läden, Street Art und viele Restaurants. Abends wird es rund um den Olaf Ryes Plass lebendig. Sonntags findet im Park Birkelunden ein Flohmarkt statt.

Am westlichen Rand des Viertels fließt die Akerselva. Direkt am Ufer, in einem Backsteingebäude von 1908, liegen die Mathallen. Oslos bekannteste Markthalle mit rund 30 Ständen. Hier musst Du Brunost (süßer Braunkäse), Rentier-Trockenfleisch, geräucherten Lachs mit Craft Beer von lokalen Brauereien probieren. Drumherum ist das Vulkan-Areal, ein ehemaliges Industriegelände, das zum nachhaltigen Stadtquartier umgebaut wurde.

Saunaboot im Wasser bei Oslo
Sauna-Boot, Oslo, Norwegen © stock.adobe.com - ShapikMedia

Schwimmende Saunen im Fjord

Wellness mitten in der City

Du brauchst eine Pause vom Sightseeing? In Oslo geht Erfrischung so: Erst in einer schwimmenden Sauna schwitzen, dann direkt in den Fjord springen. Etwa 15 Saunaboote liegen mitten im Hafen. Es gibt auch Sauna-Cruises auf dem Fjord sowie ein ganzes Saunadorf mit DJ-Programm.

Gegenüber der Oper schaukeln die holzbefeuerten Saunaboote auf dem Wasser. Nach dem Aufguss steigst Du über eine Leiter ins Hafenbecken, Badekleidung ist hier Pflicht, denn Du bist mitten in der Touristenzone. Mutige springen sogar vom Dach.

Michaela Tipp

Die Saunen sind ganzjährig geöffnet, die Umkleiden klein und gemischt, am besten eigene Handtücher mitbringen. Vorab online buchen, vor allem an Wochenenden.

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